Analyse zweier Lehrwerke in Bezug auf Konzeptionen, Textsorten und Aufgabentypen


Hausarbeit, 2005
24 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Gegenüberstellung der beiden Lehrwerke
2.1 Kurze Vorstellung
2.1.1 Leporello sprechen, schreiben, lesen
2.1.2 Papiertiger 4, Sprachlesebuch

3. Die Textauswahl
3.1 Grundlegendes zur Textauswahl
3.2 Die Textsorte „Gedichte“
3.2.1 Quantitatives Vorkommen von Gedichten

4. Fragen bzw. Aufgabenstellungen zu den Gedichten
4.1 Fragen bzw. Aufgabenstellung im „Leporello“
4.2 Fragen bzw. Aufgabenstellung im „Papiertiger“
4.3 Quantitatives Vorkommen verschiedener Aufgabe- bzw. Fragetypen
4.3.1 Bedeutung der Aufgaben/ Fragen für die Lehrwerk- Konzeption

5. Schluss

6. Literaturhinweis

1. Einleitung

Zunächst möchte ich kurz erläutern, warum ich das Thema „Analyse zweier Lehrwerke in Bezug auf Konzeptionen, Textsorten und Aufgabentypen“ für diese Hausarbeit ausgewählt habe.

Im Laufe meiner Praktika habe ich erfahren, dass sich viele Lehrpersonen strikt an ein Lehrwerk halten. Von diesem weichen sie auch nicht sonderlich ab, obwohl eventuell ein bestimmtes Thema in einem anderen Lehrwerk besser umgesetzt ist. Diese Art des Unterrichts ist mir selbst noch aus meiner eigenen Grundschulzeit bekannt. Innerhalb des Studiums lernen wir Studierende jedoch andere aktuellere Lehrmethoden kennen, sprich offenere Unterrichtsformen. Diese offenen Unterrichtsformen definiert ja bekanntlich jeder unterschiedlich, im Großen und Ganzen kann man aber behaupten, dass sich Lehrpersonen heute nicht mehr an ein Lehrwerk „klammern“, nur dieses eine benutzen und jede Stunde die nächst folgende Seite als Unterrichtsgegenstand machen sollten. Schaut man sich jedoch im Schulalltag um, realisiert man schnell, dass diese Modernisierung des Unterrichts nicht an allen Schulen Einzug gehalten hat. Noch deutlicher wurde mir dies als ich meine alte Grundschule besuchte, um mir Lehrwerke für diese Hausarbeit auszuleihen. Der Direktor wollte mir tatsächlich die Fibel mitgeben, mit der ich selbst das Lesen und Schreiben gelernt habe. Zwar ließen sich auch einige aktuelle Lehrwerke in dem dafür vorgesehenen Regal ausmachen, auf Nachfragen erfuhr ich jedoch, dass sich trotz der Anschaffung aktueller Bücher nichts am Unterricht an sich geändert hat. D.h. die Lehrpersonen verwenden zwar aktuelle Lehrwerke, allerdings nicht basierend auf der zugrundeliegenden Lehrbuch- Konzeption. Konkret heißt das, es wird immer noch auf der ersten Seite des Buches angefangen und anschließend Seite für Seite abgehandelt. Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass es eine große Hilfe sein kann, Lehrwerke als „roten Faden“ zu benutzen. Richten sich die Lehrpersonen strikt nach einem Lehrwerk, laufen sie nicht Gefahr, ein wichtiges Thema auszuklammern. Aus einem Gespräch mit einer Lehrerin wurde klar, dass sie regelrecht Angst davor hatte, durch das Arbeiten mit nicht aus dem Lehrwerk entnommenen Texten, könnte sie wichtige Lernziele übergehen. Man kann diese Bedenken allerdings nachvollziehen. Geht man strikt nach einem Lehrwerk vor, kann man eigentlich nichts falsch machen, denn dessen AutorInnen müssen sich bei der Textauswahl nach den Lehrplänen richten.

Daran anknüpfend habe ich auch festgestellt, dass manche Lehrpersonen das in ihrer Schule vorhandene und benutzte Lehrwerk ohne Bedenken übernehmen, d.h. sie verwenden es ohne sich zunächst mit diesem zu befassen und zu untersuchen, ob es überhaupt für ihren Unterricht geeignet ist.

Da man als Studierende/r alles besser machen will, habe ich es als äußerst wichtig empfunden, mich mit dem Thema Lesebuch vertraut zu machen. Zumal dieses Thema nicht in der Studienordnung der Universität auftaucht. Durch meine praktischen Erfahrungen mit Unterricht und auch der Vorbereitung für diese Hausarbeit ist mir klar geworden, wie wenig ich eigentlich über das Thema „Lesebuch“ weiß, obwohl es eine große Bedeutung im Schulalltag hat.

Meiner Meinung nach ist es äußerst wichtig, auch Teile der Lehrbuch- Konzeptionen zu hinterfragen und in der zu Lage sein, diese zu beurteilen. Dazu sind aber theoretische Kenntnisse über z.B. Lehrbuch- Konzeptionen und deren Umsetzung nötig, welche ich beabsichtige durch die Beschäftigung mit dem Thema für diese Arbeit zu bekommen.

Im folgenden möchte ich zunächst zwei von mir ausgesuchte Lehrwerke vorstellen. Anschließend werde ich im 3. Kapitel näher auf die in den Lehrwerken vorkommenden Textsorten eingehen. Dabei möchte ich besonderen Bezug auf die Textsorte Gedichte nehmen. Um das dem Lehrwerk zugrundeliegende Konzept noch näher zu analysieren, werde ich im 4. Kapitel die Aufgaben- und Fragestellungen zu den Gedichten untersuchen.

