„Denn kein größeres Verbrechen gibt es als nicht kämpfen wollen, wo man kämpfen muß!!“(Wolf, 1976/2009)
Der Nationalsozialismus ist Teil der deutschen Geschichte. Zur damaligen Zeit passierte auf der Welt vieles, wofür man sich selbst heute nur schämen kann. Doch man darf es nicht unausgesprochen lassen. Wertzuschätzen, sogar zu bewundern, ist insbesondere der Mut, den manch ein Zeitzeuge hatte, sich dem nationalsozialistischen, faschistischen und antisemitistischen Gedankengut entgegenzustellen.
Diese Wertschätzung bringe ich den Schriftstellern, die damals entschlossen genug waren, Hitlers Massenmord zu stoppen, in dieser Facharbeit entgegen. Ihr Ziel war es, die Bevölkerung zu ermutigen, einen Widerstand zu bilden, ihnen zu verdeutlichen „wo
man kämpfen muß“ (ebd.), um dem NS-Terror ein Ende zu bereiten.
Einer dieser Schriftsteller war Friedrich Wolf, der mit seinem Drama „Professor Mamlock“ genau dieses Ziel verfolgte und ihm gelang es, viele Leser von seiner Intention zu überzeugen. Er war einer der bedeutendsten Hitler-Gegner in der deutschen
dramatischen Exilliteratur.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biografie des Autors
3. Inhaltsangabe des Dramas
4. Figurenentwicklung
4.1 Professor Hans Mamlock
4.2 Dr. Hellpach
4.3 Dr. Inge Ruoff
4.4 Rolf Mamlock
5. Handlung im Bezug zum politisch- historischen Kontext
5.1 Definition Zweiter Weltkrieg
5.2 Definition Nationalsozialismus
5.3 Handlungselemente, die explizit gegen den Nationalsozialismus gerichtet sind
5.3.1 Damit einhergehende Kritik des Autors
6. Résumé
6.1 Persönliches Fazit
6.2 Sollte dieses Drama Teil des Fachcurriculums Deutsch werden?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Facharbeit untersucht, wie sich jüdische Autoren innerhalb der deutschen dramatischen Exilliteratur zum Nationalsozialismus positionierten, wobei das Drama „Professor Mamlock“ von Friedrich Wolf als zentrales Fallbeispiel dient. Ziel ist es, die antifaschistische Intention des Autors sowie die Entwicklung der Figuren vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse des frühen 20. Jahrhunderts zu analysieren.
- Biografischer Hintergrund und Motivation von Friedrich Wolf
- Analyse der Figurenkonstellation und ihrer Wandlungsprozesse
- Kontextualisierung des Dramas im politisch-historischen Rahmen der NS-Zeit
- Untersuchung von Handlungselementen als Ausdruck des antifaschistischen Widerstands
- Kritische Reflexion der Bedeutung des Werkes für den heutigen Deutschunterricht
Auszug aus dem Buch
Handlungselemente, die explizit gegen den Nationalsozialismus gerichtet sind
Im Bezug zur übergeordneten Fragestellung dieser Facharbeit, gehe ich nun auf einzelne Handlungselemente des Dramas ein, welche explizit gegen den Nationalsozialismus gerichtet sind.
Vorweg kann gesagt werden, dass das gesamte Stück einen antifaschistischen Entstehungshintergrund hat, doch einzelne Elemente zeigen diesen erwähnten Hintergrund ganz deutlich. Exemplarisch gehe ich nun auf den vierten Akt des Dramas ein, da dieser gleichzeitig die Katastrophe beinhaltet, welche laut der Freytag’schen Dramentheorie den Schluss des Stückes bildet.
