Die Gregorius-Legende in der Bearbeitung Hartmanns von Aue - Überlieferungsgeschichte, Textstrukturen, Erzählstrategien


Magisterarbeit, 2005
103 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abschnitt:

0 Einleitung

1 Literarische und kulturgeschichtliche Voraussetzungen
1.1 Entstehung, Überlieferung und Verbreitung der altfranzösischen ´ Vie du pape saint Grégoire `
1.1.1 Stoffgeschichte und Motivstruktur
1.1.2 Die Handschriften, Überlieferungsgeschichte und Überlieferungskontext
1.1.3 Entstehungszeit und Entstehungsraum
1.2 Kultureller Austausch im Lebensumfeld Hartmanns von Aue

2 Hartmanns Bearbeitung der ´Gregorius`-Legende
2.1 Zur Überlieferung von Prolog und Erzählung in den ´Gregorius`- Handschriften
2.1.1 Die Textzeugen und das Handschriftenverhältnis
2.1.2 Der geistliche Überlieferungskontext in den Verbundhandschriften des 13. bis 15. Jahrhunderts
2.2 Schwerpunkte der Rezeption bei Hartmann
2.3 Textanalyse
2.3.1 Die Problematik menschlicher Schuld und Rechtfertigung als geistliche Themenstellung im Prolog
2.3.1.1 Dichtung als Buße? Zum Stellenwert des ´ revocatio `-Topos
2.3.1.2 Die Prologstruktur
2.3.1.3 Die theologischen Leitbegriffe ´ zwîvel ` und ´ vürgedanc `
2.3.1.4 Die Eröffnung der ´ via poenitentiae `: zu den Begriffen
´ buoze ` und ´ bîhte `
2.3.1.5 Zur ´ bivium `-Motivik im Bild der ´ sælden strâze `
2.3.1.6 Das biblische Bild von der Rechtfertigung des Sünders und seine künstlerische Kontrafaktur
2.3.2 Traditionelle Legendentopik im Epilog
2.3.3 Zum Aufbauschema der Erzählung
2.3.4 Brautwerbungsmotiv und Lehensrecht
2.4 Die Schuldproblematik und ihre Bewertung im Licht der Theologie zur Zeit Hartmanns
2.4.1 Der Geschwisterinzest
2.4.2 Das illegitime Kind
2.4.3 Das Verlassen des Klosters
2.4.4 Die Inzestehe

3 Zur weiteren Rezeption des ´Gregorius`-Stoffes nach Hartmann

4 Ergebnisse

5 Literaturverzeichnis
5.1 Quellen und literarische Texte
5.2 Forschungsliteratur
5.2.1 Monographien
5.2.2 Zeitschriftenaufsätze und Sammelwerkbeiträge
5.2.3 Lexika-Artikel
5.2.4 Wiederholt zitierte Sammelwerke oder Lexika
5.2.5 Digitale Quellen
5.3 Abkürzungs- und Siglenverzeichnis

6 Anhang

7 Erklärung Seite:

0 Einleitung

„Wie kaum eine andere Gattung der mittelalterlichen Literatur vereinigt die Legende in sich die verschiedensten Elemente mittelalterlich-christlichen Geistes. Durch ihre Nähe zur Heiligenverehrung […] steht sie in enger Beziehung zu allen Äußerungsformen des Kults – sei es zu denen im volksnahen Brauchtum, in Reliquienverehrung und Patrozinienwesen, oder auch zu denen in der Liturgie der Messe und des Stundengebets. Aber die Heiligenlegende ist nicht weniger eng verknüpft mit der Predigt und dem Dogma und nicht zuletzt auch mit den Schöpfungen der bildenden Kunst, insbesondere der Ikonographie.“[1]

Als religiöse Erzählung im weiteren Sinne, bzw. als Erzählung von einem christlichen Heiligen wird sie in der Literaturwissenschaft gleichberechtigt neben Gattungsbezeichnungen wie Sage, Märchen, Mythus, Novelle oder Roman angeführt.[2] Der Begriff leitet sich her aus dem Gerundiv des lateinischen Verbs ´ legere ` für ´lesen`. Mit dem Plural ´ legenda `, aus dem sich das entsprechende feminine Substantiv herausbildete, ist zugleich eine Funktionsbestimmung verbunden: „das, was gelesen werden soll oder muss“[3] bezeichnet den ursprünglichen Sitz im christlichen Frömmigkeitsleben, der darin bestand, am jeweiligen Jahrestag im Gottesdienst oder während der Klostermahlzeit die Lebens- und Leidensgeschichte des Heiligen oder Märtyrers vorzulesen. „Sich das Beispiel guter Menschen und vor allem natürlich der Heiligen vor Augen zu stellen, ist ein Grundanliegen der Hagiographie;“[4] abgesehen von der Bedeutung des ´ sanctus ` als ethisches Vorbild in der Darstellung exemplarischer christlicher Lebensführung bis zum Tod wird wohl zumeist auch die religiöse Vorstellung von der irdisch-himmlischen Doppelexistenz des Gottesmenschen,[5] der dank seiner bleibenden Verdienste und seiner Nähe zu Gott für die noch Lebenden eintreten könne,[6] hinter den Beweggründen des Hagiographen stehen.

Um mit Strohschneider zu sprechen, ist die mittelalterliche Legende – im Unterschied beispielsweise zur Reliquie, die als vermittlungslose Präsenz transzendenten Heils konkret in die Immanenz hineinragen kann – im Verhältnis auf das Erzählte „a priori durch ein unaufhebbares Geltungsdefizit gekennzeichnet.“[7] Das heißt, der legendarische Text repräsentiert das Heilige in der Welt nur, er ist selbst etwas Immanentes. Die Legende als die „für die Wissenshaushalte der Kulturen des europäischen Mittelalters wohl bedeutsamste Form solcher Repräsentation“[8] ist als viten- oder biographieförmige Erzählung die Vergegenwärtigung des Heiligen im Modus der symbolischen Verweisung.[9] Für die Geltung der Legende – und das heißt: die Wahrscheinlichkeit kommunikativen Erfolgs im Sinne einer Anerkennungsbereitschaft des Rezipienten – ist im Mittelalter zunächst alleine schon „durch Einbau in die verlässlichen und legitimen Strukturen performativer Erzählvollzüge“,[10] die in erster Linie in den einleitend genannten kultisch-rituellen Ordnungen mittelalterlicher Frömmigkeit zu sehen sind, gesorgt. Erst die Entkoppelung aus diesem pragmatischen Kontext kultisch-ritueller ´ framings `, erst der Übergang aus dem Kirchenraum oder dem Rahmen monastischer ´ lectio ` in profane Kontexte - d.h. das Verlassen der Bezirke kirchlich „institutionalisierter Heilsverwaltung und –vermittlung“[11] – lässt Geltungsdefizite virulent werden. Ein solcher Wechsel zeigt sich in hagiographischen Texten des Mittelalters vor Allem am Übergang von der ´ lingua sacra ` des Lateinischen in die Volkssprachen oder, wie im Fall des Mittelhochdeutschen, auch an der Verwendung des vierhebigen Reimpaarverses als charakteristischer metrischer Form laikaler volkssprachlicher Literatur.[12] In solchen Fällen kann die Prämisse, Merkmale eines legendarischen Texts als gezielte ´textuelle Strategien` der Vorwegnahme und zugleich Überwindung von Geltungsproblemen im Sinne Strohschneider`s zu lesen, als hermeneutische Ausgangsbasis zur Textanalyse herangezogen werden;[13] dies soll auch für die hier vorzunehmende Untersuchung als Ausgangsbasis betrachtet werden.

Differenziell wie kaum ein anderer epischer Text der höfischen Klassik wird seit jeher der ´Gregorius` Hartmanns von Aue beurteilt. Die Übertragung eines bereits volkssprachlich verfassten Legendenstoffs, wie er in der altfranzösischen ´ Vie du pape saint Grégoire ` vorlag, die soziokulturelle Zuordnung des Verfassers zum zähringischen Herzogshof und, damit verbunden, zu einer laikal-volkssprachlichen Adelskultur,[14] die fehlende Zuordnung der Hauptfigur zu einer historisch bezeugten Persönlichkeit oder gar einem kirchlich approbierten Heiligen – wie Konrads von Würzburg ´Alexius` ein knappes Jahrhundert später ist Gregorius wohl „weniger eine Kult-Figur als eine Pergament- (und später Papier-) Figur“[15] –, sowie die Zugehörigkeit des Textes zum literarischen Typus der Sünderheiligen-Legende,[16] der durch Hartmann in die mittelhochdeutsche fiktionale Literatur eingeführt wurde, machen den in der Form des vierhebigen Reimpaarverses abgefassten Text gewissermaßen zu einem Unikum und zugleich zu einem beliebten Gegenstand der germanistischen Mediävistik. Die ausgeprägte Komplexität und Vielschichtigkeit, ja sogar Mehrdeutigkeit der Erzählung sind der Grund dafür, dass sich bis heute unzählige Forschungsbeiträge mit dem ´Gregorius` befassten, der dem Interpreten eine Vielzahl an analytischen Zugangsmöglichkeiten eröffnet. Immerhin erkennt Strohschneider bereits die Gefahr, dass man es aufgrund der „kreisenden, auch aporetischen Forschungsdebatten“[17] bald mit einem ´toten Klassiker` zu tun haben könnte.

