Einleitung
Desaströse Wahlniederlagen, das am stärksten und längsten ausgeprägte Umfragetief für eine Volkspartei in der Geschichte der bundesdeutschen Demoskopie, der größte Mitgliederschwund seit Kriegsende, Proteste gegen die Regierungspolitik in weiten Teilen der Bevölkerung und der eigenen Partei sowie unübersehbarer Dissens mit den jahrzehntelang verbündeten Gewerkschaften in zahlreichen Bereichen der Wirtschafts- und Sozialpolitik – seit der knapp gewonnenen Bundestagswahl 2002 befindet sich die SPD offenkundig in einer der größten Krisen ihrer beinahe 130-jährigen Geschichte. Das Bild der Partei in den Medien ist seit Oktober 2002 ein denkbar schlechtes. Schlagworte wie Wahlbetrug, Null-Wachstum, steigende Arbeitslosigkeit, als unsozial empfundene Reformvorhaben wie die Agenda 2010 oder „Hartz IV“ sowie das mittlerweile zur Inkarnation rot-grüner Regierungspolitik gewordene Prinzip des so genannten „Nachbesserns“ bewirkten einen dramatischen und nach wie vor anhaltenden Ansehensverlust der rot-grünen Bundesregierung in der Bevölkerung. Erstaunlicherweise war hiervon ausschließlich die SPD betroffen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. EINLEITUNG
- 1.1 FRAGESTELLUNG UND AUFBAU
- 1.2 STAND DER FORSCHUNG
- 2. ORGANISATIONSSTRUKTUR DER SPD
- 2.1 AUFBAU
- 2.1.1 GLIEDERUNG
- 2.1.2 DIE ARBEITSGEMEINSCHAFTEN
- 2.1.3 BESCHLUSSORGANE, GREMIEN UND INNERparteiliche WILLENSBILDUNG
- 2.2 DIE MITGLIEDER
- 2.2.1 MITGLIEDERZAHL UND -ENTWICKLUNG
- 2.2.2 AKTIVITÄT DER MITGLIEDER
- 2.3 DIE DEUTSCHE DRUCK- UND VERLAGSGESELLSCHAFT
- 2.3.1 BETEILIGUNGEN AN MEDIEN
- 2.3.2 NUTZEN DER BETEILIGUNGEN
- 2.3.3 BEURTEILUNG DES SOZIALDEMOKRATISCHEN ENGAGEMENTS AUF DEM ZEITUNGSMARKT
- 3. DIE LETZTEN WAHLEN – HOCHBURGEN, DIASPOREN, SIEGE UND NIEDERLAGEN
- 3.1 DIE BUNDESTAGSWAHL 2002
- 3.1.1 BADEN-WÜRTTEMBERG
- 3.1.2 BAYERN
- 3.1.3 BERLIN
- 3.1.4 BREMEN UND HAMBURG
- 3.1.5 HESSEN
- 3.1.6 NIEDERSACHSEN
- 3.1.7 NORDRHEIN-WESTFALEN
- 3.1.8 RHEINLAND-PFALZ/SAARLAND
- 3.1.9 SCHLESWIG-HOLSTEIN
- 3.1.10 DIE NEUEN BUNDESLÄNDER
- 3.2 LANDTAGSWAHLEN IN DER ÄRA SCHRÖDER – VIELE NIEDERLAGEN, WENIG SIEGE
- 4. DIE PROGRAMMATISCHE UND GESELLSCHAFTLICHE STELLUNG DER SPD
- 4.1 PARTEIEN IN DER PARTEI – DIE FLÜGEL DER SPD
- 4.2 DIE STELLUNG DER SPD IM BUNDESDEUTSCHEN PARTEIENSYSTEM
- 4.2.1 VON DEN „DACHLATTEN“ ZUM WUNSCHKOALITIONSPARTNER – DAS VERHÄLTNIS ZU BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
- 4.2.2 MAL FREUND, MAL FEIND – DAS VERHÄLTNIS ZUR FDP
- 4.2.3 ERWÜRGEN DURCH UMARMEN? – DAS VERHÄLTNIS ZUR PDS
- 4.3,,NACHKRIEGS-HASSLIEBE“ – DAS VERHÄLTNIS ZUM DGB
- 4.3.1 HISTORISCHER ABRISS SEIT 1945
- 4.3.2 AKTUELLE SITUATION UND PERSPEKTIVEN
- 4.3.3 FAZIT
- 5. PERSPEKTIVEN DER SPD – EINE PROGNOSE
- 5.1 LANDTAGSWAHLEN IN NORDRHEIN-WESTFALEN 2005 – MÖGLICHE SZENARIEN BEI EINER NIEDERLAGE
- 5.1.1 DIE WAHRSCHEINLICHSTEN SZENARIEN
- 5.1.2 KRITISCHE BEWERTUNG
- 5.2 MITGLIEDERPARTEI OHNE MITGLIEDER – DER GENOSSENSCHWUND EINE BEDROHUNG?
