Risikomanagement bei internationalen Investitionsentscheidungen im Ländervergleich


Bachelorarbeit, 2016
71 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 InternationaleInvestitionen
2.1 Arten der internationalen Investitionen
2.1.1 JointVenture
2.1.2 Direktinvestitionen
2.2 Investitionsentscheidung
2.3 Standortentscheidung bei internationalen Investitionen
2.4 Grunde und Motive
2.4.1 Markt- und Vertriebsmotivierte Auslandsinvestitionen
2.4.2 Produktion, Kosten- und Beschaffungsmotive

3 Begriffserlauterung
3.1 Risikobegriff
3.2 Internes und externes Risiko
3.3 Risikomanagement

4 Internationales Risikomanagementprozess
4.1 Risikoidentifikation
4.1.1 Methoden der Risikoidentifikation
4.1.2 Instrumente der Risikoidentifikation
4.1.3 Vorgehensweise des indikatororientierten Fruhwarnsystems
4.1.4 Externe Indikatoren und internationale Risiken
4.1.4.1 Politische und rechtliche Risiken
4.1.4.2 WirtschaftlicheRisiken
4.1.4.3 SozialeRisiken
4.1.4.4 SonstigeRisiken
4.2 Risikobeurteilung und -bewertung
4.2.1 Methoden
4.2.1.1 Qualitative Bewertung der Risiken
4.2.1.2 Quantitative Bewertung der Risiken
4.2.2 Scoring-Modelle als Instrument zur Risikobewertung
4.2.2.1 AufgabenundZiele
4.2.2.2 BERI-Index
4.3 Risikosteuerung
4.3.1 Risikosteuerungsstrategien
4.3.1.1 Risikovermeidung
4.3.1.2 Risikoverminderung
4.3.1.3 Risikouberwalzung
4.3.1.4 Risikoakzeptanz
4.3.2 MaRnahmen zur Steuerung der internationalen Risiken

5 Landerauswahl fur die Anwendung und den Vergleich

6 Anwendung der Risikomanagementprozesse auf ausgewahlte Lander
6.1 Risikomanagementprozess am Beispiel Vereinigtes Konigreich
6.1.1 Risikoidentifikation
6.1.1.1 Politische und rechtliches Risiken
6.1.1.2 Wirtschaftsrisiken:
6.1.1.3 SozialeRisiken
6.1.1.4 SonstigeRisiken
6.1.2 Qualitative Bewertung der Risiken
6.1.3 SteuerungsmaRnahmen
6.1.3.1 Risikoverminderung
6.1.3.2 Risikouberwalzung
6.1.3.3 Risikovermeidung und -akzeptanz
6.2 Risikomanagementprozess am Beispiel China
6.2.1 Risikoidentifikation
6.2.1.1 Politische und rechtliche Risiken
6.2.1.2 Wirtschaftsrisiken
6.2.1.3 Soziale Risiken
6.2.1.4 Sonstige Risiken
6.2.2 Qualitative Bewertung der Risiken
6.2.3 SteuerungsmaRnahmen
6.2.3.1 Risikoverminderung
6.2.3.2 Risikouberwalzung
6.2.3.3 Risikovermeidung und -akzeptanz
6.3 Risikomanagementprozess am Beispiel USA
6.3.1 Risikoidentifikation
6.3.1.1 Politische und rechtliche Risiken
6.3.1.2 Wirtschaftliche Risiken
6.3.1.3 SozialeRisiken
6.3.1.4 Sonstige Risiken
6.3.2 Qualitative Bewertung der Risiken
6.3.3 SteuerungsmaRnahmen
6.3.3.1 Risikoverminderung
6.3.3.2 Risikouberwalzung
6.3.3.3 Risikovermeidung und -akzeptanz
6.3.4 Quantitative Bewertung der Lander und Vergleich

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Begriffsdefinition Risiko

Abbildung 2: Kriterien der Risikoidentifikation

Abbildung 3: Entwicklung des Pfund/Euro Kurses (Stand: 14.07.2016)

