Angesichts eines stagnierenden oder rückläufigen öffentlichen Mittelzuflusses sehen sich frei-gemeinnützige Träger zunehmend gedrängt, auch andere als öffentliche Finanzierungswege zu finden und zu beschreiten. Wollen sie die Trägerzwecke und die damit verbundenen Sachziele weiterhin optimal verfolgen, kommen sie nicht umhin, zumindest eine volle Kostendeckung durch erfolgreiches Wirtschaften zu erreichen. Die Akquisition alternativer Finanzmittel stellt dabei eine gewichtiger werdende Aufgabe dar, um den Fortbestand einer Einrichtung langfristig zu sichern.
Diese Arbeit ist ähnlich einem Handbuch nach gemeinnützigkeitsrechtlichen Aspekten aufgebaut, da sie nicht nur großes Gewicht bei grundlegenden Entscheidungen für und wider eine Finanzierungsalternative besitzen, sondern weil sie auch die Gesamtkonstitution eines Trägers berühren bzw. infrage stellen können. Ausgehend von einigen grundlegenden Begriffsklärungen werden alternative Finanzierungsmöglichkeiten und –wege aufgezeigt und beschrieben, ihr aktuelles Ausmaß, soweit bekannt, dargelegt und Entwicklungschancen benannt. Dabei kommt es nicht nur auf zusätzliche Finanzierungsformen in Geld, sondern auch auf solche in Geldeswert an, da sie Kosten vermeiden helfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlegende Begriffsklärungen
2.1. Finanzierung
2.2. Frei-gemeinnützige Träger
2.3. Öffentliche Mittel
2.4. Gründe für die Notwendigkeit alternativer Finanzierungsformen
2.5. Fundraising
3. Finanzierungsalternativen des steuerbefreiten ideellen Bereichs
3.1. Mitgliedsbeiträge, -gebühren und Umlagen
3.2. Spenden
3.2.1. Geldspenden
3.2.2. Sachspenden
3.2.3. Dienstleistungs-, Wissens- und Zeitspenden
3.3. Erbschaften, Vermächtnisse und Schenkungen
3.4. Kooperationen mit gemeinnützigen Organisationen
4. Finanzierungsalternativen aus steuerbegünstigter Vermögensverwaltung
5. Finanzierungsalternativen aus steuerbegünstigtem Zweckbetrieb
6. Finanzierungsalternativen aus steuerpflichtigem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb
6.1. Sponsoring und Werbung
6.2. Bußgelder, Gelder von Lotterien, Sparkassen und Wohlfahrtsmarken
6.3. Verkauf von Dienstleistungen und Gegenständen
7. Bereichsübergreifende Finanzierungsalternativen
8. Schlußbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen Überblick über alternative Finanzierungsformen für frei-gemeinnützige Träger zu geben, die über öffentliche Mittel hinausgehen. Angesichts stagnierender öffentlicher Budgets untersucht der Autor Möglichkeiten der Mittelakquise unter Berücksichtigung gemeinnützigkeitsrechtlicher Rahmenbedingungen.
- Analyse der finanziellen Abhängigkeit frei-gemeinnütziger Träger von öffentlichen Mitteln
- Systematik alternativer Finanzierungsquellen basierend auf steuerrechtlichen Sphären
- Grundlagen des Fundraisings und Beziehungsmanagements
- Bedeutung von Spendenarten, Sponsoring und wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben
- Kooperationen mit anderen Organisationen zur Ressourcenerschließung
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Geldspenden
Zu den Geldspenden zählen sowohl Barspenden bei Sammlungen oder Veranstaltungen, als auch Spenden mittels Überweisung, wobei man bei Unternehmensspenden vom sog. Mäzenatentum spricht. Geldspenden sind auf dem Formblatt 'Geldzuwendung' als 'Geldzuwendung' auszuweisen (vgl BMF 2000: o.S.). Quantitativ betrachtet liegt das bundesweite jährliche Aufkommen im karitativ-humanitären Bereich nach Schätzungen des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bei ca. 4,1 Mrd. DM (Jaenicke 2000b: 2-3; zitiert DZI o.J.: o.S.). In den meisten Literaturen wird von einem stagnierenden oder sinkenden Spendenaufkommen ausgegangen (vgl. Luthe 1997: 63-65. Müllerleile 2000: 9; zitiert EMNID 1999: o.S.), was freie Träger veranlassen sollte, im Hinblick auf Aufkommen und Kontinuität und damit Planbarkeit neue Akquisitionsformen zu erproben.
