Mein Interesse an den Opern Cavallis ist auf eine sehr unterhaltsame Produktion von „La Calisto“ (musikalische Leitung: René Jacobs, Regie: Herbert Wernicke) bei den Wiener Festwochen 2003 zurück zu führen. Die musikalische Qualität war ebenso hervorragend wie die Regie kurzweilig.
Ziel dieser Arbeit ist, einen Überblick über das Leben und die Werke dieses Komponisten zu geben. Abschließend wird kurz auf die gegenwärtige Aufführungspraxis eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sein Leben
3. Sein Werk
3.1. L’Egisto (1643)
3.2. L’Ormindo (1644)
3.3. Giasone (1649)
3.4. La Calisto (1651)
3.5. Serse - Xerse (1654)
3.6. L’Ercole amante (1662)
4. Cavalli in der gegenwärtigen Aufführungspraxis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über das Leben und Schaffen des Komponisten Pier Francesco Cavalli und beleuchtet dessen Bedeutung sowie die Herausforderungen seiner Werke in der zeitgenössischen Aufführungspraxis.
- Biografische Entwicklung Cavallis und seine Etablierung in Venedig
- Analyse zentraler Opernwerke und deren kompositorische Merkmale
- Die Rolle der Librettisten für den Erfolg der Opern
- Problematik der Quellenüberlieferung und notwendige Rekonstruktionen
- Aktueller Stellenwert in der internationalen Aufführungspraxis
Auszug aus dem Buch
3. Sein Werk
Cavalli schrieb neben seinen berühmten Opern auch Kirchenmusik, auf welche in dieser Arbeit nicht näher eingegangen wird. Während uns heute nur drei Opern von Monteverdi zur Gänze überliefert sind, haben nach gegenwärtigem Stand 27 Opernwerke (von nicht weniger als 43 Opern) Cavallis überlebt. Einen wichtigen Anteil daran hat höchstwahrscheinlich Maria Cavalli (vor 1620-1652), Sängerin und Ehefrau des Komponisten. Bis zu ihrem Tod kopierte sie seine Werke für die Nachwelt bzw. zum Zwecke der weiteren Verbreitung.
Großen Anteil am Erfolg Cavallis hatten seine Librettisten. Gian Francesco Busenello (1598-1659) war hauptberuflich Jurist und davor venezianischer Botschafter am Hof von Mantua. Heutzutage kennt man ihn in erster Linie als Librettist der von Monteverdi vertonten „Poppea“ (1642). Für Cavalli schrieb Busenello drei Operntexte. Der Dichter Giovanni Faustini, der bereits sehr früh verstarb, lieferte Cavalli neun Libretti.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Beschäftigung mit Cavallis Werk durch eine inspirierende Aufführung von „La Calisto“ und definiert den Überblick über Leben und Werk als Ziel der Arbeit.
2. Sein Leben: Dieses Kapitel zeichnet den Werdegang von Pier Francesco Cavalli vom Kirchenmusikersohn zum international angesehenen Komponisten in Venedig nach.
3. Sein Werk: Hier werden das kompositorische Schaffen, die Bedeutung der Librettisten und ausgewählte Hauptwerke des Komponisten chronologisch dargestellt.
4. Cavalli in der gegenwärtigen Aufführungspraxis: Das letzte Kapitel erörtert die Schwierigkeiten der Quellenlage sowie die Rezeption der Opern durch moderne Rekonstruktionen und deren Stellenwert im heutigen Musikbetrieb.
Schlüsselwörter
Pier Francesco Cavalli, Barockoper, Venedig, Operngeschichte, Libretto, La Calisto, Giasone, Musiktheater, Aufführungspraxis, Rekonstruktion, Musikwissenschaft, Opernaufführung, Barockmusik, Komposition, 17. Jahrhundert.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht über das Leben und die Opernwerke des venezianischen Komponisten Pier Francesco Cavalli sowie dessen heutige Bedeutung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Biografie des Komponisten, die Analyse ausgewählter Opern sowie die wissenschaftliche Problematik der Rekonstruktion von Barockpartituren.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit primär?
Das primäre Ziel ist es, dem Leser ein strukturiertes Bild von Cavallis künstlerischem Schaffen zu vermitteln und die Rezeption seiner Werke in der Gegenwart kritisch einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit genutzt?
Die Arbeit nutzt eine musikwissenschaftliche Literaturanalyse, um die historischen Lebensdaten, Werklisten und Aufführungspraktiken auf Basis einschlägiger Fachpublikationen zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Darstellung, eine ausführliche Besprechung bedeutender Opern und eine Untersuchung der heutigen Aufführungspraxis inklusive einer Übersicht relevanter Wiederbelebungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Cavalli, Barockoper, venezianische Oper, Aufführungspraxis und Musikwissenschaft.
Welche Rolle spielte Maria Cavalli für das Werk des Komponisten?
Maria Cavalli trug maßgeblich zur Überlieferung der Werke bei, indem sie bis zu ihrem Tod Partituren ihres Ehemannes für die Nachwelt kopierte.
Warum wird die Aufführungspraxis von Cavallis Werken heute oft als schwierig eingestuft?
Die überlieferten Partituren sind oft unvollständig und dienen lediglich als Gerüst, was eine wissenschaftliche Rekonstruktion notwendig macht, die wiederum oft Gegenstand musikwissenschaftlicher Diskussionen ist.
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- Stephan Burianek (Author), 2005, Pier Francesco Cavalli. Leben, Werk und gegenwärtige Aufführungspraxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42138