Medien und Gesellschaft im Wandel. Wie Medien genutzt werden und was sie bewirken


Hausarbeit, 2018

12 Seiten, Note: 15,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Einstieg in die Thematik
1.2. Definition Medien
1.3 Definition Soziologie
1.4 Definition: Mediensoziologie

2. Hauptteil
2.1 Funktion der Medien
2.2. Wirkung der Medien auf die Gesellschaft
2.3 Langzeitstudie ARD / ZDF

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einstieg in die Thematik

Medien werden in unserer Gesellschaft kontrovers diskutiert. Schädigen Medien unsere Kommunikation untereinander oder sind Medien eine Bereicherung für die Allgemeinheit? Wie werden Medien überhaupt genutzt und was bewirken sie in unserer Gesellschaft? Schlagzeilen wie: „Wie uns die Technik entmenschlicht“ (Moorstedt 2015, S. 1) oder „Lässt das Internet unsere Sprache verkümmern?“ (Welt 2009, S. 1), aber auch die „Vernetzung der weltweiten Kommunikation“ (Hartmann 2014, S. 1) stehen nahezu jeden Tag in den Printmedien oder in digitaler Form. Doch was genau heißt das jetzt für unsere Gesellschaft, wie verändert sich unsere Gesellschaft durch die Medien unserer Zeit? Genau mit dieser Thematik wird sich diese Ausarbeitung auseinandersetzen.

1.2. Definition Medien

Medien - Medien sind nach Marshall McLuhan „die grundsätzlichen Bedingungen einer Kultur und Struktur einer Gesellschaft“ (Wagner 2014, S. 30). Viele Soziologen, darunter Max Weber, Charles Cooley oder auch Robert Ezra Park haben sich mit der Thematik, was Medien mit unserer Gesellschaft machen, auseinandergesetzt. Doch was genau sind Medien? Der Begriff Medium kann man etymologisch aus dem lateinischen „medius“ (Baer 2001, S. 616) ableiten, was so viel heißt wie „in der Mitte, vermittelnd“ (Pons). Dies kommt unserem heutigen Medienbegriff sehr nahe. Im Laufe der Zeit, beginnend beim Buchdruck im Jahr 1445 „[…] veränderte sich die Qualität der Informationsmedien insofern, als damit schriftlich fixierte Kommunikationsinhalte massenhaft hergestellt und verbreitet werden konnten“ (Hunziker 1988, S. 5). Es entstanden sogenannte „[…] Massenmedien, die auf die Ansprache eines Massenpublikums ausgerichtet waren […]“ (ebd.). Demnach sind solche Medien eine „Sammelbezeichnung für Presse, Rundfunk und Fernsehen, im weiteren Sinne auch für Bücher, CDs, Videos und Internet, also für Mittel (= Medien), mit denen Nachrichten und Unterhaltung in Schrift, Ton und Bild zu einem breiten Publikum kommen“ (Thurich 2011, S. 36). Das älteste Medium, welches für die Menschheit erfunden wurde, war das Buch. Dies diente zur „Fixierung und Verbreitung religiöser und wissenschaftlicher Inhalte“ (Hunziker 1988, S. 27). Das Buch sorgte dafür, dass immer mehr Menschen anfangen zu lesen und sich weiterbilden. Mittels des Neuen Testaments von Luther konnte nun, wer möchte lesen. Zuvor waren eher lateinische Bücher dominierend, diese Bücher konnten nur Gebildete lesen (vgl. ebd., S. 28). Zwei Jahrhunderte später erschien als regelmäßig erscheinendes Druckmedium zunächst die Wochenzeitung, 50 Jahre später die Tageszeitung (vgl. ebd., S. 29). Danach dauerte es, bis noch weitere Massenmedien auf den Markt kamen. Das Radio 1906, das Fernsehen mit Stummfilmen 1895 bzw. Tonfilme 1924 und dem öffentlichen Fernsehen 1952 revolutionierten den Medienmarkt (Moser 2010, S. 53). Nun war es auch möglich mithilfe eines Fernsehers zu kommunizieren, dies nutzten 1955 schon 100.000 Menschen (vgl. Hunziker 1988, S. 36). Das Fernsehprogramm bestimmte einen großen Teil der Freizeitgestaltung mit einer täglichen Fernsehdauer von circa zwei Stunden (vgl. ebd., S. 37). Beeindruckend ist die Entwicklung in den letzten 50 Jahren mit der Einführung eines Computers, Handys und des World Wide Webs. Fast jährlich kommen neue Medien hinzu (vgl. Moser 2010, S. 53). Doch wie beeinflussen diese Medien unsere Gesellschaft? Dazu sollte man vorerst den Begriff der Soziologie klären.

