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Die Pisa-Studie 2000 - Soziale Ungerechtigkeit im deutschen Bildungssystem?

Title: Die Pisa-Studie 2000 - Soziale Ungerechtigkeit im deutschen Bildungssystem?

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Friederike Stoller (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Wer in Deutschland auf die Hauptschule geht und nicht wenigstens über grundlegende Lese - und Schreibkompetenzen verfügt, hat wenig Chancen, einen guten Job zu bekommen. Die Zeit betitelt Hauptschüler in einem Leitartikel im August 2004 als „Generation ohne Zukunft“. Und ein Blick auf die Sozialhilfestatistik von 2003 scheint dieser Prognose rechtzugeben: Fast 45 Prozent der Sozialhilfeempfänger haben einen Hauptschulabschluss. Diese düsteren Aussichten, die eine gewaltige Portion sozialen Sprengstoffs beinhalten, machen deutlich, wie wichtig es ist, allen Menschen gleichen Zugang zu Bildung zu ermöglichen und für Bildungsgerechtigkeit zu sorgen.

Das dem in Deutschland nicht so ist, zeigt die PISA-Studie 2000 eindrücklich. Soziale Herkunft und Kompetenzerwerb sind hier in hohem Ausmaß aneinander gekoppelt: Armut ist in Deutschland vererbbar.

Durch die Ergebnisse der Studie geriet das Thema der Bildungs(un)gleichheit wieder in das öffentliche Interesse; die Medienreaktionen nach PISA waren gewaltig, was eine Zusammenstellung der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) von Zeitungsartikeln, die von Dezember 2001 bis Januar 2002 in Deutschland erschienen sind, eindrücklich vor Augen führt.6

In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit den Ergebnissen der PISA -Studie und v.a. mit den Fragen, was zu der gravierenden sozialen Ungerechtigkeit des deutschen Bildungswesen beiträgt und ob ein deterministisches Verhältnis zwischen sozialer Herkunft und Schulerfolg besteht. Im ersten Kapitel gebe ich einen kurzen Überblick über die Auseinandersetzung mit und Kritik am deutschen Schulsystem nach dem 2. Weltkrieg. Im zweiten Kapitel stelle ich die PISA-Studie und die Ergebnisse für Deutschland vor und im dritten Kapitel setze ich mich mit möglichen Faktoren, die zur sozialen Ungleichheit beitragen könnten, auseinander; den Schwerpunkt lege ich dabei auf die besondere Situation von Migrantenkindern.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Überblick über das deutsche Bildungswesen nach dem Zweiten Weltkrieg

2. Die PISA-Studie

2.1 Was ist PISA

2.2 Ergebnisse

2.3 Die Bestimmung der sozialen Herkunft

3. Soziale Ungleichheit im deutschen Bildungssystem

3.1. Faktoren, die zur Ungleichheit beitragen

3.2 Die Situation nicht-deutscher SchülerInnen

III. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ergebnisse der PISA-Studie 2000 im Hinblick auf soziale Ungerechtigkeiten im deutschen Bildungssystem und hinterfragt, ob ein deterministisches Verhältnis zwischen der sozialen Herkunft und dem Schulerfolg besteht.

  • Analyse des deutschen Bildungssystems nach dem Zweiten Weltkrieg.
  • Darstellung und Auswertung der PISA-Studie 2000.
  • Untersuchung von Faktoren, die zu sozialer Ungleichheit im Bildungswesen führen.
  • Fokussierung auf die spezifische Bildungssituation von Migrantenkindern.
  • Diskussion über Bildungsreformen und Schulkultur.

