Zur Geschichte und aktuellen Analyse des Senders TM3 und seiner Übertragung der Champions-League-Spiele


Hausarbeit (Hauptseminar), 1999

52 Seiten, Note: sehr gut (1-)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Geschichte und Konzept von TM

3. Die Gesellschafter von TM
3.1 Rupert Keith Murdoch
3.2 Dr. Herbert Kloiber

4. Die Geschichte der TM3-Champions-League

5. Das Konzept der Champions-League-Bericht- erstattung von TM

6. Die Redaktion
6.1 Allgemeines
6.2 Geschichte
6.3 Die Moderatoren
6.4 Weitere Redakteure
6.5 Die Experten

7. Die Kosten
7.1 Allgemeines
7.2 Produktions- und Redaktionskosten

8. Die Reichweiten
8.1 Allgemeines
8.2 Empfang über Kabelanschluss
8.3 Empfang über Satellit

9. Die Marktanteile der TM3-Champions-League- Berichterstattung

10. Die Werbung
10.1 Die Kosten
10.2 Analyse der Werbung bei der TM3-Champions- League-Übertragung vom

11. Murdochs Einstieg bei Premiere World (oder: Wie TM3 die CL-Rechte wieder verliert...)
11.1 Leo Kirch
11.2 Murdochs Einstieg bei Premiere World

12. Fazit

13. Anhang
13.1 Überblick Vorrunde
13.2 Überblick Zwischenrunde
13.3 Lebensläufe Moderatoren / Kommentatoren
13.3.1 Tom Bender
13.3.2 René Hiepen
13.3.3 Thomas Klementz
13.3.4 Hansi Küpper
13.3.5 Markus Othmer
13.3.6 Günter-Peter Ploog
13.3.7 Patrick Wasserziehr
13.3.8 Jörg Dahlmann
13.3.9 Michael Pfad
13.4 „Die Zukunft ist ungewiss“ (Interview mit PR- Redakteurin)

14. Literatur

1. Einleitung:

„Seit dem dritten Mai 1999 um 18 Uhr ist die deutsche Fernsehlandschaft in Bewegung geraten. Nachdem TM3 die Pressemeldung zum Erwerb der UEFA Champions-League-Rechte herausgegeben hat, waren die einen entzückt und manch anderer auch etwas geschockt. Ein Sender, dessen Marktanteil bislang unter einem Prozent lag, hat nach dem attraktivsten europäischen Fernsehrecht gegriffen und alle Rechte für die Dauer von vier Jahren exklusiv erworben. Die Bekanntheit von TM3 dürfte sich schlagartig vervielfacht haben. (...) Aber auch Medienpolitiker und viele Werbetreibende begrüßten eine wachsende dritte TV-Kraft in Deutschland. An diesem Stück Mediengeschichte beteiligt zu sein, ist für alle Mitarbeiter von TM3 eine großartige, wenn nicht einmalige Chance. (...) TM3 wird sein Programm um die UEFA Champions League herum ausbauen. Wir werden weiter investieren und neue Zuschauerkreise erschließen. (...) Der als reines Zielgruppenprogramm gestartete Sender wird sich einem breiteren Publikum öffnen. (...) TM3 will und wird sich als feste Größe im Markt etablieren. Sie haben die Möglichkeit, von Anfang an mit dabei zu sein. Ihre Erwartungen sind uns eine Verpflichtung.“[1]

Knappe acht Monate später im Januar 2000 scheint der große Elan und das Vertrauen in den Aufbau von TM3 zur wachsenden dritten TV-Kraft Deutschlands geschwunden zu sein. Zwar konnte der Sender seine Tagesmarktanteile im Zeitraum vom 1.9.1999 bis zum 15.12.1999 mehr als verdoppeln (von 0,7 auf 1,6%), aber die Einschaltquoten der Champions League waren eher mager.

