Erdöl und andere Rohstoffe. Mögliche Vorkommen und Exploration in Norwegen und Schweden


Hausarbeit, 2014

9 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einführung

2. Geschichte der Erdölförderung in Norwegen und Aussichten

3. Geschichte der Eisenerzförderung in Schweden am Beispiel von Kiruna

4. Fazit

Literaturquellen

Internetquellen

1. Einführung

Norwegen ist im Besitz eines erheblichen Teils der europäischen Öl- und Gasreserven und hat somit eine herausragende Bedeutung für die Versorgung Europas mit fossilen Brennstoffen. Durch politisches Eingreifen, was zur Gründung der staatlichen Ölgesellschaft Statoil führte, konnten stabile ökonomische Rahmenbedingungen sichergestellt werden, die Norwegen in der globalen Öl- und Gaswirtschaft etablierten. Durch die Erdöl- und Gasförderung konnte sich der heutige norwegische Wohlfahrtsstaat entwickeln (International Energy Agency 2011, S.7).

2. Geschichte der Erdölförderung in Norwegen und Aussichten

Als man Ende der 1950er Jahre an der niederländischen Küste auf Erdgastvorkommen gesto- ßen ist, vermutete man in der Nordsee umfangreiche wirtschaftlich nutzbare Ressourcen was das Interesse der Anrainerstaaten weckte (Norwegian Petroleum Directorate 2014, S. 10). Im Jahr 1965 einigten sich Großbritannien, Norwegen und Dänemark auf eine Aufteilung des Kontinentalschelfs der Nordsee. Der norwegische Staat vergab von nun an erste Förderlizen- zen an private Unternehmen. Es waren Spezialisten der Philips Petroleum Company, die 1969 als erste auf ein großes Erdöl- und Erdgasvorkommen im Schelf der mittleren Nordsee stie- ßen. Dabei handelte es sich um das 1971 eröffnete Ekofisk-Feld (Petrick 2002, S. 263). In den Folgejahren wurden zahlreiche weitere Öl- und Gasvorkommen erschlossen, welche Norwe- gen zu einem der führenden Länder auf dem globalen Erdöl- und Gasmarkt machten. Heute werden etwa ¼ des norwegischen Bruttoinlandsproduktes durch Öl- und Gasexporte gene- riert. Mit 3 % des insgesamt geförderten Erdöls im Jahr 2007 rangiert Norwegen auf dem 11. Rang, der größten Erdöl fördernden Staaten. Beim Erdgas ist Norwegen sogar der fünftgrößte Förderer, mit 3 % der gesamten Fördermenge (BGR 2007).

Die erwirtschafteten Gewinne aus den größtenteils staatlich kontrollierten Erdöl- und Gasför- derung werden seit 1996 in dem 1990 gegründeten Pensionsfonds angelegt. In den Fonds werden neben den gezahlten Steuern der auf den norwegischen Ölfeldern operierenden Ölun- ternehmen und Zöllen, auch die Dividenden der staatlich gehaltenen Aktien am Erdöl- und Gaskonzern StatoilHydro ASA eingezahlt. Während 60 % des Fonds konventionell angespart werden, fließen die übrigen 40 % in im Ausland angesiedelte Aktien- und Kapitalfonds. Ziel dieses Vorgehens ist es, den hohen Lebensstandard des norwegischen Wohlfahrtsstaats auch nach einem Versiegen der Öl- und Gasressourcen zu gewährleisten. Heute umfasst der Staats- fond in etwa 560 Mrd. € und ist somit der weltweit größte. Seit 2000 nimmt die Erdölförde- rung des Landes kontinuierlich ab. Waren es 2000 noch ca. 3300 Kilobarrel am Tag, sank dieser Wert im Jahr 2010 auf etwa 2200. Seit dem Ölfördermaximum im Jahr 2001 ist die Produktion um 33 % zurückgegangen. Ein Einbruch der Gasförderung wird bereits 2015 er- wartet. (Förster 2014, S. 149f.)

