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Zeichen der Zeit. Zur Symbolik der völkischen Bewegung

Titel: Zeichen der Zeit. Zur Symbolik der völkischen Bewegung

Bachelorarbeit , 2016 , 51 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Louisa van der Does (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zeichen der Zeit sind assoziativ freie Symbole, die zur Identitätsstiftung genutzt werden können. Ein prominentes Beispiel ist das nationalsozialistische Hakenkreuz, doch auch schon im Protofaschismus finden sich entsprechende Strategien der Gruppenbildung durch Symbolgebrauch. Je älter die verwendeten Symbole sind, desto eher lässt sich durch sie eine Tradition konstruieren, die der Gruppe Legitimation verleihen soll. Derartige Traditionen binden in sich heterogene Kräfte und amalgamieren sie zu einem Ganzen, das sich je nachdem als "Nation", "Bewegung" oder "Volksgemeinschaft" versteht.

Diese Arbeit befasst sich mit der Wirkweise von Symbolen, genauer gesprochen von den Symbolen der völkischen Bewegung, welche im Deutschland des 19. Jahrhunderts ihren Ursprung hatte und sich bis zur nationalsozialistischen Machtergreifung zu einem recht vielgestaltigen sozio-politischen Phänomen entwickelt hatte. Dabei soll ergründet werden, weshalb die Bewegung Zeichen wie der Swastika, im Grunde also willkürlich gewählten Bildern, ein so großes Gewicht beimaß; und warum gerade dieses Symbol so bedeutungsschwanger war, dass der Faschismus es schleunigst zu appropriieren und seinen Gebrauch durch andere unter Strafe zu stellen müssen glaubte. Bei genauerem Hinsehen erschließt sich die Nützlichkeit, die dieses und vergleichbare Zeichen für den Benutzer besaßen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Wie ‘funktioniert’ Symbolik? Assoziative Wirkung und ‘invention of tradition’

III. Die Ursprünge der völkischen Bewegung: Feuerkreuze und Lichtgebete

1. Steinbruch der Ideologien: Die Theosophie und ihre Bildsprache

2. Faszination der Runen. Die österreichische Ariosophie

3. Im Zeichen des Lebensbaums: Die deutsche Lebensreformbewegung

4. Völkische Kunst. Das Beispiel Fidus

IV. Das Ende der Esoterik. Vom Hexagramm zum Davidstern in Weimar

1. Logen des Antisemitismus: Der Germanenorden

2. Hakenkreuz und Co. in der völkischen Wissenschaft

3. Orden und Abzeichen. Die Militarisierung der Bevölkerung

4. “Heil und Sieg” - Das Vermächtnis der Thule-Gesellschaft an die NSDAP

V. Symbole im Dritten Reich - Trademarks eines Staates

1. Die Omnipräsente: Swastika-Effekt

2. Weisthors Visionen. Heinrich Himmler und sein Magus

VI. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sozio-politische Funktion und Wirkungsweise von Symbolen innerhalb der völkischen Bewegung in Deutschland vom 19. Jahrhundert bis zur nationalsozialistischen Machtergreifung. Das Ziel besteht darin, zu ergründen, warum diese Bewegung willkürlich gewählten Bildern wie der Swastika ein solch hohes identitätsstiftendes und propagandistisches Gewicht beimaß und wie Symbole genutzt wurden, um Gruppen zu konstituieren und soziale Realitäten durch die suggerierte Wiederbelebung einer mythischen Vergangenheit zu konstruieren.

  • Wirkweise von Symbolen und theoretische Grundlagen der Symbolforschung
  • Einfluss theosophischer und ariosophischer Lehren auf die völkische Symbolik
  • Die Rolle von Symbolen in der Lebensreformbewegung und völkischen Kunst
  • Instrumentalisierung von Symbolen durch politische Bünde und den Nationalsozialismus
  • Konstruktive Macht von Zeichen zur Identitätsstiftung und Ausgrenzung

Auszug aus dem Buch

II. Wie ‘funktioniert’ Symbolik? Assoziative Wirkung und ‘invention of tradition’

Der Brauch eines afrikanischen Stammes, den Dan Sperber in Über Symbolik wiederholt als Beispiel bemüht, ist das sich Auf-den-Kopf-Legen eines Stückes Butter. Die Handlung hat, wie jedem einleuchten wird, kein unmittelbares Ziel - im Gegenteil, die Butter, wertvolles Nahrungsmittel und sonst nur sparsam verwendet, wird ihrem alimentären Zweck entfremdet und in einem Akt krasser Verschwendung zerschmelzen lassen. Dass dieser Akt rein gar nichts bewirkt, ist demjenigen, der sich die Butter auf den Kopf legt, dabei genauso bewusst wie dem westlichen Beobachter: Er hat keinen praktischen Nutzen, dafür aber einen ganz kulturspezifischen symbolischen Sinn. Tatsächlich, so führt Sperber weiter aus, ist ein erkennbarer Zusammenhang mit einem praktischen Nutzen geradezu ein Ausschlusskriterium für symbolische Wirkung. Als symbolisch erklärt er nämlich jede Tätigkeit, bei welcher die ins Werk gesetzten Mittel in meinen Augen zu dem expliziten oder impliziten Zweck in deutlichem Missverhältnis zu stehen scheinen, unterliege dieser Zweck nun der Erkenntnis, der Kommunikation oder der Produktion; d.h. jede Tätigkeit, deren Grund mir entgeht.

