Segmentberichterstattung nach IFRS und DRS

Dargestellt an einem Beispiel


Hausarbeit, 2017

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 Begriffserklärung
2.2 Zielsetzung

3 Vergleichende Darstellung der Segmentberichterstattung nach IFRS und DRS
3.1 Grundlagen
3.1.1 Anwendungsbereich und gesetzliche Vorschriften
3.1.2 Einordnung innerhalb des Jahres- und Konzernabschlusses
3.2 Abgrenzung und Bestimmung der berichtspflichtigen operativen Segmente
3.3 Erforderliche Segmentangaben
3.4 Sonstige Angabepflichten
3.5 Anwendungsbeispiel

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Eidesstattliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Unbedingte und bedingte Angabepflichten nach IFRS 8.23 und IFRS 8.24

Abbildung 2: Wesentlichkeitstest

Abbildung 3: 75%-Test

Abbildung 4: Unbedingte und bedingte Angabepflichten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

In Zeiten zunehmender Globalisierung und Diversifikation von Unternehmen wird es für den externen Bilanzleser immer schwieriger, eine Beurteilung eines Unternehmens mit heterogenen Geschäftsbereichen aufgrund des vorliegenden Jahres- oder Konzernabschlusses vorzunehmen. Denn in den Abschlüssen werden Daten aus verschiedenen Bereichen des Unternehmens mit unterschiedlichen Chancen und Risiken so hoch aggregiert, dass sie ihrer eigentlichen Funktion, der Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Unternehmen, nicht mehr gerecht werden.[1]

Um nun doch einen tieferen Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens und seiner verschiedenen Geschäftsfelder bekommen zu können, ist eine Segmentberichterstattung notwendig. Sie soll Transparenz schaffen, indem sie die wesentlichen Zahlen des aggregierten Abschlusses wieder aufgliedert und somit eine Beurteilung der verschiedenen Geschäftsfelder hinsichtlich ihrer Chancen und Risiken ermöglicht.[2]

Ziel dieser Arbeit ist es, die Segmentberichterstattung sowohl nach IFRS als auch nach DRS vergleichend aufzuführen und kritisch zu bewerten, ob das oben genannte Problem praktisch durch die Segmentberichterstattung gelöst werden kann.

2 Grundlagen

2.1 Begriffserklärung

Um die Segmentberichterstattung nach IFRS und DRS erläutern zu können, muss zunächst eine Definition des Begriffs erfolgen.

Der Begriff Segmentberichterstattung bezeichnet die im Rahmen des Jahres- oder Konzernabschlusses stattfindende Informationsgewährung über einzelne Geschäftsbereiche der unternehmerischen Aktivitäten.[3]

2.2 Zielsetzung

Dabei verfolgt die Segmentberichterstattung nachIFRSdas Ziel, durch die Bereitstellung von disaggregierten Informationen über die Segmente des Unternehmens oder des Konzerns eine Beurteilung der Ertragskraft, der Chancen und Risiken und der Zukunftserwartungen in Hinblick auf Erträge und Cashflow zu ermöglichen.[4]

Die Segmentberichterstattung nachDRSdient ebenfalls der Erhöhung der Transparenz des Unternehmens und seiner Chancen- und Risikoprofile.[5]

3 Vergleichende Darstellung der Segmentberichterstattung nach IFRS und DRS

3.1 Grundlagen

3.1.1 Anwendungsbereich und gesetzliche Vorschriften

Die Vorschriften der Segmentberichterstattung nachIFRSsind in dem vom IASB am 30.11.2006 veröffentlichten IFRS 8 „Operating Segments“ geregelt. Diese Vorschriften sind für Geschäftsjahre, die nach dem 01.01.2009 beginnen, verpflichtend anzuwenden.[6]

Gemäß IFRS 8.2 besteht eine Segmentberichterstattungspflicht nur für kapitalmarktorientierte Unternehmen, d.h. Unternehmen, deren Eigenkapitalinstrumente oder Schuldtitel, also Wertpapiere, an einem öffentlichen Markt gehandelt werden oder die eine Emission der Wertpapiere vorbereitet haben.

