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Sergio Leones Erzählweise in "Once Upon a Time in America"

Title: Sergio Leones Erzählweise in "Once Upon a Time in America"

Seminar Paper , 2005 , 14 Pages , Grade: 1

Autor:in: Mag. Stephan Burianek (Author)

Film Science
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Bordwell/Thompson begründeten in einem ihrer filmanalytischen (Lehr-)Bücher ihre Entscheidung, „Citizen Kane“ (1941) als Referenzfilm für eine Filmanalyse heranzuziehen, indem sie diesem Film „unusual in form and varied in style“ attestierten. Aus genau demselben Grund habe ich den Entschluss gefasst, eine Analyse von „Once Upon a Time in America“ zu wagen. Ich betrachte diesen Film seit vielen Jahren als herausragendes Kunstwerk in der Filmgeschichte und ich wollte schon lange einen analytischen Überblick über die anspruchsvolle Erzählstruktur in diesem Werk erlangen. Seine Komplexität erhielt der Film u.a. durch die unüblich lange Vorlaufzeit. Zwischen dem Moment, als Leone die Vorlage („The Hoods“ von Harry Grey) entdeckte und dem Drehbeginn vergingen aus rechtlichen, organisatorischen und künstlerischen Gründen ca. 15 Jahre – Jahre, in denen quasi als „work in progress“ an dem Script gefeilt wurde.

Als der Film im Jahr 1984 in den US-amerikanischen Kinos anlief, wurde er ein finanzieller Flop. Einer der Gründe war zweifelsohne die Tatsache, dass Szenen auf insgesamt 2 ½ Stunden gestrafft und die gesamte Erzählstruktur geändert wurde. Vor allem Gewalt- und Sexszenen fielen der Schere zum Opfer. Weiters wurde die Geschichte chronologisch erzählt, obwohl gerade in diesem Film die Zeitsprünge ein wesentliches künstlerisches Element darstellen. Diese Schnitte wurden gegen Leones Willen realisiert, der gerichtlich dagegen vorzugehen versuchte. Es ist daher wichtig klar zu stellen, dass sich diese Analyse ausschließlich auf den heute im allgemeinen Umlauf befindlichen Sergio Leone-Cut auf 220 Minuten bezieht (der Regisseur wünschte sich eine „ideale“ Länge zwischen 250 und 265 Minuten).

In Anlehnung an die oben erwähnte Untersuchung von Bordwell/Thompson möchte ich in dieser Arbeit zunächst auf die Frage nach dem Genre und den damit verbundenen Erwartungen sowohl beim Rezipienten als auch auf der Seite der Filmindustrie eingehen. Danach erfolgt der Versuch, den Plot zu segmentieren, um einen Überblick über die Erzählweise zu ermöglichen. Da bei Filmen von Leone die Erzählung zu einem wichtigen Teil über den Sound und die Mise-en-scene erfolgt, werden diese Komponenten in einem gesonderten Kapitel behandelt...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Film und das Ziel dieser Arbeit

2. Das Genre und die Erwartungen

3. Der Plot und die Story

3.1. Kausalität

3.2. Die Zeit im Film und des Films

3.3. Motivation

4. Sight and Sound

5. Parallelen zu „Citizen Kane“ (1941)

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die komplexe und anspruchsvolle Erzählstruktur von Sergio Leones Film „Once Upon a Time in America“ (1984) wissenschaftlich zu analysieren, wobei der Fokus insbesondere auf der Bedeutung von Genrekonventionen, der Plot-Segmentierung sowie dem narrativen Einsatz von Bildgestaltung und Ton liegt.

  • Analyse der Genrezugehörigkeit und der damit verbundenen Erwartungshaltung.
  • Segmentierung des Plots zur Verdeutlichung der nicht-linearen Erzählweise.
  • Untersuchung der Bedeutung von Zeit und Kausalität im Film.
  • Analyse filmischer Gestaltungsmittel wie Mise-en-Scène, Kameraeinstellungen und Sound.
  • Vergleich der Erzählstruktur mit filmischen Referenzen wie „Citizen Kane“.