1.3 Definition Soziologie

Zunächst ist festzuhalten, dass es keine facheinheitliche Definition von Soziologie gibt, jedoch haben sich schon viele Soziologen dazu geäußert. Schaut man sich indes die einzelnen Teile des Wortes an, so kann man Rückschlüsse auf die Herkunft des Wortes ziehen. Das Wort Soziologie setzt sich aus zwei Teilen zusammen, zum einen aus dem lateinischen Wort „socius“ (Pries 2017, S. 23) und zum anderen aus dem griechischen Wort „logos“ (ebd.). Übersetzt heißt dies so viel wie die „Lehre von den Mitmenschen“ (ebd.). Schaut man sich das Wort „sozial“ an, so beschreibt dies ein in unserer Gesellschaft wünschenswertes Verhalten (vgl. Jäckel 2010, S. 15). So kann man auch hier darauf schließen, dass der Begriff Soziologie etwas mit unserer Menschheit zu tun hat. Die Soziologie als Wissenschaft an sich entwickelte sich im 19. Jahrhundert durch diverse Umbrüche in der Gesellschaft (vgl. Pries 2017, S. 18). Zum einen durch die Bildung von Nationalstaaten, die Modernisierung und Individualisierung, die Ausweitung der kapitalistischen Industriegesellschaften, die Urbanisierung, aber zum anderen auch durch den Aufklärungsgedanken und die Französische Revolution 1789 (vgl. ebd., S. 18–22). Man stellte sich jedoch die Frage, was gehört denn alles zur Soziologie? Joseph H. Fichter definierte Soziologie als eine „[…] wissenschaftliche Erforschung des nach Mustern und oder Gleichförmigkeiten ablaufenden gesellschaftlichen Verhaltens der Menschen“ (Fichter zit. n. Jäckel 2010, S. 16). Jedoch sind die Begriffe Formen und Gleichförmigkeit sehr weitgreifend und demnach ist diese Definition noch zu ungenau (vgl. ebd.). Max Weber, einer der bekanntesten Soziologen definierte Soziologie schon genauer:

„§ 1. Soziologie (im hier verstandenen Sinn dieses sehr vieldeutig gebrauchten Wortes) soll heißen: eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will. »Handeln« soll dabei ein menschliches Verhalten (einerlei ob äußeres oder innerliches Tun, Unterlassen oder Dulden) heißen, wenn und insofern als der oder die Handelnden mit ihm einen subjektiven Sinn verbinden. »Soziales« Handeln aber soll ein solches Handeln heißen, welches seinem von dem oder den Handelnden gemeinten Sinn nach auf das Ver- halten anderer bezogen wird und daran in seinem Ablauf orientiert ist“ (Weber 1922, S. 15).

Anhand dessen entwickelten Jäckel und Grund zentrale Fragen: „Wie ist Gesellschaft überhaupt möglich? Wie ist zu erklären, dass sich Individuen zusammengehörig fühlen und warum finden wir uns in Gruppen, Gemeinschaften und Gesellschaften zusammen?“ (Jäckel & Grund 2005, S. 16). Demnach „[…] konstituiert und legitimiert sich die Soziologie […] [in] soziales Handeln, soziale Beziehungen, gesellschaftliche Strukturen (in ihrem Wandel) und die aktuelle Form der Gesellschaft […]“ (Ziemann 2012, S. 9).

Da die Entwicklung und die Anzahl der Medien in den letzten 50 Jahren enorm angestiegen sind und immer noch ansteigen, kombinierte man die „zwei zentrale[n] soziologische[n] Grundbegriffe, nämlich soziales Handeln und Gesellschaft […] mit dem […] Grundbegriff der Medien […]“ (ebd.). Daraus entstand der neue Begriff Mediensoziologie.