Im ´Gregorius` sind aus dem höfischen Roman geläufige Erzählmuster mit einem überlieferten Legendenstoff verbunden; eine genaue Gattungszuordnung wird nicht zuletzt dadurch erschwert, dass die heilige Person, die üblicherweise im Mittelpunkt der legendarischen Erzählung steht, hier keinem der historischen Gregor-Päpste zugeordnet werden kann.[18] Eine der umstrittensten Streitfragen handelt von der Schuld der aus einem Geschwisterinzest geborenen Figur, die später unwissend die eigene Mutter heiratet und dennoch nach 17jähriger härtester Buße Erlösung erlangt und sogar zum Haupt der Christenheit erhoben wird. Moraltheologische Fragestellungen werden vom Dichter selbst im Text explizit thematisiert, der seinen bearbeiteten Erzählstoff somit – zur Zeit der frühscholastischen Theologie – schon von vorneherein problematisiert.

In dieser Arbeit soll untersucht werden, wie sich ein Zusammentreffen ´höfischer` und ´legendarischer` Erzählmuster in der Struktur des Werks niederschlägt. Hierzu wurde Hartmanns ´Prätext` bewusst als Ausgangspunkt der Untersuchung gewählt, der gewissermaßen die literarischen Voraussetzungen für den ´Gregorius` darstellt; nachdem die gerne und häufig behandelte Frage nach der Stoffgeschichte und Motivstruktur (Abschnitt 1.1.1) aufgegriffen wurde, wo die charakteristischsten Elemente der Fabel auf mögliche literarische Einflüsse hin ´abgeklopft` werden sollen, beschäftigt sich der folgende Abschnitt 1.1.2 mit der Überlieferungslage des ´ Grégoire `, indem dort auf die erhaltenen Textzeugen, das Handschriftenverhältnis und den Rezeptions- bzw. Gattungskontext in den Verbundhandschriften eingegangen wird. Eine Überleitung zum Hauptteil, der einer eingehenden Textanalyse und –Interpretation des ´Gregorius` dienen soll, folgt in den Abschnitten 1.1.3 und 1.2, wo in erster Linie literarhistorische bzw. soziokulturelle Fragestellungen zur Datierung und zum Entstehungsraum des ´ Grégoire ` vorgeführt werden sollen. Abschnitt 1.2 stellt sozusagen den ´missing link` zur Verfügung, indem das soziokulturelle Lebensumfeld Hartmanns als Vorbedingung für die Vermittlung seiner literarischen Vorlage umrissen werden soll.

Der Hauptteil beginnt mit einer Vorstellung der Überlieferungslage des mittelhochdeutschen ´Gregorius`, wie sie sich der mediävistischen Handschriftenforschung heute darstellt; Fragen zur Textauthentizität, zum Handschriftenverhältnis sowie zum Überlieferungs- bzw. Rezeptionskontext der einzeln vorzustellenden Textzeugen werden in Abschnitt 2.1 abgehandelt. Anschließend soll die Gesamtkonzeption in den Blick fallen, mit der der Dichter an seine Vorlage herangegangen ist; in Abschnitt 2.2 sollen einige der prägantesten, ´hartmannischsten` Kunstgriffe beschrieben und auf die poetische Sprachgestaltung der Legende eingegangen werden.

Die Analyse des Prologs (Abschnitt 2.3.1) wurde als Kernstück der im Hauptteil vorzunehmenden Textanalyse gewählt, da darin der hermeneutische Dreh- und Angelpunkt für die weltbildliche Perspektive Hartmanns, mit der er dem heutigen Rezipienten entgegentritt, gesehen wird. Auch ist es dem Verfasser ein Desiderat gewesen, die im Exordium zugrunde gelegte theologische Problematik des ´Gregorius` herauszukristallisieren und die stark bildlich-allegorisch gehaltene Sprache der Eingangsverse einer interpretierenden Deutung zuzuführen; ergänzend wird auch der Epilog, unter derselben Fragestellung, im folgenden Abschnitt 2.3.2 besprochen. Abschnitt 2.3.3 sucht in Abgrenzung zum mittlerweile fast überholten Doppelkreisschema des Artusromans nach Kriterien eines adäquaten, die gattungsmäßige ´Zwischenstellung` der Erzählung strukturell erfassenden Aufbauschemas. Abschnitt 2.3.4 soll diesen Abschnitt exkursartig ergänzen, indem dort der konkrete lehensrechtliche bzw. rechtsgeschichtliche Hintergrund für den Vorgang der ´dynastischen` Eheschließung der Herzogin im Mittelteil der Erzählung kurz dargestellt werden soll.[19]

In Bezug auf die viel strapazierte und kontrovers diskutierte Schuldproblematik, über die alles nötige gesagt zu sein scheint, sollen in Abschnitt 2.4 nur die wesentlichen Eckpunkte dieser Diskussion festgehalten werden; das Problem der Schuld der Hauptfigur wurde bereits in Christoph Cormeau`s wegweisender Dissertation,[20] der die theologischen Quellen aus der Zeit Hartmanns diesbezüglich auswertete, auf einen bleibend gültigen Nenner gebracht, der als Voraussetzung für eine angemessene Interpretation der Legende betrachtet werden muss.

Nachdem die Rezeption des ´Gregorius`-Stoffes bei dem mittelhochdeutschen Dichter Hartmann einer abschließenden Würdigung unterzogen wurde, soll im Schlusskapitel 3 auf die weitere Stoffgeschichte eingegangen werden; im Hinblick auf die weite Verbreitung der Legende, die in verschiedenen Bearbeitungen das ganze Mittelalter hindurch – und sogar darüber hinaus - einen äußerst beliebten Erzählstoff dargestellt zu haben scheint, sollen dort nur diejenigen Fassungen berücksichtigt werden, die im deutschen Sprachraum eine Rolle gespielt haben, nämlich Arnolds von Lübeck mittellateinischer ´Gregorius peccator`, die Exempel-Fassung der ´Gesta Romanorum` und die Prosafassung des 15. Jahrhunderts aus der Legendensammlung ´Der Heiligen Leben`. Das Kapitel soll hauptsächlich dazu dienen, Grundlinien der weiteren Rezeption in Abgrenzung zur mittelhochdeutschen Versfassung Hartmanns nachzeichnen, unter Berücksichtigung von Rezeptionskontext, Gattungsbestimmung, sprachlicher Form und ´Erzählstrategien`. Einige Bemerkungen zu Thomas Mann, der sich durch

„die ´Gesta` in ihrer historischen Unbelehrtheit, christfrommen Didaktik und moralischen Naivität, mit ihrer ausgefallenen Kasuistik von Elternmord, Ehebruch und kompliziertem Inzest, ihren unnachweisbaren römischen Kaisern und deren ungeheuer bewachten, zu erklügelten Bedingungen ausgebotenen Töchtern, […durch] all diese in einem gravitätisch latinisierenden und unbeschreiblich einfältigen Übersetzungsstil vorgetragenen Fabeln“,[21]

so der Erzähler in seinem ´Dr. Faustus`, erheitern ließ und im dort geschilderten grotesk-parodistischen ´Gregorius`-Puppenspiel die Anregung für seinen späteren ´Erwählten` empfing, sollen dort nicht fehlen.

1 Literarische und kulturgeschichtliche Voraussetzungen

1.1 Entstehung, Überlieferung und Verbreitung der altfranzösischen ´ Vie du pape saint Grégoire `

Der Dichter der altfranzösischen Legende, die Hartmann von Aue für seinen ´Gregorius` als Vorlage benutzte, schuf um die Mitte des 12. Jahrhunderts in ´innovativer` Weise einen neuen Erzählstoff, der am Anfang einer lang anhaltenden und bis weit in die Neuzeit vielfach rezipierten geistlichen Erzähltradition[22] steht.

„Innovation in der Organisation und Stilisierung von Erzählelementen […, sowie] die künstlerische Ausnutzung dieser entlehnten Motive als Hinweise auf die Bezugstexte, ihre Gattung und Ideologie“[23] sind als besondere literarische Leistung des französischen Dichters zu betrachten. Hierin ist gleichsam die ´literarische` Voraussetzung für Hartmann zu sehen, der somit „einen vorgegebenen, in sich sinnerfüllten Stoff seinen eigenen Gestaltungsabsichten“[24] unterwerfen konnte.[25]

1.1.1 Stoffgeschichte und Motivstruktur

Die Handlung der ´ Vie du pape saint Grégoire ` lässt sich auf eine Grundstruktur zurückführen, die sich als charakteristische Gliederung in fünf Erzählabschnitte auch in nahezu allen späteren Fassungen[26] bewahrt hat.[27] Eine durchaus gängige Möglichkeit, den Stoff[28] der Legende zu gliedern, findet sich bei Sparnaay, der fünf Motiv-Komplexe nennt, nämlich inzestuöse oder unbekannte Geburt (a), die Aussetzung des Kindes (b), kriegerische bzw. ritterlich-höfische Elemente (c), das Motiv des vollzogenen oder verhinderten zweiten Inzests (d) und schließlich das der Buße (e).[29] Der Romanist Ulrich Mölk, der sich in mehreren Arbeiten mit der Stoffgeschichte und Motivstruktur der Legende auseinandersetzte, nennt 17 für die Komposition des ´ Grégoire ` besonders charakteristische Motive;[30] wie diese Übersicht zeigt, lassen sich – neben den verschiedenen Parallelen in biblischen Erzählungen - zahlreiche Werke der französischen und lateinischen Literatur bis um die Mitte des 12. Jahrhunderts nennen, die in Einzelzügen starke Ähnlichkeit mit der ´ Vie de saint Grégoire ` aufweisen; die Motivbezüge zum Thebenroman, zum Alexiuslied und zur Legende des hl. Metro von Verona sind besonders dicht.[31] Als literarisches Motiv begreift er

