Die Suche nach Erkenntnis - Wirklichkeit und Wahrnehmung im philosophischen, medialen und religiösen Raum anhand des Spielfilms "The Truman Show"


Magisterarbeit, 2005

105 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. WIRKLICHKEITSERKENNTNIS
2.1 Objektive Realität und subjektive Wirklichkeit
2.2 Wahrheit
2.3 Wahrnehmung
2.4 Grenzen der Erkenntnis?

3. MEDIENREALITÄT
3.1 Manipulative Macht der Medien
3.1.1 Konsumgesellschaft und Kapitalismus
3.1.2 Der Bildschirm
3.2 Mediale Inszenierungen von Authentizität
3.2.1 Talkshow
3.2.2 Reality-TV
3.2.3 Web-Cam
3.2.4 Realität und Fiktion

4. REALITY-TV IN DIE TRUMAN SHOW
4.1 Rahmen-Erzählung: das Konzept der Truman Show
4.1.1 Wirklichkeitsebenen in Die Truman Show
4.2 Die Truman Show und Platons Höhle
4.2.1 Schatten an der Wand der Höhle
4.2.2 Entfesselung
4.2.3 Aufstieg zum Licht
4.3 Literarischer Vorgänger: Time Out of Joint
4.3.1 Wer bin ich?
4.4 Realität und Repräsentation: vita und forma
4.5 Trumans Erlebniswelt
4.5.1 Traum und Liebe
4.5.2 Eheleben und soziales Umfeld
4.5.3 Pannen und Paranoia
4.5.4 Fluchtversuche
4.5.5 Verschwinden
4.6 Christofs Visionen der totalitären Überwachung
4.6.1 George Orwells 1984
4.6.2 Aldous Huxleys Brave New World
4.6.3 Jeremy Benthams Panopticon
4.6.4 Michel Foucaults Überwachen und Strafen
4.7 Wirklichkeit der Fernsehzuschauer
4.7.1 Das Ritual des Fernsehpublikums

5. MEDIENRELIGION
5.1 Biblische Elemente in Die Truman Show
5.1.1 Erschaffung der Welt und Schaffung der Show
5.1.2 Das Paradies und Seahaven
5.1.3 Der Fall des Menschen und Trumans Erkenntnis
5.1.4 Der Mensch vor dem allwissenden Gott
5.1.5 Der Gang Jesu auf dem Wasser und Truman
5.2 Gnostizismus in Die Truman Show
5.2.1 Gnostisches Weltbild
5.2.2 Gnostische Anthropologie
5.2.3 Gnostische Evangelien und Die Truman Show
5.2.3.1 Suche nach dem rechten Weg
5.2.3.2 Nichtwissen als Ursprung des Leides
5.2.3.3 Erkenntnis und Befreiung
5.2.3.4 Die Funktion des Lehrers
5.2.4 Gnosis und Technologie

6. SCHLUSSBEMERKUNG

Literaturverzeichnis:

1. EINLEITUNG

Die Frage nach der Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer getreuen Wahrnehmung der objektiven Wirklichkeit eröffnet in Anbetracht des hoch technologisierten Fortschritts in der vorhandenen Lebenswelt neuartige Dimensionen der Auseinandersetzung. Die Entwicklungen und Veränderungen auf globaler Ebene zeichnen sich durch die Eroberung des planetarischen Raumes und die Entschlüsselung der Mikro- und Makrostrukturen des Lebens, genetische Zusammenhänge etwa, aus. Forscher und Wissenschaftler tragen winzige Bausteine der Erkenntnis zusammen, indem sie versuchen uralte und gleichwohl grundlegende Fragen bezüglich der Realität, dass heißt der Entstehung des Menschen, der Erde und des Universums, zu beantworten.

Ursprünglich bezeichnete Realität die Unverborgenheit der Natur. In der Vorzeit war die Natur mit all ihren Entwürfen von Pflanzen und Tieren, Gewässern und Gesteinen sowie vom Menschen, Gegenstand der Weltdeutung. Vorsokratische Philosophen wie Thales oder Heraklit suchten in der Physis, der Natur, nach einem einheitlichen Urgrund, auf den alles zurückführbar ist. Sie fanden heraus, dass die Erscheinungen der Natur ihre Entstehung und Entfaltung in sich selbst tragen und durch innere, eigentümliche Faktoren bestimmt werden.