Diese Pflicht besteht grundsätzlich sowohl für Einzel- als auch für Konzernabschlüsse. Erstellt ein Mutterunternehmen jedoch sowohl einen Einzelabschluss nach IFRS als auch einen Konzernabschluss nach IFRS, so ist die Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8.4 lediglich im Konzernabschluss verpflichtend darzustellen.[7]

Nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen können gemäß IFRS 8.3 freiwillig eine Segmentberichterstattung publizieren. Sie dürfen diese jedoch nur als solche benennen, wenn sie den Vorschriften gemäß IFRS 8 in vollem Umfang nachkommen.[8]

Die Vorschriften der Segmentberichterstattung nachHGB/DRSsind zunächst im § 297 Abs. 1 Satz 2 HGB geregelt. Er besagt, dass es für Konzernunternehmen, die nicht schon aufgrund ihrer Kapitalmarktorientierung nach IFRS eine Segmentberichterstattung verpflichtend veröffentlichen müssen, ein Wahlrecht für eine freiwillige Segmentberichterstattung gibt. Regelungen für diese freiwillige Segmentberichterstattung von Konzernmutterunternehmen wurden im DRS 3 getroffen.[9]

3.1.2 Einordnung innerhalb des Jahres- und Konzernabschlusses

Die Segmentberichterstattung nachIFRSist Teil des Anhangs.

Die Segmentberichterstattung nachDRSstellt im Gegensatz dazu einen eigenen Berichtsbestandteil dar.[10]

3.2 Abgrenzung und Bestimmung der berichtspflichtigen operativen Segmente

Die Segmentberichterstattung nachIFRSorientiert sich bei der Abgrenzung der operativen Segmente weitgehend konsequent am Management Approach. Der Management Approach verfolgt das Ziel, durch die Verwendung der für die Entscheidungsfindung der internen Unternehmensleitung verwendeten Segmentinformationen dem Abschlussadressaten einen Blick auf das Unternehmen „through the management’s eyes“[11]zu gewähren, da dieselbe Informationsgrundlage zur Erfolgsbeurteilung der Segmente geschaffen wird.[12]

Laut IFRS müssen in einem ersten Schritt die operativen Segmente des Unternehmens identifiziert werden. Dabei versteht IFRS 8.5 unter einem operativen Segment einen aus der internen Organisationsstruktur verwendeten Teilbereich des Unternehmens, der die nachfolgenden drei Kriterien kumulativ zu erfüllen hat.[13]

- Seine Geschäftsaktivitäten führen aktuell oder zukünftig zu Erträgen und Aufwendungen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um externe oder interne operative Erträge oder Aufwendungen handelt.

- Die operativen Ergebnisse werden von dem Hauptentscheidungsträger des Unternehmens bzw. des Konzerns zur Ressourcenallokation und Beurteilung der Leistung des Segments regelmäßig herangezogen.

- Für den Teilbereich sind finanzwirtschaftliche Informationen gesondert verfügbar.[14]

Ansonsten gibt der IFRS 8 grundsätzlich keine Vorgaben hinsichtlich der Segmentierungskriterien. Damit sollen die Unternehmen frei ihrer internen Organisationsstrukturen, sei es bspw. eine geografische oder produktorientierte Segmentierung, die verschiedenen Teilbereiche bilden dürfen. Eine Ausnahme bildet das Segmentierungsverbot gemäß IFRS 8.6 für Zentralverwaltungseinheiten.[15]

In einem zweiten Schritt werden die berichtspflichtigen Segmente bestimmt, da die Identifizierung eines operativen Segmentes nicht zwingend eine Berichtspflicht nach sich zieht. Dieser Schritt wird wiederum in zwei Unterschritte aufgeteilt. In dem ersten Unterschritt dürfen nach IFRS 8.12 operative Segmente zusammengefasst werden, wenn sie zum einen ähnliche wirtschaftliche Merkmale und zum anderen ähnliche Rahmenbedingungen besitzen. Dieses Wahlrecht wird eingeräumt, um die Segmentberichterstattung auf die Offenlegung relevanter Informationen zu beschränken. Im Hinblick auf die ähnlichen wirtschaftlichen Merkmale sind die Durchschnittsgewinnspanne und die Rentabilitätskennziffern die ausschlaggebenden Faktoren.[16]Hinsichtlich der gleichartigen Rahmenbedingung müssen die folgenden fünf Kriterien kumulativ eine Ähnlichkeit aufweisen:

