Diese Arbeit „Eine exemplarische Untersuchung der Beziehung zwischen Jesus und dem Menschen anhand eines katholischen und evangelischen Kirchenliedes aus dem 17. Jahrhundert“ wird im Rahmen des Hauptseminars „Deutsche Lyrik des 17. Jahrhunderts im europäischen Kontext“ verfasst. Untersucht werden sollen zwei Kirchenlieder. Als Beispiel für ein katholisches Kirchenlied dient „Ist das der Leib Herr Jesu Christ“ aus der Feder des Jesuiten Friedrich Spee von Langenfeld (1591 – 1635) und ein Lied des protestantische Theologen Paul Gerhardt (1607 – 1676) „Auf, auf, mein Herz, mit Freuden“ . Beide Autoren zählen zu den wichtigsten Vertretern kirchlicher Lyrik im Zeitalter des Barock . Es wurden diese zwei Lieder gewählt, da beide die Auferstehung Christi und die damit verbundene Erlösung zum Thema haben.
Im ersten Kapitel dieser Arbeit soll die Situation der beiden großen christlichen Religionen im Deutschland des 17. Jahrhunderts kurz geschildert werden, um einen Einblick in die unterschiedlichen Intentionen der Kirchen zu geben. Das zweite Kapitel setzt sich zusammen aus einer formalen und einer inhaltlichen Untersuchung des Kirchenliedes von Friedrich Spee. Analog dazu wird das Lied von Paul Gerhardt im dritten Kapitel analysiert. Im vierten Kapitel möchte ich mich mit der Frage auseinander setzten, wodurch die Beziehung zwischen Jesus und den Gläubigen charakterisiert ist.
Die Ergebnisse dieser Arbeit sind nur für die gewählten zwei Lieder gültig. Inwieweit sie sich mit der Gemeinsamkeit der Unterschiede in den Kirchenliedern der beiden großen christlichen Religionen decken, müsste noch untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die Religion und die Kirche im Barock
1.1 Die katholische Kirche
1.2. Die evangelische Kirche
2. Untersuchungen zu Friedrich Spees „Ist das der Leib Herr Jesu Christ“
2.1. Untersuchung formaler Aspekte
2.2. Untersuchung des Inhaltes
3. Untersuchungen zu Paul Gerhardts „Auf, auf, mein Herz, mit Freuden“
3.1. Untersuchung formaler Aspekte
3.2. Untersuchung des Inhaltes
4. Untersuchung der dargestellten Beziehung zwischen Jesus und dem Gläubigem
Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Beziehung zwischen Jesus und dem Menschen im 17. Jahrhundert anhand zweier repräsentativer Kirchenlieder. Ziel ist es, durch eine formale und inhaltliche Analyse der Werke von Friedrich Spee und Paul Gerhardt die unterschiedlichen religiösen Ansätze von Katholizismus und Protestantismus in Bezug auf das Heilsgeschehen und die Rolle des Gläubigen herauszuarbeiten.
- Religiöses Leben und Kirchenstrukturen im Barock
- Formale Analyse geistlicher Lyrik des 17. Jahrhunderts
- Inhaltliche Untersuchung der Auferstehungsthematik
- Vergleichende Analyse der Beziehung zwischen Jesus und den Gläubigen
- Identifikationsangebote in der barocken Kirchenlyrik
Auszug aus dem Buch
Untersuchung der Beziehung zwischen Jesus und den Gläubigen
In diesen beiden Liedern wird die Beziehung zwischen Jesus und den Gläubigen durch die kommunikative Situation bestimmt. In Spees Gedicht ist der gläubige Mensch nur ein Zaungast bzw. Betrachter. Er ist in das Heilsgeschehen nicht aktiv involviert. Dies erkennt man daran, dass der Adressat bei Spee nur in der ersten und letzten Strophe direkt angesprochen wird. Am Anfang des Liedes wird er aufgefordert zu kommen, um den Leib Christi zu betrachten, um geistliche und geistige Erfüllung zu finden. In der letzten Strophe wird ihm aber auch davon abgeraten. Der Autor scheint von der Annahme auszugehen, dass der Mensch den Grund für die Betrachtung des Leibes kennt. Er setzt auch voraus, dass der Adressat die meditative Struktur, deren Anwendung und Wirkung für sich selbst nutzbar machen kann. Erst dadurch findet er den Weg zur Erlösung. Gerhardt geht hier anders vor. Er führt den Menschen in das Geschehen hinein, um ihm anschließend klar darzulegen, was die Auferstehung Jesu von den Toten im Einzelnen bedeutet, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Durch die gehäufte Verwendung von Personalpronomina erreicht er die Identifizierung des Sängers bzw. Zuhörers mit dem Sprecher im Gedicht. Die Individualität des Sprechers wird zur Repräsentativität der Gläubigen. Die persönliche Glaubensaussage soll verstanden werden als Identifikationsangebot an den Hörer bzw. Sänger.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Zielsetzung ein, zwei Kirchenlieder des 17. Jahrhunderts im Kontext der Auferstehungsthematik zu vergleichen und deren Autoren vorzustellen.