Wie im gesamten deutschen Fernsehfußball (ausgenommen die Spiele der deutschen Nationalmannschaft) erlitt besonders die Champions League einen drastischen Zuschauereinbruch. Nur 3,12 Millionen Zuschauer sahen im Durchschnitt die Vor- und Zwischenrundenspiele der Champions League. Das sind 65 Prozent weniger Zuschauer am Fernseher als in der vergangenen Saison, die noch von RTL übertragen wurde. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass die bisher magere durchschnittliche Einschaltquote im Frühjahr 2000 noch steigen wird, aber die Rekordquote der vergangenen Saison von durchschnittlich 9,16 Millionen Fernseh-Zuschauern sei nach dem tiefen Sturz im Herbst 1999 nicht einmal annähernd zu erreichen.[2]

Im Zusammenhang mit den schlechten Einschaltquoten steht auch, dass sich die verkaufte Werbezeit nicht wie erhofft entwickelt hat. Wirtschaftswissenschaftler der Universität Dortmund sagen TM3 einen Verlust in Höhe von 150 Millionen Mark aus dem ersten Jahr Champions League voraus. Laut dieser Untersuchung muss TM3 etwa 240 Millionen Mark pro Jahr für den Rechte-Erwerb und Redaktions- und Produktionskosten für die Berichterstattung über die Champions League aufbringen.

Daher wird zurzeit offen darüber diskutiert, dass ab der kommenden Saison nur noch zwei Spiele mit deutscher Beteiligung im Free-TV gesendet werden und, falls sich erneut vier Bundesliga-Klubs qualifizieren sollten, zwei Spiele wieder ins Pay-TV (Premiere World) gesetzt werden.

Zurzeit sieht es sogar danach aus, dass TM3 nach dieser Saison die Rechte an der Übertragung der UEFA Champions League verliert und die Champions League ab der kommenden Saison zu einem Teil von RTL übertragen wird, der andere Teil von Premiere World. Der Hauptgesellschafter von TM3, Rupert Murdoch, ist sich angeblich mit der RTL-Muttergesellschaft CLT-Ufa über einen neuen Dreijahresvertrag einig. Das würde wahrscheinlich sogar das Aus für den Sender TM3 bedeuten. Da die Vertragsverhandlungen bis zum Abgabetermin dieser Arbeit am 24. Januar 2000 noch nicht abgeschlossen waren, konnte nur die aktuelle Entwicklung bis zum 20. Januar 2000 aufgezeigt werden.

2. Zur Geschichte und dem Konzept von TM3

TM3 gehört zu den kleinen Sendern in der deutschen Fernsehlandschaft. Vor Beginn der Champions-League-Übertragungen hatte der Sender gerade einmal einen Tagesmarktanteil von 0,6 Prozent. Mit der Übertragung der Champions League konnte der Sender bis einschließlich Dezember 1999 seinen Tagesmarktanteil mehr als verdoppeln. Aktuelle Daten besagen, dass der Sender zurzeit über einen Tagesmarktanteil von 1,6 Prozent verfügt.[3] Die Hauptgesellschafter des Senders sind Rupert Murdoch, er hält 66 Prozent der Anteile, und Dr. Herbert Kloiber, der die restlichen 34 Prozent der Anteile hält. Gestartet war TM3 als reines Spartenprogramm für Frauen. Den Sendebetrieb nahm der Münchner Sender am 25. August 1995 auf. Zurzeit hat TM3 etwa 100 feste Mitarbeiter in München und Hamburg. Zirka zwei Drittel der Angestellten sind Frauen.

In den vergangenen Jahren hat TM3 ein Vollprogramm entwickelt und versteht sich jetzt als Unterhaltungssender für die ganze Familie. Das Programm umfasst aktuelle Magazine, ein umfangreiches eigenproduziertes Serviceprogramm (Reisen, Wohnen Lifestyle...), Dokumentationen, Spielfilme, Serien, Spiel- und Unterhaltungsshows, Cartoons und Comedy. Saisonal sollen die Spiele und die Berichterstattung zur UEFA Champions League das Programm ergänzen. Mit „Geld für dein Leben“, einer täglichen Sendung, für die sich 14 wechselnde Kandidaten in ihrem privaten Leben selbst filmen, startet TM3 ein eigenes Format auf dem Sektor des neuen Genres der Reality-Soaps (Start: 27.02.2000)[4].