Norwegen hat heute etwa die viertgrößten Erdölreserven unter den OECD Mitgliedsstaaten, hinter Kanada, Mexiko und den USA. Pro Tag wurden 2009 ca. 2,4 Millionen Barrel gefördert mit einer zurückgehenden Prognose für die Folgejahre. Am Gesamtexport der norwegischen Wirtschaft hatte der Öl- und Gassektor in 2010 einen Anteil von fast 50 %.

2.1 Geologie bzw. erdgeschichtliche Entstehung der Öl- und Gasvorkommen im norwe- gischen Kontinentalschelf

Die heutigen Öl- und Gasreserven im Kontinentalschelf der Nordsee sind in etwa vor 200 bis 34 Millionen Jahren im Jura und Trias entstanden. Das Nordseebecken liegt auf der nördlichen Halbkugel auf dem Schelfbereich der Eurasischen Platte. Begrenzt wird es im Süden und Osten durch die Küsten Norwegens, Schwedens, Deutschlands, Dänemarks, der Niederlande sowie im Westen durch Großbritannien.

Erdöl und Erdgas sind ein Gemisch aus Kohlenwasserstoffen. Sie entstehen aus absterbenden Mikroorganismen (Plankton, Algen), die auf den Meeresboden absinken und anaerob zersetzt werden. Durch eine zunehmende Überlagerung entsteht Saprobel (Faulschlamm) der sich un- ter Beimengung von Tonsedimenten zu Tonschiefer (Ölschiefer) wandelt und somit zum Erd- ölmuttergestein. Bei einer Tiefe von ca. 2-4 km und einer Temperatur zwischen 60° und 120° öffnet sich das sogenannte Ölfenster und Erdöl entsteht. Bei einem weiteren Anstieg der Temperatur durch Druck und Erdwärme auf etwa 150° kommt es zu einer Wandlung der Koh- lenstoffverbindungen, sodass Erdöl zu Erdgas wird. Zur Lagerstättenbildung kommt es, wenn die Kohlenstoffverbindungen durch tektonischen Druck in das Speichergestein aufsteigen, welches durch eine undurchlässige Schicht überlagert wird. Das Erdöl bzw. Erdgas sammelt sich dann in günstigen Faltenstrukturen an. Die Abdichtung besteht beispielsweise aus Schie- fergestein mit einer geringen Durchlässigkeit oder wird durch eine Verwerfung gebildet, bei der Schichten mit unterschiedlicher Durchlässigkeit gegeneinander versetzt positioniert sind (Reuther 2012, S. 224ff.).

2.2 Verfahren- und Technologien der Erdölförderung in Norwegen

Um Erdöl- und Erdgas auf der See zu explorieren und fördern sind Bohrinseln und -schiffe nötig. Welcher Typ von den Unternehmen eingesetzt wird hängt vornehmlich von der Was- sertiefe ab. Bei Tiefen bis ca. 60 Meter werden zur Exploration Bohrinseln verwendet, die auf einem befüllten Ponton, einem verankerten Schwimmkörper, auf dem Meeresboden stehen. Ist die Operation beendet, kann der Ponton entleert werden und die Bohrinsel schwimmend zum nächsten Einsatzort geschleppt werden. Bei größeren Wassertiefen bis 300 Meter werden Bohrinseln eingesetzt, welche ihre Stützen absenken und mehrere Meter in den Meeresboden graben können (Wintershall 2014).

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Details

Titel
Erdöl und andere Rohstoffe. Mögliche Vorkommen und Exploration in Norwegen und Schweden
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
9
Katalognummer
V421149
ISBN (eBook)
9783668687530
Dateigröße
554 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erdöl, rohstoffe, mögliche, vorkommen, exploration, norwegen, schweden
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Pierre Shirvan (Autor), 2014, Erdöl und andere Rohstoffe. Mögliche Vorkommen und Exploration in Norwegen und Schweden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/421149

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