1.4 Definition: Mediensoziologie

„Medien sind die notwendige Infrastruktur sozialer Prozesse und der modernen (Welt-)-Gesellschaft; […] Medien konstituieren, strukturieren und limitieren oder erweitern fortlaufend Handlungen und Kommunikationen […]“ (Ziemann 2006, S. 9). Soziologen stellten sich die Frage, wie eng die Vereinigung der beiden Begriffe Medien und Gesellschaft, einschließlich der Existenz von Massenmedien mit der Kommunikation verbunden sind (vgl. Jäckel zit. n. Kneer 2010, S. 277).

Abbildung 1: Mediensoziologisches Dreieck

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ziemann entwickelte zu dieser Fragestellung ein Schaubild, in der er die neue Wissenschaft Mediensoziologie zu beschreiben versucht (Ziemann 2012, S. 12). Das von Ziemann geprägte mediensoziologische Dreieck beschreibt das Zusammenspiel der drei Begriffe Medien, Gesellschaft und Individuum, die in der Mediensoziologie Bedeutung tragen (vgl. ebd.). Zwischen diesen drei Begriffen besteht eine permanente Interdependenz (vgl. ebd.). Bei der Sozialintegration geht es zum einen darum, dass „gesellschaftliche Normen, Werte und Erwartungen“ (ebd.) auf den Einzelnen Einfluss nehmen. Zum anderen kann auch jeder Mensch die vorhandenen Regeln in unserer Gesellschaft verändern (vgl. ebd.). Medien spielen dabei eine wichtige Rolle, denn Medien sind dafür verantwortlich, dass das, was in der Gesellschaft tagtäglich passiert, jeder Person vermittelt wird (vgl. ebd.). Dabei kann jedes Individuum selbst bestimmen, je nach intrinsischer Motivation, Streben nach Wissen oder lediglich zum Zeitvertreib, wie viel Wissen vermittelt werden soll (vgl. ebd.). Dieses Verhältnis zwischen Medien und Individuum dient auch zum Fremdverstehen und zum „Aufbau der eigenen Identität“ (ebd.). Die Beziehung zwischen den zwei Eckpunkten Medien und Gesellschaft stehen so im Zusammenhang, dass die Subsysteme unserer Welt, also zum Beispiel unser Rechts- oder Wirtschaftssystem voneinander abhängig sind und die Medien dahingegen schnelle Ordnung liefern (vgl. ebd., S. 12f.). Somit definiert Ziemann die neue Wissenschaft Mediensoziologie dementsprechend:

„Die Mediensoziologie untersucht die komplexen Wechselwirkungen zwischen Ge- sellschaft, Medien und Individuum und richtet ihre Forschungs- beziehungsweise Theoriearbeit auf eine adäquate phänomenale Beschreibung, Interpretation und funktionale Erklärung damit verbundener Prozesse, Strukturen und Formbildungen aus“ (Ziemann 2012, S. 11).

Jäckel und Grund definieren Medien als „Rückgrat der sozialen Kommunikation“ (Jäckel & Grund 2005, S. 18). Demnach soll geklärt werden, was Medien mit unserer Gesellschaft machen beziehungsweise zunächst welche Funktion Medien besitzen.

2. Hauptteil

2.1 Funktion der Medien

Damit Kommunikation stattfinden kann, beschreiben Medien zunächst „eine […] Veranschaulichung der zu übertragenden sprachlichen Zeichen“ (Hunziker 1988, S. 15). Hierbei unterscheiden wir drei Arten von Medien. Zum einen die primären Medien, darunter zählen die Medien, die unmittelbar stattfinden, ohne jegliche Art von so genannten „technischen Hilfsmittel“ (ebd., S. 16), sondern nur mithilfe der Sprache, Gestik und Mimik. Hierbei ist zu beachten, dass man ein Gegenüber braucht, damit die Kommunikation ein primäres Medium wird (vgl. ebd.). Zum anderen gibt es sekundäre Medien, diese brauchen auf der Seite des Senders ein technisches Hilfsmittel, der Empfänger hingegen, kann diese aber ohne technisches Hilfsmittel entschlüsseln. Hierzu zählen die Printmedien wie die Zeitung oder Flugblätter, diese sind im Laufe der Zeit zu Massenmedien geworden, da sie der Vervielfältigung dienen (vgl. ebd.). Außerdem unterteilt man die Medien noch in tertiäre Medien, die sowohl auf der Seite des Senders als auch auf der Seite des Empfängers ein technisches Instrument benötigen. Zu diesen tertiären Medien zählen die so genannten „neuen Medien“ (ebd.), sprich Radio, Fernsehen oder das World Wide Web (vgl. ebd.).

