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Visionen von Europa in Großbritannien und Deutschland nach dem Brexit

Wie geht es weiter mit der Europäischen Union?

Titel: Visionen von Europa in Großbritannien und Deutschland nach dem Brexit

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 31 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Susanne Klein (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wir leben in ereignisreichen Zeiten. Die Europäische Union (EU) galt lange Jahre als unveränderlicher Bestandteil unseres Lebens und unserer Weltordnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Sicherlich, die EU hat sich verändert: die Integration hat sich vertieft, Kompetenzen wurden dazugewonnen und ausgestaltet, auch die Anzahl der Mitglieder wurde größer. Am 23. Juni 2016 kam es jedoch zu einer der größten negativen Veränderungen in der Geschichte der EU. Das Vereinigte Königreich schuf den Präzedenzfall und wurde zum ersten Mitglied, das sich für einen Austritt aus der Union entschied. Seitdem regieren geordnete Konfusion und Zweifel. In Großbritannien bekriegen sich die „Brexiters“ und die „Remainers“ nach wie vor in den Medien. In anderen Ländern wird mit dem Austritt aus der Union als Wahlversprechen kokettiert. Jeder stellt sich die Frage: wie geht es weiter mit der Union? Nach wie vor gibt es Politiker und Bürger, die an die EU als eine Quelle der Stabilität glauben, aber ihre Anzahl ist geschrumpft. In den Gründerstaaten selbst gibt es Europaskepsis. Geert Wilders in den Niederlanden und Marine Le Pen in Frankreich gehören zu einer grenzüberschreitenden Strömung von Europaskeptikern, gar Europagegnern, die die Institution mitsamt allen Errungenschaften und auch Problemen in Frage stellen. Dies ist ein gefährlicher Trend: wenn führende Mitglieder der Gesellschaft das Vertrauen verlieren, was geschieht dann mit den „Otto-Normal-Verbrauchern“?

Die vielleicht wichtigste Frage, die man sich stellen sollte, ist aber diese: was ist der raison d‘être der EU? In der Vergangenheit wurde die Antwort darauf durch die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg bestimmt; diese Erinnerung verblasst aber zunehmend und ist somit als politische Begründung obsolet. Die EU muss sich also neu definieren, um wieder an Anziehungskraft gewinnen.

Zu dieser Problematik möchte diese Arbeit einen Beitrag leisten. Das Ziel ist, zu verdeutlichen, inwiefern sich die Visionen von der EU und ihrer Daseinsberechtigung unterscheiden, und welche Handlungsweisen daraus resultieren. Als Beispiele bieten sich Großbritannien als größter EU-Skeptiker und Deutschland als zentraler Fürsprecher an.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Hintergrund und Theorien

2.1. Funktionalismus und Föderalismus

2.2. Supranationalismus vs. Intergouvernementalismus

3. Deutsche Visionen der EU – von Adenauer bis Merkel

3.1. Die Nachkriegsjahre unter Adenauer

3.2. Willy Brandt- ein Visionär?

3.3. Helmut Kohl: deutsche Wiedervereinigung im europäischen Kontext

3.4. Angela Merkel, die Krisenmanagerin

4. Großbritanniens Weg in der EU

4.1. Der lange Anlauf zum Beitritt

4.2. Margaret Thatcher: EEA und Britenrabatt

4.3. Ein Kurswandel unter New Labour?

4.4. Taking back control: Cameron und das Referendum

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die grundlegend unterschiedlichen Visionen und Einstellungen zur Europäischen Union in Deutschland und Großbritannien, um zu verdeutlichen, wie diese divergierenden Vorstellungen zur konträren Entwicklung beider Länder innerhalb der EU bis hin zur Brexit-Entscheidung beigetragen haben.

  • Theoretische Grundlagen zur europäischen Integration (Funktionalismus, Föderalismus).
  • Analyse der deutschen Europapolitik von Adenauer bis Merkel.
  • Untersuchung des britischen Verhältnisses zur EU seit dem Beitritt.
  • Kritische Aufarbeitung des Brexit-Referendums 2016.
  • Vergleich der nationalen Europa-Strategien beider Staaten.

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Nachkriegsjahre unter Adenauer

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs mussten Kontinentaleuropa und Deutschland wieder neu aufgebaut werden. Es war klar, dass ein Konflikt diesen Ausmaßes in Zukunft unbedingt verhindert werden musste – der Kontinent Europa sollte dauerhaft befriedet werden. Diese grundsätzliche Aussage führt Wolfgang Wessels weiter aus und benennt fünf unterschiedliche Motive zur Integration. Zunächst herrschte der Wunsch nach einem neuen Selbstverständnis (Weidenfeld/Wessels 2011: 11), nachdem der Kontinent unter den desaströsen Auswirkungen von übersteigertem Nationalismus zu leiden hatte. Zweitens wünschte sich die Bevölkerung endlich Sicherheit und Frieden (Weidenfeld/Wessels 2011: 11) – ein geeintes Europa hatte das Potenzial, die nötige Stabilität zu liefern. Damit einher geht der dritte Wunsch auf Freiheit und Mobilität (Weidenfeld/Wessels 2011: 11). Damit war vor allem wirtschaftliche Mobilität gemeint, insbesondere der Personen-, Güter- und Kapitalverkehr. Daraus resultiert wiederum viertens die Hoffnung auf wirtschaftlichen Wohlstand (Weidenfeld/Wessels 2011: 11). Zu guter Letzt benennt Wessels die Erwartung gemeinsamer Macht als fünftes Integrationsmotiv (Weidenfeld/Wessels 2011: 11). Diese Motive treffen sicherlich für alle Staaten in Europa zu, auch für Deutschland.