„jenes Textelement mit Bedeutung, das als solches vom Rezipienten erkannt wird, weil er es wieder erkennen kann, sei es daß es der Autor in dem betreffenden Werk (variierend oder nicht) wiederholt, sei es daß es vom Autor selbst schon in einem anderen Werk verwendet worden ist oder überhaupt schon in älterer Literatur begegnet.“[32]

Ein solcher Blick in die ´Werkstatt des Dichters` kann zeigen, „welche älteren vor allem französischen Werke unser Autor sozusagen aufruft, um an sie implizit anzuknüpfen, sie zu überbieten oder sich von ihnen abzugrenzen“.[33] Auch wenn damit noch nichts über eine direkte Abhängigkeit des Dichters von einer bestimmten Quelle ausgesagt ist, zeigen solche Parallelen dem Interpreten zumindest, auf welche Werke die ´ Vie de saint Grégoire ` objektiv bezogen ist.[34]

Das Thema des Inzests stellt seit frühesten Zeiten in Mythen und Sagen aller Kulturen ein beliebtes Thema dar;[35] ´prominentestes` Beispiel der antiken Geschichten ist die dem griechischen Sagenkreis entstammende Ödipussage, die dem Mittelalter über die ´Thebais` des Statius – verarbeitet im altfranzösischen ´ Roman de Thèbes ` – bekannt war.[36] Für die mittelalterliche Literatur scheint der Inzest ein reizvolles Thema dargestellt zu haben: „dieser Stoff scheint vorzüglich geeignet, Schuld und Schicksal zu thematisieren, kaum ein anderer Stoff erlaubt es, so nachdrücklich den objektiven Normbruch vom Wissen und Wollen der Beteiligten zu trennen.“[37] Bezüglich der Ödipussage wird überwiegend davon ausgegangen, dass ein literarischer Einfluss zwar nicht ausgeschlossen werden kann, eine direkte Abhängigkeit aber, mit den Worten Cormeau`s, „wenig wahrscheinlich“[38] ist. Beide Erzählungen haben nur die Motivkomplexe der Aussetzung des Kindes (b) und des Mutter-Sohn-Inzests (d) gemeinsam; bei ´Ödipus` fehlen der Geschwisterinzest (a) und die klösterliche Erziehung in der Jugendgeschichte, das ritterliche Motiv der Befreiung der Dame (c), die Buße auf dem Felsen mit ´Schlüsselwunder` und die Erhöhung des Büßers zum Papst (e).[39] Aufgrund dieser Abweichungen käme der ´Ödipus` nur für den ersten Teil der Handlung bis zu Gregors Aufbruch in die ´Eremus`[40] in Betracht; als Parallele für die so charakteristischen legendenhaften Elemente des zweiten Teils habe es zwar in der Antike, so Mölk, eine Variante des Mythos bei Euripides und Sophokles gegeben, die den Ödipus „nach Selbstbestrafung, unermesslichen Leiden und Exil von den Göttern entrückt und zum Heros“[41] erhebt, die aber im Mittelalter nicht überliefert gewesen sei.

Dass zu den Heldensagen des iranischen Königsbuchs ´ Šâh-nâme ` eine literarische Verwandtschaft besteht, ist sowohl in der Romanistik als auch in der Germanistik allgemein anerkannt;[42] auf welchen Wegen das mehr als 50000 Verse umfassende, 982–1014 entstandene Epos des Ferdousi[43] in den Westen gelangte und wie man sich den Rezeptionsvorgang vorzustellen hat, liegt hingegen noch weitgehend im Dunkeln. Die Jugendgeschichte des Dârâb[44] besteht wie im ´ Grégoire ` aus dem Grundschema „inzestuöse Geburt, […] Aussetzung, Erziehung durch Pflegeeltern niedern Standes, Hervortreten in die Welt, Heldentaten, Erkennung durch die Mutter.“[45] Bemerkenswert ist hier die weitgehende Übereinstimmung bis in nebensächliche Details:

„dem Kinde werden Kostbarkeiten mitgegeben, mit deren Wert die Kosten der Erziehung bestritten werden, der Streit mit den Spielgenossen, die Unlust zu dem Handwerk des Pflegevaters, die Liebe zum Kriegshandwerk, der Streit mit der Pflegemutter, die ihm schließlich das Geheimnis seiner Geburt entdeckt.“[46]

Es wird davon ausgegangen, dass der ´ Grégoire `-Dichter der ´Dârâb`-Episode das Grundschema für die ersten Handlungsabschnitte seiner Fabel und zahlreiche Details[47] bei der Aussetzung und Erziehung des Helden entnommen hat; der einzige Unterschied besteht in der Geburt: Dârâb ist nicht wie ´ Grégoire ` der Sohn von Bruder und Schwester, sondern von Vater und Tochter.[48]

Die ´Enfance` als Erzählung vom Aufstieg und der Bewährung des jungen Helden[49] ist im höfischen Roman häufiger mit einer außerehelichen Geburt und der Kindesaussetzung verbunden;[50] die Herkunft der ´chevaleresken` Handlungselemente des ´ Grégoire ` aus dem Artuskreis hat Sparnaay gültig aufgezeigt.[51] Zu dem epischen Grundschema gehört der Befreiungskampf, eines der bekanntesten Motive der ´ Matière de Bretagne `:

„Ursprünglich ist der Verlauf der, dass ein Ritter an eine Burg kommt, wo er erfährt, entweder dass eine Dame von einem ungewünschten Liebhaber (sehr oft einem Riesen) bedrängt wird oder dass die Dame, wenn nicht innerhalb einer kurzen Frist ein Kämpfer für sie eintrete, dem Bedränger ausgeliefert werden müsse. Regelmäßig besiegt der Held den letztern und gewinnt zur Belohnung die Huld der Dame“.[52]

Die im Schlussteil dominierenden Motivkomplexe entstammen dem Bereich der christlichen Legende. Ulrich Mölk hat in diesem Zusammenhang auf die Vita des Hl. Metro von Verona hingewiesen, dessen kultische Verehrung bereits für das 10. Jahrhundert, in Form einer Schrift des damaligen Veroneser Bischofs Ratherius, nachgewiesen ist.[53] Rathers lateinisch verfasste Schrift beschäftigt sich mit einem 962 am Grab des Heiligen vor der Kirche ´San Vitale` erfolgten Reliquiendiebstahl,[54] und trägt somit okkasionellen Charakter. Die unter dem Titel ´ De vita sancti Metronis confessoris `, bzw. ´ Invectiva satis in quosdam ac lugubris relatio Ratherii cuiusdam […] de translatione corporis sancti cuiusdam Metronis ` in drei Redaktionen[55] überlieferte Schrift trägt teilweise ausgeprägt hagiographische Züge, indem sie die Heiligengeschichte[56] in allen wichtigen Einzelheiten nacherzählt. Die wichtigsten Handlungsmotive sind hier: „Ankettung an den Steinblock vor der Kirche, Verschließen der Ketten, Fortwerfen des Schlüssels in den Fluss, siebenjährige Buße, Auffinden des Schlüssels im Magen des Fisches und dessen Deutung als göttliches Zeichen der Sündentilgung“,[57] die Motive Nr. 12, 14 und 16 aus dem Motiv-Raster nach Mölk. Im Gegensatz zur spätmittelalterlichen Vita kann Rathers Schrift - wo nur an einigen Stellen von einer unwissentlich begangenen, durch Sinnenlust verursachten Verfehlung und von der besonderen Schwere des Vergehens die Rede ist – nicht entnommen werden, ob die mündliche Tradition des 10. Jahrhunderts Metros Sünde bereits als Vater-Tochter-Inzest (Motiv Nr. 11) präzisierte.[58] Wie ein letzter Blick auf das Raster zeigt, lassen sich im Gregorius-Stoff auch einige Motivbezüge zu dem um 1150 entstandenen ´jüngeren` Alexiuslied herstellen; die Legende, die um 1275 durch Konrad von Würzburg auch in mittelhochdeutsche Verse übertragen wurde,[59] beinhaltet ebenfalls die Motive der Lebensentscheidung zwischen ´ chevalerie ` und ´ clergie ` (Nr. 7), 17-jähriger Askese (Nr. 13) und der selbsttätigen Glocken (Nr. 15). Wie auf Gregors Tafel taucht auch die Biographie dieses Heiligen als Schriftstück auf (Nr. 4), in Form der eigenen Lebensgeschichte, die dieser vor seinem Tod selbst aufgeschrieben hat und die – je nach Fassung - nur durch den Papst, Kaiser bzw. die verlassene Braut aus der Hand des verklärten Leichnams gelöst werden kann.[60] Alexius büßt sogar 2 x 17 Jahre – zuerst in Edessa und später in Rom; der Zeitraum von 17 Jahren ist für bußfertige Askese in Legenden nichts ungewöhnliches, da 2 x 17 = 34 zahlensymbolisch für die angenommene Lebenszeit Jesu steht.[61]

Der ´ Grégoire `-Dichter verbindet bewusst Form-Elemente des Romans mit legendenhaften Zügen; seine literarische Leistung besteht darin, den Typus des ´Sündigen Heiligen`,[62] den bisher nur die lateinische Tradition kannte, in die volkssprachliche französische Literatur eingeführt zu haben.[63]

1.1.2 Die Handschriften, Überlieferungsgeschichte und Überlieferungskontext

In diesem Abschnitt soll die Überlieferungslage der ´ Vie du pape saint Grégoire `, wie sie sich der heutigen Forschung darstellt, charakterisiert werden; hierbei soll auch auf die vorhandenen Texteditionen eingegangen werden.