- in der Natur der Produkte oder Dienstleistungen,
- in der Natur des Produktionsprozesses,
- in der Art der Kunden für die Produkte oder Dienstleistungen,
- in den Methoden, wie Produkte und Dienstleistungen vertrieben werden,
- ggf. in der Natur des regulatorischen Umfelds.[17]

Nach der freiwilligen Zusammenfassung erfolgt nun im zweiten Unterschritt die Untersuchung der Berichtspflicht der zuvor identifizierten Segmente anhand von den quantitativen Kriterien des IFRS 8.13. Bei diesem Wesentlichkeitstest führt die Erfüllung einer der drei folgenden Kriterien zur Ausweispflicht:

- ausgewiesener Segmentertrag >= 10% der Segmenterträge aller operativen Segmente (maßgeblich sind sowohl die externen als auch die internen Erträge),

- ausgewiesener Segmenterfolg >= 10% der gesamten Segmenterfolge (maßgeblich ist der höhere Absolutbetrag der kumulierten Gewinne oder Verluste der operativen Segmente),

- ausgewiesenes Segmentvermögen >= 10% des Vermögens aller operativen Segmente.[18]

Unterschreitet ein Geschäftssegment die quantitativen Schwellenwerte, so stehen die folgenden Berichtsmöglichkeiten zur Auswahl:

- Über ein Geschäftssegment kann nach IFRS 8.13 trotz Nichterreichens der Größenkriterien freiwillig berichtet werden, wenn die Unternehmensführung die Informationen als entscheidungsnützlich befindet.

- Mehrere Geschäftssegmente, die die Größenkriterien nicht erreicht haben, können nach IFRS 8.14 zusammengefasst werden, wenn sie in mindestens drei der fünf Aggregationskriterien des IFRS 8.12 ähnlich sind.

- Nach IFRS 8.16 können die Geschäftssegmente, die weder die Wesentlichkeitskriterien nach IFRS 8.13 erfüllen, noch freiwillig ausgewiesen oder mit anderen zusammengefasst werden unter dem Ausweis „Alle übrigen Geschäftssegmente“ zusammengefasst werden.[19]

Die zuvor beschriebene Bestimmung der Wesentlichkeit unterliegt der Anwendung des Management Approach und demnach keinem Stetigkeitsgrundsatz. Somit wirken sich Änderungen in der internen Berichtsstruktur unmittelbar auf die Segmentberichterstattung innerhalb des Jahres- oder Konzernabschlusses aus. Unterschreitet ein im Vorjahresabschluss aufgeführtes Segment die Wesentlichkeitskriterien nach IFRS 8.13 in der Berichtsperiode, so kann es nach IFRS 8.17 jedoch weiterhin dargestellt werden, wenn es weiterhin eine signifikante Bedeutung hat.[20]Liegt der umgekehrte Fall vor, also überschreitet ein Segment zum ersten Mal die Wesentlichkeitskriterien, so sind nach IFRS 8.18 die Vorjahreswerte anzupassen, es sei denn, eine Beschaffung der Werte ist nicht möglich oder nur mit unzweckmäßig hohen Kosten verbunden.[21]

Da die Segmentberichterstattung das Ziel verfolgt, das Unternehmen möglichst genau und vollständig abzubilden, müssen die externen Erträge der als berichtspflichtig deklarierten Geschäftssegmente nach IFRS 8.15 zusammen mindestens 75% der konsolidierten Gesamterträge ausmachen. Werden die 75% unterschritten, so müssen als zuvor unwesentlich deklarierte Geschäftssegmente als Berichtssegmente dargestellt werden.[22]

Um die Abschlussadressaten nicht mit Informationen zu überladen, empfiehlt der IFRS 8.19, die Anzahl der Berichtssegmente auf 10 zu beschränken. Dabei stellt die Zahl 10 jedoch nur einen Richtwert dar.[23]