Die gründliche Beobachtung von Naturerscheinungen führte eine Erweiterung des Wissens herbei und brachte die Poiesis, das Künstliche hervor. Durch Nachahmung der Natur entwickelten die Menschen nützliche Artefakte. Aristoteles erkannte, dass sowohl die Physis als auch die Poiesis einer Bestimmung folgen, beziehungsweise auf ein Ziel hin, thelos, gerichtet sind. Heute ist die Natur vom Künstlichen allein dadurch zu unterscheiden, dass Natur den Bauplan in sich selbst trägt, während das Artefakt menschlicher Planung entsprungen ist.

Sokrates, Platon und Aristoteles stellten den Menschen in den Mittelpunkt und die Gültigkeit menschlichen Erkennens auf die Probe. Sie vertraten die Ansicht, dass die Urprinzipien der Natur die Grenzen des menschlichen Denkens und Wahrnehmens überschreiten und einem transzendenten, metaphysischen Reich angehören. In der Neuzeit beschäftigte sich Kant mit der Frage, ob Raum, Zeit und Form objektiv a priori existieren, oder ob sie bloß gedankliche Konzepte eines Erkenntnissubjekts sind, mit denen nur die relative Ordnung von beweglichen Dingen neben- oder nacheinander systematisiert und rationalisiert werden.

In der Zwischenzeit haben sich unzählbare Wirklichkeitsbilder von unterschiedlicher Ausprägung und Denkweisen ergeben. Der radikale Konstruktivismus ist eine interdisziplinäre wissenschaftliche Richtung des 20. Jahrhunderts, welche als eine Weiterentwicklung der erkenntnistheoretischen Position nach Platon, Kant, Wittgenstein usw. angesehen wird. Allen gemeinsam ist die Annahme, dass der Mensch die Welt mit seinem Maß misst. Die Ansätze des Konstruktivismus eröffnen neue Blickwinkel auf Probleme der heutigen Zeit, die eng mit der Suche nach Realität verknüpft sind.

Das gegenwärtige Zeitalter zeichnet sich besonders durch die Vernichtung der Natur und den Aufstieg der Medienkultur aus. Dies führt dazu, dass ein erheblicher Teil unserer Sicht der Realität medial vermittelt wird. Nur ein Bruchteil dessen, was wir als Realität bezeichnen, beruht auf unmittelbaren Anschauungen der Natur. Dieser besorgniserregende Umstand bietet Anlass zur Hinterfragung der Wirklichkeit.

Die zugrunde liegenden Fragen, mit der sich diese Arbeit befasst und einer Annäherung bedürfen, lauten: Kann der Mensch höhere seelische Fähigkeiten entwickeln und dadurch übersinnliche Erkenntnisse erlangen? Ist er in der Lage, aus eigener Kraft zur Realität vorzudringen, oder ist sein Weg von den neuen Medien versperrt, die eben noch von ihm selbst erzeugt wurden?

Den entscheidenden Impuls zur Auswahl dieser Thematik gab die nähere Betrachtung des Spielfilms Die Truman Show unter Drehbuchvorlage von Andrew Niccol und Regie von Peter Weir, welche verdeutlichte, dass dieser Film existentielle und tiefsinnige Fragen beleuchtet, sowie vielfältige Analogien hervorruft. Aus diesem Grund werden die anschließenden Überlegungen anhand des Films Die Truman Show erläutert. Zur Hervorhebung verschiedener Elemente wurde die Beschreibung in Kapitel und Aufsätze unterteilt. Kapitel 2 und 3 umfassen theoretisierte Erläuterungen der Begrifflichkeiten, die dem besseren Verständnis der in Kapitel 4 und 5 dargestellten Analyse und Verknüpfungen des Films Die Truman Show dienen.