3. Die Gesellschafter:

3.1 Rupert Keith Murdoch:

Der 68jährige Medien-Tycoon ist gebürtiger Australier und besitzt seit 1985 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1954 übernahm er den väterlichen Verlag in Adelaide und erweiterte ihn. Murdoch begann den Aufbau seines Medienimperiums mit dem Kauf australischer Lokalzeitungen (1956).

1964 gründete er die erste überregionale Zeitung Australiens mit dem Namen Australien, 1968 war sein australisches Imperium aus Zeitungen, Magazinen und Rundfunkstationen schätzungsweise rund 50 Millionen US-Dollar wert[5]. Seit Ende der Sechziger erwarb er in Großbritannien und den USA zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften, darunter die Londoner Tageszeitung Sun, die New York Post (verkauft 1988), die London Times, sowie die Sunday Times. Er erweiterte seine Holding um die Gesellschaft Fox Broadcasting, wo er 1992 Vorsitzender und Unternehmensleiter wurde[6]. Weiterhin stieg er mit seiner Firma Sky TV in den Markt des Satellitenfernsehens in Großbritannien ein. Sky TV übernahm den Hauptrivalen und wurde zur British Sky Broadcasting (BSkyB), den mit sechs Millionen Abonnenten größten Pay-TV-Sender Europas. 1993 kaufte Murdoch das in Hongkong ansässige Star TV, ein Satelliten-Fernsehdienst, der 38 Länder erreicht[7]. Er hat so die Möglichkeit, eigene Erfolgsproduktionen wie die Mystery-Serie “Akte X“, die Cartoons der “Simpsons“ oder Kinohits wie “Titanic“, nach allen Regeln des Marketings auszuwerten. Vor allem sind die jeweils wichtigen Sportrechte in seinem Besitz: Die National Football League in den USA (Kaufpreis: 2,7 Milliarden Mark), Rugby in England und Australien und die Fußball-Champions-League in Deutschland. Für Furore sorgte auch sein Übernahmeversuch von Manchester United (Angebot: 1,8 Milliarden Mark) im Jahr 1998, der jedoch von der Regierung gestoppt wurde. Insgesamt besitzt Murdochs Medienkonzern “News Corporation“ 265 Zeitungen, zwölf TV-Sender, und 800 Tochterunternehmen, zu denen z.B. das Filmstudio 20th Century Fox gehört. Jährlich setzt das fünftgrößte Medienimperium der Welt über 26 Milliarden Mark um[8]. In Deutschland ist Murdoch mit 66% der Anteile neben der Tele München Gruppe von Herbert Kloiber Mehrheitsgesellschafter von TM3. Die Anteile an Vox (49,9%), die Murdoch bis vor kurzem noch besaß, hat Ende Dezember die CLT-UFA übernommen und ist dadurch zur Mehrheitsgesellschafterin geworden. Der neuste Coup des Australiers, der auch als das “Raubtier“ oder “Pirat“ bekannt ist, weil er immer im richtigen Moment zuschlägt, ist der 24-Prozent-Einstieg in den Kirch-Sender Premiere World, auf den an anderer Stelle noch genauer eingegangen wird.

3.2 Dr. Herbert Kloiber:

Der 51jährige Jurist Herbert Kloiber ist nach Leo Kirch Deutschlands zweitwichtigster Filmhändler und Besitzer des zweitgrößten Filmhandelsunternehmen Tele München. Seine Firma bietet rund 19.300 Programmstunden und hält Rechte an ca. 5.000 Kinofilmen wie „Cyrano de Bergerac“, „The Big Easy“, „Eraser“ und „Mars Attaks“[9]. Den Gesamtwert des Unternehmens gibt Kloiber mit zwei Milliarden Mark an, und der Jahresumsatz 1998 lag bei 400 Millionen[10].

Kirchs ehemaliger Ziehsohn baute seit 1976 sein eigenes Medienimperium auf. Dies geschah zuerst mit Aufzeichnungen von Klassikkonzerten. Später erwarb Kloiber Anteile an dem TV-Sender RTL2 (32,2%) und an der Talkshow-Firma Teletime („Fliege“). Dazu kamen der Film- und Videoverleih Concorde, die Merchendising-Firma CTM und vor kurzem der Lokalsender Wien 1[11]. Kloiber ist außerdem Gründer und Minderheitengesellschafter (34%) von TM3 und seit kurzem im Besitz der finanziell gut ausgestatteten Sportagentur AIM, die unter anderem auch Interesse an den Rechten der Fußball-Bundesliga hat.