Die Segmentberichterstattung nachDRSorientiert sich vergleichend zur Segmentberichterstattung nach IFRS ebenfalls am Management Approach. Somit werden nach DRS 3.9 auch hier die operativen Segmente nach der internen Organisations- und Berichtsstruktur abgegrenzt. DRS 3.8 definiert ein operatives Segment als ein Unternehmensteil, welches tatsächlich oder potenziell externe oder interne Umsatzerlöse erzielt und regelmäßig einer Überwachung durch die Unternehmensleitung ausgesetzt ist. Grundsätzlich werden im DRS 3 keine sonstigen Vorschriften hinsichtlich der Abgrenzungskriterien getroffen. Jedoch werden nach DRS 3.38 f. unabhängig von der Segmentierung der operativen Segmente produktorientierte und geografisch abgegrenzte Zusatzinformationen verlangt. Folglich wird die Segmentierung in den meisten Fällen nach produktorientieren oder geografischen Abgrenzungskriterien durchgeführt, welche im DRS 3.8 definiert sind.[24]

Nach der Identifizierung der Segmente können auch nach DRS Segmente zum Zwecke der Transparenz und Übersichtlichkeit zusammengefasst werden, wenn sie nach DRS 3.13 homogene Chancen und Risiken aufweisen. Neben den Abgrenzungskriterien nach DRS 3.8 stellt die Ertragskraft eines Segments ein ergänzendes Kriterium zur Zusammenfassung der Segmente dar.[25]

Auf die Abgrenzung der Segmente folgt wie bei der Segmentberichterstattung nach IFRS die Bestimmung der berichtspflichtigen Segmente. Nach DRS ist ein operatives Segment berichtspflichtig, wenn es entweder von der Unternehmensleitung dazu bestimmt wird oder eines der nachfolgenden drei Größenmerkmale erfüllt:

- externe und interne Umsatzerlöse >= 10% der Gesamtumsätze,

- Segmentergebnis >= 10% der Summe aller positiven und negativen Segmentergebnisse (dabei ist der höhere Betrag maßgebend) oder

- Segmentvermögen >= 10% des Gesamtvermögens aller operativen Segmente.[26]

Für operative Segmente, die die Größenmerkmale nicht erfüllen, bestehen jedoch auch im DRS verschiedene Handlungsalternativen. Sie können zum einen nach DRS 3.16 von der Unternehmensleitung berichtspflichtig gemacht werden, wenn dies die Klarheit und Übersichtlichkeit nicht beeinträchtigt. Zum anderen können sie, wenn sie nicht die Größenmerkmale erfüllen und zudem nicht freiwillig berichtspflichtig gemacht werden, als ein „sonstiges Segment“ zusammengefasst werden, welches nach DRS 3.31 wiederum berichtpflichtig ist. Das „sonstige Segment“ weist im Gegensatz zu den anderen Segmenten meist keine homogene Chancen- und Risikenstruktur auf.[27]

Im Gegensatz zu den IFRS besteht in den DRS der Grundsatz der Stetigkeit, d.h., dass nach DRS eine einmal ausgewählte Segmentierung nur in Ausnahmenfällen und mit Begründung geändert werden kann. Ähnlich den IFRS kann auch im DRS ein in der Vorperiode anzugebendes Segment, welches in dieser Periode die Größenmerkmale unterschreitet nach DRS 3.17 berichtspflichtig gemacht werden, wenn die Unternehmensleitung dem Segment eine besondere Bedeutung zuspricht. Umgekehrt ist ein Segment, welches einmalig die Größenmerkmale überschreitet nach DRS 3.18 nicht unmittelbar berichtspflichtig.