Die Legende ist in sechs Handschriften aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, in zwei Redaktionen A1-A3 bzw. B1-B3, überliefert.[64] Das sich recht verwickelt darstellende Verhältnis zwischen den Hss. der Redaktionen A und B wird, nicht zuletzt aufgrund des unterschiedlichen Alters sowie der weiten geographischen Streuung der Hss., in der romanistischen Forschung bis heute recht kontrovers beurteilt.[65] Es wird davon ausgegangen, dass jede Handschriften-Gruppe für sich letztlich auf einen hypothetischen, nicht überlieferten Archetyp zurückgeht: alle A- und B-Fassungen berufen sich an mehreren Stellen auf eine Quelle, „ Seinte Escripture “ (A1) bzw. „ Sainte escripture “ (B1).[66] Da es sich dabei nicht um eine rein toposhafte Quellenberufung des Prologs[67] zu handeln scheint, wird diese Aussage als textinternes Indiz für das Vorliegen einer wie auch immer vorzustellenden ´Urform` der Legende gewertet; ob es sich dabei um eine frühe ´ Chanson de saint `,[68] um eine französische Verslegende[69] oder gar um ein lateinisches Exempel[70] handelt, ist umstritten. Als Entstehungszeitraum wird in der Forschung überwiegend die Mitte des 12. Jahrhunderts angesetzt.[71]

B1 wird auf den Anfang, A1 auf die Mitte des 13. Jahrhunderts datiert; die Frage, welche dieser beiden ältesten Handschriften dem ´Original` näher steht, ist nicht geklärt. B unterscheidet sich von A durch die geschlossenere Form regelmäßig gebauter, gereimter Strophen zu je acht achtsilbigen Zeilen; Sparnaay gibt aber zu bedenken, dass die Form der altfranzösischen Achtsilbnerstrophe alleine noch kein hinreichendes Kriterium für ein höheres Alter gegenüber der freieren Strophenform von B1 sei.[72] Die Handschriftengruppe A ist insgesamt umfangreicher als B: A1 umfasst 2736, B1 dagegen nur 2076 Verse.[73]

Seit der ersten groß angelegten Edition aller französischen Fassungen der ´ Vie du pape saint Grégoire ` durch Hendrik Bastiaan Sol im Jahre 1977[74] liegt den Romanisten eine gesicherte Textbasis für weiterführende Untersuchungen vor, auch wenn eine kritische Edition bis zu Eugenio Burgios Ausgabe von 1993 fehlte; Sols teils diplomatische, teils halbkritische Edition verzichte, so Mölk, auf den Versuch einer kritischen Textherstellung, da weder die Rekonstruktion des Wortlauts des Archetyps, noch der Textgestalt der Subarchetypen beider Handschriftengruppen aus der Textüberlieferung erfolgt sei.[75] Im Gegensatz zur Überlieferung von Hartmanns ´Gregorius`[76] liegen hier in beiden Redaktionen jeweils drei vollständige Handschriften vor; das editionsphilologische Hauptproblem des ´ Grégoire ` besteht vielmehr in einer starken Kontamination der gesamten Textüberlieferung.[77]

Die Entstehung der ´ Grégoire `-Urfassung fällt in die literaturgeschichtliche Periode der Genese des französischen Versromans, die mit dem ´ Erec ` Chrétiens de Troyes um 1170 abgeschlossen ist; wie ´ Floire et Blanchefleur `, der ´ Roman de Thèbes `, der Apollonius- und der Tristan-Roman – die alle um 1150 zu datieren sind – ist, hat sich auch der ´ Grégoire ` schnell weit verbreitet.[78] Die heute erhaltenen Handschriften werden in verschiedenen französischen Bibliotheken - im westfranzösischen Tours (A1), im nordostfranzösischen Cambrai (Hs. B3) und in Paris (A2, B2 und A3) – aufbewahrt; die Herkunft der um 1300 entstandenen altfranzösischen Londoner Hs. B1 lässt sich durch den Bezug zum angevinischen Herrschaftsbereich[79] leicht erklären.

Kodikologische Untersuchungen, wie sie Ulrich Ernst betreibt,[80] sollen Aufschluss geben über die Verortung mittelalterlicher Texte in den Sammelhandschriften; die Untersuchung der jeweiligen Verbundtexte ermöglicht eine Interpretation unter rezeptionsgeschichtlicher Perspektive, indem sie wichtige Hinweise auf Autorintention, Gattungsbestimmung und Publikumserfassung ergeben kann.[81]

Die ´ Vie du pape saint Grégoire ` erscheint bis auf eine Ausnahme im Zusammenhang mit didaktischer und geistlicher Literatur. Hier sind zu nennen die altfranzösischen Übersetzungen der Eremitenlegenden der ´ Vitae patrum ` (in B2 und A3), die moralistische Lehrdichtung der ´ Disticha Catonis ` (in A1), Bibeldichtung und –Übersetzung (in B3 und A2), geistliche Lyrik (in B3) und dogmatisches Schrifttum (in A3).[82] Legendarien (in B1 und B2) und zahlreiche Einzellegenden rahmen die Handschriften; in thematische Nähe mit dem Stoff des ´ Grégoire ` rücken die ´Brandans`-Vita (´ La Vie de Saint Brandan `) mit dem Motiv des büßenden Judas auf dem Felsen (in A2)[83] und eine Reihe von - dem Typus des ´sündigen Heiligen` entsprechenden – Büßergeschichten. Handschrift A2 überliefert auch die Legenden männlicher ´Sünderheiliger` wie Julianus Hospitator (´ La Vie de Saint Julien `) oder Moyses Aethiops (´ Moyse le mordrisseur `), und reuiger Buhlerinnen wie der Heiligen Thais (´ Sainte Taysis `) oder Maria Aegyptiaca (´ Marie d`Egipte `).[84] Besonders markant sind auch einige legendarische Erzählungen in der altfranzösischen Londoner Handschrift B1, die von lasterhaften, oft entsprungenen Mönchen und Nonnen[85] berichten. Die Handschrift Cambrai (B3) beinhaltet eine altfranzösische Übersetzung der ´ Legenda aurea ` des Jacobus de Voragine. Dem Gedanken der Weltabkehr, in dem „sich das Bewusstsein von der Vanitas alles Irdischen spiegelt“,[86] sind hier einige Dichtungen geschuldet, die sich der ´ Contemptus mundi `-Literatur zuordnen lassen, nämlich das ´ Poème moral ` (A2), ´ Le Miserere ` des Reclus de Molliens (B2) und die altfranzösische ´ Visio Philiberti ` (B3).[87]

Bereits die den ´ Grégoire ` enthaltenden Verbundtexte wollen offenbar „ein religiöses Leseinteresse kirchlicher und laikaler Kreise ansprechen“.[88] Die Legende erscheint durchaus planvoll in geistliches Schrifttum eingeordnet, so dass die Überlieferungslage von Hartmanns Prätext ein deutliches Gattungsbewusstsein erkennen lässt: der Text wurde als Hagiographie rezipiert.[89]

1.1.3 Entstehungszeit und Entstehungsraum

Mit Volker Mertens muss davon ausgegangen werden, dass der ´ Grégoire ` am Hof Heinrichs II. (1154-1189) und Eleonores von Aquitanien entstanden ist.[90] Eine Entstehung in Ostfrankreich, wie sie Mölk aufgrund textinterner und stoffgeschichtlicher Kriterien annimmt,[91] kommt nach dieser Theorie nicht in Betracht. Die entsprechenden Verse 2310-2321[92] in Hs. B2 weisen nämlich nicht zwangsläufig in eine Region, wo die Bestätigung der Papstwahl durch den Kaiser unbestrittener Rechtsbrauch war; auch im Westen wurde sie zumindest bis 1160 mehr oder weniger unangefochten akzeptiert, erst Ludwig VII. von Frankreich (1137-1180) und Heinrich II. anerkennen nicht den ´kaiserlichen` Papst Viktor IV., sondern setzen ´ihren` Kandidaten Alexander III. (1159-1181) durch.[93]

Heinrich von Anjou wurde durch seine Heirat mit Eleonore von Aquitanien im Jahr 1152 ´ dux Aquitaniae `; kurz zuvor war die Erbin noch wegen zu naher Verwandtschaft von König Ludwig geschieden worden, was zu politischen Querelen führte.[94] Mertens sieht deshalb in der ´ Vie du pape saint Grégoire ` den Versuch der Ansippung eines Papstes und – aufgrund des doppelten Inzestvergehens natürlich nicht unproblematischen - Heiligen an die Ahnenschaft der Eleonore.[95] Da der ´ Grégoire ` außerdem den aktuellen Frömmigkeitstypus des Eremiten verkörpere, habe das englische Königshaus mit seiner Vereinnahmung in die aquitanische Genealogie zugleich einen Repräsentanten aktueller Religiosität gewonnen, um die ´Geblütsheiligkeit` der aquitanischen Herzöge zu dokumentieren.[96]

