Geflüchtete und Asylsuchende gehören zu den gesundheitlich besonders belasteten Personengruppen in Deutschland. Sie leiden unter den Folgen der mangelhaften Versorgung in den Gesundheitssystemen im Herkunftsland. Darüber hinaus sind Geflüchtete häufig auf Grund der Umstände ihrer Flucht traumatisiert. Außerdem sind sie durch den prekären Aufenthaltsstatus in Deutschland besonderen Belastungen ausgesetzt.
Diese Arbeit stellt Daten zur gesundheitlichen Situation von Geflüchteten und Asylsuchenden in Deutschland und die daraus ergebenden Herausforderungen für den Bereich Public Health da
Anschließend werden Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheit zur Stärkung der Gesundheit von Geflüchteten und Asylsuchenden entwickelt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Geflüchtete und Asylsuchende in Deutschland
2 Gesundheitliche Situation und Versorgung von Geflüchteten und Asylsuchenden in Deutschland
2.1 Datenlage zur gesundheitlichen Situation
2.1.1 Übertragbare Erkrankungen
2.1.2 Nicht übertragbare Erkrankungen
2.2 Gesetzlicher Anspruch auf gesundheitliche Versorgung
3 Herausforderungen für Public Health im Zusammenhang mit der gesundheitlichen Situation und Versorgung von Geflüchteten und Asylsuchenden
3.1 Definition von Public Health
3.2 Erhebung von wissenschaftlichen Daten
3.3 Aufgaben für Public Health
3.4 Schaffung von Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Public-Health-Maßnahmen
4 Verbesserung der psychosozialen Versorgung von Geflüchteten und Asylsuchenden als Herausforderung an Public Health
4.1 Psychosoziale Situation von Geflüchteten und Asylsuchenden
4.2 Lösungsansätze zur Verbesserung der psychosozialen Versorgung
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die gesundheitliche Situation von Geflüchteten und Asylsuchenden in Deutschland und identifiziert daraus resultierende Herausforderungen für das Public-Health-System. Ziel ist es, den Status quo aufzuzeigen und konkrete Ansätze zur Stärkung der gesundheitlichen und insbesondere der psychosozialen Versorgung zu entwickeln.
- Gesundheitszustand von Geflüchteten und Asylsuchenden in Deutschland
- Rechtlicher Rahmen und Anspruch auf medizinische Versorgung
- Public-Health-Herausforderungen durch Migration
- Psychosoziale Belastungen und Traumafolgestörungen
- Multimodale Lösungsansätze und gestufte Versorgungsmodelle
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Nicht übertragbare Erkrankungen
Im Vordergrund der nicht übertragbaren Krankheiten stehen die psychischen Erkrankungen, Schätzungen zufolge sind etwa vierzig Prozent der Geflüchteten psychisch erkrankt, insbesondere an einer Traumafolgestörung (Bühring, 2015). Diese umfasst „die posttraumatische Belastungsstörung, Depressionen, Angststörungen, chronische Schmerzen und somatoforme Störungen“ (Frank et al., 2017, S. 34).
Bühring (2015) untersuchte, dass Frauen auf der Flucht insbesondere aufgrund sexueller Gewalt stärker belastet sind als Männer und dass der psychische Gesundheitszustand unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge häufig noch schlechter ist. Sie haben während der Flucht oftmals Gewalt erlebt und sind zudem von Einsamkeit sowie Isolation betroffen und stehen nicht selten unter Druck, ihre Familie im Herkunftsland finanziell unterstützen zu müssen (ebenda).
Außerdem werden Atemwegserkrankungen, unspezifische Schmerzsymptome, Krankheiten des Verdauungssystems, aber auch orthopädische und dermatologische Erkrankungen bei Geflüchteten und Asylsuchenden aufgeführt sowie in starker Abhänigigkeit zum Herkunftsland Krankheiten der Zähne (Mohammadzadeh, Jung & Lelgemann, 2016).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Geflüchtete und Asylsuchende in Deutschland: Das Kapitel beleuchtet die historischen Migrationsbewegungen nach Deutschland und verdeutlicht den massiven Anstieg der Asylanträge im Jahr 2015.
2 Gesundheitliche Situation und Versorgung von Geflüchteten und Asylsuchenden in Deutschland: Hier wird die Datenlage zur Gesundheit dieser Gruppe bewertet und der Fokus auf Infektionskrankheiten sowie psychische Belastungen gelegt, ergänzt durch die rechtlichen Rahmenbedingungen der Versorgung.
3 Herausforderungen für Public Health im Zusammenhang mit der gesundheitlichen Situation und Versorgung von Geflüchteten und Asylsuchenden: Dieses Kapitel definiert die Rolle von Public Health und identifiziert die Notwendigkeit einer besseren Datenerhebung sowie gezielter Aufgaben zur strukturellen Verbesserung.
4 Verbesserung der psychosozialen Versorgung von Geflüchteten und Asylsuchenden als Herausforderung an Public Health: Es wird die besondere psychosoziale Belastungssituation analysiert und Ansätze wie gestufte Versorgungsmodelle oder die Vernetzung von Fachbereichen vorgestellt.
5 Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die zentralen Herausforderungen zusammen und weist auf den weiteren Forschungsbedarf hinsichtlich rechtlicher und finanzieller Aspekte hin.
Schlüsselwörter
Public Health, Geflüchtete, Asylsuchende, Gesundheitsversorgung, Psychosoziale Versorgung, Traumafolgestörungen, Asylbewerberleistungsgesetz, Erstaufnahmeuntersuchung, Versorgungsmodelle, Integration, Migrationsstressoren, Infektionskrankheiten, Public-Health-Maßnahmen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die gesundheitliche Situation von Geflüchteten und Asylsuchenden in Deutschland und betrachtet die daraus entstehenden Herausforderungen für das öffentliche Gesundheitswesen (Public Health).
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der gesundheitlichen Versorgung, der psychosozialen Situation, den gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Implementierung effizienter Public-Health-Strukturen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Versorgungsstatus zu analysieren, Herausforderungen zu benennen und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der gesundheitlichen und psychosozialen Versorgung zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine auf Literaturanalyse basierende Arbeit, die Daten zur gesundheitlichen Situation aufgreift und Public-Health-Konzepte zur Verbesserung der Versorgung diskutiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der gesundheitlichen Situation, die Analyse der rechtlichen Versorgungslage sowie die Diskussion spezifischer Public-Health-Herausforderungen und psychosozialer Interventionsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Public Health, Geflüchtete, Psychosoziale Versorgung, Traumafolgestörungen und Versorgungsstrukturen.
Was besagt das im Text erwähnte Kaskadenmodell?
Das Kaskadenmodell beschreibt eine gestufte Versorgung, bei der geschulte Personen aus der Gemeinschaft der Geflüchteten als Gesundheitslotsen und Traumaberater unter fachlicher Supervision eingesetzt werden.
Welche Bedeutung haben die "Postmigrationsstressoren"?
Diese Faktoren, wie die Dauer des Asylverfahrens, die Unterbringungssituation und der eingeschränkte Zugang zum Gesundheitssystem, belasten Geflüchtete zusätzlich zu ihren erlebten Traumata im Herkunftsland.
- Arbeit zitieren
- Anja Schering-Arndt (Autor:in), 2017, Herausforderungen von Public Health im Kontext von Flucht und Gesundheit. Gesundheitliche Situation und Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/421644