Einführung
Diese Arbeit mit dem Thema „Umweltkooperation im Ostseeraum“ gibt einen Überblick über die größtenteils desolate ökologische Situation der Ostsee in den letzten 30 Jahren und deren positive Veränderung durch weitreichende Eingriffe des Ostseeregimes.
Viele Jahre litt die Ostsee unter Kontamination, Überbelastung und vielen anderen ökologischen Problemen, die den Lebens- und Naturraum Ostsee stark gefährdeten. Ein ökologisches Bewusstsein existierte bis dahin kaum bei den Ostseeanrainerstaaten. Da diese Staaten die Problematik jedoch nicht ignorieren konnten und wollten, haben sie sich zur gemeinsamen Problemlösung zusammen gefunden. Diese daraus entstandene enge Kooperation in Form des Osteeregimes trägt nun dazu bei, den Ostseeraum durch konkrete Projekte zu retten und zu schützen.
Das Ostseeregime ist unter den komplizierten Bedingungen des Ost-West- Konflikts entstanden und dient daher als Vorbild für die friedliche Zusammenarbeit der beiden antagonistischen Systeme.
Diese Arbeit widmet sich im ersten Teil den theoretischen Aspekten, die als Voraussetzung für die Analyse gelten. Dabei wird auf verschiedene, in diesem Kontext unverzichtbare Begriffe eingegangen. Hierzu zählen z.B. Umweltpolitik, Kooperation und Regime. Weiterhin wird untersucht, welches die Voraussetzungen für die Entstehung des Regimes sind und welcher theoretische Ansatz in diesem Zusammenhang greift.
Im zweiten Teil dieser Arbeit wird näher die konkrete ökologische Situation der Ostsee und die praktische Umsetzung des Regimes, in Form des Ostseeregimes, betrachtet. Es wird gezeigt, mit welchen Mitteln das Regime arbeitet und wie es damit Erfolge erzielt. Desweiteren ist von Bedeutung, wie sich das Regime mit den Jahren ändert und der Problemsituation anpasst, um effektiver zu arbeiten.
Am Schluss steht ein Fazit, das Bilanz zieht und bewertet, wie effektiv und produktiv sich die Arbeit der Ostseeanrainerstaaten auf die Umwelt des Ostseeraumes auswirkt.
Diese Arbeit zeigt, dass sich die Kooperation der Staaten im Ostseeraum bezüglich der Umweltpolitik seit den 70er Jahren, und besonders in den 90er Jahren, kontinuierlich verbessert hat. Durch konkrete Maßnahmen des Ostseeregimes sind in allen Ostseeanrainerstaaten Verbesserungen im Umgang mit der Umwelt zu verzeichnen, die sich auf das Ökosystem Ostsee positiv auswirken.
Inhaltsverzeichnis
1) Einführung
2) Umweltpolitik
3) Internationale Regime
4) Der Lebens- und Naturraum Ostsee
4.1. Der Naturraum Ostsee
4.2. Die ökologische Situation der Ostsee
5) Schutz für die Ostsee- Die Entstehung des Ostseeregimes
5.1. Helsinki- Konvention
5.2. Andere Umweltschutzabkommen
5.3. Fazit
6) Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Wirken und die Erfolge des Ostseeregimes zur Verbesserung der ökologischen Situation der Ostsee unter Berücksichtigung theoretischer Aspekte internationaler Regime.
- Theoretische Grundlagen der Umweltpolitik und internationale Regimetheorie
- Ökologische Bestandsaufnahme des Naturraums Ostsee
- Entstehung und Funktionsweise der Helsinki-Konvention (HELCOM)
- Analyse von Umweltschutzinstrumenten und regionalen Kooperationsmechanismen
- Bewertung der Effektivität des Ostseeregimes
Auszug aus dem Buch
4.2. Die ökologische Situation der Ostsee
Die ökologische Situation kann als desolat bezeichnet werden. Vielfältige „Umweltsünden“ tragen Schuld am Zerstören des natürlichen Ökosystems Ostsee. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen drei Ursachen der Umweltverschmutzung des baltischen Gebietes. Einmal zählen hierzu die ganz natürlichen Gegebenheiten, die zeitweise einfach nur ungünstig sind und somit die Ostsee belasten. Als zweite Ursache sind die anthropogenen Einflüsse zu zählen, also diejenigen, die von Menschenhand verursacht werden. Als letzte Ursache gelten diese, welche eine Verbindung der beiden erst genannten darstellen.