Die den Wendepunkt der Erzählung markierende ´ conversio ` wird als plötzlicher Rückzug der Hauptfigur aus einer ´normalen` feudalen Existenz in die Einsamkeit dargestellt; das Eremitentum erscheint in der Legende als Bußinstitut, allerdings nicht im Sinne einer kirchlich verhängten Buße, sondern vielmehr als freiwillig begangene „ poenitentia spontanea et gratuita “.[97] Die Lebensform der ´ vita eremitica ` als geschichtliche Größe hängt eng zusammen mit einer in Westeuropa um die Jahrtausendwende anhebendenden religiösen Erneuerungsbewegung, die mit einem deutlichen Anwachsen des Eremitentums, der Gründung zahlreicher neuer Klöster bzw. Eremitenorden und vor allem der Herausbildung eines neuen Heiligentyps in den Viten – dem des ´Eremitenheiligen`[98] – verbunden gewesen ist.[99] In dem Ruf nach der ´ eremus ` spiegelte sich der Protest gegen die etablierte Gesellschafts- und Kirchenform, und aus dieser Reformhaltung heraus entwickelten sich die Bewegungen von Cluny, Cîteaux (1048), Grandmont (1076)[100] und Prémontré; der „hl. Bruno gründet 1084 in der eremus bei Grenoble das Kloster La Grande Chartreuse, das die Keimzelle des Einsiedlerordens der Kartäuser ist, der 1176 vom Papst bestätigt wird.“[101] Besonders reiche Zeugnisse für die Gestalt des ´Eremitenheiligen` lassen sich in Westfrankreich für das 11. und 12. Jahrhundert anführen. Die ´idealtypischen` Lebensläufe von historisch bezeugten Persönlichkeiten wie Wilhelm Firmat, Robert von Arbrissel – dem Gründer des Reformklosters Fontevrault -, Bernhard von Thiron oder Vitalis von Savigny sind in Viten überliefert, deren zwei letztere aus der Zeit um die Mitte des 12. Jahrhunderts datieren;[102] die Konversion des um 1100 geborenen Gerlach von Houthem, von der in einer um 1225 verfassten Vita berichtet wird, spielte sich sogar zu Hartmanns Lebzeiten in der Lütticher Diözese unter dem Amtsvorgänger des Bischofs Rudolf von Zähringen[103] ab.[104] Der Rückzug Gregors in die von Hartmann als ´ locus terribilis ` stilisierte Eremus,[105] die Pilgerschaft mit nackten Füßen,[106] das härene Büßergewand,[107] der Aufenthalt auf einer Insel, das Bußrequisit der Fußfesseln bzw. –Ketten, extremes Fasten, die mangelnde Pflege von Bart und Haar, entstelltes Aussehen[108] und Nacktheit sowie der Spott und die schlechte Behandlung von Außenstehenden, die die wahre Gesinnung des Büßers verkennen,[109] zählen zum vorgeprägten Bild bzw. der Typik der eremitischen Lebensform, wie sie sich in den Viten darstellte. ´Mentalitätsgeschichtlich` gesprochen, haben der ´ Grégoire `-Dichter bzw. Hartmann ihre Figur mit einigen typischen Zügen der ´ vita eremitica ` ausgestattet, mit deren Kenntnis der Verfasser bei seinem Publikum rechnen konnte, da es sich für die Zeitgenossen hierbei „um unmittelbar rezipierte Vergangenheit und Gegenwart“[110] handelte.

1.2 Kultureller Austausch im Lebensumfeld Hartmanns von Aue

Der Dichter Hartmann, als dessen Heimat aus verschiedenen Gründen das frühere Au bei Freiburg im Breisgau angenommen wird,[111] wirkte als Dienstmann im deutschen Südwesten, einem Raum also, in dem die Zähringer Herzöge in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts politisch und kulturell dominierten.

Dank der Ehen Konrads († 1152) mit Clementia von Namur, Bertholds IV. († 1186) mit Ida von Boulogne und Bertholds V. († 1218) mit Clementia von Auxonne, und wegen des Titels eines Rektors von Burgund, den Konrad von Zähringen seit 1127 führte, waren zahlreiche kulturelle Kontakte vorhanden, die die Vermittlung französischsprachiger Literatur nach Deutschland begünstigen konnten.[112] Auch im Nordwesten des Reiches, der als „Einfallstor für den kulturellen Einfluss Frankreichs“[113] gilt, besaß man mit dem Bischof Rudolf von Lüttich, einem Bruder Bertholds IV., einen nahen Verwandten, mit dem man in engem Kontakt stand; Rudolf war zudem Lehnsherr der mit den Zähringern verwandten Grafen von Hennegau.[114]

Als Auftraggeber Hartmanns kommen für Mertens nur die Zähringer in Betracht, während „die flandrische und hennegauische Sipp- und Magschaft“[115] bei der Übermittlung der Vorlage für den ´Gregorius` eine entscheidende Rolle gespielt habe: die Hennegauer Lehensträger und Verwandten des Lütticher Bischofs waren nämlich zugleich über Lehensverträge mit Heinrich II. von England[116] und seinem Hof, „einem […] bedeutenden Literaturzentrum im westeuropäischen Raum“[117] verbunden. Der im angevinischen Herrschaftsbereich geschaffene ´ Grégoire ` wurde vermutlich über den Raum ´Flandern – Brabant – Hennegau` nach Deutschland vermittelt, über jene Regionen also, auf deren Rittertum Hartmann seinen Gregorius in V. 1575 ff. anspielen lässt.[118]

Bei seiner Ausübung administrativer oder diplomatischer Aufgaben als Ministeriale kam Hartmann höchstwahrscheinlich auch mit Sprechern des Französischen in Kontakt und unternahm vielleicht sogar selbst, wie es in der ´ Iwein `-Hs. R angedeutet ist,[119] Reisen nach Frankreich. Seine Kenntnis französischer Sprache und Literatur kann indes nur erschlossen werden; Detailuntersuchungen seiner Bearbeitungen französischer Erzählungen belegen immerhin „in den Änderungen ein so präzises Erfassen seiner Vorlage im Großen und im Detail, wie es nur möglich ist, wenn sich Hartmann selbst die Vorlagen in länger dauerndem Umgang unmittelbar hat aneignen können.“[120] Ida von Boulogne – eine Nichte Philipps von Elsass, des Auftraggebers von Chrétiens ´ Perceval `[121] - war zudem die Gattin von Hartmanns vermutlichem Dienstherrn Berthold IV.: der Dichter hatte also am Zähringerhof gute Möglichkeiten, die französischen Vorlagen für seine Artusromane und den ´Gregorius` - die anonyme ´ Vie du pape saint Grégoire `, Chrétiens ´ Erec et Enide ` und den ´ Yvain ` - zu bekommen.

2 Hartmanns Bearbeitung der ´Gregorius`-Legende

Hartmann von Aue übertrug den Gregorius-Stoff ins Mittelhochdeutsche, wobei keine der erhaltenen Fassungen des ´ Grégoire ` von der Entstehungszeit her als seine unmittelbare Quelle in Frage kommt; er „steht der Fassung B in Gestalt von B1 am nächsten, zeigt aber auch Züge der A-Version“.[122] Ob er eine verlorene Handschrift der Gruppe B oder eine archetypische Textredaktion vor der Aufspaltung in zwei Fassungen benutzte, ist nicht ausreichend geklärt.[123]

Hartmanns literarische Tätigkeit umfasste in etwa den Zeitraum von 1180 bis nach 1200.[124] Die Festlegung der Werkchronologie gilt als gesichert; mit Cormeau ist davon auszugehen, dass die Epen in der Reihenfolge ´Erec` - ´Gregorius` - ´Der arme Heinrich` - ´Iwein` entstanden und der ´Gregorius` bis 1189 fertig gestellt war.[125] Die vermutete Kreuzzugsteilnahme, sowie zwei Liederstrophen, in denen der Dichter den Tod eines Dienstherrn beklagt,[126] berechtigen nicht dazu, die ´ revocatio ` des ´Gregorius`-Prologs[127] zur Begründung einer Lebenskrise heranzuziehen.[128] Während die Herleitung und Datierung einer Kreuzzugsteilnahme ausschließlich auf Liedaussagen in MF 209,25, 211,20 bzw. 218,5 gestützt sind und deshalb problematisch bleiben müssen,[129] kann die sogenannte ´Witwenklage` MF 217,14[130] immerhin als Rollenlied für Ida von Boulogne, die Witwe des 1186 gestorbenen Berthold IV. gelesen werden.[131] Die Wendung des Dichters zum religiösen Stoff der Gregorius-Legende jedoch mit einer psychischen Erschütterung zu begründen, wäre ein unzulässiger Biographismus.

