Aufgrund der anhaltenden Liberalisierung des Welthandels sowie dem technologischen Fortschritt, werden Unternehmen vermehrt internationaler. Standortvorteile wie Markterschließung, Kostensenkung, Produktion u.a. helfen Unternehmen dabei, ihren Gewinn zu maximieren und effizienter zu werden. Sie können durch Internationalisierung größer werden und dadurch zu bedeutenden Unternehmen heranwachsen. Dies ist nicht nur für Unternehmen attraktiv, sondern auch für Länder sehr wichtig. Direktinvestitionen bringen nicht nur zusätzliches Kapital in das Land, sondern schaffen neue Arbeitsplätze und tragen zum Wirtschaftswachstum bei. Jedoch gibt es keine Investition, die risikolos ist und internationale Investitionen sind dazu noch risikoreicher als z.B. Exportgeschäfte. Risiken in Zielländern für internationale Investitionen können die Vorteilhaftigkeit der Investitionsalternativen infrage stellen und machen das Land unattraktiv. Daher sollten Unternehmen bestmöglich vor der Durchführung der Investition über die Risikosituation der Zielländer informiert sein.
Um dies zu gewährleisten, ist das Ziel dieser Arbeit, den Risikomanagementprozess auf internationale Investitionen anzupassen. In der Risikoanalyse bei der Investitionsplanung, können so die grenzüberschreitenden Risiken gezielter identifiziert werden. Außerdem bekommen sie Aufschluss darüber, wie diese Risiken zu bewerten sind und welche Maßnahmen verwendet werden können, um sie zu steuern. Die Risikosituation eines Landes kann somit in die Investitionsrechnung einfließen und bietet eine Entscheidungsgrundlage mit Risikoberücksichtigung. Abschließend stellt in dieser Arbeit die Anwendung des Risikomanagementprozesses, bei internationalen Investitionsentscheidungen auf ausgewählte Länder, ein Beispiel für die Praxis dar. Hierfür werden wichtige Länder für deutsche Direktinvestitionen ausgewählt, dessen aktuelle Risikosituation bestimmt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Internationale Investitionen
2.1 Arten der internationalen Investitionen
2.1.1 Joint Venture
2.1.2 Direktinvestitionen
2.2 Investitionsentscheidung
2.3 Standortentscheidung bei internationalen Investitionen
2.4 Gründe und Motive
2.4.1 Markt- und Vertriebsmotivierte Auslandsinvestitionen
2.4.2 Produktion, Kosten- und Beschaffungsmotive
3. Begriffserläuterung
3.1 Risikobegriff
3.2 Internes und externes Risiko
3.3 Risikomanagement
4. Internationales Risikomanagementprozess
4.1 Risikoidentifikation
4.1.1 Methoden der Risikoidentifikation
4.1.2 Instrumente der Risikoidentifikation
4.1.3 Vorgehensweise des indikatororientierten Frühwarnsystems
4.1.4 Externe Indikatoren und internationale Risiken
4.1.4.1 Politische und rechtliche Risiken
4.1.4.2 Wirtschaftliche Risiken
4.1.4.3 Soziale Risiken
4.1.4.4 Sonstige Risiken
4.2 Risikobeurteilung und -bewertung
4.2.1 Methoden
4.2.1.1 Qualitative Bewertung der Risiken
4.2.1.2 Quantitative Bewertung der Risiken
4.2.2 Scoring-Modelle als Instrument zur Risikobewertung
4.2.2.1 Aufgaben und Ziele
4.2.2.2 BERI-Index
4.3 Risikosteuerung
4.3.1 Risikosteuerungsstrategien
4.3.1.1 Risikovermeidung
4.3.1.2 Risikoverminderung
4.3.1.3 Risikoüberwälzung
4.3.1.4 Risikoakzeptanz
4.3.2 Maßnahmen zur Steuerung der internationalen Risiken
5. Länderauswahl für die Anwendung und den Vergleich
6. Anwendung der Risikomanagementprozesse auf ausgewählte Länder
6.1 Risikomanagementprozess am Beispiel Vereinigtes Königreich
6.1.1 Risikoidentifikation
6.1.1.1 Politische und rechtliche Risiken
6.1.1.2 Wirtschaftsrisiken
6.1.1.3 Soziale Risiken
6.1.1.4 Sonstige Risiken
6.1.2 Qualitative Bewertung der Risiken