1. Die Religion und die Kirche im Barock: Dieses Kapitel skizziert die enge Verflechtung von Staat, Gesellschaft und Religion sowie die konfessionellen Unterschiede zwischen der katholischen Gegenreformation und dem Protestantismus.
2. Untersuchungen zu Friedrich Spees „Ist das der Leib Herr Jesu Christ“: Eine detaillierte Analyse der formalen Struktur sowie eine inhaltliche Betrachtung der göttlichen Herrlichkeit und Leidensunfähigkeit in Spees Werk.
3. Untersuchungen zu Paul Gerhardts „Auf, auf, mein Herz, mit Freuden“: Untersuchung des erzählerischen Charakters und der persönlichen Identifikation des Gläubigen mit der Heilsbotschaft in Gerhardts Osterlied.
4. Untersuchung der dargestellten Beziehung zwischen Jesus und dem Gläubigem: Ein vergleichender Blick auf die kommunikative Strategie beider Dichter, wie sie die Bindung des Menschen an Christus gestalten.
Zusammenfassung: Fazit über die konfessionellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie die unterschiedlichen Zugangsweisen zur persönlichen Glaubensbeziehung im Barock.
Schlüsselwörter
Barock, Kirchenlied, Friedrich Spee, Paul Gerhardt, Auferstehung, Religion, Gegenreformation, Protestantismus, Glaubensbeziehung, Heilsgeschehen, meditative Struktur, Osterlied, Identifikationsangebot, Christus, Kirchengeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie in barocken Kirchenliedern die Beziehung zwischen Jesus und dem Menschen dargestellt wird, basierend auf einem katholischen und einem evangelischen Beispiel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf das religiöse Umfeld des 17. Jahrhunderts, die formale und inhaltliche Analyse der Lieder sowie die unterschiedliche Konzeption der Gläubigenbindung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die exemplarische Gegenüberstellung von Friedrich Spees und Paul Gerhardts Texten, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Verständnis der Erlösung und der Interaktion mit Jesus aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die formale Kriterien wie Reimschema und Metrik mit einer inhaltlichen Interpretation der religiösen Aussagen verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, eine detaillierte Einzelanalyse beider Lieder sowie ein vergleichendes Kapitel zur Beziehung zwischen Jesus und dem Gläubigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Barocklyrik, Konfessionen, Auferstehung, Identifikation, Kommunikative Situation und Heilsbotschaft.
Warum wurde Friedrich Spee gewählt?
Spee dient als Beispiel für einen katholischen Dichter, dessen Werk durch eine meditative Struktur und eine starke Betonung der göttlichen Gestalt geprägt ist.
Warum unterscheidet sich die Rolle des Gläubigen bei Gerhardt?
Gerhardt integriert den Gläubigen direkter in das Heilsgeschehen, indem er durch die Verwendung von Personalpronomina ein Identifikationsangebot schafft, das dem Menschen eine persönlichere Beziehung zu Jesus ermöglicht.
- Quote paper
- Edith Mallek (Author), 2005, Eine exemplarische Untersuchung der Beziehung zwischen Jesus und dem Menschen anhand eines katholischen und evangelischen Kirchenliedes aus dem 17. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42034