2.1 Zur Überlieferung von Prolog und Erzählung in den ´Gregorius`-Handschriften

Zwölf Handschriften und Fragmente aus dem 13. bis 15. Jahrhundert überliefern Hartmanns ´Gregorius`.[132] Hier sollen nur diejenigen Textzeugen behandelt werden, die die Erzählung im Rahmen von Sammelhandschriften tradieren; im Zusammenhang mit den jeweiligen Überlieferungskontexten, die in Abschnitt 2.1.2 untersucht werden sollen, wird darauf zurückzukommen sein. Der Vollständigkeit halber werden die einzeln überlieferten Fragmente C, H, M und N im Anhang aufgeführt.[133] Die Textzeugen werden jeweils in chronologischer Reihenfolge ihrer Entstehung behandelt; eine tabellarische Übersicht über die ´Gregorius`-Hss. wurde zum Zweck besserer Anschaulichkeit ebenfalls in den Anhang verwiesen.[134]

2.1.1 Die Textzeugen und das Handschriftenverhältnis

Ältester erhaltener Textzeuge ist die ´Vaticana`-Hs. A aus dem ehemaligen Besitz der Königin Christina Alexandra von Schweden; der Codex Rom, Biblioteca Apostolica Vaticana, Cod. Regin. Lat. 1354 stammt aus dem 2. Viertel des 13. Jahrhunderts und ist in ostoberdeutschem Dialekt gehalten.[135] Obwohl V. 1-170 des Prologs und V. 3973-4006 des Epilogs fehlen, handelt es sich hier insgesamt um die vollständigste Handschrift; die übrigen Lücken beschränken sich im Ganzen auf nur 12 Verse.[136] Seit langem ist dies die wichtigste Hs. für die Herstellung des kritischen Textes; bereits Karl Lachmann legte sie seiner ´Gregorius`-Ausgabe von 1838 zugrunde.[137]

Das ´Gregorius`-Fragment L - ehemals Berlin, Preußische Staatsbibliothek, Ms. germ. qu. 1532, z.Zt. Krakau, Biblioteka Jagiellońska – stammt aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts und ist in ostalemannischem Dialekt gehalten.[138] Der Text umfasst hier nur die Versgruppen 607-902 und 3467-3796, die wiederum in sich vereinzelte Lücken oder Vertauschungen aufweisen.[139]

Die aus einem Johanniterkonvent stammende, seit Anfang des 19. Jahrhunderts verschollene und nur in einer Abschrift des 18. Jahrhunderts[140] erhaltene Handschrift B (Strassburg, Cod. A 100), westalemannisch mit mitteldeutschem Einschlag, enthält den ´Gregorius` ab Vers 177.[141] Abgesehen davon, dass der Prolog hier gänzlich fehlt, weist der Text zahlreiche Auslassungen von Einzelversen, Verspaaren und größerer Passagen auf;[142] Dittmann datiert die Hs. „mit großem Vorbehalt“[143] in das 14. Jahrhundert.

Hs. D (Salzburg, Universitätsbibliothek, Cod. M I 137, früher Studienbibliothek III.3.J. 397) aus dem 14. Jahrhundert, ostmitteldeutsch nach bairischer Vorlage,[144] enthält ein die Verse 427-582 umfassendes Fragment.[145]

Die Papierhandschrift G (Cologny-Genève, Bibliotheca Bodmeriana, Cod. Bodmer 62, ehemals Erlau / Ungarn, erzbischöfliche Bibliothek Nr. 5496) in ostoberdeutscher Mundart stammt aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts; der stark fragmentierte ´Gregorius` umfasst hier nach Dittmann`s Zählung 1769 Verse. 1140 Verse fehlen durch Blattausfall, „darüber hinaus hat […] der Schreiber recht großzügig, selten geschickt, meist sehr gewaltsam den Text gekürzt und zusammengestrichen“,[146] was gut 600 weitere Verse ausmacht.

Papierhandschrift K (Konstanz, Stadtarchiv, Cod. A I 1, früher W VI 18), nach Wasserzeichen 1422-25 geschrieben,[147] enthält einen nahezu vollständigen ´Gregorius`-Text mit Prolog und Epilog;[148] der möglicherweise im Kloster Reichenau entstandene Codex ist in alemannischer Mundart gehalten.[149]

Hs. J (Berlin, Staatsbibliothek Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Ms. germ. qu. 979) aus Schloss Spiez am Thuner See, auch ´Berner Handschrift` genannt, datiert aus dem 15. Jahrhundert.[150] Der Codex überliefert den ´Gregorius` mit Prolog und Epilog; zahlreiche kleinere Lücken von jeweils nur wenigen Versen sowie stereotype Zusätze von Seiten des Schreibers setzen den Wert der Hs. jedoch herab, es fehlen insgesamt 124 Verse.[151]

Der aus dem Ende des 15. Jahrhunderts datierende zweite Teil der Hs. E (Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 2881), die aus drei ursprünglich selbständigen und erst in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts zusammengebundenen Teilen besteht, enthält den ´Gregorius` in österreichischer Mundart.[152] Der gesamte Prolog, V. 1-176, fehlt; die Lücken umfassen insgesamt 101 Verse.[153] E hat unter allen Hss. die umfangreichsten Zusätze, unter anderem die längst als unecht erkannten Verse 1321-1332 und 3601-3608;[154] in den früheren Ausgaben sind diese meist noch aufgenommen, auch die aktuelle 15. Auflage der von Hermann Paul besorgten und von Burghart Wachinger neu bearbeiteten Ausgabe aus der Altdeutschen Textbiliothek des Niemeyer-Verlags[155] führt sie noch in eckigen Klammern an.

Im Unterschied zu Hartmanns weiteren Epen ´Erec`, ´Iwein` und ´Armer Heinrich` ergibt sich für die handschriftliche Überlieferung des ´Gregorius` ein charakteristisches Bild; deshalb zunächst einige Bemerkungen zu diesen anderen Werken. Der ´Iwein` ist in 15 vollständigen und 17 fragmentarischen Hss. mit einer weiten geographischen Streuung der Textzeugen über das gesamte hochdeutsche Sprachgebiet[156] am besten bezeugt; der ´Erec` hingegen liegt, abgesehen von drei erhaltenen Fragmenten[157] und zwei verlorenen Hss., nur in dem südbairischen ´Ambraser Heldenbuch` annähernd vollständig vor.[158] Etwas besser sieht es noch im Falle des ´Armen Heinrich` aus, der in 3 Hss. und 3 Fragmenten, allerdings mit eng umgrenzter räumlicher Verbreitung, tradiert ist.[159]

Die Mehrzahl der ´Gregorius`-Handschriften, deren älteste (A) aus dem 2. Viertel des 13. Jahrhunderts bzw. deren jüngste (E) vom Ende des 15. Jahrhunderts, entstammt dem späten 13. und 14. Jahrhundert; die Herkunft weist auf eine „Verbreitung im alemannischen, bairisch-österreichischen und mitteldeutschen Raum.“[160] Die der ältesten erhaltenen Handschrift A vorausgehende Überlieferungsgeschichte liegt im Dunkeln, da der direkt auf Hartmann zurückgehende Archetyp nicht erhalten ist;[161] immerhin gestattet die mittellateinische Übertragung Arnolds von Lübeck, die vermutlich noch zu Lebzeiten Hartmanns erfolgte[162] und deren Vorlage aller Wahrscheinlichkeit nach dieser angenommenen Urfassung sehr nahe steht,[163] m.E. wichtige Rückschlüsse in textkritischen Detailfragen.

[...]


[1] Dorn: Der sündige Heilige, S. 9 f.

[2] Rosenfeld: Legende, S. 2.

[3] Ebd., S. 1.

[4] Angenendt: Heilige und Reliquien, S. 146.

[5] Vgl. auch Abschnitt 2.3.2.

[6] Vgl. Angenendt: Heilige und Reliquien, S. 106 ff.

[7] Strohschneider: Textheiligung, S. 117.

[8] Ebd., S. 113.

[9] Vgl. Strohschneider: Textheiligung, S. 113.

[10] Ebd., S. 118.

[11] Ebd., S. 122.

[12] Siehe ebd., S. 123.

[13] Vgl. ebd., S. 122 f.

[14] Siehe Abschnitt 1.2.

[15] Strohschneider: Textheiligung, S. 128.

[16] Dorn, Erhard: Der sündige Heilige in der Legende des Mittelalters, München: Fink 1967 (= Medium Aevum 10) behandelt diesen literarischen Typ eingehend unter quellen- und stoffgeschichtlichem Aspekt.

[17] Strohschneider: Inzest-Heiligkeit, S. 109.

[18] Vgl. Sparnaay: Hartmann von Aue Bd. 1, S. 170 ff.

[19] Bernward Plate hat die Hartmanns ´Gregorius` eingeschriebenen rechtshistorischen und lehensrechtlichen Grundlagen anschaulich dargestellt; vgl. Plate, Bernward: Lehnsrecht in Hartmanns ´Gregorius`, in: Mediaevistik, Nr. 10 (1997), S. 219-237.

[20] Cormeau, Christoph: Hartmanns von Aue ´Armer Heinrich` und ´Gregorius`. Studien zur Interpretation mit dem Blick auf die Theologie zur Zeit Hartmanns, München: Beck 1966 (= Münchener Texte und Untersuchungen zur Deutschen Literatur des Mittelalters 15).

[21] Thomas Mann: Dr. Faustus (= Gesammelte Werke Bd. 6), S. 420.

[22] Vgl. hierzu Abbildung 1 im Anhang u. Abschnitt 3.

[23] Mölk: Motivanalyse und Motivgeschichte, S. 14.

[24] Schottmann: ´Gregorius` und ´Grégoire`, S. 407.

[25] Vgl. Abschnitt 2.2.

[26] Zu den späteren Rezeptionsstufen des ´Gregorius`-Stoffes vgl. Abschnitt 3.

[27] Dem entspricht auch Strohschneiders Strukturbeschreibung von Hartmanns Erzählung; zur ´topochronologischen` Gliederung des ´Gregorius` anhand des Raumprogramms siehe Abschnitt 2.3.