Da die DRS wie die IFRS das Unternehmen klar und übersichtlich, aber auch vollständig darstellen wollen, müssen nach DRS 3.12 die externen Erträge der als berichtspflichtig deklarierten Segmente mindestens 75% der Konzern-Umsatzerlöse ausmachen. Ist dies nicht der Fall, müssen weitere operative Segmente, die die Größenmerkmale nicht erfüllt haben, als berichtpflichtig deklariert werden. Hierfür legen die DRS keine Regeln vor. Praktisch werden jedoch die übrigen Segmente mit den höchsten Erträgen als berichtspflichtig deklariert.[28]

3.3 Erforderliche Segmentangaben

Grundsätzlich folgt die Segmentberichterstattung nachIFRSbei der Bestimmung der Segmentdaten wieder der konsequenten Umsetzung des Management Approach. Somit bilden die intern verwendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden die Grundlage für die Ermittlung der auszuweisenden Segmentinformationen. Werden intern jedoch zwei oder mehrere Bilanzierungs- oder Bewertungsmethoden zur Erfolgsbeurteilung verwendet, so ist nach IFRS 8.26 diejenige Methode zu verwenden, welche den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der IFRS am ähnlichsten ist.[29]

Mit den Segmentangaben soll der Abschlussadressat nach IFRS 8.20 einen Einblick in die Art und die finanziellen Effekte der operativen Tätigkeiten des Unternehmens erhalten.[30]Dazu erfolgt in jeder Berichtsperiode ein Ausweis der folgenden Angaben:

- Allgemeine Informationen (IFRS 8.22) und Mindestangaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (IFRS 8.27),

- Informationen zu segmentspezifischen Erfolgs- und Bilanzgrößen (IFRS 8.23-24) und

- Überleitungsrechnungen (IFRS 8.28).[31]

Dieallgemeinen Informationensollen dem Abschlussadressaten grundsätzlich die Segmentabgrenzung und die Organisationsstruktur verständlich machen. Dazu schreibt IFRS 8.22a vor, die Faktoren, die bei der Abgrenzung der Segmente wesentlich waren, und die interne Organisationsstruktur einschließlich des „Hauptentscheidungsträgers“ i.S.d. IFRS 8.7 zu beschreiben und zu erläutern, welche wirtschaftlichen Faktoren bei der Zusammenfassung operativer Segmente zu einem Berichtssegment mit einbezogen wurden. Zudem sind nach IFRS 8.22b Angaben zu den Produkten und Dienstleistungen zu machen, aus denen die Segmente ihre Umsätze erzielen. Dies soll dem Abschlussadressaten eine Vorstellung von den Unternehmensaktivitäten schaffen.[32]

Neben den allgemeinen Informationen müssen nach IFRS 8.27 auch noch folgendeInformationen über die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethodenauf der Ebene der operativen Segmente ausgewiesen werden:

- Verrechnungspreise und Transaktionen zwischen Segmenten,
- Unterschiede in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zwischen denen der operativen Segmente und denen, die bei der Jahres- oder Konzernabschlusserstellung nach IFRS verwendet worden sind (falls sie nicht schon durch die Überleitungsrechnung nach IFRS 8.28 hinreichend erläutert wurden),
- Erläuterungen eines Wechsels von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden einschließlich der möglichen Erfolgsauswirkungen auf die Segmente und
- Angaben zu Art und Auswirkungen asymmetrischer Aufteilung einzelner Segmentdaten.[33]

Wie die Abbildung 1 zeigt, lassen sich dieInformationen zusegmentspezifischen Erfolgs- und Bilanzgrößenin quantitative Angaben mit einer unbedingten oder bedingten Angabepflicht unterteilen. Hier ist ersichtlich, dass lediglich für das Segmentergebnis und die Wertaufholung und –minderung eine unbedingte Angabepflicht besteht. Im Gegensatz zu den bedingten Angaben gibt es hier nicht die Voraussetzung, dass diese Angaben auch intern der Unternehmensleitung regelmäßig berichtet werden müssen. Die bedingten Angabepflichten lassen sich wiederum in zwei verschiedene Kategorien unterteilen. In der ersten Kategorie sind Informationen enthalten, die entweder im Segmentergebnis enthalten sind oder regelmäßig an die Geschäftsleitung berichtet werden. Die zweite Kategorie besteht im Gegensatz dazu aus Informationen, die lediglich regelmäßig an die Geschäftsleitung berichtet werden müssen um berichtspflichtig zu werden.

