Einleitung:
Im Sport findet der Test in verschiedenen Bereichen Anwendung. Als wichtigste Testanwendungsbereiche sind hierbei die Leistungsbestandsaufnahme, die Beurteilung des Leistungsvermögens, die Prognose zur Leistungsentwicklung, die Talentsichtung und die Möglichkeit zur Leistungssteigerung zu nennen (vgl. Trosse 1990, S. 191). Der sportmotorische Test stellt somit eine wichtige Voraussetzung für die Trainingsplanung in allen Leistungsklassen dar. Trotz alledem ist er nicht unumstri tten, da die Frage, in welchen Bereichen eines Spiels sich Tests überhaupt verwenden lassen, noch nicht hinreichend geklärt ist.
Um die Frage zu beantworten, ob sportmotorische Tests für eine adäquate Leistungsbewertung in allen Bereichen des Handballspiels anwendbar sind, ist es zunächst einmal notwendig, sportmotorische Tests zu definieren. Darauf muss die Frage geklärt werden, was man unter Leistung im Handball versteht. Mit der Definition sportmotorischer Tests und der Problematik der Mehrdimensionalität des Leistungsbegriffs werde ich mich in den ersten beiden Teilen meiner Hausarbeit auseinandersetzen.
Im dritten Teil der Arbeit beschäftige ich mich mit den Gütekriterien handballspezifischer Tests. Ich werde hierbei kurz auf alle Haupt- und Neben-Güterkriterien eingehen, meinen Schwerpunkt jedoch bei der Validität handballspezifischer Test setzen. Ich werde mich also mit der Frage befassen, ob bei der Testdurchführung tatsächlich diejenigen Merkmale erfasst werden, für deren Messung der Test herangezogen wurde. Ich werde darauf einige Tests mit verschiedenen Schwerpunkten vorstellen und sie auf ihre Gütekriterien (besonders ihre Validität) hin überprüfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Sportmotorische Test
3. Leistung im Handball
3.1 Handballspezifische Teilleistungsbereiche
3.2 Interne und Externe Leistungsfaktoren
4. Die Gütekriterien
4.1 Die Hauptgütekriterien
4.2 Die Nebengütekriterien
5. Überprüfung handballspezifischer Tests
5.1 Allgemeines
5.2 Beispiele zu Testübungen zur Bestimmung konditioneller Voraussetzungen
5.2.1 Jump and Reach
5.2.2 Weitwurf mit 800g-Ball
5.3 Beispiele zu Testübungen zu einfachen Techniken
5.3.1 Werfen gegen die Wand
5.3.2 Prellen um ein markiertes Feld
5.4 Beispiele zu Tests zur Talentsichtung und Talentförderung
5.4.1 Wurfgenauigkeit
5.4.2 Sprintschnelligkeit mit Ball
5.5 Komplexe handballspezifische Tests
6. Fazit
7. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit sportmotorischer Tests auf die komplexe Leistungsbewertung im Handball. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob diese Tests in der Lage sind, alle relevanten Leistungsbereiche des Sports adäquat abzubilden.
- Definition und theoretische Einordnung sportmotorischer Tests
- Analyse der mehrdimensionalen Leistungsstruktur im Handball
- Prüfung der Eignung spezifischer Tests anhand wissenschaftlicher Gütekriterien
- Kritische Bewertung der Validität von Testverfahren in der Praxis
Auszug aus dem Buch
5.2.1 Jump and Reach
Ziel: Erreichen der bestmöglichen Sprunghöhe
Beschreibung: Der Spieler steht vor einer Wand und streckt beide Arme nach oben (Stelle an der Wand markieren). Dann seitliche Stellung zur Wand einnehmen (etwa 30 cm entfernt). Füße sind geschlossen. Beidbeiniges Abspringen nach einer tiefen Ausholbewegung. Mit einer Hand möglichst weit oben anschlagen (diese Stelle wird ebenfalls markiert). Die Differenz der beiden Markierungsstellen ergibt die Sprunghöhe. Jeder Spieler hat drei Versuche, der beste wird gewertet.