- 5.2.1 AUSMAB UND GRÜNDE FÜR DEN MITGLIEDERSCHWUND
- 5.2.2 MÖGLICHE GEGENMAẞNAHMEN
- 5.2.3 FAZIT
- 5.3 WASG- EINE ERNSTE GEFAHR FÜR DIE SPD?
- 5.4 MÖGLICHER MACHTVERLUST 2006 – EIN VERGLEICH MIT 1982
- 5.4.1 DER INNERPARTEILICHE ZUSTAND DER SPD VOR DEM 17. SEPTEMBER 1982
- 5.4.2 DIE SOZIALDEMOKRATEN NACH DEM KOALITIONSBRUCH
- 5.4.3 VERGLEICH UND FAZIT
- 5.5 UNTERGANGSSZENARIEN – ENDE DER SOZIALDEMOKRATIE?
- 5.5.1 ÖKONOMISCHE END-PROGNOSEN
- 5.5.2 SOZIOLOGISCHE END-PROGNOSEN
- 5.5.3 POLITISCHE END-PROGNOSEN
- 5.5.4 FAZIT
- Die Organisationsstruktur der SPD, einschließlich ihrer Mitglieder und der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft
- Die Ergebnisse der letzten Wahlen und ihre Auswirkungen auf die SPD
- Die programmatische und gesellschaftliche Stellung der SPD im deutschen Parteiensystem
- Die Perspektiven der SPD, einschließlich möglicher Szenarien für die Zukunft
- Die Bedeutung des Mitgliederverlustes und der Herausforderungen durch andere Parteien, wie z. B. die WASG
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Perspektiven der deutschen Sozialdemokratie. Dabei werden politische, programmatische und organisatorische Bedingungen für die Entwicklung der SPD beleuchtet.
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel stellt die Fragestellung der Arbeit und den Aufbau dar und erläutert den Stand der Forschung. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Organisationsstruktur der SPD, einschließlich ihrer Mitglieder und der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft. Im dritten Kapitel werden die Ergebnisse der letzten Wahlen und ihre Auswirkungen auf die SPD analysiert. Das vierte Kapitel behandelt die programmatische und gesellschaftliche Stellung der SPD im deutschen Parteiensystem. Das fünfte Kapitel befasst sich mit den Perspektiven der SPD und möglichen Szenarien für die Zukunft, einschließlich des Mitgliederverlustes und der Herausforderungen durch andere Parteien.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit der deutschen Sozialdemokratie, der SPD, ihrer Organisationsstruktur, den letzten Wahlen, der programmatischen und gesellschaftlichen Stellung im deutschen Parteiensystem, den Perspektiven der SPD, dem Mitgliederverlust und der Herausforderung durch andere Parteien.
Häufig gestellte Fragen
In welcher Krise befand sich die SPD nach der Bundestagswahl 2002?
Die Partei litt unter massiven Umfragetiefs, Mitgliederschwund und Protesten gegen die Reformen der Agenda 2010 und Hartz IV.
Wie ist die Organisationsstruktur der SPD aufgebaut?
Die Struktur umfasst verschiedene Gliederungen, Arbeitsgemeinschaften sowie Beschlussorgane zur innerparteilichen Willensbildung.
Welche Rolle spielt die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft für die SPD?
Über diese Gesellschaft hält die SPD Beteiligungen an verschiedenen Medienunternehmen, was sowohl wirtschaftliche als auch strategische Bedeutung hat.
Wie ist das Verhältnis der SPD zu den Gewerkschaften (DGB)?
Das Verhältnis ist historisch eng, war jedoch in der Ära Schröder durch tiefgreifende Differenzen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik geprägt.
Welche Gefahren stellten Neugründungen wie die WASG dar?
Die WASG zog enttäuschte SPD-Mitglieder und Wähler an, was die Vormachtstellung der SPD im linken Spektrum bedrohte.
- Quote paper
- Dominique Sévin (Author), 2005, Perspektiven der deutschen Sozialdemokratie - SPD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42083