Die vorliegende Arbeit zielt nicht auf die Beantwortung der oben genannten komplexen Fragen ab, sondern hebt vielmehr diverse Aspekte hervor, die sich mit der Problematik der Erkenntnis der Realität auseinander setzen. Dazu zählen philosophische, mediale und religiöse Vorstellungen von der Relation zwischen Mensch und Welt, Gott und Welt. Meine Arbeit ist nicht auf ein Ziel gerichtet, sondern schlägt mehrere Wege ein und ist als eine Einladung zu verstehen, über das Leben, Beziehungen, die gegenwärtige Kultur und die Zukunft zu reflektieren.

2. WIRKLICHKEITSERKENNTNIS

Die Erkenntnis der „wahren“ Wirklichkeit ist seit jeher ein menschliches Bestreben, das im Unendlichen oder im Ungewissen verblasst. Wirklichkeit bezeichnet zunächst „ die Welt, wie sie ist, das Insgesamt des Gegebenen.“[1] Alles, was sich in der Welt vorfindet, stellt eine einzige Wirklichkeit dar. Die Welt insgesamt bezieht sich auf eine Größe, die alle astronomischen Vorstellungen der Menschheit sprengt. Bedingt durch die körperliche Gebundenheit des Menschen an die Erde ist die Bedeutung des Begriffs „Welt“ als irdisches, global vorhandenes Geschehen im alltäglichen Sprachgebrauch vorherrschend.[2]

Die grundlegenden Fragen bezüglich der Stellung des Menschen in der Welt, des Sinnes seines Daseins und des Weltganzen beschäftigten die Menschheit seit den Anfängen und begleiten sie bis heute. Bereits im vierten Jahrhundert v. Chr. beleuchtete Platon in seinem berühmten Höhlengleichnis am Beginn des siebten Buches „Politeia“, Der Staat, die Frage nach dem eigentlichen Charakter der Realität und deutete auf die Schwierigkeit ihrer Erkenntnis hin. Die Philosophie und zahlreiche interdisziplinäre Wissenschaften haben sich seit Platon Jahrhunderte lang und mit entscheidenden, wenn auch nicht endgültigen Ergebnissen der Frage nach der Realität und ihrer Erkennbarkeit gewidmet.

Die Geistes- und Naturwissenschaften versuchen zu erklären, was die Welt im Innersten zusammenhält. Sie haben das Wissen beträchtlich erweitert und mit jedem Nachweis des Entstehungszusammenhangs der Welt neue Wege und Sichtweisen eröffnet. In der wissenschaftlichen Wirklichkeitsauffassung wird die Natur der Realität in Strukturen und Systeme umgewandelt, die als Teil funktionieren, als Ganzes aber unbegreiflich sind. Alle Theorien der Welt stoßen an Grenzen, denn es bedürfte eines unbedingten und grenzenlosen Wissens, um Natur und Schöpfung begreifen zu können.[3]

Das Rätsel der alles überdauernden Realität bleibt in Anbetracht menschlicher Subjektivität und Vergänglichkeit ungelöst, es gibt hier keine absolute Gewissheit. Das lebendige Weltganze ist ein Puzzle, dessen Teile im ganzen Universum verstreut sind. Die erhoffte Erkenntnis kann augenblicklich erlebt werden, wenn ein Puzzle-Teil entdeckt und an die passende Stelle angeknüpft wird. Stellt sich das Puzzle-Teil im Nachhinein als unpassend heraus, so entpuppt sich auch die Erkenntnis als eine untaugliche Illusion. Schließlich ist das Weltganze mehr als die Summe seiner Teile.

Die Erkenntnislehre oder Epistemologie, abgeleitet vom griechischen Wort epistemé, das Verstehen, Wissen, Erkenntnis und Einsicht bedeutet, ist der Zweig der Philosophie, der sich mit der Frage beschäftigt, wie Wissen und Wahrheit zu erlangen sind und welche natürlichen Grenzen der Erkenntnis gesetzt sind.[4] Mit Erkenntnis ist eine neuartige Erfahrung gemeint, die sich auf die Welt oder den Menschen bezieht. Erkenntnisse sind Modelle der Wirklichkeit, die über die Wahrnehmung, durch Erfahrung oder durch Nachdenken entstehen. Der Geistesblitz ist eine besondere Form der Eingebung oder Erkenntnis. Die Epistemologie betrachtet die Dinge nur insofern, wie sie dem menschlichen Erkenntnisapparat erscheinen. Die „Seinslehre“ der Ontologie hingegen, welche die griechischen Wörter óntos für seiend und logos für Lehre und Vernunft umfasst,[5] erhebt den Anspruch auf eine „übersinnliche“ Auseinandersetzung mit Dingen an sich.