Abbildung 4: Einfuhrung von Zollen

Abbildung 5: Staatsverschuldung Chinas

Abbildung 6: Wachstumsrate des BIPs in China 2010 bis 2016, in Prozent

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Relevanzskala

Tabelle 2: Operations Risk Index

Tabelle 3: Political Risk Index

Tabelle 4: Remittance and Repatriation Factor

Tabelle 5: Profit Opportunity Recommendation

Tabelle 6: Zusammenfassung Risiken und Steuerungsmaftnahmen

Tabelle 7: Risiken Vereinigtes Konigreich

Tabelle 8: Risiken VR China

Tabelle 9: Risiken Vereinigte Staaten von Amerika

Tabelle 10: Bewertete Relevanzskala

Tabelle 11: Bewertung Vereinigtes Konigreich

Tabelle 12: Bewertung Volksrepublik China

Tabelle 13: Bewertung Vereinigte Staaten von Amerika

Tabelle 14: Ergebnis der Bewertungen

Tabelle 15: Risikozuschlag

1 Einleitung

Aufgrund der anhaltenden Liberalisierung des Welthandels sowie dem technolo- gischen Fortschritt, werden Unternehmen vermehrt internationaler. Standortvor- teile wie Markterschlieftung, Kostensenkung, Produktion u.a. helfen Unterneh­men dabei, ihren Gewinn zu maximieren und effizienter zu werden. Sie konnen durch Internationalisierung grower werden und dadurch zu bedeutenden Unter­nehmen heranwachsen. Dies ist nicht nur fur Unternehmen attraktiv, sondern auch fur Lander sehr wichtig. Direktinvestitionen bringen nicht nur zusatzliches Kapital in das Land, sondern schaffen neue Arbeitsplatze und tragen zum Wirt- schaftswachstum bei. Jedoch gibt es keine Investition, die risikolos ist und inter­national Investitionen sind dazu noch risikoreicher als z.B. Exportgeschafte. Ri- siken in Ziellandern fur internationale Investitionen konnen die Vorteilhaftigkeit der Investitionsalternativen infrage stellen und machen das Land unattraktiv. Da- her sollten Unternehmen bestmoglich vor der Durchfuhrung der Investition uber die Risikosituation der Ziellander informiert sein. So konnen sie sich fur die rich- tige Investitionsalternative entscheiden.

Um dies zu gewahrleisten, ist das Ziel dieser Arbeit, den Risikomanagementpro- zess auf internationale Investitionen anzupassen. In der Risikoanalyse bei der Investitionsplanung, konnen so die grenzuberschreitenden Risiken gezielter identifiziert werden. Aufterdem bekommen sie Aufschluss daruber, wie diese Ri­siken zu bewerten sind und welche Maftnahmen verwendetwerden konnen, um sie zu steuern. Die Risikosituation eines Landes kann somit in die Investitions- rechnung einflieften und bietet eine Entscheidungsgrundlage mit Risikoberuck- sichtigung. Abschlieftend stellt in dieser Arbeit die Anwendung des Risikoma- nagementprozesses, bei internationalen Investitionsentscheidungen auf ausge- wahlte Lander, ein Beispiel fur die Praxis dar. Hierfur werden wichtige Lander fur deutsche Direktinvestitionen ausgewahlt, dessen aktuelle Risikosituation be- stimmt wird.

2 Internationale Investitionen

Die international© Investition versteht sich als die Ubertragung des inlandischen Kapitals ins Ausland. Sie sind fur eine stabile internationale wirtschaftliche In­tegration eine notwendige Voraussetzung und ein Zeichen fur wachsende Inter- nationalisierung der Aktivitaten inlandischer Unternehmen. Man unterscheidet zwischen internationalen Investitionen mit dem Ziel, die auslandische Unterneh- menspolitik beeinflussen zu konnen und Investitionen bei der die Unternehmens- politik nicht beeinflusst wird. In dieser Bachelorarbeit werden jedoch nur Investi­tionen berucksichtig, die aus unternehmerischen Grunden mit Zielen der Gewinn- maximierung oder Kostensenkung getatigt werden. Bei dieser Art von Investitio­nen handelt es sich um Joint Venture (VJ) und Direktinvestitionen, die z.B. der Erwerb oder Errichtung einer Betriebsstatte, aber auch Beteiligungen an auslan- dischen Unternehmen sind.1

2.1 Arten der internationalen Investitionen

2.1.1 JointVenture

Noch vor einer Direktinvestition im Ausland, entscheiden sich viele Unternehmen fur einen Joint Venture. Im Zielland werden mit Partnern sogenannte Gemein- schaftsunternehmen mit verschiedenen Grundtypen des Joint Ventures gegrun- det. Die einfachste Methode stellt die Lizenzvergabe dar. Dem Partner wird unter Vertrag das Recht gewahrt, Patente, Herstellungsprozesse, Marken sowie Knowhow des Heimatmarktes zu nutzen. Ein weiterer Grundtyp des Joint Ven­ture istdie Auftragsfertigung, auch Contract Manufacturing genannt, welches das Produzieren von Produkten und Anbieten von Dienstleistungen fur den Auslands- markt beschreibt. Das bietet den Vorteil, in Zukunft die Produzenten aufkaufen zu konnen. Soll der Fokus nicht auf die Produktion gelegt werden, sondern auf das Knowhow, so konnen Betriebsfuhrungsvertrage, auch Management Contrac­ting, als JV getatigtwerden. Die vierte Moglichkeit des JointVentures stellen die echten Gemeinschaftsunternehmen, die Joint Ownerships, dar. Diese erlauben die Zusammenfuhrung der Ressourcen zweier Partner oder eine Grundung eines gemeinsamen neuen Unternehmens im Ausland.2

2.1.2 Direktinvestitionen

Die Direktinvestition gehort zu den intensivsten Auslandsaktivitaten eines Unter- nehmens und erfordert den groftten Kapitaleinsatz. Bis zur Internationalisierung eines Unternehmens durchlauft es mehrere Phasen. Angefangen mit dem Ex­port. Anschlieftend erfolgt die Errichtung von Tochtergesellschaften und Produk- tionsstatten. Direktinvestitionen bieten eine volle Kontrolle uber die unternehme- rischen Geschehnisse, sodass Produktions- und Marketingstrategien entwickelt werden konnen. Auch eine Beteiligung an einem Unternehmen ab 10 % wird in der Literatur als Direktinvestition bezeichnet.3

2.2 Investitionsentscheidung

In der Investitionsentscheidung sind ausgewahlte Investitionsalternativen auf ihre Vorteilhaftigkeit zu untersuchen und anschlieftend sich fur die vorteilhafteste In- vestition zu entscheiden. Es ist sich stets fur die Alternative zu entscheiden, die einen positiven Kapitalwert aufweist, der hoher ist als andere Alternativen. Der positive Kapitalwert zeigt schlieftlich, dass die Investition einen barwertigen Ge- winn erwirtschaftet. Eine Investition mit einem Wert = 0, ist indifferent und bringt keine Gewinne ein. Die Investition, die einen negativen Wert erweist ist unvorteil- haft und sollte von einem Unternehmen nicht durchgefuhrt werden.