6.1.3 Steuerungsmaßnahmen
6.1.3.1 Risikoverminderung
6.1.3.2 Risikoüberwälzung
6.1.3.3 Risikovermeidung und -akzeptanz
6.2 Risikomanagementprozess am Beispiel China
6.2.1 Risikoidentifikation
6.2.1.1 Politische und rechtliche Risiken
6.2.1.2 Wirtschaftsrisiken
6.2.1.3 Soziale Risiken
6.2.1.4 Sonstige Risiken
6.2.2 Qualitative Bewertung der Risiken
6.2.3 Steuerungsmaßnahmen
6.2.3.1 Risikoverminderung
6.2.3.2 Risikoüberwälzung
6.2.3.3 Risikovermeidung und -akzeptanz
6.3 Risikomanagementprozess am Beispiel USA
6.3.1 Risikoidentifikation
6.3.1.1 Politische und rechtliche Risiken
6.3.1.2 Wirtschaftsrisiken
6.3.1.3 Soziale Risiken
6.3.1.4 Sonstige Risiken
6.3.2 Qualitative Bewertung der Risiken
6.3.3 Steuerungsmaßnahmen
6.3.3.1 Risikoverminderung
6.3.3.2 Risikoüberwälzung
6.3.3.3 Risikovermeidung und -akzeptanz
6.3.4 Quantitative Bewertung der Länder und Vergleich
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen Risikomanagementprozess auf internationale Investitionen anzupassen, um grenzüberschreitende Risiken gezielter zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie Unternehmen bei der Investitionsplanung in ausgewählten Ländern (Großbritannien, China, USA) ihre Risikosituation analysieren und fundierte Entscheidungen treffen können.
- Methodische Grundlagen der Risikoidentifikation und -bewertung
- Analyse politischer, wirtschaftlicher, sozialer und sonstiger Risiken
- Einsatz von Scoring-Modellen und Frühwarnsystemen
- Strategien der Risikosteuerung (Vermeidung, Verminderung, Überwälzung, Akzeptanz)
- Praktischer Vergleich der Länderrisiken mittels quantitativer Bewertungsverfahren
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Methoden der Risikoidentifikation
Zur Identifikation von Risiken eignen sich Methoden, welche sich wiederum durch Instrumente ergänzen lassen. Generell unterscheidet man zwischen der progressiven und retrograden Vorgehensweise. Die progressive Methode beschäftigt sich mit bereits vorhandenen Risiken und die Entwicklung der Wirkung der Risikoquellen. Dabei müssen operative sowie strategische Managemententscheidungen einbezogen werden. Im Prinzip kann diese Methode auf bereits getätigte Auslandsinvestitionen angewendet werden, da Schritt für Schritt einzelne Abläufe auf Risiken untersucht werden. Da in dieser Arbeit keine Investitionen behandelt werden, kann die progressive Methode hier vernachlässigt werden. Festzuhalten ist dennoch, dass sich die retrograde und progressive Methode sinnvoll ergänzen. Nach der retrograden Identifikation kann während bei laufender Investition die Vollständigkeit der Risiken überprüft werden. Die retrograde Methode versucht Risiken zu identifizieren, die Auswirkungen auf Ziele und Strategien haben könnten. Gerade weil Internationalisierung mit viel Ungewissheit und geringen Erfahrungen verbunden ist, müssen Unternehmen umso besser auf Risiken vorbereitet sein. Hierzu ist zunächst wichtig, die unternehmerischen Zielsetzungen für die geplante Investition im Ausland zu kennen. Gründe und Motive der internationalen Investition wurden bereits im Kapitel 2.4 erwähnt und erläutert. Der Vorteil zur progressiven Methode ist, dass die retrograde Methode eine exaktere und zielgerichtete Risikosuche ermöglicht, weil Ziele in Risiken zerlegt werden. So wird das Unternehmen, noch vor der Durchführung der Investition, auf die möglichen Risiken und ihren Einfluss vorbereitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Internationalisierung von Unternehmen und die damit verbundenen, komplexen Risiken, die eine strukturierte Risikobewertung bei Investitionsentscheidungen unerlässlich machen.