Zu den natürlichen Problemen gehört das des Wasseraustauschs mit der Nordsee. Denn, wie oben beschrieben, ist dieser Vorgang lebenswichtig für die Organismen der Ostsee. Dieser Wasseraustausch findet jedoch viel zu selten statt. Um das anhand eines Beispiels zu verdeutlichen, soll folgendes erwähnt sein: Die komplette Erneuerung des Wasserinhalts der Nordsee dauert 3 Jahre, während der gleiche Vorgang bei der Ostsee 25- 30 Jahre dauert (Liedl/ Weber/ Witte 1992: 21) . Das entstehende Problem ist, dass in der Ostsee, vorrangig in tieferen Gefilden, Sauerstoffmangel herrscht. Dazu kommt, dass sich das salz- und nährstoffreichere Tiefenwasser mit dem sauerstoffreicheren Oberflächenwasser, durch eine sogenannte „Sprungschicht“ nicht mischen kann (Pehle 1996: 55). Der Grund hierfür ist die unterschiedliche Dichte von Wasser mit verschiedenem Salzgehalt. Absterbende Planktonorganismen rieseln aus den oberen Wasserschichten auf den Boden und werden dort von Mikroorganismen zersetzt. Diese Zersetzung benötigt Sauerstoff. Dadurch kommt es in den Tiefenbecken der Ostsee schon unter natürlichen Bedingungen zu Sauerstoffmangel bis hin zur Sauerstofffreiheit. Dies begünstigt stark die Bildung des toxischen Schwefelwasserstoffs, der die bodennahe Fauna bedroht bzw. zerstört. Bereits heute ist ein Viertel der Ostsee biologisch tot. Die Quellen, die die Ostsee mit frischen Wasser speisen könnten, also die Flüsse, sind selbst hochgradig verunreinigt. Dies führt zur zweiten Ursache von Kontaminationen in der Ostsee.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einführung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die ökologische Situation der Ostsee und die positive Entwicklung durch das Ostseeregime.
2) Umweltpolitik: Dieser Teil definiert zentrale Begriffe wie Umweltpolitik, Nachhaltigkeit und verschiedene Steuerungsinstrumente zur Lösung von Umweltproblemen.
3) Internationale Regime: Es wird die Theorie der internationalen Regime dargelegt, insbesondere die Rolle von Kooperation und Interessen bei grenzüberschreitenden Umweltproblemen.
4) Der Lebens- und Naturraum Ostsee: Das Kapitel beschreibt den Naturraum und analysiert die Ursachen für den desolaten ökologischen Zustand der Ostsee.
5) Schutz für die Ostsee- Die Entstehung des Ostseeregimes: Hier wird die Entwicklung der Helsinki-Konvention sowie anderer Abkommen als Mittel zum Ostseeschutz detailliert beleuchtet.
6) Schluss: Abschließend wird die Effektivität der HELCOM bewertet und auf bestehende Herausforderungen sowie zukünftige Notwendigkeiten verwiesen.
Schlüsselwörter
Ostsee, Umweltpolitik, Ostseeregime, Helsinki-Konvention, HELCOM, Umweltschutz, Internationale Beziehungen, Ökologie, Nachhaltige Entwicklung, Wasserverschmutzung, Regimetheorie, Kooperation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Wirken und die Erfolge des Ostseeregimes bei der ökologischen Sanierung der Ostsee.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen internationale Umweltpolitik, Regimetheorie, die ökologische Bestandsaufnahme der Ostsee sowie die Analyse von Schutzabkommen wie der Helsinki-Konvention.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse, wie durch regionale Kooperation im Rahmen eines Regimes ökologische Verbesserungen erreicht wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis der Regimetheorie durchgeführt, um internationale Kooperationsprozesse zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die ökologische Ausgangslage des Naturraums Ostsee und eine detaillierte Betrachtung der Entstehung und Arbeit der HELCOM.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ostseeregime, Umweltschutz, Helsinki-Konvention, ökologische Situation und internationale Kooperation charakterisiert.
Warum ist das Verursacherprinzip in der Ostseepolitik schwer umzusetzen?
Die Umsetzung ist schwierig, da Umweltschäden oft das Resultat komplexer Zusammenwirkungen mehrerer Einflüsse sind und es bei grenzüberschreitenden Emissionen an effektiven Durchsetzungsmechanismen mangelt.
Welche Rolle spielt die HELCOM bei der Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen?
Die HELCOM fungiert als organisatorisches Herzstück der Kooperation, initiiert Monitoringprogramme und verabschiedet Empfehlungen zur Reduzierung von Schadstoffquellen.
- Quote paper
- Franziska Hübsch (Author), 2005, Umweltkooperation im Ostseeraum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42062