Allerdings darf, bei der Investitionsentscheidung, das Risiko nicht vernachlassigt werden. Dieses muss bei der Berechnung des Kapitalwertes im Kalkulationszins- satz berucksichtigt werden. Der Kalkulationszinssatz ist die gewunschte Mindest- verzinsung des Investors und dient als Diskontierungsgrofte bei der Bewertung der Investition. Um das Risiko zu berucksichtigen, werden je nach Risikoprafe- renz des Investors Zuschlage auf den Kalkulationszinssatz angesetzt. Je hoher also das Risiko fur eine Investitionsalternative bewertetwurde, um so hoher muss auch der Kalkulationszinssatz sein. Um Risikozuschlage fur einzelne Alternativen festzulegen, konnen Risikoklassen4(siehe Tab. Relevanzskala, Risikozu­schlage) gebildet werden, denen je nach Starke des Risikos unterschiedliche Groften zugeordnet werden. Dieser korrigierte Kalkulationszinssatz kann dem- nach ermittelte Werte und Investitionsentscheidungen verandern.

2.3 Standortentscheidung bei internationalen Investitionen

Neben den vielen Motiven zu internationalen Investitionen sind auch einige Kri- terien vorhanden, die ein Land erfullen muss, um attraktiv fur das investierende Unternehmen zu sein. Generell unterscheiden Unternehmen zwischen zwei Hauptfaktoren bei einer Standortentscheidung, einmal mit dem Motiv der Markterschlieftung oder der gunstigen Produktionsbedingungen. Bei dem Markterschlieftungsmotiv soll ein Markt, welches bisher noch unzureichend oder nicht bedient wurde und eine Nahe zum Arbeitsmarkt hat, erschlossen werden. Hat ein Unternehmen keine Markterschlieftungsmotive, so muss ein Standort gute Produktionsbedingungen bieten. Dies ist gegeben, wenn die Infrastruktur eines Landes gut ausgebaut ist und die Produktionsfaktoren vorteilhaft sind. Eine andere wichtige Rolle bei Produktionsbedingungen spielen die Kriterien Verfug- barkeit, Kosten und Qualitat der Produktionsfaktoren, die zu gunstigen Produkti- onen fuhren konnen. Damit eines der beiden Kriterien fur einen Standort in Be- tracht kommen kann, mussen vorher andere Rahmenbedingungen erfullt wer­den. Politische Stabilitat, Rechtssicherheit und die Wirtschafts- und Eigentums- verfassung5eines Landes mussen gepruft werden. Wenn diese nicht ausrei- chend sind fur das investierende Unternehmen, konnen sie das Unternehmen beim Erreichen ihrerZiele behindern.

2.4 Grunde und Motive

Internationale Investitionen konnen zum einen aus Grunden und zum anderen aus Motiven getatigt werden. Dies bedeutet, dass eine Investition im Ausland nicht partout freiwillig sein muss. Stehen Unternehmen unter enormen Wettbe- werbsdruck und mussen ihre Preise senken, so sind sie aus diesem Grund mog- licherweise gezwungen ihren Produktionsstandort ins Ausland zu verlagern, um z.B. Kostenvorteile oder Skaleneffekte zu generieren. Dies wurde dann als Ab- wehrstrategie eines Unternehmens dienen und ware eine reaktive Auslandsin- vestition. Internationale Investitionen die aus proaktiven Grunden durchgefuhrt werden, ohne gefahrdenden Wettbewerbsdruck, haben sogenannte Motive. Diese konnen sehr Unterschiedlich sein und waren z.B. Beschaffungsmotive, Markt- und Vertriebsmotive, aber auch Produktions- und Kostenmotive.6

2.4.1 Markt- und Vertriebsmotivierte Auslandsinvestitionen

Neue Distributionskanale im Ausland konnen die Kundennahe und -beziehung sowie den Vertrieb verbessern und den Absatz inlandischer Produkte im Ausland steigern. Vertriebsmotivierte Investitionen im Ausland sind oft der erste Schritt zur Markterschlieftung. Erfordernisse der Endverbraucher oder des Groft- und Einzelhandels konnen einfacher auf den auslandischen Markt abgestimmt wer­den, wenn sie dortvertreten sind.7

2.4.2 Produktion, Kosten- und Beschaffungsmotive

Steigende Lohn- und Energiekosten machen die Produktion im Inland teurer, wel­ches Auswirkung auf die Wettbewerbsfahigkeit und die Effizienz des Unterneh- mens hat. Durch eine Standortverlagerung, z.B. die Produktion im Ausland, kon­nen Kostenersparnisse durch niedrigere Lohne, Steuern sowie gunstigere Roh- stoffmaterialien oder Skaleneffekte genutzt werden. Auch die Nahe zum Liefe- ranten bringt viele Vorteile mit sich. Kurzere Transportwege sparen Frachtkosten und untersturzen die Just-In-Time Belieferungen. Aufterdem werden somit die Kommunikationswege zum Lieferanten verkurzt, was Verhandlungen einfacher macht.8

Jede dieser Investitionen bringt Risiken mit sich, eine risikolose Investition gibt es nicht. Zusatzlich zu Inlandischen Risiken des Unternehmens kommen weitere internationale Risiken durch die Internationalisierung hinzu. Da, wie schon er- wahnt, internationale Investitionen nicht unbedingt freiwillig sein mussen, ist die Kenntnis uber die verbundenen Risiken umso wichtiger, damit das schon gefahr- dete Unternehmen nicht weitere Verluste erleidet. Damit aber auch Investitionen im Ausland erfolgreich und gewinnbringend sind, mussen Unternehmen noch vor der Investitionstatigung die Risiken identifizieren und Steuerungsmaftnahmen entwickeln. Mit welchen Risiken ein Unternehmen, das International investieren mochte, sich konfrontieren muss, wird im Verlauf der Bachelorarbeit naher er- wahnt und beschrieben.