2. Internationale Investitionen: Dieses Kapitel definiert internationale Investitionsformen wie Joint Ventures und Direktinvestitionen und erörtert die zugrunde liegenden Motive und Standortkriterien.
3. Begriffserläuterung: Hier werden zentrale Begriffe wie das Risikoverständnis, die Abgrenzung von internen und externen Risiken sowie die generellen Grundlagen des Risikomanagements dargelegt.
4. Internationaler Risikomanagementprozess: Das Kapitel beschreibt systematisch die Phasen der Identifikation, Beurteilung und Steuerung von Risiken, einschließlich qualitativer und quantitativer Bewertungsmethoden.
5. Länderauswahl für die Anwendung und den Vergleich: Die Auswahl der untersuchten Länder (Großbritannien, China, USA) wird begründet und deren Bedeutung für deutsche Direktinvestitionen aufgezeigt.
6. Anwendung der Risikomanagementprozesse auf ausgewählte Länder: Eine detaillierte Analyse der Länderrisiken in Großbritannien, China und den USA wird durchgeführt, wobei die Risiken identifiziert, bewertet und durch spezifische Maßnahmen gesteuert werden.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Risikoinformationen in die Investitionsrechnung und Entscheidungsfindung zu integrieren.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Auslandsinvestitionen, Risikoidentifikation, Investitionsentscheidung, Standortentscheidung, Frühwarnsystem, Risikobewertung, Scoring-Modelle, Risikosteuerung, Politische Risiken, Wirtschaftsrisiken, Risikoklassen, Deutschland, Großbritannien, China, USA.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Risikomanagement bei internationalen Investitionsentscheidungen und entwickelt einen Prozess, um Risiken in verschiedenen Ländern identifizieren, bewerten und steuern zu können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Systematik des internationalen Risikomanagements, die Analyse verschiedener Risikoarten (politisch, wirtschaftlich, sozial, sonstige) sowie deren praktische Anwendung auf ausgewählte Zielmärkte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, einen anpassbaren Risikomanagementprozess zu definieren, der deutschen Unternehmen bei der Planung von Direktinvestitionen im Ausland als Entscheidungsgrundlage dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die retrograde Methode zur Risikoidentifikation sowie Scoring-Modelle und punktwertbasierte Verfahren zur quantitativen Bewertung und zum Vergleich von Länderrisiken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen des Risikomanagements erarbeitet und anschließend auf die Länder Großbritannien, China und die USA angewendet, um dort spezifische Risiken zu analysieren und entsprechende Steuerungsmaßnahmen abzuleiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Risikomanagement, Auslandsinvestitionen, Risikoidentifikation, Risikosteuerung, Scoring-Modelle sowie die länderspezifische Risikoanalyse.
Welche besonderen Auswirkungen hat der BREXIT auf Investitionen in Großbritannien?
Der BREXIT führt zu politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit, insbesondere durch drohende Zölle, erschwerte Arbeitsgenehmigungen, Währungsschwankungen des Pfunds und mögliche Einschränkungen beim Marktzugang.
Warum ist die Staatsverschuldung in China als kritisches Risiko eingestuft?
Die hohe Staatsverschuldung, verbunden mit der Bildung von "Schattenbanken", gefährdet die Stabilität des Finanzsystems und könnte langfristig die Wirtschaftslage verschlechtern und Investitionen unrentabel machen.
- Arbeit zitieren
- Goar Kagramanova (Autor:in), 2016, Risikomanagement bei internationalen Investitionsentscheidungen im Ländervergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/421152