Die Wirklichkeit, wie sie sich aus der Perspektive des Menschen darstellt, ist relativ, selektiv oder partiell. Weil der Begriff „Wirklichkeit“ ein Terminus der Kontrastbildung ist, muss bei der Verwendung dieses Substantivs jeweils der Bezugspunkt spezifiziert werden, etwa die Wirklichkeit des Menschen, die Wirklichkeit der Medien. Durch die Bezugsetzung entsteht eine Differenz, der Begriff wird somit selektiv oder partiell gebraucht. Relativ ist laut dem Schriftsteller Wolfgang Welsch der Ausdruck „die Wirklichkeit“ auch, „wenn wir beispielsweise nach ‚der Wirklichkeit Gottes’ fragen. Aber dabei hat ‚Wirklichkeit’ einen ganz anderen Sinn. Jetzt bedeutet es soviel wie ‚Existenz’, (‚Sein’ im Sinn von ‚Dasein’).“[6] Die Relativität der Existenz Gottes basiert auf einem Dilemma der Neuzeit. Gott kann man nicht beweisen, aber man kann auch nicht beweisen, dass es keinen allmächtigen Gott gibt. Gleicherweise wie Anselm von Canterburys Vorstellung von Gott ist auch das Weltall etwas, über das hinaus nichts Größeres gedacht werden kann. Ludwig Feuerbach zufolge ist Gott das offene Innere des Menschen, und die Erkenntnis Gottes entspricht der Selbsterkenntnis des Menschen.

2.1 Objektive Realität und subjektive Wirklichkeit

In der Erkenntnistheorie des philosophischen Realismus wird zwischen der unmittelbar erlebten Wirklichkeit und der transzendentalen Realität unterschieden. Realität ist hier die physikalische, transzendentale Welt und Wirklichkeit beinhaltet alle subjektiven Erscheinungen dieser Realität.

Der Philosoph Immanuel Kant prägte die dem Menschen durch Wahrnehmungen, Vorstellungen und Gefühle zugängliche Welt mit den Begriffen „Welt der Erscheinungen“ oder phänomenale Welt. Dagegen nannte Kant die vom Menschen unabhängige, objektive Realität die Welt der „Dinge an sich“ oder transphänomenale Welt. Diese Welt der „Dinge an sich“ wird in Wissenschaften beschrieben und deren Theorien werden verifiziert oder falsifiziert.[7]

Die dem Menschen zugängliche Welt bezeichnet der Schriftsteller Wolfgang Welsch „komprehensive Wirklichkeit“, hingegen nennt er die von ihm unabhängige Welt „basal“. Komprehensiv ist die Wirklichkeit, wenn diese Natur wie Kultur umfasst, wenn sie also alle Lebewesen und Dinge beinhalten soll. Basal hingegen wird der Ausdruck „Wirklichkeit“ nach Welsch verwendet,

wenn wir uns auf das Gegebene beziehen, wie es unabhängig von unseren Interpretationen besteht und deren Grundlage und unverrückbares Maß bildet. Das Insgesamt des Wirklichen, die basale Wirklichkeit ist das, was allem zugrunde liegt.[8]

Menschen setzen als selbstverständlich voraus, dass es eine wirkliche Welt gibt, die völlig unabhängig von ihren Erlebnissen, Gedanken oder Sprache existiert. Zu dieser Welt haben sie mittels ihrer Sinne Zugang, und mittels ihrer Sprache können sich Menschen auf wirkliche Gegenstände in der Welt beziehen. In der Kausalität sieht der Großteil der Menschen eine wirkliche Beziehung zwischen Gegenständen und Ereignissen in der Welt. „Sie [die Verursachung] ist eine Beziehung, durch die ein Phänomen, die Ursache, ein anderes, die Wirkung, verursacht.“[9] Auch der Gestaltpsychologe Kurt Lewin vertritt die Ansicht, dass Dinge real sind, wenn sie eine Wirkung haben oder ausüben können: „Wirklich ist, was wirkt.“[10] Insofern werden damit auch subjektive innere Zustände, beispielsweise Emotionen, als der Wirklichkeit zugehörig betrachtet, da auch sie Wirkung zeigen.