3 Begriffserlauterung

3.1 Risikobegriff

Uber die Definition des Risikobegriffs lasst sich oft streiten. Unter dem wirtschaft- lichen Sinn herrscht jedoch eine geteilte, zusammengefasste Definition des Be- griffs, der die Abweichung, mit bestimmter Wahrscheinlichkeit, eines Planwertes oder eines erwarteten Ereignisses beschreibt. Hierbei wird unterschieden zwi- schen kalkulierbare, bekannte und nicht kalkulierbare Wahrscheinlichkeiten der Risiken. Risiken die nicht durch unternehmerisches Handeln entstehen, z.B. Aus- fallrisiko durch Naturkatastrophen, sind kalkulierbare, reine Risiken die zum Teil versichert werden konnen. Durch unternehmerisches Handeln entstandene Risi­ken, z.B. das Risiko bei der Markteinfuhrung eines Produktes, sind spekulative Risiken, konnen i.d.R. nicht versichert werden und werden wie folgt unterteilt. Ist die Abweichung positiv und mit Gewinnmoglichkeiten verbunden, so spricht man von einer Chance und umgekehrt bei einer negativen Abweichung mit Verlust- moglichkeiten von einem Risiko. Im weitesten Sinne wird unter einer allgemeinen Abweichung in beiden Fallen das Risiko gesehen. Interessant fur Unternehmen sind die Risiken die auftreten konnen, welche das Erreichen von Zielen oder das erfolgreiche Umzusetzen von Strategien verhindern. Diese konnen auftreten, wenn bei Entscheidungsprozessen Informationen unvollstandig sind oder gar fehlen.9

Bei internationalen Investitionen konnen die sog. Landerrisiken den Prozess ge- fahrden und die Verwirklichung verhindern. Dies hangt damit zusammen, dass Rahmenbedingungen im Ausland sich von den inlandischen unterscheiden. Au- fterdem machen geringe Marktkenntnisse und Erfahrungen das Beurteilen des Zielmarktes schwieriger, welches somit mit einer Unsicherheit verbunden ist. Die Unsicherheit stellt in der Regel die Ungewissheit uber Eintrittswahrscheinlichkei- ten dar. Entscheidend fur ein Unternehmen, welches erfolgreiche Investitionen im Ausland tatigen mochte, ist das Umwandeln von Unsicherheit in Risiko10, denn nur dann lassen sich diese steuern.

3.2 Internes und externes Risiko

Interne Risiken sind jene, die innerhalb des Unternehmens bei operativen Ge- schaftstatigkeiten entstehen, wenn Entscheidungen und Handlungen fehlerhaft getroffen werden oder es zu Unterlassungen kommt. Diese beeinflussen Struk- turen, Funktionen und Prozesse negativ, sind jedoch weitestgehend beeinfluss- bar. Es wird unterschieden zwischen leistungs- und finanzwirtschaftliche, sowie management- und organisationsbezogene Risiken. Externe Risiken hingegen lassen sich nicht unmittelbar beeinflussen, da sie aufterhalb eines Unternehmens entstehen. Diese haben erheblichen Einfluss auf die unternehmerischen Hand­lungen und Entscheidungen und konnen Ziele und Strategien verandern. Hier unterscheidet man zwischen politische, wirtschaftliche, soziale und sonstige ex- terne Risiken. Im Kapitel der Risikoidentifikation werden die genannten Risiken naher beschrieben, wobei sich auf die externen beschrankt wird. Ein Unterneh- men, welches sein Umfeld erweitert und im Ausland zu investieren plant, sollte die internen Risiken bereits kennen und unter Kontrolle haben. So konnen sie sich vollstandig auf die externen, neuen Risiken die im Ausland auf sie zukom- men konnen, konzentrieren.

3.3 Risikomanagement

Ein Versuch Risiken zu vermeiden oder eine absolute Sicherheit zu schaffen, wurde einem Unternehmen das generieren von Chancen nichtzulassen und zur unternehmerischen Inaktivitat fuhren. Daher besteht die Aufgabe des Risikoma- nagements darin, die Risiken zu identifizieren, bewerten, steuern und zu kontrol- lieren. Inwiefern das Risikomanagement in einem Unternehmen implementiert wird, hangt von der Organisationsstruktur sowie der Grofte ab. Bei kleineren Un­ternehmen wird das Risikomanagement zentral durchgefuhrt und die Risiken qualitativ bewertet. Groftere Unternehmen haben hingegen komplette Risikoma­nagement Abteilungen, in denen Risiken sowohl qualitativ als auch quantitativ bewertet werden.11Die Orientierung derZiele des Risikomanagements erfolgtan den allgemeinen unternehmerischen Zielen die sich in verschiedene Bereiche wie leistungswirtschaftliche, soziale und finanzielle Ziele unterteilen lassen. Beim Streben nach der Zielerreichung konnen Zielkonflikte entstehen, die dann nach Abhangigkeit der Risikopraferenzen zu einem Kompromiss gefuhrt werden mus- sen. Primar liegt das groftte Ziel des Risikomanagements darin, die Unterneh- mensexistenz zu bewahren, denn nur dann konnen auch die anderen Ziele er- reicht werden.12