DerÜberleitungsrechnungkommt in der Segmentberichterstattung nach IFRS eine entscheidende Rolle zu teil. Neben den in den Segmentdaten enthaltenen intersegmentären Transaktionen können wegen der konsequenten Anwendung des Management Approach Differenzen zwischen den berichteten Werten nach IFRS und denen aus der Segmentberichterstattung entstehen, die nach IFRS 8.28 erklärt werden müssen, damit die Segmentberichterstattung als einen Teil des Einzel- oder Konzernabschlusses vollständig nachvollzogen werden kann.[34]IFRS 8.28 fordert für die folgenden Segment-Berichtsposten eine Überleitungsrechnung:

- Segmenterträge,
- Segmentergebnis,
- Segmentvermögen (wenn darüber berichtet wird),
- Segmentschulden (wenn darüber berichtet wird) und
- alle weiteren wesentlichen Posten die im Rahmen der Segmentberichterstattung ausgewiesen werden.

Es sind alle wichtigen Überleitungsposten separat zu identifizieren und zu beschreiben.[35]Zudem sind nach IFRS 8.28 wesentliche Überleitungsdifferenzen, die sich aus dem Ansatz der verschiedenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ergeben, gesondert darzustellen und zu erläutern. Außerdem sind die Segmentdaten aller nicht berichtspflichtigen Segmente und als nicht wesentlich eingestuften Segmente separat im dem Sammelsegment „all other segments“ gem. IFRS 8.16 auszuweisen.[36]Für die Darstellung der Überleitungsrechnungen empfiehlt der IFRS die Tabellenform. Im IFRS 8.IG4 ist ein exemplarisches Beispiel für die Darstellung der Überleitung gegeben.

Die Segmentberichterstattung nachDRSweicht bei der Bestimmung der Segmentdaten im Gegensatz zu der Segmentberichterstattung nach IFRS von der Anwendung des Management Approach ab. Denn hier gelten die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die für die Erstellung des Abschlusses maßgeblich waren, nach DRS 3.19 auch verpflichtend für die Ermittlung der Segmentdaten. Die Daten im Konzernabschluss sind nach DRS 3.19 vor den Konsolidierungsmaßnahmen zu ermitteln. Jedoch sind Konsolidierungen innerhalb eines Segmentes vorzunehmen. Nach DRS 3.21 können diese Konsolidierungen ausbleiben, wenn die Segmentdaten davon nicht wesentlich beeinflusst werden.[37]Die Segmentangaben können ähnlich wie in der Segmentberichterstattung nach IFRS in die folgenden 3 Kategorien eingeteilt werden:

- Allgemeine Informationen,
- Segmentinformationen und
- Überleitungsrechnungen.

Dieallgemeinen Informationenbestehen zum einen aus einer nach DRS 3.25 verpflichtenden Beschreibung der berichtspflichtigen Segmente. Hier sind Abgrenzungskriterien und die Kriterien der eventuellen Zusammenfassung zu erläutern. Zum anderen sind bei einer nicht produktorientierten Segmentierung die dem jeweiligen operativen Segment zugehörigen Produkte/Dienstleistungen nach DRS 3.27 anzugeben. Außerdem sind nach DRS 3.28 operative Segmente mit unterschiedlichen Chancen und Risiken mit einer konkreten Begründung zu dieser Segmentierung zu erläutern.[38]

[...]


[1]Vgl. Benecke, B., Management-Approach, 2000, S. 166; Müller, S., Management-Rechnungswesen, 2003, S.182. in Blase, S./ Lange, T./Müller, S., IFRS: Segmentberichterstattung, 2010, S. 119

[2]Vgl. Häfele, M., Segmentberichterstattung, 2016, S.1.

[3]Vgl. Kirsch, H., Segmentberichterstattung (HGB, IFRS), 2017, S.1.

[4]Vgl. Kirsch, H., Einführung in die internationale Rechnungslegung nach IFRS, 2016, S.443.

[5]Vgl. Winkeljohann/Rimmelspacher, Beck’scher Bilanz-Kommentar, 2016, S.1600.

[6]Vgl. Blase, S./ Lange, T./Müller, S., IFRS: Segmentberichterstattung, 2010, S. 120ff.

[7]Vgl. Schulz-Danso, Beck’sches IFRS-Handbuch, 2016, S.937.

