Diese Seminararbeit beschäftigt sich anhand von ausgewählten Beispielen mit der Fragestellung, welche Chancen und Risiken sich im Rahmen des Megatrends der Digitalisierung, sowie der damit einhergehenden Logistik 4.0 für mittelständische Logistikdienstleister im interkontinentalen Transportgeschäft ergeben können.
Zunehmende Koordinationsintensität, sowie ein steigender Koordinationsumfang führen zu einem Komplexitätsproblem in der Logistik. Durch eine ansteigende Dynamik nimmt die zur Verfügung stehende Reaktionszeit eines Logistikdienstleisters ab. Zudem wird aufgrund anwachsender Kompliziertheit zunehmend mehr Zeit für das Treffen von Entscheidung und der entsprechenden Analyse dergleichen beansprucht. Es entsteht eine Art Zeitschere, deren Zusammenführung im Gegenstandsbereich der Logistik 4.0 liegt. Bereits seit der Jahrtausendwende wird in der Logistik die Einführung cyberphysischer Technologien diskutiert. Durch die rasant fortschreitende technologische Entwicklung, sowie einer starken Verbundenheit der Logistik mit vielen der technischen und gesellschaftlichen Herausforderungen, erwartet diese Branche in naher Zukunft einen so grundsätzlichen Wandel wie keine andere. Maßgebend geprägt wird dieser Wandel durch die zunehmend an Bedeutung gewinnende Thematisierung einer Logistik 4.0.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Problemstellung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Definition Logistik 4.0
3 Chancen für mittelständische Logistikdienstleister im interkontinentalen Transportgeschäft
3.1 Kostensenkungen
3.2 Automatisierung / Standardisierung von manuellen Prozessen
3.3 Reduzierung der Komplexität
3.4 Zuwachs an Bedeutung innerhalb der Prozesskette
4 Risiken für mittelständische Logistikdienstleister im interkontinentalen Transportgeschäft
4.1 Hackerangriffe
4.2 Abhängigkeit von Technologieanbietern
4.3 Verlieren der Wettbewerbsfähigkeit
4.4 Inkompatibilität zu bestehenden Systemen
5 Fazit / Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, welche Chancen und Risiken sich durch den Megatrend der Digitalisierung und die damit verbundene Logistik 4.0 für mittelständische Logistikdienstleister im Bereich des interkontinentalen Transportgeschäfts ergeben, um deren Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend komplexen Marktumfeld zu bewerten.
- Grundlagen und Definition der Logistik 4.0
- Potenziale zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung
- Herausforderungen durch technologische Abhängigkeiten
- Sicherheitsrisiken und Cyberbedrohungen
- Anpassung von IT-Systemen und Prozessstrukturen
Auszug aus dem Buch
4.1 Hackerangriffe
Die erst kürzlich erfolgte Cyberattacke auf die dänische Unternehmensgruppe A.P. Moeller-Maersk hat in eindrucksvoller Art und Weise demonstriert, in welchem Ausmaß bestehende Systeme angreifbar sind und in welcher unmittelbaren Abhängigkeit die mit ihnen entsprechend verbundenen Wertschöpfungsketten stehen. Nachwirkungen dieses Zwischenfalles haben auch einen starken Einfluss auf Logistikdienstleister gehabt, da deren Kerndienstleistung in unmittelbarer Konsequenz durch den Angriff in Teilen lahmgelegt worden ist. Container, welche bereits von einkommenden Schiffen entladen worden sind, waren temporär nicht auffindbar. Der Buchungsprozess von Exportcontainern war erschwert. Importcontainer waren aufgrund fehlender Freistellungen nicht abnehmbar. Aus diesen Umständen entstandene Kosten wurden seitens A.P. Moeller-Maersk automatisiert an die Vertragspartner weitergegeben und führten somit auch hier, ohne direkten Angriff auf die Systeme eines mittelständischen Logistikdienstleisters, zu hohen Aufwendungen in Bezug auf die Prüfung der größtenteils unberechtigten Forderungen.
Einer Einschätzung von IT-Experten nach gerät die Branche immer häufiger ins Visier von Cyberkriminellen. Berichten des Beratungsunternehmens Oliver Wynam zufolge drohen der weltweiten Logistikbranche bereits im Jahre 2020 Schäden i.H.v. rund 6 Mrd. EUR. 450 Mio. EUR könnte der Schaden allein in Deutschland betragen. In Anbetracht dieser Summen stellen Hackerangriffe ein extrem hohes Risiko für mittelständische Logistikdienstleister dar und können einen derartiges Unternehmen schnell vom Markt verschwinden lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Logistik 4.0 ein und formuliert die Fragestellung sowie das Komplexitätsproblem, das den Ausgangspunkt der Untersuchung bildet.
2 Definition Logistik 4.0: Dieses Kapitel definiert Logistik 4.0 als Managementansatz zur Gestaltung vernetzter Objektflüsse und betont die Notwendigkeit der Integration über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.
3 Chancen für mittelständische Logistikdienstleister im interkontinentalen Transportgeschäft: Hier werden die positiven Potenziale der Digitalisierung wie Kostensenkungen, Prozessautomatisierung und die gesteigerte Bedeutung des Logistikers in der Prozesskette analysiert.
4 Risiken für mittelständische Logistikdienstleister im interkontinentalen Transportgeschäft: Dieses Kapitel beleuchtet kritische Bedrohungen, darunter Cyberangriffe, Abhängigkeiten von Technologieanbietern sowie Risiken durch Systeminkompatibilität.
5 Fazit / Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit der digitalen Transformation zusammen und fordert eine verstärkte Unterstützung durch die Forschung bei Investitionsentscheidungen, um die Zukunftsfähigkeit des Mittelstands zu sichern.
Schlüsselwörter
Logistik 4.0, Mittelstand, interkontinentaler Transport, Digitalisierung, Wertschöpfungskette, Kostensenkung, Prozessautomatisierung, IT-Sicherheit, Hackerangriffe, Technologieanbieter, Wettbewerbsfähigkeit, Komplexitätsmanagement, Systeminkompatibilität, Lieferkette, Cloud-Plattform
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Megatrends Logistik 4.0 auf mittelständische Unternehmen im Bereich des interkontinentalen Transports.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Definition moderner Logistikansätze sowie die Chancen und Risiken, die sich durch technologische Veränderungen für kleine und mittlere Logistikdienstleister ergeben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, herauszufinden, welche spezifischen Chancen und Risiken mit der Digitalisierung einhergehen und wie der Mittelstand darauf reagieren kann, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auswertung von Fallbeispielen, um die Auswirkungen von Logistik 4.0 zu illustrieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden konkrete Chancen wie Effizienzsteigerungen und Risiken wie IT-Abhängigkeiten oder Hackerangriffe detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Logistik 4.0, Digitalisierung, Wertschöpfungskette, Hackerangriffe und Prozessautomatisierung.
Warum ist die Komplexität für Logistikdienstleister ein Problem?
Steigende Koordinationsintensität und Dynamik reduzieren die Reaktionszeit der Dienstleister, was eine "Zeitschere" entstehen lässt, der nur durch optimierte, digitale Prozesse begegnet werden kann.
Welche Rolle spielt die IT-Infrastruktur bei den Risiken?
Die Arbeit identifiziert Inkompatibilitäten zwischen verschiedenen IT-Systemen und die hohe Abhängigkeit von Outsourcing- oder Cloud-Anbietern als existenzbedrohende Risiken.
- Arbeit zitieren
- Yannic Schreiber (Autor:in), 2018, Chancen und Risiken für mittelständische Logistikdienstleister im interkontinentalen Transportgeschäft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/421697