Bei internationalen Investitionsentscheidung orientiert sich das Risikomanage­ment ebenso an den unternehmerischen Zielen, jedoch auf internationale Inves- tition bezogen. Anhand der aufgestellten Motive konnen durch das Risikoma­nagement Risikofaktoren in verschiedenen Landern, die die Investition gefahrden konnten, identifiziert werden. Dies muss schon wahrend der Investitionsplanung geschehen, um mogliche Veranderungen fruhzeitig erkennen zu konnen. Diese Risiken mussen weitestgehend bewertet und beurteilt werden. Anschlieftend mussen passende Steuerungsmaftnahmen uberdenkt werden, die dann zur Steuerung der Risiken, die im Ausland entstehen, eingesetzt werden konnen. Erst wenn ein Unternehmen sich ausreichend uber diese Punkte informiert hat und die jeweiligen Lander anhand dieser Informationen vergleichen kann, kann es sich fur das vorteilhafteste Zielland entscheiden. Somit dient das Risikoma- nagement bei internationalen Investitionen als Fruhwarnsystem, welches sich nach Durchfuhrung der Investition zum eigentlichen Risikomanagement im Aus­land entwickelt.

4 Internationales Risikomanagementprozess

4.1 Risikoidentifikation

Der Risikomanagementprozess beginnt in ihrerersten und wichtigsten Phase mit dersystematischen, strukturierten und fokussierten Identifikation der Risiken. Die Risikoidentifikation ist deshalb von hochster Bedeutung, da in den folgenden Pro- zessschritten nur Informationen verarbeitet werden konnen die identifiziert wur- den. Fur den Erfolg des Risikomanagements ist es notwendig, die richtigen In- strumente zu entwickeln, die in der Organisation eingesetzt werden konnen, um Risiken zu erkennen. Bei einer internationalen Risikoidentifikation, besteht die Herausforderung darin, diese Instrumente dann auf das neue Umfeld abzustim- men und anzupassen. Die Risikoidentifikation im Ausland kann deshalb sehr schwierig werden, da noch keine Erfahrungen und Erkenntnisse vorhanden sind. Hierbei ist es wichtig, dass Risiken, die eine negative Auswirkung auf das Unter­nehmen haben und die Strategien und Ziele gefahrden, den Vorrang haben. Jene die zu spat oder uberhaupt nicht identifiziert werden, konnen die Gesamtrisikosi- tuation beeinflussen und stellen eine Bedrohung dar. Sie konnen die Unterneh- mensexistenz gefahrden, was nicht mehr rechtzeitig verhindert werden kann o- derteure risikosteuernde, aufwendige Maftnahmen benotigt. Da die externen Ri- sikofaktoren, hier die Risiken im Ausland, sich standig verandern, ist die Risi­koidentifikation haufig, gar stetig durchzufuhren.13

4.1.1 Methoden der Risikoidentifikation

Zur Identifikation von Risiken eignen sich Methoden, welche sich wiederum durch Instrumente erganzen lassen. Generell unterscheidet man zwischen der progres- siven und retrograden Vorgehensweise. Die progressive Methode beschaftigt sich mit bereits vorhandenen Risiken und die Entwicklung der Wirkung der Risi- koquellen. Dabei mussen operative sowie strategische Managemententschei- dungen einbezogen werden. Im Prinzip kann diese Methode auf bereits getatigte Auslandsinvestitionen angewendet werden, da Schritt fur Schritt einzelne Ab- laufe auf Risiken untersucht werden. Da in dieser Arbeit keine laufenden Investi- tionen behandelt werden, kann die progressive Methode hiervernachlassigt wer­den. Festzuhalten ist dennoch, dass sich die retrograde und progressive Me­thode sinnvoll erganzen. Nach der retrograden Identifikation kann wahrend oder bei laufender Investition die Vollstandigkeit der Risiken uberpruft werden. Die ret­rograde Methode versucht Risiken zu identifizieren, die Auswirkungen auf Ziele und Strategien haben konnten. Gerade weil Internationalisierung mit viel Unge- wissheit und geringen Erfahrungen verbunden ist, mussen Unternehmen umso besser auf Risiken vorbereitet sein. Hierzu istzunachst wichtig, die unternehme- rischen Zielsetzungen fur die geplante Investition im Ausland zu kennen. Grunde und Motive der internationalen Investition wurden bereits im Kapitel 2.4 erwahnt und erlautert. Der Vorteil zur progressiven Methode ist, dass die retrograde Me­thode eine exaktere und zielgerichtete Risikosuche ermoglicht, weil Ziele in Risi­ken zerlegt werden. So wird das Unternehmen, noch vor der Durchfuhrung der Investition, aufdie moglichen Risiken und ihren Einfluss vorbereitet.14