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Zeit im Film und des Films

Der Zeit kommt in „Once Upon a Time in America“ ein für die Erzählweise essentieller Stellenwert zu. Fast mehr als in den meisten anderen Filmen bedeutet die Art und Weise, wie der Plot in „Once Upon a Time in America“ die Story erzählt, eine große Stärke des Films. Der neben Leone zweite Drehbuchautor Enrico Medioli meinte einmal: „The real protagonist of the film is always offscreen – time itself!“

Der Plot spielt sich auf drei Zeitebenen ab. Die erste spielt im Jahr 1923 und erzählt die Anfänge der zunächst fünf- und schließlich nur mehr vierköpfen Kinderbande. Die zweite Ebene zeigt die mittlerweile erwachsenen Gangster und deren Aktivitäten in den Jahren 1932 und 1933 – von Noodles Gefängnisentlassung bis zum Ende der Prohibition. Die im Jahr 1968 spielende dritte Ebene dient u.a. als Verbindung zwischen den ersten beiden Zeitebenen und treibt die Handlung voran.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Film und das Ziel dieser Arbeit: Einführung in die Motivation der Analyse sowie Erläuterung der Bedeutung des „Sergio Leone-Cuts“ für diese Untersuchung.

2. Das Genre und die Erwartungen: Diskussion der Genrezugehörigkeit des Films zwischen Gangsterepos, Homage-Film und Fantasy-Elementen sowie Analyse der Erwartungssteuerung durch Marketing.

3. Der Plot und die Story: Detaillierte Betrachtung der narrativen Kausalität, der Struktur der drei Zeitebenen sowie der Rolle von Neugier und Motivation für die Handlung.

4. Sight and Sound: Analyse der ästhetischen Gestaltung durch Mise-en-Scène, Kameraeinstellungen, Bildfarben und die Funktion von diegetischem sowie nicht-diegetischem Ton.

5. Parallelen zu „Citizen Kane“ (1941): Vergleich der Erzählstruktur beider Werke und Aufzeigen narrativer Parallelen im Kontext der dritten Zeitebene.

6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der komplexen Erzählweise und Bestätigung der anhaltenden Relevanz von Leones filmischen Stilmitteln.

Schlüsselwörter

Sergio Leone, Once Upon a Time in America, Erzählstruktur, Plot-Segmentierung, Zeitebenen, Genre, Gangsterepos, Mise-en-Scène, Kameraeinstellungen, Tiefenschärfe, Sound, Citizen Kane, Narration, Kausalität, Filmwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser filmwissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die komplexe, nicht-lineare Erzählstruktur des Films „Once Upon a Time in America“ von Sergio Leone und analysiert, wie diese durch verschiedene filmische Mittel konstruiert wird.

Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Genreeinordnung, der segmentierten Plotstruktur, der Funktion der Zeit sowie der filmästhetischen Gestaltung durch Bild und Ton.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fokussiert darauf, wie Leone durch seine spezifische Erzählweise, den Einsatz von Sound und visuelle Gestaltung eine komplexe Erzählstruktur schafft, die den Rezipienten aktiv in den Prozess der Informationsentschlüsselung einbindet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine filmanalytische Methode angewendet, die in Anlehnung an Bordwell/Thompson eine Plot-Segmentierung vornimmt und die wesentlichen filmischen Komponenten wie Mise-en-Scène und Sound untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Genres, eine detaillierte Plot-Segmentierung hinsichtlich Kausalität und Zeit, sowie eine Analyse der filmischen Gestaltungselemente Sight and Sound.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Erzählstruktur, Zeitebenen, Kausalität, Mise-en-Scène und filmische Homage.

Warum ist das Telefonläuten im Film so bedeutend?

Das Telefonläuten fungiert als Schlüsselszene, die die anfänglichen Zeitsprünge verbindet und den größten Teil der folgenden Handlung motiviert.

Welche Rolle spielt die Taschenuhr im Film?

Die Taschenuhr dient als zentrales Requisit, das in allen drei Zeitebenen präsent ist und als Symbol für den Zeitablauf sowie die mit der Vergangenheit verknüpften Erinnerungen des Protagonisten steht.

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Details

Title
Sergio Leones Erzählweise in "Once Upon a Time in America"
College
University of Vienna  (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Course
Filmanalyse
Grade
1
Author
Mag. Stephan Burianek (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V42144
ISBN (eBook)
9783638402484
ISBN (Book)
9783668208186
Language
German
Tags
Sergio Leones Erzählweise Once Upon Time America Filmanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Stephan Burianek (Author), 2005, Sergio Leones Erzählweise in "Once Upon a Time in America", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42144
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