Hierzu zählen im einzelnen, wobei die Punkte d - i auf alle Spendenarten anwendbar sind:
a) Sammlungen unter den eigenen Mitgliedern und bei trägerinternen Anlässen.
b) Sammelbüchsen in Einzelhandelsgeschäften, Banken usw.: Sie sollten auffällig und mit Hinweis auf den Träger gestaltet sein, dessen gutes Image und Bekanntheit wesentliche Erfolgsfaktoren darstellen. Der Vorteil liegt hier im geringen Aufwand.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet die wachsende finanzielle Notwendigkeit frei-gemeinnütziger Träger, neue Einnahmequellen jenseits öffentlicher Mittel zu erschließen.
2. Grundlegende Begriffsklärungen: Definiert zentrale Begriffe wie Finanzierung, frei-gemeinnützige Träger, öffentliche Mittel und Fundraising im Kontext der Sozialwirtschaft.
3. Finanzierungsalternativen des steuerbefreiten ideellen Bereichs: Behandelt Einnahmen, die direkt der Satzungserfüllung dienen, wie Mitgliedsbeiträge, Spenden und Erbschaften.
4. Finanzierungsalternativen aus steuerbegünstigter Vermögensverwaltung: Beschreibt Einnahmen aus der Verwaltung des Vermögens, beispielsweise Vermietung oder Patente, unter steuerrechtlichen Aspekten.
5. Finanzierungsalternativen aus steuerbegünstigtem Zweckbetrieb: Erläutert Einnahmen aus Leistungen, die unmittelbar der Satzungszweckverfolgung dienen, wie etwa Verkäufe oder Kursgebühren.
6. Finanzierungsalternativen aus steuerpflichtigem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb: Analysiert Einnahmequellen, die über den ideellen Bereich hinausgehen, wie Sponsoring oder Bußgelder.
7. Bereichsübergreifende Finanzierungsalternativen: Diskutiert ergänzende Ansätze wie betriebswirtschaftliche Optimierungen und Kreditaufnahmen.
8. Schlußbetrachtung: Fasst die Bedeutung fundierter Finanzentscheidungen und die Notwendigkeit betriebswirtschaftlicher Professionalität für gemeinnützige Träger zusammen.
Schlüsselwörter
Sozialmanagement, Frei-gemeinnützige Träger, Finanzierung, Fundraising, Gemeinnützigkeit, Steuerrecht, Spenden, Sponsoring, Öffentliche Mittel, Kostenkalkulation, Soziale Arbeit, Mittelakquise, Betriebswirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht alternative Möglichkeiten der Finanzierung für frei-gemeinnützige soziale Träger, da die Abhängigkeit von öffentlichen Mitteln aufgrund stagnierender Haushalte zunehmend problematisch wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Fundraising, steuerrechtliche Einordnungen von Einnahmen in verschiedenen Bereichen (ideell, Zweckbetrieb, wirtschaftlicher Betrieb) sowie das Beziehungsmanagement zu Spendern und Partnern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über Finanzierungsalternativen zu geben, die Sozialwirte nutzen können, um die langfristige Existenz ihrer Einrichtungen zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine systematische Literaturanalyse, strukturiert entlang der vier steuerrechtlichen Sphären einer gemeinnützigen Körperschaft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich nach den steuerrechtlichen Kategorien und beleuchtet spezifische Einnahmequellen wie Mitgliedsbeiträge, Spenden, Sachleistungen, Sponsoring und die Nutzung von Bußgeldern oder Lotteriegeldern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Finanzmanagement, Gemeinnützigkeitsrecht, Social Sponsoring und Fundraising-Strategien charakterisiert.
Warum spielt die Steuergesetzgebung eine solch wichtige Rolle für die Träger?
Das Steuerrecht entscheidet darüber, ob Einnahmen als gemeinnützig anerkannt oder als steuerpflichtiger wirtschaftlicher Betrieb eingestuft werden, was bei Fehlern den Verlust der Gemeinnützigkeit zur Folge haben kann.
Welche Bedeutung misst der Autor dem Sponsoring bei?
Sponsoring bietet Chancen auf zusätzliche Ressourcen und Imagegewinn, birgt jedoch Risiken durch Abhängigkeit, hohen Aufwand und die Gefahr einer negativen Beeinflussung der Trägerziele.
Welche Empfehlung gibt der Autor für den Umgang mit Finanzierungsalternativen?
Der Autor empfiehlt eine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse und warnt davor, wirtschaftliche Interessen über den Satzungszweck und das Wohl der Klienten zu stellen.
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- Tobias Karpf (Author), 2002, Alternative Finanzierungsformen frei-gemeinnütziger Träger außerhalb öffentlicher Mittel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42091