2. Gegenüberstellung der beiden Lehrwerke

2.1 Kurze Vorstellung

Zunächst möchte ich einen kurzen Überblick über die beiden von mir ausgewählten Lehrwerke geben. Dazu stelle ich Grundlegendes in einer Tabelle dar. Die verschiedenen Charakteristika zur Beschreibung der beiden Lehrwerke habe ich nach Swantje Ehlers[1] wie folgt zusammengetragen.

2.1.1 Leporello 4 sprechen, schreiben, lesen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei dem Lehrwerk „Leporello“ handelt es sich um ein Sprachlesebuch. Da alle Lernbereiche des Faches Deutsch in dem Lehrwerk integriert und aufeinander bezogen werden, sollen sich literarische und sprachliche Kompetenzen bei den Schülern parallel entwickeln[2]. Die verschiedenen Lernbereiche stehen in einem sinnvollen Zusammenhang zueinander, was Kindern den Umgang mit Sprache erleichtern kann. Ein Argument für diese Integration ist, „dass das Lesen und Deuten literarischer Texte immer auch sprachgebunden verläuft“[3].

Die vorkommenden Lernbereiche sind auf die verschiedenen Lehrpläne der Bundesländer abgestimmt. Aus diesem Grund gibt es eine allgemeine Ausgabe sowie eine für Baden- Württemberg.

Das zugrunde liegende Gliederungsprinzip kann man als thematisch inhaltliche Gliederung bezeichnen. Jedes Kapitel beschäftigt sich mit einem Thema. Dazu werden Texte verschiedener Gattungen unter dieses Thema geordnet. Die vorkommenden Themen stammen nicht nur aus dem Deutschunterricht, vielmehr lässt sich feststellen, dass die meisten Bezüge zum Sachunterricht (z.B. Thema:Wale), aber auch zu Musik (z.B. Lied: „Am Brunnen vor dem Tore“) und Kunst (z.B. Basteln eines Spielplans) zulassen. Im „Leporello“ tauchen zum einen typische Schulbuch-Themen wie Tiere und Ritter (z.B. Thema: Wale, Pferdegeschichten, Don Quichotte) aber auch außergewöhnliche Themen wie fremde Kulturen (z.B. Thema: Afrika) auf. Das heißt, dass die Themen nicht nur der unmittelbaren Erfahrungswelt der Kinder entstammen, sondern auch darüber hinaus reichen. Gerade diese Themen können das Interesse und die Faszination der Kinder wecken.

Die einzelnen Texte sind recht kurz gehalten (maximal 1,5 Seiten), was dazu beiträgt, dass die Kinder die Lust am Lesen nicht verlieren. Die Aufgabenstellungen zu den Texten sind an das Ende des jeweiligen Textes gestellt.

Der Aufbau der thematischen Kapitel ist unterschiedlich, jedoch haben alle gemeinsam, dass sie Sprechanlässe als Einstieg nutzen (z.B. Äußerungen eigener Erfahrungen). Des weiteren findet man in jedem der Kapitel eine „blaue Fundgrube“. Diese beinhaltet jeweils verschiedenen Übungen, die der Vertiefung des Lernstoffs dienen. Diese Übungen können flexibel genutzt werden, sei es als Hausaufgabe, in Stillarbeit oder als Freiarbeit. Die Fundgruben bieten außerdem Möglichkeiten zur stofflichen Differenzierung.

Im „Ideenkalender“, dem letzten thematischen Kapitel sind verschiedene Texte und Lieder zu den Jahreszeiten zusammengefasst.

Auf den Seiten der Fundgrube verweisen Seitenzahlen als Arbeitshilfe immer wieder auf die sprachbezogenen Kapitel im Anhang. Von außen lässt sich durch farbige Griffleisten auf diese Kapitel zurückgreifen. In den sprachbezogenen Kapiteln geht es darum, dass die Schüler Arbeitstechniken, Aufsatz- und Diktatformen und einen gewissen Grundwortschatz erlernen.

Eine weitere Arbeitshilfe stellen die durch Sternchen gekennzeichneten Begriffe dar. Diese kann man mit Hilfe des im Anhang beigefügten Lexikon nachschlagen.

Hilfreich für die Lehrperson ist die Übersicht über die verschiedenen Lerninhalte.

Dort sind die Aufgabenstellungen den verschiedenen Lernbereichen zugeordnet. D.h. die Lehrperson kann nachschlagen, welches Lernziel mit dem jeweilig behandelten Text verfolgt werden sollte.

[...]


[1] Ehlers, 2003

[2] Konzept Info, 2001

[3] Ehlers, 2003, 26

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Analyse zweier Lehrwerke in Bezug auf Konzeptionen, Textsorten und Aufgabentypen
Hochschule
Universität Siegen
Veranstaltung
Kinderlyrik
Note
1,5
Autor
Jahr
2005
Seiten
24
Katalognummer
V42128
ISBN (eBook)
9783638402361
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse, Lehrwerke, Bezug, Konzeptionen, Textsorten, Aufgabentypen, Kinderlyrik
Arbeit zitieren
Stefanie Eckhardt (Autor), 2005, Analyse zweier Lehrwerke in Bezug auf Konzeptionen, Textsorten und Aufgabentypen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42128

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