Die Suche nach Ursachen und Wirkungen ist der Beweis, dass Kausalität das Gesetz ist, an das ein großer Teil der Wissenschaften glaubt. Nicht nur die Meinungen der Wissenschaftler, sondern auch die Auffassungen der Laien im Alltagsleben sind durchdrungen von Kausalvorstellungen. Die Kenntnis von Kausalbeziehungen kann durch genaue empirische Beobachtungen erfolgen. Menschen werden der Wahrheit teilhaftig, wenn sie Phänomene genau beobachten und präzise über diese Beobachtungen berichten. Gelangen alle Beobachter eines Phänomens zu den gleichen Schlussfolgerungen, so sind diese Schlussfolgerungen für wahr zu betrachten, und zwar unabhängig von der persönlichen Meinung einzelner und unabhängig vom historischen und kulturellen Kontext.[11]

Wer Wirklichkeitserkenntnis anstrebt, möchte wissen, wie sich etwas tatsächlich verhält. Wahrheit ist sicheres Wissen über die Wirklichkeit. Wenn Wirklichkeit als Instanz von Wahrheit ins Spiel kommt, dann hat sie den Sinn von „Tatsächlichkeit“ und meint den Faktenbestand. Tatsachen sind etwas Nichtsprachliches, die eine Aussage gegebenenfalls wahr machen. In John Searles Worten sind Tatsachen „Bedingungen in der Welt, die den Wahrheitsbedingungen, die durch Aussagen ausgedrückt werden, genügen“.[12] Wenn die Aussage wahr ist, so hat sie zutreffend die Tatsache dargestellt.

2.2 Wahrheit

Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben. (André Gide)

Mit der Suche nach wahrer Erkenntnis realer Zusammenhänge befassen sich verschiedene wissenschaftliche Disziplinen. Sie erklären, wie die Welt beschaffen ist und sind unermüdlich auf der Suche nach weiteren Zusammenhängen. Was bedeutet, objektives Wissen über die externe Welt für sich in Anspruch zu nehmen – Wissen, das nicht auf subjektiven Vorstellungen beruht? Diese Frage steht in Zusammenhang mit dem Konzept der Wahrheit. Wahre Aussagen über die Welt reflektieren diese, wie sie ist, und nicht, wie sie zu wünschen wäre.

Im Allgemeinen gilt eine Erkenntnis, Einsicht oder Aussage als wahr, wenn ihre Wahrheit definitiv gezeigt, d.h. bewiesen werden kann. Verifikation und Beweisbarkeit sind Bedingungen für das Herausfinden der Wahrheit. In einer klassischen Sichtweise lässt sich Wahrheit auffassen als Übereinstimmung von Aussagen mit der Realität, als eine verantwortete Interpretation von Wirklichkeiten, als die Wahrhaftigkeit im zwischenmenschlichen Umgang und als eine gesellschaftliche Übereinkunft.[13]

Vor allem in der Philosophie seit der Antike und bis in die Gegenwart haben sich zahlreiche Definitionen und Theorien bezüglich der Wahrheit herausgebildet. Diese Theorien betrachten die Wahrheit von einem jeweils anderen Gesichtspunkt, oder mit Heinz von Foersters Worten ausgedrückt:

Der Begriff der Wahrheit ist, wenn man es genau nimmt, ein Chamäleon der Philosophiegeschichte mit einer – je nach Benutzer – immer etwas anderer Färbung – bei Descartes hat das Wort Flecken, bei Kant Streifen, bei Schopenhauer Punkte.[14]

Als meist verbreitete Auffassung von Wahrheit ist die Korrespondenztheorie der Wahrheit zu nennen, welche auf die Philosophen Aristoteles, Platon und Sokrates zurückgeht und besagt, dass Wahrheit aus der Übereinstimmung von Verstand und Sache erfolgt. Die Korrespondenz einer Behauptung oder Urteils mit dem, was in der Wirklichkeit vorliegt, ist Wahrheit. Für Aristoteles bedeutete Wahrheit, im Griechischen aletheia, „Wirklichkeit“ im Sinne von „Unverborgenheit“.