4. Die Geschichte der TM3 Champions League:

Mit dem Erwerb der exklusiven (sowohl Free-TV als auch Pay-TV) nationalen Übertragungsrechte der UEFA Champions League Anfang Mai 1999 wagte der kleine Sender TM3, der bis dahin ein reiner Spartensender war und ein Programm für Frauen ausstrahlte, einen gewagten Schritt und sorgte gleichzeitig für Bewegung auf dem deutschen Fernsehmarkt. Der Sender, der gerade einmal einen Tagesmarktanteil von 0,7% hatte, sicherte sich die begehrtesten europäischen Fußballrechte für die Dauer von vier Jahren und zahlte dafür die Rekordsumme von 800 Millionen Mark (200 Millionen Mark pro Saison)[12].

Die Übertragungsrechte erwarben die Gesellschafter von TM3, die News Corporation des britischen Medien-Moguls Rupert Murdoch und die Tele München Gruppe des Inhabers Dr. Herbert Kloiber, gemeinsam. Für die Vermarktung der Champions League Rechte beauftragte die UEFA die Schweizer Agentur T.E.A.M.. Auch RTL und Bertelsmann hatten bis zuletzt um die Rechte gefeilscht, nach Ansicht von Insidern jedoch zu wenig geboten. Die Manager Rolf Schmidt-Holtz und Ewald Walgenbach von der Bertelsmann-Tochter CLT-Ufa hatten seit Monaten in Zürich mit der Vermarktungsagentur T.E.A.M. verhandelt. Die UEFA forderte pro Jahr 250 Millionen Mark für die nationalen Rechte an der Übertragung der Champions League. Die letzte Offerte der CLT-Ufa soll bei 160 Millionen Mark pro Saison gelegen haben.[13]

RTL-Geschäftsführer Gerhard Zeiler begründete das Maximalgebot von 160 Millionen Mark damit, dass RTL in der vergangenen Saison schon 50 Millionen Mark Minus gemacht hat und das, obwohl RTL in der letzten Saison jährlich nur rund 120 Millionen Mark für die Rechte an der Champions League an die UEFA zahlte. Bei RTL glaubte man zudem, dass man als bisheriger Rechtekäufer das sogenannte „Matching Right“ besitzt, das die Verhandlungsposition stärkt und bei höheren Angeboten der Konkurrenz ein Nachbessern ermöglicht. Der Versuch dieses Recht einzufordern scheiterte jedoch vor Gericht: Die entsprechende Vertragspassage, ausgehandelt noch in der Ära Helmut Thoma[14], erwies sich als Makulatur.[15]

Am 3. Mai 1999 gab TM3-Geschäftsführer Jochen Kröhne den Erwerb der UEFA Champions League Rechte bekannt. Für TM3 begann nun der schwierige Aufbau einer kompetenten Sportredaktion, denn viele prominente Sportmoderatoren hatten noch Verträge mit anderen Sendern. Schon am 12. Juni 1999, auf der Pressekonferenz anlässlich des DFB-Pokalfinals in Berlin präsentierte Jochen Kröhne „seinen Mann“ für die Umsetzung der Champions-League-Übertragungen: Michael Pfad, zuvor Sportchef bei Premiere, konnte als Programmdirektor Sport für den Aufbau einer hochklassigen Sportredaktion verpflichtet werden.[16]

Erst am neunten September 1999, fünf Tage vor dem ersten Spieltag der Champions League, stellte Michael Pfad sein „Dream-Team“ vor. „So konnte er unter anderem Tom Bender, Günter-Peter Ploog, René Hiepen, Jörg Dahlmann, Hansi Küpper, Patrick Wasserzieher und andere Spitzenleute als Moderatoren und Kommentatoren verpflichten.“[17] Michael Pfad gelang es aber nicht nur erfahrene und kompetente Moderatoren und Kommentatoren zu verpflichten. Er schaffte es auch Fußballprominenz mit internationalem Ansehen als Experten zu engagieren. „Besonders freue ich mich darüber, dass wir mit Karl-Heinz Rummenigge, Hansi Müller, Stefan Kuntz und Matthias Sammer Experten mit internationaler Reputation verpflichten konnten. Mit Johann Cruyff und Giovanni Trapattoni, um nur zwei Namen zu nennen, stehen uns zusätzlich internationale Fußball-Größen zur Verfügung.“[18]