Typologisch gesehen können Medien in Wahrnehmungs-, Verstehens-, Verbreitungs-, kommunikative Steuerungs-/Erfolgs- und städtebauliche Ordnungsmedien eingeteilt werden. Die Wahrnehmungsmedien bilden die Basis von Kommunikation, nämlich unsere Sinnesorgane, denn würden wir nicht hören oder sehen können, so könnten wir unsere Umwelt nicht wahrnehmen und dementsprechend nicht auf Kommunikation reagieren (vgl. Ziemann 2012, S. 18). Die Verstehensmedien bilden ebenfalls eine Basis von Kommunikation, denn hierbei geht es um die verwendeten Sprachen, dazu zählen aber auch „Kunstsprachen oder mathematische Formeln“ (Ziemann 2012, S. 18), die zur Verständigung dienen. Die Verbreitungsmedien hingegen sind allseits bekannt, denn dazu zählen die Massenmedien (vgl. ebd.). Niklas Luhmann beschreibt hierbei als Funktion, dass die Medien „[…] zur Verbreitung von Kommunikation […] [und] der Vervielfältigung […] [dienen] (Luhmann 1996, S. 10). Hierbei sieht man zugleich die wichtigste Funktion von Massenmedien, nämlich die Verbreitung von Inhalten (vgl. Ziemann 2012, S. 19). Somit haben Medien zum einen eine Informationsfunktion, um über politische Programme, kulturelle Entwicklung oder über die Wirtschaft Bürger und Bürgerinnen zu informieren (Seig 2016, S. 1). Zum anderen haben Medien eine Kontrollfunktion, diese dient, wie der Name schon sagt zur Kontrolle, Kritik und über Missstände zu berichten (vgl. ebd.). Eine weitere große Funktion ist die Meinungsbildungsfunktion. Jeder hat das Recht auf eine freie und offene Argumentation (vgl. ebd.). So steht es auch im Grundgesetz Art. 5 Abs.1 geschrieben:

„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu ver- breiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt“ (GG Art.5).

Bei den kommunikativen Steuerungs- bzw. Erfolgsmedien handelt es sich um ein Resultat der Verstehens- und Verbreitungsmedien, denn eine Kommunikation muss trotz des Verstehens und der Erreichbarkeit nicht angenommen werden und man kann somit mit einem ,Nein‘ antworten (vgl. Ziemann 2012, S. 19). Demnach kann Kommunikation gesteuert werden, indem man sie an- oder ablehnt (vgl. ebd.). Als letzten Punkt kann man Medien typologisch noch in die städtebaulichen Ordnungsmedien einordnen. Dazu zählt die Architektur, Versorgungsanlagen, die die Gesellschaft räumlich organisiert. Diese sind dafür verantwortlich, dass die Menschheit sich auf der Erde wohlfühlen kann, denn beispielsweise beleuchtete Straßen sind sicherer und vermeiden Unfälle (vgl. ebd., S. 21).

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Medien und Gesellschaft im Wandel. Wie Medien genutzt werden und was sie bewirken
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
15,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
12
Katalognummer
V421268
ISBN (eBook)
9783668688711
ISBN (Buch)
9783668688728
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar des Dozenten: Hervorragende Hausarbeit Perfekter Umgang mit Quellen Intensive Nutzung der Quellen
Schlagworte
Medien, Wandel, Entwicklung, Gesellschaft
Arbeit zitieren
Jasmin Uredat (Autor), 2018, Medien und Gesellschaft im Wandel. Wie Medien genutzt werden und was sie bewirken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/421268

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