4.1.2 Instrumente der Risikoidentifikation

Zur Identifikation der unternehmerischen Risiken sind unzahlige Instrumente vor- handen. Eine Darstellung/Auflistung aller Instrumente, wurde den Rahmen dieser Bachelorarbeit uberschreiten. Aus diesem Grund wurde nur das Instrument aus- gewahlt, welches dabei hilft die Risiken vor dem Eintritt der Auslandsinvestition zu erkennen. Dieses Instrument wird somit als Fruhaufklarungssystem bezeich- net und dient zur Prognose der moglicherweise auftretenden Risiken. Der Fokus hier wird lediglich auf die externen Risiken gelegt, da diese die entscheidenden

Kriterien bei internationalen Investitionen und der Standortauswahl sind. Dazu eignet sich das indikatororientierte Fruhaufklarungssystem, welches die Identifi- zierung von Risiken vornimmt, die noch keine Auswirkung aufdie unternehmeri- schen Kennzahlen genommen hat. Bei diesem Verfahren mussen seitens des Unternehmens zunachst die relevanten externen Beobachtungsbereiche, die sich zu Risiken entwickeln konnen, festgelegt werden. Anschlieftend werden dann zu den Bereichen passende Indikatoren identifiziert. Um moglichstgenaue Ergebnisse zu erzielen, empfiehlt es sich, alle unternehmens- sowie branchen- spezifische Indikatoren zu erfassen.15

Sind alle relevanten Indikatoren identifiziert und erfasst worden, so sollten im nachsten Schritt Soll-Werte und Toleranzgrenzen festgelegt werden. Die Gren- zen richtig zu bestimmen, kann jedoch sehr schwer werden. Eine zu hoch fest- gelegte Grenze wurde dazu fuhren, dass Warnmeldungen nicht vorgenommen werden, obwohl sie bestehen. Eine zu niedrig gelegte Grenze konnte zu regel- maftigen und falschen Warnmeldungen fuhren. Dies liegt uberwiegend daran, dass keine ausreichenden Erfahrungen vorhanden sind und die Grenzwerte nicht objektiv betrachtet werden. Somit wurde das zu einem eigenen Risiko werden und den Indikatoren die Effektivitat nehmen. Fur das Uber- oder Unterschreiten der Toleranzgrenzen sollten geeignete Beobachter bestimmt werden, die einer zentralen Stelle diese Informationen berichten. Diese analysieren und entschei- den, ob bestimmte Sachverhalte nachvollziehbar sind. In der Regel ist das die Aufgabe des Controllings, die Informationen zu erfassen und dem Management zu berichten.16

4.1.3 Vorgehensweise des indikatororientierten Fruhwarnsystems

Damit die Identifikation erfolgreich und effizient ist, mussen bei der Durchfuhrung einige Kriterien berucksichtigt werden. Diese werden in derfolgenden Abbildung zunachst dargestellt und anschlieftend naher erlautert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Diedrichs, 2012, S. 51

Abbildung 2: Kriterien der Risikoidentifikation

Aktualitat: Als entscheidend gilt hier das Kriterium der Aktualitat. Aufgrund sich standig verandernder Umgebung ist es wichtig, dass sie sehr haufig durchgefuhrt wird. Da eine international Investition haufig uber eine langere Zeit hinaus ge- plant wird, ist dies umso wichtiger. So kann man gewahrleisten, dass Risiken fruhzeitig erkanntund passende Maftnahmen aufgestelltwerden. Vollstandigkeit/Richtigkeit: Das Ziel der Vollstandigkeit liegt darin, eine mog- lichst vollstandige und luckenlose Erfassung der Risiken durchzufuhren. Sollten diese nur teilweise identifiziert werden, dann konnen die Risiken nur teilweise gesteuert werden. Das Restrisiko, welches das Unternehmen selber tragen muss, ware hoher. Neben der Vollstandigkeit, sollte die Identifikation die Richtig- keit erweisen. Sie lasst sich zum einen in Genauigkeit und Zuverlassigkeit der Ergebnisse differenzieren.

Wesentlichkeit/Wirtschaftlichkeit: Es ist wichtig, dass nur wesentliche und be- deutende Risiken vertieft werden. Dennoch sollten Risiken, die wenig Einfluss auf das Unternehmen haben dokumentiert und beobachtet werden. Bei der Iden­tifikation ist aufterdem zu beachten, dass Kosten und Nutzen in einem vernunfti- gen Verhaltnis stehen und damit effizient bleiben. Mit Berucksichtigung des Kos- ten-Nutzens-Aspekts konnen die unternehmerischen Risiken, vor allem im Aus- land, nie vollstandig identifiziertwerden.

Systematik/Flexibilitat: Der Prozess der Risikoidentifikation sollte so strukturiert sein, dass es moglichst standardisiert, systematisch und kontinuierlich ist. Sie sollte dennoch so entwickelt werden, um flexibel genug zu sein. Dies ist wichtig um neue Risiken erkennen zu konnen.

Widerstand: Widerstande konnen, psychologisch, raumlich oderorganisatorisch sein und stellen einen Zusammenhang zwischen derQualitat und dem Risikobe- wusstsein dar. Diesbezuglich kommen Aspekte wie Erfahrung, Intuition und Mo­tivation der Mitarbeiter. Diese bestimmen, inwiefern Mitarbeiter in der Lage sind, Risiken erfassen zu konnen oder zu wollen. Um diese aufrecht zu halten, durfen Uberbringer der erfassten Risiken nicht negativ Sanktioniert werden. Einen Ver- stoft wurde dazu fuhren, dass nicht ausreichend uber die Risiken kommuniziert wird.

