„Einst waren die Römer die stärksten, jetzt sind sie ohne Kraft; die alten Römer wurden gefürchtet, wir leben in Furcht; ihnen zahlten die Barbarenvölker Steuern, wir sind Steuerzahler für die Barbaren“ (6,98).
Dieses Zitat stammt aus Priester Salvians von Marseille Schrift, um 440 erschienen, „Vom Walten Gottes“. Es erläutert die Ansicht des Priesters, der zur Zeit des sich andeutenden „Untergangs“ des Römischen Reiches gelebt hat.
Er legt in diesem Ausschnitt seine Sicht auf die Situation der damaligen Zeit dar. Doch wie konnte es soweit kommen, dass die Römer, die einst die Stärksten waren, nun ohne Kraft seien?
Mit den Barbarenvölkern sind germanische Stämme gemeint, inwiefern haben diese zum Untergang des Römischen Reiches beigetragen?
Wie sind die Römer mit diesen Barbaren umgegangen?
Diese Fragen werde ich im Folgenden anhand von Klaus Rosens Werk „die Völkerwanderung“ beantworten. Dabei werde ich zunächst auf die Germanenpolitik der Römer bis zur Mitte des vierten Jahrhunderts, im nächsten Teil werde ich dann auf die Germanenpolitik nach der Mitte des vierten Jahrhunderts eingehen und werde schließlich das Wesentliche in einem Fazit zusammenfassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wie sah die Germanenpolitik bis zur Mitte des vierten Jahrhunderts aus ?
3. Die Etablierung der Germanen im Römischen Reich
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Germanenpolitik des Römischen Reiches und analysiert, inwiefern die Interaktion mit germanischen Stämmen maßgeblich zum Untergang des Reiches beitrug. Dabei wird die historische Entwicklung von den ersten Kontakten bis zur Etablierung germanischer Akteure in römischen Machtpositionen nachvollzogen.
- Historische Entwicklung der römischen Germanenpolitik
- Integration und Konflikte mit germanischen Stämmen
- Die Rolle von Heermeistern und Soldatenkaisern
- Auswirkungen der inneren Schwäche der römischen Reichsspitze
- Analyse des Scheiterns diplomatischer Verträge wie des Gotenvertrags
Auszug aus dem Buch
3. Die Etablierung der Germanen im Römischen Reich
Im August 378 endete eine eindrucksvolle Reihe der sogenannten kurzlebigen Soldatenkaiser. Diese legitimierten ihre Stellung und die Stellung des Römischen Reiches durch Kriege gegen verschiedene germanische Stämme. Bis dahin wurde die Macht bzw. die Ewigkeit des Römischen Reiches nicht in Frage gestellt. Die darauffolgenden Jahrzehnte führten zum Untergang des Römischen Reiches. Die Tradition der erfolgreichen Soldatenkaiser brach ab, dies ist unter anderen eine der Hauptgründe für den Untergang des Römischen Reiches.
Zwar gab es mächtige und ruhmreiche Männer, kompetente Heermeister im militärischen und Prätorianerpräfekten im zivilen Bereich, die den Thron stützten, doch dies war kein Ersatz für einen machtvollen und kompetenten Kaiser. Ein weiterer Grund ist die hohe Bevölkerungszahl der germanischen Stämme. Zwar weiß man nicht genau, wie viele es tatsächlich waren und wahrscheinlich sind die Zahlen aus den Quellen der damaligen Zeit übertrieben, doch sie sind richtungsweisend.
Die zahlreichen sozialen, kulturellen und religiösen Gründe für die Auflösung sind geringwertig im Vergleich zur Schwäche in der Reichsspitze. Ein Beispiel dafür liefert der vierjährige Kinderkaiser Valentinian II. der 375 auf den Thron gehoben wurde. In der „Historia Augusta“ wird Valentinian als Unmündiger betitelt, der Hilfe von seinem Schreiblehrer benötigt und nicht zuletzt der sich durch Süßigkeiten und sonstigen Naschwerk verlocken lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Anhand eines Zitates von Salvian von Marseille wird das zentrale Thema des Niedergangs des Römischen Reiches eingeführt und die Forschungsfrage nach dem Einfluss germanischer Stämme gestellt.
2. Wie sah die Germanenpolitik bis zur Mitte des vierten Jahrhunderts aus ?: Dieses Kapitel beleuchtet die anfänglichen diplomatischen Beziehungen, Bündnisse und militärischen Maßnahmen Roms gegenüber den germanischen Stämmen.
3. Die Etablierung der Germanen im Römischen Reich: Hier wird der Prozess beschrieben, wie Germanen durch die Schwäche der Reichsspitze und Integrationsmaßnahmen wie den Gotenvertrag in einflussreiche militärische Führungspositionen aufstiegen.
4. Fazit: Das Fazit resümiert das Scheitern der römischen Germanenpolitik und stellt fest, dass die zunehmende Macht der germanischen Könige und die Instabilität des Reiches den Untergang besiegelten.
Schlüsselwörter
Römisches Reich, Germanenpolitik, Völkerwanderung, Soldatenkaiser, Gotenvertrag, Heermeister, Salvian von Marseille, Integration, Valentinian II., Arbogast, Merobaudes, Untergang, Diplomatische Beziehungen, Militärgeschichte, Spätantike
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der römischen Politik gegenüber germanischen Stämmen und deren Auswirkungen auf die Stabilität und den Fortbestand des Römischen Reiches.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die diplomatische Geschichte, die militärische Interaktion, die Integrationsversuche durch Verträge und die politische Schwäche der römischen Führung in der Spätantike.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu analysieren, wie die Germanen das Römische Reich veränderten und ob die Maßnahmen Roms aktiv zum Untergang des Reiches beitrugen.
Welche Methode wird zur Beantwortung der Fragen genutzt?
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse, primär basierend auf dem Werk "Die Völkerwanderung" von Klaus Rosen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Zeit vor und nach der Mitte des vierten Jahrhunderts, wobei besonders der Wandel vom Umgang mit "dediticii" hin zur Etablierung germanischer Heermeister untersucht wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Völkerwanderung, Germanenpolitik, Soldatenkaiser, Gotenvertrag und römische Heermeister.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der sogenannten Soldatenkaiser?
Die Arbeit sieht in der Abkehr von der Tradition erfolgreicher Soldatenkaiser einen wesentlichen Grund für die zunehmende Instabilität und den Untergang des Römischen Reiches.
Warum wird der Gotenvertrag von 382 als gescheitert angesehen?
Der Vertrag, der ein friedliches Miteinander fördern sollte, führte laut Arbeit nicht zu einer loyalen Integration, sondern bot vielmehr die Grundlage für germanische Akteure, innerrömische Machtpositionen zu besetzen.
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- Anonym (Autor), 2015, Die Germanenpolitik der Römer. Wie veränderten die Germanen das Römische Reich?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/421611