Die erwähnte Textpassage beginnt mit dem Zitat, welches auch in der Einleitung der Facharbeit verwendet wurde;
„Denn kein größeres Verbrechen gibt es als nicht kämpfen wollen, wo man kämpfen muß!!“
Diese Aussage von Professor Mamlock initiiert den Kampf gegen den NS, da sich ein Jude nicht nur von der Hitlerideologie distanziert, sondern sich ihr vollkommen entgegenstellt. Da dieser Widerstand Unterstützung benötigt um sich durchzusetzen, arrangiert Wolf es so, dass Dr. Inge Ruoff, eine einst überzeugte Hitler-Anhängerin, dem Widerstand Mamlocks mit folgenden Worten anschließt; „(...) auf welcher Seite sind hier die Kämpfer und auf welcher die Kriecher (...) machen Sie doch die Augen auf (...)!“. Sie wird anschließend verhaftet, doch dies ist keinesfalls eine Abschwächung des Protestes, sondern nur die Verdeutlichung, dass Nazis unterdrücken statt zu diskutieren. Nachdem sich Mamlock erneut weigerte den Aufforderungen der SA-Männer Folge zu leisten, gipfelt die Katastrophe mit seinem Suizid, „[Regieanweisung] SA-Posten ist hinzugesprungen, Mamlock (...) hat schnell seinen Revolver, (...) drückt ihn gegen seine Brust. (...) Dumpfer Schuß.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die antifaschistische Haltung jüdischer Exilautoren und stellt Friedrich Wolfs Drama als zentrales Beispiel für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus vor.
2. Biografie des Autors: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg von Friedrich Wolf, von seiner medizinischen Ausbildung über seine Politisierung bis hin zu seinem Exil in Moskau und seiner Rückkehr nach Deutschland.
3. Inhaltsangabe des Dramas: Hier wird der Handlungsrahmen des Stückes um den jüdischen Arzt Professor Hans Mamlock kurz vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten beschrieben.
4. Figurenentwicklung: Dieses Kapitel analysiert die Charakterisierungen und Entwicklungsprozesse der zentralen Figuren Professor Mamlock, Dr. Hellpach, Dr. Inge Ruoff und Rolf Mamlock.
5. Handlung im Bezug zum politisch- historischen Kontext: Die Sektion liefert Definitionen zu den zentralen Begriffen Zweiter Weltkrieg sowie Nationalsozialismus und verknüpft diese mit dem dramatischen Geschehen.
6. Résumé: Das Kapitel reflektiert den Erkenntnisgewinn der Facharbeit und diskutiert kritisch die Eignung des Dramas für den Einsatz im schulischen Fachcurriculum Deutsch.
7. Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie Internetquellen und sonstige Materialien bibliografisch aufgeführt.
Schlüsselwörter
Friedrich Wolf, Professor Mamlock, Nationalsozialismus, Exilliteratur, Antifaschismus, Widerstand, NS-Diktatur, jüdische Autoren, deutsches Drama, Figurenentwicklung, politisch-historischer Kontext, literarische Analyse, Widerstandskampf, Aufklärung, Faschismuskritik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle jüdischer Autoren in der deutschen Exilliteratur unter dem Nationalsozialismus und analysiert, wie diese ihre Kritik und ihren Widerstand in dramatischen Werken verarbeiteten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der antifaschistische Widerstand, die moralische Verantwortung des Einzelnen im totalitären Staat sowie die literarische Auseinandersetzung mit der Ideologie des Nationalsozialismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage untersucht, wie jüdische Autoren durch ihre Werke, speziell am Beispiel von Friedrich Wolfs „Professor Mamlock“, explizit Stellung gegen den Nationalsozialismus bezogen und ihre Botschaften transportierten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten, ergänzt durch die Einbettung in den historischen Kontext sowie die Anwendung dramaturgischer Konzepte, wie etwa der Freytag’schen Dramentheorie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Figurenanalyse, die historische Kontextualisierung der NS-Zeit und die Untersuchung konkreter, gegen den Nationalsozialismus gerichteter Handlungselemente des Dramas.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Friedrich Wolf, Professor Mamlock, Nationalsozialismus, Exilliteratur, Antifaschismus und literarische Widerstandsanalyse.
Wie entwickelt sich die Figur der Dr. Inge Ruoff?
Dr. Inge Ruoff durchläuft eine signifikante Wandlung: Von einer überzeugten Anhängerin der NS-Ideologie entwickelt sie sich zur Unterstützerin von Professor Mamlock, was ihre anfängliche politische Weltanschauung in Frage stellt.
Warum kommt der Autor zu dem Schluss, das Drama nicht im Fachcurriculum zu integrieren?
Der Autor argumentiert, dass der für eine fundierte Bearbeitung des historischen Kontextes notwendige Zeitaufwand in einem Deutschkurs (egal ob Grund- oder Leistungskurs) den Rahmen sprengt, weshalb eine Integration schwierig ist.
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- Patrick Raese (Author), 2018, Wie äußerten sich jüdische Autoren zum Nationalsozialismus innerhalb der deutschen dramatischen Exilliteratur?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/420580