Menschen verwenden Sprache, um ihre Gedanken und Beobachtungen miteinander zu teilen. Wörter wirken wie Bilder, wenn sie Beobachtungen beschreiben. Korrespondieren Wörter mit den Ereignissen oder Objekten in der Welt, bilden sie die Welt so ab, wie sie ist. Diese Sichtweise wird in der Wissenschaftsphilosophie als die Korrespondenztheorie der Sprache bezeichnet.[15]

Die Korrespondenztheorie der Sprache ist eine soziale Übereinstimmung, die das Wort mit der Welt verbindet und es zur Wahrheit macht. Sprache wurde ursprünglich aus der sinnlichen Anschauung heraus gebildet und meinte stets etwas Konkretes. Im Laufe der Zeit hat sich die Sprache von dem Bildgehalt des Wortes weit entfernt, sie ist fremd und abstrakt geworden. In dieser Hinsicht verweist Rainer Patzlaff darauf, dass viele Menschen nicht wissen, dass beispielsweise hartnäckig etymologisch einen steif gehaltenen Nacken bedeutet, dass man mit den Fingern be greift und mit den Füßen ver steht.[16] Angesichts dieses Sprachzerfalls ist Wahrheit in der Sprache schwer zu rechtfertigen, und es kann nicht genau geklärt werden, wie Wörter mit erlebten Wirklichkeiten übereinstimmen.

In Anlehnung an die Korrespondenztheorie der Wahrheit betrachtet die Evidenztheorie, vertreten durch René Descartes und weiteren Rationalisten, Aussagen als wahr, wenn sie mit einem offenbaren, einleuchtenden Urteil übereinstimmen, wie etwa ein Apfel und noch ein Apfel ergibt zwei Äpfel. Gottfried Wilhelm Leibnitz und idealistische Philosophen gehören zu den Vertretern der Kohärenztheorie.[17] Nach ihrer Auffassung besteht die Wahrheit einer Menge von Aussagen darin, dass sie untereinander kohärent, also widerspruchsfrei miteinander vereinbar sind, wie z.B. Wer unverheiratet ist, ist ledig. Die Konsenstheorie der Wahrheit, befürwortet durch Karl-Otto Apel, bezeichnet eine Aussage als wahr, wenn möglichst viele Menschen nach Abwägung aller denkbarer Einsprüche und Argumente dieser Aussage zustimmen.[18] Ein Beispiel hierfür wäre: Die Erde dreht sich um die eigene Achse und kreist um die Sonne.

Im Unterschied zu den aufgeführten Theorien, die den Begriff Wahrheit positiv bewerten, hat Alfred Tarski die semantische Wahrheitstheorie entwickelt und sie am Beispiel der „Lügner-Antinomie“[19] belegt. Ähnlich wie Sokreates’ Aussage „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ ist auch der Satz „Ich lüge“ paradox: Wenn ein Lügner sagt, dass er lügt, dann bedeutet das, dass er sowohl lügt als auch die Wahrheit spricht, denn wenn er die Wahrheit sagt, so lügt er, und wenn er lügt, so lügt er nicht, sondern sagt die Wahrheit. Infolge der semantischen Geschlossenheit der Sprache kann Tarski zufolge keine Definition des Wahrheitsbegriffes widerspruchsfrei verwendet werden.

Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann fasst Wahrheit als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium auf. Dabei wird grundlegend zwischen Wahrheit und Wissen unterschieden: Wahrheit ist das, was wirklich der Fall ist, und Kommunikation nur die Art und Weise, sie zu beschreiben und mitzuteilen. Als Ausgangspunkt seiner Argumentation setzt Luhmann eine Differenz zwischen Umwelt und System, demnach die Umwelt erst in einem System, beispielsweise Wirtschaft, Medien oder Gesellschaft, erlebt und verarbeitet wird: „Jedes […] System hat nur den Umweltkontakt, den es sich selbst ermöglicht, und keine Umwelt ‚an sich’.“[20] Luhmann betont, dass die Außenwelt zweifelsfrei existiert und ein wirklicher Kontakt mit ihr möglich ist. Aber er bemerkt, dass die zahlreichen Systeme, in welche die Welt eingeteilt wird, nicht bloß eine, sondern mannigfaltige Wirklichkeitsvorstellungen erzeugen. Indem das System einen Unterschied zu seiner Umwelt markiert, schafft sich das System selbst und kann in operativer Hinsicht als geschlossen und selbstreferentiell gelten. Jede Unterscheidung hat ferner ihren blinden Fleck, sie kann im Unterscheidungsprozess nicht zugleich beobachtet werden, wohl kann sie in einer Beobachtung zweiter Ordnung[21] beobachtet und nachträglich rationalisiert werden.

Die Theorie, welche die Beobachtung des Beobachters zum Thema hat und von Was Fragen auf Wie Fragen umdenkt, wird auch radikaler Konstruktivismus genannt. Dem Konstruktivismus zufolge gibt es keine „systemfrei objektivierbare, keine ontologische Welt. Erreichbar ist nur, dass ein System beobachtet, was ein anderes System beobachtet.“[22] Die Außenwelt existiert tatsächlich, doch der Mensch erfasst diese im Rahmen seines Auffassungsvermögens. In der Außenwelt gibt es beispielsweise keine Farben, sondern nur Licht unterschiedlicher Wellenlänge. Dieses Lichtphänomen wird von Menschen mit Begriffen belegt und beschrieben, und es verwandelt sich in ein System von Farbspektren. Alle Begriffe sind menschliche Konstruktionen.

Sprache ist ein wesentliches System von Unterscheidungen, die das Verhalten reguliert und die Kommunikation und Interaktion erleichtert. Luhmann definiert den Kommunikationsbegriff als dreifache Selektion aus Information, Mitteilung und Verstehen. Kommunikationsprobleme können laut der Systemtheorie durchschaut und gelöst werden, wenn die Beteiligten aus dem eingefahrenen System heraustreten und über ihre Art, miteinander zu reden, reden. Obwohl Luhmann absolutem Wissen eine Absage erteilt, sieht er in der so genannten Meta-Kommunikation eine Möglichkeit „wahres Wissen“ zu produzieren. Dies führt letztlich zu der Paradoxie, dass es wahre Wahrheit und „unwahre Wahrheit“ gibt.[23]

In seinem Buch Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners verdeutlicht Heinz von Foerster, dass sich die Verwendung des Begriffs der Wahrheit auf eine entsetzliche Weise auswirkt: „Er erzeugt die Lüge, er trennt die Menschen in jene, die Recht haben, und jene, die – so heißt es – im Unrecht sind.“[24] Weil derjenige, der von Wahrheit spricht, den anderen direkt oder indirekt zu einem Lügner macht, ist Foersters Ziel, den Begriff der Wahrheit selbst zum Verschwinden zu bringen. Damit knüpft Foerster an Frank P. Ramseys Idee der Redundanztheorie an, die besagt, dass das Wort „wahr“ überhaupt überflüssig ist. In diesem Sinne plädiert Foerster dafür, den Verweis auf die Wahrheit durch die Idee des Vertrauens zu ersetzen. Ferner bemerkt er treffend, dass der Begriff Wahrheit Krieg bedeutet, da Wahrheit in diesem Falle auf Machtausübung und Unterdrückung abzielt. Um die Idee der Wahrheit gewalttätig durchzusetzen wurden im Laufe der Geschichte viele Millionen Menschen verstümmelt, gefoltert und verbrannt.[25]

Die genannten Auffassungen von Wahrheit belegen, dass der Begriff sowohl positiv als auch negativ konnotiert wird. Für den Begriff Wahrheit gibt es zahlreiche weitere Wahrheitstheorien als auch Theorien, die die Undefinierbarkeit des Begriffs zu beweisen versuchen. Die verschiedenen und teilweise widersprüchlichen Aspekte der Wahrheit entwickeln eine Vielzahl an Fragestellungen, deren Kern lautet: Macht es überhaupt Sinn, von Wahrheit zu reden, und wenn ja, wessen Wahrheit ist gültig?