Auch bei der Produktionstechnik verspricht TM3 Spitzenqualität. Mit dem Studio Hamburg und den Produktionsfirmen Top Vision, Wige und Triofilm hat TM3 Verträge mit den „besten Dienstleistern bei der Fußballproduktion“ geschlossen.[19]

Probleme hatte TM3 allerdings von Beginn an mit der Reichweite. Die „Bild-Zeitung“, ein Blatt aus dem Springer-Konzern – der eng verbandelt ist mit dem damaligen Murdoch-Rivalen Leo Kirch (Sat1, DSF, Premiere World, Kabel1 und Pro7) – schürte in großer Aufmachung die Emotionen und titelte: „TV-Hai überfällt Deutschland“ und „Millionen können nicht mehr Champions League gucken“. Tatsächlich verfügte TM3 im Mai 1999 nur über eine Reichweite von etwa 80 Prozent, da der Sender nur über Kabelanschluss oder Satellitenschüssel zu empfangen ist.[20] Näheres zur Entwicklung der Empfangbarkeit von TM3 im Kapitel „Die Reichweite“.

Am 13. September 1999 ab 22:05 Uhr begann für TM3 die Übertragung der Champions League 1999/2000. René Hiepen moderierte den ersten Champions Club live aus dem Studio Hamburg. Zu Gast war Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld. 0,126 Millionen Zuschauer verfolgten zu Hause vor den Bildschirmen den Auftakt der Champions-League-Übertragungen von TM3. Das entsprach einem Marktanteil von 0,7 Prozent. Einen Tag später, am 14. September 1999, folgte dann die erste Champions-League-Live-Spielberichtserstattung von TM3.[21]

Ab 20:15 Uhr kommentierte Michael Pfad den ersten Champions League Countdown der Saison 1999/2000 und begrüßte zum ersten Champions League Auftritt einer deutschen Mannschaft in der laufenden Saison 1,529 Millionen Zuschauer vor den TV-Geräten. Mit im gläsernen Studio in der BayArena in Leverkusen waren die Experten Matthias Sammer und Hansi Müller. Das Spiel Bayer Leverkusen – Lazio Rom kommentierte René Hiepen.[22] Den größten Marktanteil während der ersten Champions-League-Live-Berichterstattung hatte TM3 zu Beginn der zweiten Halbzeit. 3,620 Millionen Zuschauer verfolgten um 21:46 Uhr das Spiel zu Hause vor den Fernsehgeräten. Das entsprach einem Marktanteil von 15,7 Prozent.[23]

5. Das Konzept der Champions – League - Berichterstattung von TM3:

Mit einem neuartigen Sendekonzept will TM3 der Aufstockung der Champions League von 24 auf 32 Mannschaften Rechnung tragen. Neben der bekannten Live-Berichterstattung und den Zusammenfassungen anderer Spiele im Anschluss an die Live-Übertragungen – wie man sie schon von RTL aus dem Vorjahr gewohnt war – schuf TM3 jeweils eine Sendung mit Vorberichtscharakter (Champions Club am Montag) und eine mit Nachberichtscharakter (Champions Club am Donnerstag). In den Spielwochen wird an insgesamt sechs Tagen Fußball gezeigt. Der Champions Club am Montag und am Donnerstag sowie die Wiederholungen von interessanten Spielen am Wochenende, sollen ein besonderer Service zu den Hauptereignissen – der Live-Berichterstattung – am Dienstag und Mittwoch sein. Eingefleischte Fans der Champions League sollen sich gleich bei TM3 zu Hause fühlen können. Aber es sollen auch mehr junge und weibliche Zuschauer dazugewonnen werden. Dies sei der Auftrag an die Sportredaktion[24].