Beinflussbarkeit: Haufig werden identifizierte Risiken sehr unterschatz, weil sie den Anschein geben, sich beeinflussen und kontrollieren zu lassen. Dies fuhrt in der Regel zum Unterschatzen der Risikosituation im Unternehmen. Daher besagt dieses Kriterium, dass Risiken nicht als irrelevant bezeichnet werden durfen und mussen erwahnt und dokumentiertwerden.17

4.1.4 Externe Indikatoren und international Risiken

4.1.4.1 Politische und rechtliche Risiken

Unvorhersehbare Veranderungen der politischen Struktur, oder Folgen einer Veranderung, und der rechtlichen Gegebenheiten konnen grofte Risiken im Ziel- land entstehen lassen. Diese werden als politische und rechtliche Risiken be­zeichnet.18So konnen z.B. durch fiskalpolitisches Handeln der Regierung, Er- tragssituationen des Unternehmens beeinflusst werden. Dabei ist das Risiko nicht direkt das Handeln der Regierung, vielmehr die kurzfristigen Anderungen, die Kalkulationen bei einer Investitionsentscheidung ungultig machen. Des Wei- teren konnen durch hoheitliche Maftnahmen und staatlichen Eingriffen Bereiche eines Unternehmens oder ganze Unternehmen enteignet oder verstaatlicht wer­den. Ein weiteres ist z.B. die Uberschuldung des jeweiligen Ziellandes, was dazu fuhren konnte, dass sich Zahlungen von Kunden verzogern oder verweigert wer­den. Dieses Risiko entsteht nicht durch die zu hohen Staatsschulden selbst, son- dern durch die Folgen von Staatsschuldenkrisen. Folgen von Staatsschulden- krise konnen Kapitalkontrollen sein, die das Uberweisen von z.B. Gewinnanteilen von Beteiligungen verzogern oder verbieten.19

Rechtlichte Bedingungen furZoll, Steuer, Import, Exportsowie Niederlassungs-, Arbeits- und Sozialrecht sind in den verschiedenen Landern sehr unterschiedlich. Einfuhrung von Zollen wurden z.B. Preise steigen lassen und das Absatzen von Produkten erschweren. Diese rechtlichen Regelungen fuhren dazu, dass die Qualitats-, Haftungs- und Schutzrisiken steigen. Kunden konnten nach dem Ver- kauf Haftungsanspruche geltend machen, was zu Ruckrufaktionen fuhren konnte und somit rufschadigend ware.20

Die politischen und rechtlichen Risiken sind deshalb sehr wichtig zu kennen, da das Verandern der Rahmenbedingungen in einem Land zu mehreren verschie­denen Folgen fuhren kann. Somit wurden grofte Veranderungen auch wirtschaft- liche sowie soziale Folgen haben, welche ebenso Risiken entstehen lassen.

4.1.4.2 WirtschaftlicheRisiken

Die groftten wirtschaftlichen Risiken fur internationale Investition stellen die Wah- rungs- und Konjunkturrisiken dar. Fur den internationalen Kapitalverkehr ist es wichtig, dass Wechselkurse stabil sind. Wenn zum Zeitpunkt der Begleichung von Zahlungen, Wechselkurse schwanken, kann dies ein Risiko darstellen, da erwartete und reale Wechselkurse voneinander abweichen. Zudem sind in Wah- rungsrisiken auch Inflationsrisiken enthalten, da Inflationsquoten zur Berechnung der erwarteten Wechselkurse herangezogen werden. Schwankungen der Oko- nomischen Groften z.B. Preise, Beschaftigung, Produktion, Zinsenniveau und etc. stellen die konjunkturellen Risiken dar. Eine Konjunktur die sich in der Ab- schwung-Phase befindet und somit auf die Depressionsphase zusteuert stellt ein erhebliches Risiko dar. Die Arbeitslosigkeit im Land steigt und wird durch unter- durchschnittliche Kapazitatsauslastung gekennzeichnet. Diese Phasen deuten auf eine Wirtschaftskrise hin. Inflationsraten sowie Lohne steigen, die Wettbe- werbsfahigkeit sowie die Zahlungsmoral nehmen ab und diese fuhren schlieftlich zu einer Kapitalflucht der Investoren.21

Auch Absatzgroften konnen sich im Ausland verandern und zu Abweichungen der Planwerte fuhren. Dann spricht man von einem Absatzrisiko, die Kerngroften wie Umsatz und Kosten mit Verlustpotential markiert. Leistungswirtschaftliche Parameter konnen zu Abweichungen fuhren, die zu einem Absatzrisiko werden, wenn Qualitat, Menge und Zeit abzusetzender Produkte mangelhaft werden. Auch die Massenproduktion der Produkte mit einem fortgeschrittenen Lebens- zyklus erhoht das Absatzrisiko enorm. Bei einer Veranderung der Nachfrage, kann das Unternehmen unter Umstanden nicht schnell genug reagieren und am neuen Trend teilhaben. Dadurch entstehen entgangene Umsatze.22