[28] Als Stoff wird eine fest umrissene Konfiguration von Personen, Ort, Zeit, Handlungen und Problemstellungen in epischer oder dramatischer Literatur verstanden; er erscheint als charakteristische, einmalige Kombination bestimmter Motive. Der überlieferte Stoff erhält als die Fabel der jeweiligen Erzählung seine individuelle Gestalt: erst in der Gestaltung und künstlerischen Durchdringung liegt deshalb die eigentliche dichterische Leistung. Der Stoff kann auf eine eindeutige, konstitutive Ausgestaltung als Vorlage zurückgeführt werden, er ist gewöhnlich in ein intertextuelles Bezugsnetz eingebunden und weist eine eigene Überlieferungsgeschichte auf. Siehe Lubkoll, Christine: Stoff, in: Metzler-Lexikon Literatur- und Kulturtheorie, S. 606 u. Lemma ´Stoff`, in: Sachwörterbuch der Literatur, S. 893.

[29] Siehe Sparnaay: Der Enkel des Königs Armenios und die Gregorsage, S. 130.

[30] Siehe Anhang, Übersicht 1.

[31] Vgl. Mölk: Motivanalyse und Motivgeschichte, S. 12 f.

[32] Ebd., S. 7.

[33] Ebd., S. 12.

[34] Vgl. ebd., S. 12.

[35] Vgl. Sparnaay: Hartmann von Aue Bd. 1, S. 148 ff.

[36] Siehe Cormeau u. Störmer: Hartmann von Aue, S. 125.

[37] Ebd.

[38] Ebd.

[39] Vgl. Sparnaay: Hartmann von Aue Bd. 1, S. 148.

[40] Zur Darstellung des literarischen Motivs der ´Eremus` in Gestalt des ´ locus terribilis ` vgl. Abschnitt 2.3.1.5.

[41] Mölk: Über die altfranzösische Gregoriuslegende, S. 97.

[42] Vgl. Cormeau u. Störmer: Hartmann von Aue, S. 125.

[43] Vgl. Alavi, Bozorg: Königsbuch, in: Kindlers Neues Literaturlexikon.

[44] Siehe Anhang, Text 1.

[45] Sparnaay: Hartmann von Aue Bd. 1, S. 155.

[46] Ebd.

[47] Sparnaay liest Hartmanns Bemerkung, „ daz kindelîn si vunden / mit phelle bewunden, / geworht ze Alexandrîe “ (V. 1051-1053) als deutliche Reminiszenz an das Goldbrokat aus dem Königsbuch; auch der ´ Grégoire ` nennt „ le chier paile alisandrin “ (V. 875, Ausg. Sol u. Kasten); vgl. Sparnaay: Der Enkel des Königs Armenios und die Gregorsage, S. 136 f.

[48] Siehe Sparnaay: Hartmann von Aue Bd. 1, S. 157.

[49] Siehe Lichtblau, Karin: Enfance, in: Sachwörterbuch der Mediävistik, S. 208.

[50] Siehe Sparnaay: Der Enkel des Königs Armenios und die Gregorsage, S. 132 f.

[51] Vgl. Sparnaay: Das ritterliche Element der Gregorsage, S. 7-16.

[52] Sparnaay: Verschmelzung legendarischer und weltlicher Motive, S. 34.

[53] Für das 11. Jahrhundert existiert ein Eintrag im damaligen ´ Liber ordinarius ` des Domkapitels mit Formularen für Offizium und Messe am 8. Mai, dem Festtag des Heiligen; die einzige, in Codex CXIII der Veroneser ´ Biblioteca Capitolare `, fol. 105v-108r, überlieferte lateinische Vita datiert erst aus dem 15 Jahrhundert. Siehe Mölk: Vita und Kult des hl. Metro von Verona, S. 36 ff.

[54] Siehe ebd., S. 40 ff.

[55] Hs. V (Verona, Biblioteca Capitolare, Cod. LXVIII), Hs. M (München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm. 6340), Hs. P (Berlin, Deutsche Staatsbibliothek, Phillips 1676); vgl. ebd., S. 40 f.

[56] Siehe Anhang, Text 2.

[57] Mölk: Vita und Kult des hl. Metro von Verona, S. 44.

[58] Vgl. Mölk: Vita und Kult des hl. Metro von Verona, S. 44 ff.

[59] Eingehend besprochen bei Strohschneider: Textheiligung, S. 125 ff.

[60] Vgl. auch Lemma ´Alexius` bei Frenzel: Stoffe der Weltliteratur, S. 33 ff.

[61] Siehe Strohschneider: Textheiligung, S. 133 u. Anm. 76.

[62] Die wesentlichen Züge dieses Typs hat erstmals Erhard Dorn herausgearbeitet: Dorn, Erhard: Der sündige Heilige in der Legende des Mittelalters, München: Fink 1967 (= Medium Aevum 10).

[63] Vgl. Mölk: Über die altfranzösische Gregoriuslegende, S. 94.

[64] Eine Tabelle befindet sich im Anhang; loc. cit., Übersicht 2.

[65] Siehe Sparnaay: Hartmann von Aue Bd. 1, S. 129 f.

[66] Zit. nach Sparnaay: Hartmann von Aue Bd. 1, S. 146.

[67] Zum Begriff des ´Topos` vgl. die literaturtheoretischen Erläuterungen zur Poetik des mittelhochdeutschen Prologs in Abschnitt 2.3.1, wo Hartmanns ´Gregorius`-Prolog eingehend analysiert werden soll.

[68] Siehe Cormeau u. Störmer: Hartmann von Aue, S. 123.

[69] Siehe Sparnaay: Hartmann von Aue Bd. 1, S. 146.

[70] Siehe Mertens: Gregorius-Legende, in: LLMA Bd. 1, S. 254.

[71] Vgl. Cormeau u. Störmer: Hartmann von Aue, S. 123.

[72] Siehe Sparnaay: Hartmann von Aue Bd. 1, S. 130.

[73] In folgender Ausgabe: La vie du pape saint Grégoire. Huit versions françaises médiévales de la légende du bon pécheur, hg. v. Hendrik Bastiaan Sol, Amsterdam: Rodopi 1977.

[74] Vgl. Cormeau u. Störmer: Hartmann von Aue, S. 110.

[75] Siehe Mölk: Über die altfranzösische Gregoriuslegende, S. 91.

[76] Siehe Abschnitt 2.1.

[77] Vgl. Mölk: Über die altfranzösische Gregoriuslegende, S. 91.

[78] Siehe ebd., S. 91 f.

[79] Siehe Abschnitt 1.1.3.

[80] Ernst, Ulrich: Der ´Gregorius` Hartmanns von Aue im Spiegel der handschriftlichen Überlieferung. Vom Nutzen der Kodikologie für die Literaturwissenschaft, in: Euph, Nr. 90 (1996), S. 1-40.

[81] Siehe ebd., S. 4 u. Anm. 13.

[82] Vgl. ebd., S. 5 ff.

[83] Vgl. ebd., S. 13.

[84] Siehe ebd., S. 6 f.

[85] Siehe Ernst: Der ´Gregorius` Hartmanns von Aue im Spiegel der handschriftlichen Überlieferung, S. 13.

[86] Ebd., S. 26.

[87] Vgl. ebd., S. 6 ff.

[88] Ebd., S. 13.

[89] Vgl. ebd.

[90] Siehe Mertens: Gregorius Eremita, S. 26 f.

[91] Siehe Mölk: Vita und Kult des hl. Metro von Verona, S. 47 f.

[92]Venu estoient li pluisor / Et duc et prince et vavassor / Li empereres i estoit / Qui gregnor poeste avoit / A lui covient bien le saves / Quant lapostole est ordenes / Tant est sa dignites pleniere / Que il lasiet en la caiere / Par lotriement del clergie / Et de dieu qui lor ot nonchie / Ont fait icel ior apostoile / De cel boneure grigoire” (V. 2310-2321, Hs. B2, hg. v. Hendrik Bastiaan Sol); „Die meisten waren hingekommen, Herzöge, Prinzen und Vasallen; der Kaiser war auch zugegen, der eine größere Macht hatte (als alle): ihm kommt es nämlich zu – das wisst ihr genau! -, den Papst bei seiner Ordinierung auf den Stuhl zu setzen (so gewaltig ist seine Würde). Mit Zustimmung des Klerus und Gottes, der es ihnen verkündet hatte, haben sie an jenem Tag den seligen Gregorius zum Papst erhoben.“ Übersetzung nach Mölk: Vita und Kult des hl. Metro von Verona, S. 47 f., Anm. 46.

[93] Vgl. Mertens: Gregorius Eremita, S. 27.

[94] Vgl. ebd., S. 27 f.

[95] Siehe ebd., S. 28.

[96] Vgl. ebd., S. 29.

[97] Ebd., S. 50.

[98] Vom 7. bis zum 9. Jahrhundert wurde in den Viten noch überwiegend das Idealbild des ´Adelsheiligen` propagiert; vgl. Ernst: Der ´Gregorius` Hartmanns von Aue, S. 96.

[99] Vgl. Mertens: Gregorius Eremita, S. 45.

[100] Der Gründer Stephan von Muret wird 1189 heilig gesprochen; siehe ebd., S. 45 ff.

[101] Ernst: Der ´Gregorius` Hartmanns von Aue, S. 97.

[102] Vgl. Mertens: Gregorius Eremita, S. 45 ff.

[103] Zu seiner Person siehe Abschnitt 1.2.

[104] Vgl. Mertens: Gregorius Eremita, S. 56 f.