Auszug aus dem Buch

3.1. Faktoren, die zur Ungleichheit beitragen

Als zentraler Faktor für die Bildungsungleichheit im deutschen Schulsystem gilt die frühe Trennung auf Hauptschule, Realschule oder Gymnasium. Eine strukturelle Änderung des deutschen Schulsystems mit Abschaffung der frühen Selektion wird daher häufig als Grundlage zur Schaffung von mehr Bildungsgerechtigkeit gesehen. Mit seinem früh selektierenden Schulsystem steht Deutschland relativ alleine da, in den meisten Ländern lernen die Kinder mindestens bis zur 6. Klasse zusammen, in manchen Ländern noch länger. Der Versuch der Homogenisierung der Klassen bringt mit sich, dass die jeweils Leistungsstärksten aber auch die Leistungsschwächsten unter sich sind; somit haben diese keinen Ansporn, bessere Leistungen zu erbringen. Die Hoffnung, auf diese Weise allen die bestmögliche Förderung zu gewährleisten, wird nicht erfüllt: Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass Schulsysteme, in denen die Kinder später getrennt werden und die Klassen heterogener sind, im Gegenteil in vielen Fällen sogar besonders gut abschneiden und sowohl eine geringere Leistungsstreuung als auch Spitzenleistungen aufweisen.

Wenn so früh die Wahl für die weiterführende Schulform getroffen werden muss, bleibt nur wenig Zeit, schulische Schwierigkeiten zu beheben und den benachteiligten SchülerInnen eine bessere Schulkarriere zu ermöglichen. Besonders schwierig ist dies für Migrantenkinder, die die deutsche Sprache noch nicht ausreichend beherrschen, oder für Kinder mit ungünstigem familiären Hintergrund.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Bildungsnotstand in Deutschland und unterstreicht die Relevanz von Bildungschancen als Schlüsselfaktor für die gesellschaftliche Teilhabe.

II. Hauptteil: Dieser Teil gibt einen historischen Abriss des deutschen Schulsystems, erläutert das PISA-Verfahren und analysiert die Ursachen für soziale sowie ethnische Bildungsungleichheiten.

III. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert die Notwendigkeit einer Abkehr vom selektierenden Schulsystem hin zu individueller Förderung, um die Abhängigkeit des Schulerfolgs von der sozialen Herkunft zu verringern.

Schlüsselwörter

PISA-Studie, Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Bildungschancen, Migrationshintergrund, Bildungsreform, Lesekompetenz, Schulerfolg, Bildungssystem, Selektion, Integration, Wissensgesellschaft, Bildungsarmut, Chancengleichheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die PISA-Studie 2000 und die Frage, inwieweit soziale und ethnische Hintergründe den Erfolg im deutschen Bildungssystem determinieren.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung des deutschen Schulsystems, der Einfluss sozialer Schichten auf Bildungsentscheidungen und die spezifische Situation von Migrantenkindern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, was zur sozialen Ungerechtigkeit im Bildungswesen beiträgt und ob ein zwingender Zusammenhang zwischen Herkunft und schulischem Misserfolg besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine bildungssoziologische Analyse, die auf einer Auswertung von PISA-Berichten sowie fachwissenschaftlicher Literatur und Studien basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick, eine detaillierte PISA-Auswertung und eine Untersuchung der Faktoren, die zur Bildungsungleichheit beitragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Bildungsgerechtigkeit, PISA, soziale Herkunft, Selektion und Migrationshintergrund charakterisieren.

Warum wird die frühzeitige Trennung des Schulsystems kritisiert?

Die Autorin argumentiert, dass die frühe Trennung nach der Grundschule wenig Zeit zur Behebung von Schwierigkeiten lässt und die Bildungsungleichheit durch das selektierende System verstärkt wird.

Welche Rolle spielen Migrantenkinder im Kontext der Untersuchung?

Migrantenkinder werden als besonders benachteiligte Gruppe identifiziert, deren schulischer Erfolg durch Sprachbarrieren und strukturelle Mängel des Schulsystems stark gefährdet ist.

Welchen Ausweg sieht die Autorin aus dem „Bildungsnotstand“?

Es wird für eine „neue Schulkultur“ plädiert, die weniger auf Homogenisierung und mehr auf die individuelle Förderung und das Zulassen von Differenzen innerhalb der Klassen setzt.

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Details

Title
Die Pisa-Studie 2000 - Soziale Ungerechtigkeit im deutschen Bildungssystem?
College
University of Freiburg
Grade
1,7
Author
Friederike Stoller (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V42127
ISBN (eBook)
9783638402354
Language
German
Tags
Pisa-Studie Soziale Ungerechtigkeit Bildungssystem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Friederike Stoller (Author), 2004, Die Pisa-Studie 2000 - Soziale Ungerechtigkeit im deutschen Bildungssystem?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42127
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