4.1.4.3 SozialeRisiken

Bei internationalen Investitionen agieren Unternehmen in Landern, die unter- schiedliche Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen besitzen. Kulturelle und so- ziale Unterschiede mussen ebenso berucksichtigt werden. So istz.B. die Einstel- lung eines Landes gegenuber Fremden zu untersuchen und hervorzuheben. Im Inland entwickelte Methoden und Instrumente zur Kommunikation, Motivation und Fuhrung der Mitarbeiter konnen im Ausland ggf. nicht funktionieren, da sie kulturellen Einflussen unterliegen. Durch das Mitbringen inlandischer Mitarbeiter konnen im Ausland multikulturelle Arbeitsteams entstehen. Sind diese Heterogen zueinander und werden sich selbst in der Aufgabendurchfuhrung uberlassen, konnten Missverstandnisse entstehen und die Arbeit unproduktiv machen. Das Nichtbeachten der kulturellen Unterschiede kann schwerwiegende Folgen verur- sachen. Haufig wird man sich seiner Kultur erst dann bewusst, wenn andere Kul- turen sich von der eigenen unterscheiden. Das Risiko hier stellt somit das Unter- schatzen der kulturellen Unterschiede der jeweiligen Lander zum eigenen Land dar. Diese sollten bereits vor der Investitionstatigkeit bekannt sein und nicht wenn die Investition gescheitert ist. Ein weiteres Risiko stellt in diesem Abschnitt auch die Sprache dar, denn ohne das notige Knowhow uber die Kommunikations- weise, konnen keine Geschafte verhandelt, abgewickelt und eine Unternehmens- kultur mit auslandischen Mitarbeitern geschaffen werden.23

4.1.4.4 SonstigeRisiken

Sonstige Risiken konnen jene sein, die durch das Klima oder Naturkatastrophen entstehen konnen. Tropische Standorte mit hohen Niederschlagen konnen schnell zu Uberschwemmungen fuhren, hingegen trockene zu Branden. Aufter- dem gelten Erdbeben, Sturmschaden und Pandemien, Ausbreitung von Krank- heiten, als die haufigsten Naturrisiken. Sie verursachen kleine bis sehr grofte Schaden, gegen die nur teilweise versichert werden kann. Durch ermittelte Ein- trittswahrscheinlichkeiten und bekannten Ereignissen kann das Ausmaft der Na­turkatastrophen teilweise bestimmt und kalkuliert werden. Diese Risiken sind je- doch regionsbezogen und treten nicht uberall im gleichen Mafte auf.24

4.2 Risikobeurteilung und -bewertung

Wurde das Erkennen und Dokumentieren der Risiken erfolgreich durchgefuhrt, folgt anschlieftend die Beurteilung und Bewertung der internationalen Risiken, um Steuerungsmaftnahmen entwickeln und aufstellen zu konnen. Zu beurteilen sind die einzelnen Risiken in ihrer Akzeptanz fur das Unternehmen, die fur die Entscheidung der Auslandsinvestition wichtig sind. Bevor das geschehen kann, sind die Risiken jedoch erst qualitativ und quantitativ zu bewerten. Aufterdem sind bestehende Wechselwirkungen zwischen den Risiken zu berucksichtigen, die gemeinsam Effekte hervorrufen konnen. Ein einzelnes Risiko kann z.B. wenig bedrohend fur ein Unternehmen sein, jedoch im Zusammenhang mit weiteren Risiken ein sehr bedrohliches Risiko darstellen. Wird keine Bewertung durchge­fuhrt, so konnen Risiken zu niedrig eingeschatzt werden, was zur Vermeidung der Einleitung von Maftnahmen fuhrt. Tritt dann ein Risiko ein, so fehlen dem Unternehmen Steuerungsinstrumente, um das Risiko zu senken. Verschiedene Bereiche des Unternehmens konnten davon betroffen werden und Unterneh- mensgewinne vermindern.25

[...]


1(vgl. Wirtschaftslexikon)

2(vgl. Kotler etal.,2011,S.1096 ff.)

3(vgl. Kotler etal.,2011,S.1096 ff.)

4(vgl.Olfert, 2013,S.99-104)

5(vgl. IKB Deutsche Industriebank, kein Datum)

6(vgl. IKB Deutsche Industriebank, kein Datum)

7(vgl. ebenda)

8(vgl. ebenda)

9(vgl. Diederichs, 2012, S. 8-9)

10(vgl. Will, 2014, S. 29)

11 (vgl. Kuhlmann & Haas, 2009, S. 29-30)

12(vgl. Diederichs, 2012, S. 13-14)

13 (vgl. Will, 2014, S. 53-54)

14 (vgl. Diederichs, 2012, S. 52-55)

15(vgl. Diederichs, 2012, S.76)

16(vgl. ebenda, S. 78-79)

17(vgl. Will, 2014, S. 55-58 und Diederichs, 2012, S. 51-52)

18(vgl. Schenk, 2014, S. 61)

19(vgl. Schneck, 2014, S. 61)

20(vgl. Kuhlmann, 2009, S. 38-40)

21(vgl. Kuhlmann, 2009, S.35 und Schneck, 2014, S. 62)

22(vgl. Kuhlmann, S. 36-37)

23(vgl. Hummel, 2011, S. 21-23)

24(vgl. Kuhlmann, 2009, S. 32)

25(vgl. Gleiftner, 2008, S.101-102)

Ende der Leseprobe aus 71 Seiten

Details

Titel
Risikomanagement bei internationalen Investitionsentscheidungen im Ländervergleich
Hochschule
Fachhochschule Lübeck
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
71
Katalognummer
V421152
ISBN (eBook)
9783668688117
ISBN (Buch)
9783668688124
Dateigröße
1034 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Risiko, Risikomanagement, controlling, bwl, investition, investitionsentscheidungen, unternehmenssteuerung, international, usa, china, brexit, uk, deutschland, handlungsempfehlungen
Arbeit zitieren
Goar Kagramanova (Autor), 2016, Risikomanagement bei internationalen Investitionsentscheidungen im Ländervergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/421152

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