[8]Vgl. Blase, S./ Lange, T./Müller, S., IFRS: Segmentberichterstattung, 2010, S. 122.

[9]Vgl. Schulz-Danso, Beck’sches IFRS-Handbuch, 2016, S.975.

[10]Vgl. Häfele, M., Segmentberichterstattung, 2016, S.7.

[11]IASB, Press Release vom 30.11.2006: IASB,2006, in: Blase, S./ Lange, T./Müller, S., IFRS: Segmentberichterstattung, 2010, S. 120

[12]Vgl. Alvarez, M. (2004): Segmentberichterstattung, in Blase, S./ Lange, T./Müller, S., IFRS: Segmentberichterstattung, 2010, S. 120.

[13]Vgl. Kirsch, H., Einführung in die internationale Rechnungslegung nach IFRS, 2016, S.445.

[14]Vgl. Schulz-Danso, Beck’sches IFRS-Handbuch, 2016, S.940.

[15]Vgl. Kirsch, H., Einführung in die internationale Rechnungslegung nach IFRS, 2016, S.445.

[16]Vgl. Schulz-Danso, Beck’sches IFRS-Handbuch, 2016, S.947.

[17]Vgl. Grünberger, D., IFRS 2017- Ein systematischer Leitfaden, 2016, S.393.

[18]Vgl. Fink, C./Ulbrich, P., IFRS 8: Paradigmenwechsel, 2007, S.3.

[19]Vgl. Kirsch, H., Anhang nach IFRS, 2017, S.101.

[20]Vgl. Schulz-Danso, Beck’sches IFRS-Handbuch, 2016, S.953.

[21]Blase, S./ Lange, T./Müller, S., IFRS: Segmentberichterstattung, 2010, S. 132.

[22]Vgl. Grünberger, D., IFRS 2017- Ein systematischer Leitfaden, 2016, S.395.

[23]Vgl. Kirsch, H., Anhang nach IFRS, 2017, S.101.

[24]Vgl. Winkeljohann/Rimmelspacher, Beck’scher Bilanz-Kommentar, 2016, S.1600.

[25]Vgl. Häfele, M., Segmentberichterstattung, 2016, S.3f.

[26]Vgl. Winkeljohann/Rimmelspacher, Beck’scher Bilanz-Kommentar, 2016, S.1601.

[27]Vgl. Häfele, M., Segmentberichterstattung, 2016, S.4.

[28]Vgl. Winkeljohann/Rimmelspacher, Beck’scher Bilanz-Kommentar, 2016, S.1601f.

[29]Vgl. Blase, S./ Lange, T./Müller, S., IFRS: Segmentberichterstattung, 2010, S. 132f.

[30]Vgl. Grünberger, D., IFRS 2017- Ein systematischer Leitfaden, 2016, S.397.

[31]Vgl. Blase, S./ Lange, T./Müller, S., IFRS: Segmentberichterstattung, 2010, S. 134.

[32]Vgl. Schulz-Danso, Beck’sches IFRS-Handbuch, 2016, S.961.

[33]Vgl. Fink, C./Ulbrich, P., IFRS 8: Paradigmenwechsel, 2007, S.4f.

[34]Vgl. Schulz-Danso, Beck’sches IFRS-Handbuch, 2016, S.969.

[35]Vgl. Kirsch, H., Einführung in die internationale Rechnungslegung nach IFRS, 2016, S.448.

[36]Vgl. Blase, S./ Lange, T./Müller, S., IFRS: Segmentberichterstattung, 2010, S. 142.

[37]Vgl. Winkeljohann/Rimmelspacher, Beck’scher Bilanz-Kommentar, 2016, S.1602.

[38]Vgl. Winkeljohann/Rimmelspacher, Beck’scher Bilanz-Kommentar, 2016, S.1602f.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Segmentberichterstattung nach IFRS und DRS
Untertitel
Dargestellt an einem Beispiel
Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Rheinbach
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
28
Katalognummer
V420470
ISBN (eBook)
9783668684393
ISBN (Buch)
9783668684409
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Segmentberichterstattung, IFRS, DRS
Arbeit zitieren
Julian Steiner (Autor), 2017, Segmentberichterstattung nach IFRS und DRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/420470

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