E.T.A. Hoffmann wurde 1776 unter dem Namen Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann geboren, später ist er unter dem Namen Ernst Theodor Amadeus Hoffmann bekannt. E.T.A. Hoffmann zählte als Schriftsteller der Romantik, er wirkte zudem als Jurist, Karikaturist, Kapellmeister, Komponist und Zeichner. Seine Werke werden durch all diese Berufungen stark beeinflusst. Das Fräulein von Scuderi erschien erstmalig 1819, also nur einige Jahre vor seinem Tod 1822. Sie erzählt die Geschichte einer Raubmordserie in Paris um 1680. Die Ermittlung übernimmt eine alte Dame, das Fräulein von Scuderi, deren dichterische Kunst vom königlichen Hof sehr geschätzt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kriminalistische Elemente
2.1 Das Verbrechen
2.2 Die Aufklärung
2.3 Das Fräulein als Detektivin
3. Künstlerthematik
3.1 Cardillacs Verhältnis zur Kunst
3.2 Scuderis Verhältnis zur Kunst
4.Fazit
5. Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erzählung "Das Fräulein von Scuderi" von E.T.A. Hoffmann hinsichtlich ihres Zusammenspiels von kriminalistischen Elementen und der Künstlerthematik, um zu klären, wie diese Komponenten die Struktur der Erzählung definieren.
- Analyse der kriminalistischen Struktur durch Mord, Aufklärung und die Rolle des Detektivs.
- Untersuchung des Künstlertums am Beispiel des Goldschmieds Cardillac.
- Betrachtung des Kunstverständnisses der Scuderi als Gegenpol.
- Erforschung der Verbindung zwischen Kriminalfall und Künstlerfigur.
- Einordnung der Erzählung in den Kontext der romantischen Literatur.
Auszug aus dem Buch
3.1 Cardillacs Verhältnis zur Kunst
Cardillac war seiner Kunst der Geschickteste nicht sowohl in Paris als,vielleicht überhaupt seiner Zeit.[…] Jeden Auftrag übernahm er mit brennender Begierde […] Dann ließ ihm das Werk keine Ruhe, Tag und Nacht hörte man ihn in seiner Werkstatt hämmern. […] So wurde jede Arbeit ein reines unübertreffliches Meisterwerk[…]
Durch diese erste Beschreibung, die der Leser bekommt, entsteht der Einruck einer Besessenheit. Detlef Kremer fasst dies in andere Worte „Es entstehen Konturen eines Bildes vom Künstler, der von der Autonomie seiner Kunst besessen ist und es nicht ertragen kann, seiner Kunstwerke als Teile seiner selbst entfremdet zu werden.“ Cardilllac selbst spricht in der Geschichte davon seinen Schmuck nicht aus den Händen geben zu wollen. „ Die Arbeit gelang mir wie keine andere, aber es zerriss mir die Brust, wenn ich daran dachte, mich von dem Schmuck, der mein Herzenskleinod geworden, trennen zu müssen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in E.T.A. Hoffmanns Werk ein und erläutert die Verbindung zwischen realhistorischen Ereignissen und der fiktiven Erzählung "Das Fräulein von Scuderi".
2. Kriminalistische Elemente: Dieses Kapitel analysiert das Verbrechen, den Prozess der Aufklärung und die detektivische Rolle des Fräulein von Scuderi innerhalb der Erzählstruktur.
2.1 Das Verbrechen: Hier wird der historische Bezug zu den Giftmorden im Paris des 17. Jahrhunderts hergestellt und die Tat als Kern der novellistischen Kriminalstruktur untersucht.
2.2 Die Aufklärung: Dieses Kapitel betrachtet die Unzulänglichkeit der offiziellen Justiz und die Rolle der Scuderi, die durch ihre Charaktereigenschaften zur zentralen Figur der Detektion wird.
2.3 Das Fräulein als Detektivin: Hier wird die Rolle der Scuderi als Detektivin wider Willen beleuchtet, deren Erfolg eher auf Intuition und persönlichen Motiven als auf rationaler Deduktion basiert.
3. Künstlerthematik: In diesem Teil wird die Konfiguration der zwei Künstlerfiguren Cardillac und Scuderi als zentrales Element des Künstlerromans und der Romantik untersucht.
3.1 Cardillacs Verhältnis zur Kunst: Dieser Abschnitt widmet sich der Besessenheit des Goldschmieds, dessen künstlerische Genialität mit einem asozialen Triebtäter-Dasein verknüpft ist.
3.2 Scuderis Verhältnis zur Kunst: Hier wird die Scuderi als gesellschaftlich integrierte Künstlerin dargestellt, deren höfische Dichtung einen bewussten Gegensatz zu Cardillacs autodestruktivem Schaffen bildet.
4.Fazit: Die Zusammenfassung verdeutlicht, dass Kriminalfall und Künstlerthematik ein untrennbares, wechselseitig abhängiges System in Hoffmanns Erzählung bilden.
5. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Unterstützung der Analyse.
Schlüsselwörter
E.T.A. Hoffmann, Das Fräulein von Scuderi, Kriminalgeschichte, Detektivgeschichte, Künstlerthematik, Cardillac, Scuderi, Romantik, Kunstauffassung, Besessenheit, Aufklärung, Kriminalfall, Künstlerroman, Literaturanalyse, Detektivin.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Das Fräulein von Scuderi" hinsichtlich ihrer Verbindung von Kriminalfall und Künstlerthematik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die kriminalistischen Merkmale der Geschichte sowie das unterschiedliche Verhältnis der Künstlerfiguren Cardillac und Scuderi zu ihrer Kunst.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu klären, wie die kriminalistischen Komponenten und die künstlerische Thematik ineinandergreifen und die Erzählung als Ganzes prägen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es erfolgt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Textes unter Einbeziehung von Fachliteratur zur Kriminalerzählung und zum Künstlerroman.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung kriminalistischer Elemente (Mord, Aufklärung, Detektivin) und die differenzierte Betrachtung der beiden Künstlerfiguren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Kriminalgeschichte, Detektivgeschichte, Künstlerroman, Romantik, Genialität und Besessenheit.
Inwiefern unterscheidet sich Cardillacs Verhältnis zur Kunst von dem der Scuderi?
Cardillac ist von seiner Kunst besessen und sieht sie als Teil seiner selbst, während die Scuderi Kunst als gesellschaftliches Instrument versteht und verantwortungsbewusst agiert.
Warum wird die Scuderi als "Detektivin wider Willen" bezeichnet?
Sie strebt nicht aktiv nach der Mörderjagd, sondern wird durch ihre persönlichen Motive und ihre Empathie für den Ziehsohn in den Ermittlungsprozess hineingezogen.
- Arbeit zitieren
- Emilie Platt (Autor:in), 2016, Das Fräulein von Scuderi. Zusammenspiel von Kriminalgeschichte und Künstlerthematik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/420466