Dabei setzt der Sender nicht nur auf die Berichterstattung über die deutschen Klubs, sondern auch auf die internationalen Superstars. Video und Audio sollen während des gesamten Rahmenprogramms und während der Übertragungen einzigartige Reizpunkte setzen. Dabei setzt TM3 auf 3-D-Animationen – zum Beispiel die virtuelle Leinwand, die virtuelle Aufstellung, das virtuell dargestellte taktische Konzept und die virtuelle Abseitslinie und auf akustische Signale für besondere Spiel- und Übertragungsmomente.[25]

„An der Tatsache, dass der Ball rund ist und ein Spiel 90 Minuten dauert, können auch wir nichts ändern. Doch die Art und Weise, wie die Königsklasse des Fußballs erstmals ab dem 13. September 1999 bei TM3 präsentiert wird, ist in der Geschichte der Fußballberichterstattung wohl einmalig. Nie zuvor profitierten Fernsehzuschauer von einem derart informativen Programm rund um die UEFA Champions League. Ob es sich dabei um die Qualität der Live-Übertragungen, die Berichterstattung von den Spieltagen oder um Meinungen und Hintergründe rund um den Star-Ball handelt – TM3 hat König Fußball einen würdigen Thron geschaffen.“[26]

[...]


[1] TM3-Geschäftsführer Jochen Kröhne, in TM3 Pressemappe, Seite 3-4.

[2] Vgl. Das Fernsehen schaut in die Röhre, http://www.kicker.de, 6.1.2000.

[3] Vgl. Mit Fußball aus dem Abseits, Hörzu 1/2000.

[4] Vgl. Interview mit Silke Schuffenhauer aus der Pressestelle von TM3 in München.

[5] vgl. “Murdoch, Rupert Keith“, Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie, 1993-97

[6] ebd.

[7] ebd.

[8] vgl. Allianz der Old Boys, Focus 49/1999, S. 304

[9] vgl. Ruperts Strafstoß, Focus 19/1999, S. 239

[10] vgl. Tele-München-Gruppe sucht Partner, Hamburger Morgenpost, 05.09.1999

[11] vgl. Ruperts Strafstoß, Focus 19/1999, S. 239

[12] Vgl. Murdoch pfeift neue Ära an, http://www.spiegel-online.de, 18/1999.

[13] Vgl. Reine Frauensache, http://www.spiegel-online.de, 4. Mai 1999.

[14] Helmut Thoma war der Vorgänger im Amt des jetzigen RTL-Geschäftsführers Gerhard Zeiler.

[15] Vgl. Ruperts Strafstoß, Focus 19/99, S.239

[16] Vgl. http://www.tm3-championsleague.de

[17] Vgl. http://www.tm3-championsleague.de „Die UEFA Champions League bei TM3“ vom 30.12.1999.

[18] Vgl. TM3-Pressemappe zur Präsentations-Pressekonferenz der Champions League 1999/2000, S. 3.

[19] Vgl. TM3-Pressemappe zur Präsentations-Pressekonferenz der Champions League 1999/2000, S. 2.

[20] Vgl. Ruperts Strafstoß, Focus 19/99, S. 239

[21] Vgl. . http://www.tm3-championsleague.de „Die UEFA Champions League bei TM3“ vom 30.12.1999.

[22] Nach Angaben der TM3-PR-Redakteurin Nina Stiller

[23] Quelle: GFK / TM3 Marktforschung

[24] Vgl. TM3-Pressemappe zur Präsentations-Pressekonferenz der Champions League 1999/2000, S. 3.

[25] Vgl. TM3-Pressemappe zur Präsentations-Pressekonferenz der Champions League 1999/2000, S. 5.

[26] Vgl. TM3 Pressemappe, Seite 7.

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten

Details

Titel
Zur Geschichte und aktuellen Analyse des Senders TM3 und seiner Übertragung der Champions-League-Spiele
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
sehr gut (1-)
Autor
Jahr
1999
Seiten
52
Katalognummer
V42158
ISBN (eBook)
9783638402590
Dateigröße
806 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Analyse, Senders, Champions-League-Spiele
Arbeit zitieren
Jan Streckfuß (Autor), 1999, Zur Geschichte und aktuellen Analyse des Senders TM3 und seiner Übertragung der Champions-League-Spiele, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42158

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