[105]er gerte in sînem muote / daz in got der guote / sande in eine wüeste, / dâ er inne müeste / büezen unz an sînen tôt / […] / allez gegen der wilde / sô rihte der arme sîne wege “ (V. 2755-2765); „ […] und suoche umb gotes hulde / ein stat in dirre wüeste, / ûf der ich iemer müeste / büezen unz an mînen tôt / vaste mit des lîbes nôt. / […] / wizzet ir iender hie bî / ein stat diu mir gevellic sî, / einen wilden stein oder ein hol, / des bewîset mich: sô tuot ir wol “ (V. 2958-2974).

[106]mit marwen vüezen ungeschuoch / streich er walt unde bruoch “ (V. 2767 f.).

[107]im wâren kleider vremede, / niuwan ein hærîn hemede: im wáren bein und arme blôz “ (V. 3111-3113).

[108] Vgl. den besonders charakteristischen Abschnitt, in dem Hartmann den verfallenen Körper des Büßers Gregorius, wie ihn die Legaten nach 17jähriger Buße auf dem Felsen vorfinden, eindrucksvoll beschreibt: V. 3403-3482.

[109] Zur charakteristischen Figur des Fischers vgl. Abschnitt 2.2.

[110] Mertens: Gregorius Eremita, S. 58.

[111] Vgl. hierzu Cormeau u. Störmer: Hartmann von Aue, S. 32 ff.

[112] Siehe Mertens: Gregorius Eremita, S. 25.

[113] Ebd.

[114] Siehe Mertens: Gregorius Eremita, S. 25 f.

[115] Ebd., S. 26.

[116] Siehe oben, Abschnitt 1.1.3.

[117] Mertens: Gregorius Eremita, S. 26.

[118]swelch ritter ze Henegouwe, / ze Brâbant und ze Haspengouwe / ze orse ie aller beste gesaz, / sô kann ichz mit gedanken baz “ (V. 1575-1578).

[119]Der bracht dise mere / Zu tisch als ich han vernomen / Do er uß engellandt was komen / Da er uil zit was gewesen / Hat ers an den welschen buchen gelesen “ (V. 24-30); ´Iwein`-Hs. R., zit. nach Mertens: Gregorius Eremita, S. 31.

[120] Cormeau u. Störmer: Hartmann von Aue, S. 37.

[121] Siehe Mertens: Kommentar zur Hartmann-Gesamtausgabe, S. 772.

[122] Cormeau u. Störmer: Hartmann von Aue, S. 123.

[123] Siehe ebd.

[124] Siehe Cormeau: Hartmann von Aue 1981, Sp. 502.

[125] Vgl. ebd., Sp. 501 f.

[126]Ich hân des reht, daz mîn lîp trûric sî, / wan mich twinget ein vil sendiu nôt. / swaz vröiden mir von kinde wonte bî, / die sint verzinset, als ez got gebôt. / Mich hât beswæret mînes herren tôt “ (MF 206,10 ff.); vgl.: „ Sît mich der tôt beroubet hât / des herren mîn, / swie nû diu werlt nâch im gestât, / daz lâze ich sîn. / der vröide mîn den besten teil / hât er dâ hin, / schüefe ich nû der sêle heil, / daz wær ein sin. / Mac ich íme ze helfe komen, / mîn vart, die ich hân genomen, / ich wíl ime ir hálber jehen. / vor gote müeze ich in gesehen “ (MF 210,23 ff.).

[127] Siehe Abschnitt 2.3.1.1.

[128] Siehe Cormeau: Hartmann von Aue 1981, Sp. 502 f.

[129] Vgl. ebd., Sp. 502.

[130]Diz wæren wunneclîche tage, / der sî mit vröiden möhte leben. / nu hât mir got ein swære klage / ze dirre schoenen zît gegeben, / Der mir leider niemer wirdet buoz: / ich hân verlórn éinen man, / daz ich vür wâr wol sprechen muoz, / daz wîp nie liebern vriunt gewan. / dô ich sîn pflac, dô vröit er mich: / nu pflege sîn got, der pfliget sîn baz danne ich “ (MF 217,14).

[131] Vgl. Mertens: Gregorius Eremita, S. 167.

[132] Am aktuellsten ist die Übersicht, die Burghart Wachinger in seinem einleitenden Kommentar zur 15. Auflage der ´Gregorius`-Ausgabe nach Hermann Paul gibt; dort ist mit dem Fragment N auch die neueste Entdeckung aufgeführt. Siehe Wachinger: Kommentar, S. VII ff.

[133] Loc. cit., Übersicht 5.

[134] Loc. cit., Übersicht 3 und 4.

[135] Siehe Ernst: Der ´Gregorius` Hartmanns von Aue im Spiegel der handschriftlichen Überlieferung, S. 14.

[136] Siehe Dittmann: Hartmanns Gregorius, S. 18 f.

[137] Vgl. Dittmann: Hartmanns Gregorius, S. 19.

[138] Siehe Ernst: Der ´Gregorius` Hartmanns von Aue im Spiegel der handschriftlichen Überlieferung, S. 14.

[139] Vgl. Dittmann: Hartmanns Gregorius, S. 53.

[140] Archives et Bibliothèque de la ville de Strasbourg, Ms. 314, fol. 55v-120v; vgl. ebd., S. 22.

[141] Siehe Ernst: Der ´Gregorius` Hartmanns von Aue im Spiegel der handschriftlichen Überlieferung, S. 15.

[142] Siehe Dittmann: Hartmanns Gregorius, S. 22.

[143] Ebd., S. 28.

[144] Vgl. Ernst: Der ´Gregorius` Hartmanns von Aue im Spiegel der handschriftlichen Überlieferung, S. 15.

[145] Siehe Dittmann: Hartmanns Gregorius, S. 47.

[146] Ebd., S. 33.

[147] Vgl. Ernst: Der ´Gregorius` Hartmanns von Aue im Spiegel der handschriftlichen Überlieferung, S. 15.

[148] Siehe Dittmann: Hartmanns Gregorius, S. 38 f.

[149] Vgl. Ernst: Der ´Gregorius` Hartmanns von Aue im Spiegel der handschriftlichen Überlieferung, S. 17.

[150] Siehe Ernst: Der ´Gregorius` Hartmanns von Aue im Spiegel der handschriftlichen Überlieferung, S. 18.

[151] Vgl. Dittmann: Hartmanns Gregorius, S. 36.

[152] Siehe Ernst: Der ´Gregorius` Hartmanns von Aue im Spiegel der handschriftlichen Überlieferung, S. 18.

[153] Vgl. Dittmann: Hartmanns Gregorius, S. 29.

[154] Siehe ebd.

[155] Hartmann von Aue: Gregorius, hg. v. Hermann Paul, Tübingen: Niemeyer 152004 (= Altdeutsche Textbibliothek 2).

[156] Siehe Cormeau u. Störmer: Hartmann von Aue, S. 19.

[157] Ein thüringisch gefärbtes Bruchstück aus dem 13. Jhd. in Wolfenbüttel, ein weiteres Fragment des 13. Jhd. mit südrheinfränkischem Einfluss in Koblenz, und aus dem 14. Jhd. das ´Wiener Fragment` aus dem bairisch-österreichischen Raum; siehe ebd., S. 18.

[158] Siehe ebd.

[159] Vgl. Cormeau u. Störmer: Hartmann von Aue, S. 20 f.

[160] Cormeau u. Störmer: Hartmann von Aue, S. 20.

[161] Siehe Dittmann: Hartmanns Gregorius, S. 57 ff.

[162] Arnolds ´ Gregorius peccator ` entstand zwischen 1210 und 1213; siehe Worstbrock: Arnold von Lübeck, Sp. 475. Hartmann von Aue wird in Gottfrieds von Strassburg ´Tristan` um 1210 als Lebender bezeugt, Heinrich von dem Türlin widmet ihm in der ´Crône` nach 1120 einen Nachruf; siehe Cormeau: Hartmann von Aue 1981, Sp. 502. Zu Arnolds Adaptation der Legende vgl. auch Abschnitt 3.

[163] Vgl. Mertens: Gregorius Eremita, S. 36.

Ende der Leseprobe aus 103 Seiten

Details

Titel
Die Gregorius-Legende in der Bearbeitung Hartmanns von Aue - Überlieferungsgeschichte, Textstrukturen, Erzählstrategien
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für deutsche Philologie)
Veranstaltung
Das epische Werk Hartmanns von Aue
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
103
Katalognummer
V42051
ISBN (eBook)
9783638401760
ISBN (Buch)
9783638706698
Dateigröße
1294 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Um die Mitte des 12. Jahrhunderts tritt mit der altfranzösischen ´Vie du pape saint Grégoire` ein Erzählstoff ans Licht, der im Verlauf eines über 800 Jahre andauernden Rezeptionsprozesses zahlreiche Bearbeitungen in der deutschen Literatur gefunden hat. Am Beginn dieser Entwicklung steht Hartmanns von Aue mittelhochdeutsches Versepos ´Gregorius`, an deren Ende Thomas Manns Altersroman ´Der Erwählte`. Hartmanns Inzestlegende vom ´guoten sündaere` steht im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung.
Schlagworte
Gregorius-Legende, Bearbeitung, Hartmanns, Textstrukturen, Erzählstrategien, Werk
Arbeit zitieren
M.A. Matthias Reim (Autor), 2005, Die Gregorius-Legende in der Bearbeitung Hartmanns von Aue - Überlieferungsgeschichte, Textstrukturen, Erzählstrategien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42051

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