Diesem Verständnis folgend muss man sich zwangsläufig die Frage nach der Daseinsberechtigung der Symbolik stellen. Wenn Symbole nicht ‘bewirken’, so könnte man annehmen, ‘bedeuten’ sie doch jedenfalls, in dem Sinne, dass der Weihnachtsmann Geschenke bedeutet, die Farbkombination gelb-schwarz Gefahr oder die Kammmuschel eine Tankstelle. Wenn diese Annahme zuträfe, so könnte man den Gedanken weiter spinnen und Symbolik eine ähnliche Funktionsweise unterstellen wie der Sprache. Durch Impulse die, anders als bei der Sprache, nicht verschriftlicht oder akustisch wahrnehmbar sein müssen, würde also Kommunikation nach vorbestimmten Regeln stattfinden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die untersuchte Wirkweise von Symbolen und deren Rolle bei der Identitätsstiftung sowie der Ausgrenzung innerhalb der völkischen Bewegung.

II. Wie ‘funktioniert’ Symbolik? Assoziative Wirkung und ‘invention of tradition’: Dieses Kapitel beleuchtet theoretische Ansätze zur Symbolik, die nicht auf direkter Bedeutung, sondern auf kontextueller Assoziation und der bewussten Erfindung von Tradition beruhen.

III. Die Ursprünge der völkischen Bewegung: Feuerkreuze und Lichtgebete: Das Kapitel analysiert die Ursprünge der Bewegung durch theosophische und ariosophische Einflüsse, die Rolle der Lebensreform und künstlerische Ausdrucksformen.

IV. Das Ende der Esoterik. Vom Hexagramm zum Davidstern in Weimar: Hier wird die politische Radikalisierung und die Instrumentalisierung von Symbolen durch Bünde wie den Germanenorden sowie die völkische Wissenschaft untersucht.

V. Symbole im Dritten Reich - Trademarks eines Staates: Das Kapitel befasst sich mit der totalitären Übernahme und Standardisierung zentraler Symbole wie der Swastika sowie der Rolle von SS-Mystikern wie Weisthor.

VI. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, dass Symbole der völkischen Bewegung weniger eigene Bedeutung trugen, sondern als Projektionsfläche für Hoffnungen und Ängste dienten, um soziale Ordnung und Identität in Krisenzeiten zu stiften.

Schlüsselwörter

Völkische Bewegung, Symbolik, Identitätsstiftung, Ariosophie, Theosophie, Lebensreform, Nationalsozialismus, Swastika, Invention of Tradition, Antisemitismus, Mythos, Ideologie, Propaganda, Runensymbolik, Gruppenkonsens.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Symbole als Machtinstrumente der völkischen Bewegung und des Nationalsozialismus eingesetzt wurden, um Identität zu stiften und Massen zu mobilisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die theoretische Symbolforschung, der Einfluss von Okkultismus und Theosophie, die Lebensreformbewegung, völkische Kunst sowie die politische Instrumentalisierung durch NS-Organisationen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, warum völkische Kreise willkürlichen Zeichen ein so hohes Gewicht beimaßen und wie diese dazu dienten, eine mythische, arische Gemeinschaft zu konstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine historische und kulturwissenschaftliche Analyse, die Symboltheorien auf historische Kontexte anwendet, ergänzt durch die Untersuchung ideengeschichtlicher Kontinuitäten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung völkischer Symbolik aus spirituellen Quellen, deren Radikalisierung in der Weimarer Republik und ihre Etablierung als staatstragende Zeichen im Nationalsozialismus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Begriffe wie „Völkische Bewegung“, „Swastika“, „Ariosophie“, „Invention of Tradition“ und „Identitätsstiftung“ sind für das Verständnis der Argumentation zentral.

Warum wurde die „Invention of Tradition“ nach Hobsbawm als theoretisches Konzept gewählt?

Dieses Konzept ist entscheidend, um zu verstehen, wie völkische Gruppen fiktive historische Kontinuitäten erfanden, um ihren rassistischen Ideologien eine legitime, „uralte“ Basis zu geben.

Wie bewertet der Autor die Rolle von Heinrich Himmler und seinem „Magus“ Weisthor?

Der Autor zeigt auf, wie Himmler den Mystiker Wiligut (Weisthor) nutzte, um der SS durch spezifische Rituale und Symbole einen exklusiven, pseudoreligiösen Kult-Charakter zu verleihen.

Inwiefern unterscheidet sich die „Swastika“ von einem gewöhnlichen sprachlichen Zeichen?

Im Gegensatz zur Sprache, die explizites Wissen erfordert, funktionieren Symbole wie die Swastika intuitiv und affektiv; ihre Deutung ist kontextabhängig und erlaubt eine ständige Neuaufladung.

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Details

Titel
Zeichen der Zeit. Zur Symbolik der völkischen Bewegung
Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,0
Autor
Louisa van der Does (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
51
Katalognummer
V421665
ISBN (eBook)
9783668692022
ISBN (Buch)
9783668692039
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Swastika Symbolik völkische Bewegung Theosophie Ariosphie Runen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Louisa van der Does (Autor:in), 2016, Zeichen der Zeit. Zur Symbolik der völkischen Bewegung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/421665
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Leseprobe aus  51  Seiten
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