Die Tatsache, dass Deutschland zwar eine Regierung hatte, aber noch unter Kontrolle der Besatzungsmächte stand, ist für den deutschen Standpunkt zur europäischen Integration von herausragender Bedeutung. In einem ersten Erklärungsversuch für die vorherrschende Mentalität im Nachkriegs-Deutschland spricht Timm Beichelt das Konzept der Deutungskultur nach Karl Rohe an (Beichelt 2015: 122).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Krise der EU nach dem Brexit-Referendum und skizziert die Zielsetzung der Arbeit, die unterschiedlichen nationalen Visionen von Europa in Deutschland und Großbritannien gegenüberzustellen.

2. Hintergrund und Theorien: Dieses Kapitel erläutert die politikwissenschaftlichen Grundlagen der europäischen Integration, insbesondere die Debatten zwischen Funktionalismus und Föderalismus sowie Supranationalismus und Intergouvernementalismus.

3. Deutsche Visionen der EU – von Adenauer bis Merkel: Das Kapitel analysiert chronologisch die pro-europäische Kontinuität in der deutschen Außenpolitik anhand der Kanzlerschaften von Adenauer, Brandt, Kohl und Merkel.

4. Großbritanniens Weg in der EU: Hier wird die ambivalente, primär utilitaristisch geprägte Haltung Großbritanniens zur EU aufgezeigt, die sich in einer distanzierten Mitgliedschaft und schließlich im Brexit-Referendum unter David Cameron manifestierte.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit stellt die deutsche Europafreundlichkeit dem britischen Vision-Fehlen gegenüber und wagt einen Ausblick auf die Zeit nach dem Brexit unter Berücksichtigung neuer Initiativen wie dem Bratislava-Fahrplan.

Schlüsselwörter

Europäische Union, Integration, Deutschland, Großbritannien, Brexit, Adenauer, Thatcher, Visionen, Europa-Strategie, Föderalismus, Funktionalismus, Referendum, Souveränität, Außenpolitik, Westintegration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die unterschiedlichen historischen und ideologischen Einstellungen Deutschlands und Großbritanniens zur Europäischen Union.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind die Entwicklung europäischer Identität, die Bedeutung nationaler Interessen in der EU und die Gründe für die britische Skepsis, die im Brexit mündete.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Ziel ist es, nachzuweisen, dass britische und deutsche Vorstellungen über den Nutzen und das Wesen der EU seit jeher divergierten und diese Unterschiede einen roten Faden bilden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine chronologische Analyse der politischen Strategien ausgewählter Regierungschefs sowie eine theoretische Einbettung durch politikwissenschaftliche Konzepte der Integration.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der deutschen Kanzler-Visionen sowie eine detaillierte Betrachtung des britischen Weges, von den ersten Beitrittsanträgen bis zum Referendum 2016.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte umfassen Europäische Union, Integration, Deutschland, Großbritannien, Brexit, Europa-Strategie und Souveränität.

Warum war das deutsch-französische Verhältnis für Adenauer so entscheidend?

Für Adenauer war die Aussöhnung mit Frankreich die Grundvoraussetzung, um Deutschland wieder als souveränen Partner in die westliche Staatenwelt zu integrieren und nachhaltigen Frieden zu sichern.

Welches fundamentale Problem sah Margaret Thatcher in der EU?

Thatcher betrachtete die EU primär als rein ökonomisches Projekt zur Vollendung des Binnenmarktes und lehnte jede Form einer supranationalen politischen Integration („federal superstate“) strikt ab.

Inwiefern beeinflusste David Camerons Innenpolitik das Brexit-Referendum?

Cameron versuchte, durch das Referendum innerparteilichen Druck der Europagegner und den Aufstieg der UKIP zu neutralisieren, unterschätzte dabei aber die Eigendynamik der Kampagne.

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Details

Titel
Visionen von Europa in Großbritannien und Deutschland nach dem Brexit
Untertitel
Wie geht es weiter mit der Europäischen Union?
Hochschule
Universität Passau  (Philosophische Fakultät)
Note
1,3
Autor
Susanne Klein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
31
Katalognummer
V420424
ISBN (eBook)
9783668690660
ISBN (Buch)
9783668690677
Sprache
Deutsch
Schlagworte
visionen europa großbritannien deutschland brexit europäischen union
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susanne Klein (Autor:in), 2017, Visionen von Europa in Großbritannien und Deutschland nach dem Brexit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/420424
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Leseprobe aus  31  Seiten
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