Beurteilung: Beim Jump-and-Reach-Test werden meiner Meinung nach alle Hauptgütekriterien erfüllt. Er ist sowohl objektiv und reliabel als auch valide. Problem gibt es bei diesem Test lediglich bei dem Nebengütekriterium der Nützlichkeit. Meiner Meinung nach besteht beim Handball kaum ein praktisches Bedürfnis, die absolute Sprunghöhe aus dem Stand festzustellen. Der Sprung ist zwar ein wichtiger Bestandteil des Handballspiels, kommt aber in der getesteten Form selten vor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Bedeutung von Tests im Sport und definiert die zentrale Fragestellung, inwieweit sportmotorische Tests zur umfassenden Leistungsbewertung im Handball geeignet sind.
2. Der Sportmotorische Test: In diesem Kapitel wird der Begriff des sportmotorischen Tests als standardisiertes Routineverfahren zur Untersuchung spezifischer Merkmale wissenschaftlich definiert.
3. Leistung im Handball: Dieses Kapitel beleuchtet die Komplexität der Handballleistung, indem es diese in verschiedene Teilleistungsbereiche sowie in interne und externe Einflussfaktoren unterteilt.
4. Die Gütekriterien: Hier werden die für eine wissenschaftliche Validierung notwendigen Haupt- und Nebengütekriterien wie Objektivität, Reliabilität und Validität detailliert vorgestellt.
5. Überprüfung handballspezifischer Tests: Dieses zentrale Kapitel analysiert praktische Testverfahren aus den Bereichen Kondition, Technik und Talentsichtung und bewertet diese hinsichtlich ihrer Eignung für den Handball.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass handballspezifische Tests sich primär auf physische und technische Aspekte konzentrieren, wodurch sie den gesamten Leistungsbegriff im Handball nicht vollständig abdecken können.
7. Literatur: In diesem Abschnitt werden alle verwendeten Fachquellen und Referenzen der Arbeit aufgeführt.
Schlüsselwörter
Handball, sportmotorischer Test, Leistungsmessung, Leistungsbewertung, Gütekriterien, Validität, Reliabilität, Objektivität, Teilleistungsbereiche, Talentsichtung, Trainingsplanung, Sportspiel, Technik, Kondition, Leistungsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Eignung und Aussagekraft von sportmotorischen Tests bei der Bewertung der individuellen Leistung von Handballspielern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die wissenschaftlichen Gütekriterien, die komplexe Struktur der Handballleistung sowie die Analyse spezifischer Testverfahren für Kondition und Technik.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob handballspezifische Tests für eine adäquate Leistungsbewertung in allen Bereichen des Spiels tatsächlich anwendbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse auf Basis sportwissenschaftlicher Literatur vorgenommen, um bestehende Testübungen anhand der Gütekriterien zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Leistung, die Vorstellung der Gütekriterien und die konkrete kritische Überprüfung verschiedener Testübungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Handball, sportmotorischer Test, Validität, Leistungsmessung und Teilleistungsbereiche.
Warum ist die Sprunghöhe laut Autor nicht ideal testbar?
Der Autor argumentiert, dass der im Stand gemessene Jump-and-Reach-Test zwar objektiv ist, aber aufgrund der fehlenden sportarttypischen Dynamik kaum einen praktischen Nutzen für den echten Wettkampfbetrieb hat.
Was unterscheidet komplexe Tests von isolierten Tests?
Komplexe Tests kombinieren mehrere Teilleistungen, um ein umfassenderes Bild der Spielerqualität zu liefern, anstatt sich nur auf eine einzelne Fähigkeit zu beschränken.
- Quote paper
- Jan Streckfuß (Author), 2000, Sind handballspezifische Tests für eine adäquate Leistungsbewertung in allen Bereichen anwendbar?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42141