2.3 Wahrnehmung

Grundsätzlich gilt, dass die menschliche Wahrnehmung innerlich, äußerlich oder gedanklich erfolgt. Innere Wahrnehmung bezieht sich auf Vorgänge im menschlichen Körper wie etwa Emotionen und Empfindungen. Äußere Wahrnehmung vollzieht sich über die fünf Sinne. Die gedankliche Wahrnehmung bemerkt die Aktivitäten des Denkens.[26] Da der Mensch die eigene Wahrnehmung benennt und interpretiert, vermischt er innere, äußere und gedankliche Wahrnehmung, ohne diese differenzieren zu können.

In der heutigen empirischen, experimentellen Wahrnehmungspsychologie werden insbesondere Aufbau, Prozesse und Leistungen sensorischer, z.B. auditiver, akustischer, haptisch-taktiler Informationen in Hinblick auf die geistige Verarbeitung untersucht.[27] Die äußeren Reize regen eine physikalische Wirkung der Sinnesrezeptoren an. Diese Reize werden nun über mehrere Stufen im Gehirn analysiert, strukturiert und in einen Zusammenhang gebracht. Erst diese sukzessive Verarbeitung kausaler Zusammenhänge ermöglicht eine Wahrnehmung, die aus einem Reiz ein Perzept, eine Erfahrung macht.[28] Der Wahrnehmende aktiviert die „Übersetzung“ der aufgenommenen Information in einem mentalen Modell, welches in der jeweiligen Situation geeignet scheint. Unwichtige Details werden in diesem Vorgang von dem Gehirn ausgeblendet und von dem Bewusstsein nicht weiter berücksichtigt.

Die Wahrnehmung ist eingebunden in ihre Artgeschichte und erfolgt auf der Grundlage früherer Erfahrungen, des Vorwissens und der sozialen Normen. Da das Gehirn bloß solche Signale verarbeitet, die bereits geprägt oder gestaltet sind, ist bewusste Wahrnehmung bereits Interpretation und Bedeutungszuweisung. Die Wahrnehmung variiert durch die individuellen Gedächtnisinhalte, Stimmungen und Denkprozesse des Wahrnehmenden.[29] Daraus resultiert, dass jedes Wesen eine eigene Wahrnehmung hat. Dies wird ersichtlich, wenn mehrere Zeugen das gleiche Geschehen auf unterschiedliche Weise beobachten und beschreiben. Während einige Menschen bildhaft denken, orientieren sich andere eher an Sinneseindrücken und Erfahrungen. Ein weiteres Beispiel für simultane Wirklichkeitsauffassungen wäre ein Text, der von Experten und Laien, aber auch von Experte zu Experte unterschiedlich gelesen und bewertet wird.

Diese Prinzipien der subjektiven Wahrnehmung verdeutlichen, dass Wahrnehmung nicht durch Abbildung, sondern durch einen konstruktiven, kognitiven Verarbeitungsprozess stattfindet. Die Sinnesorgane sind Tore des Gehirns zur Welt, aber die „Realität“ des einzelnen Subjekts begrenzt sich auf dessen Erlebniswelt und Erfahrungswirklichkeit.

Vertreter des radikalen Konstruktivismus, darunter besonders Paul Watzlawick und Ernst von Glasersfeld, gehen davon aus, dass der Mensch seine Welt nicht findet, sondern erfindet. Diese Ansicht wird auch von dem Neurobiologen Gerhard Roth geteilt:

Die Wirklichkeit und damit das Erleben, Bewusstsein, Wahrnehmen, Vorstellen, Erinnern usw. sind – so mögen wir spekulieren – eine ‚Erfindung’ des Gehirns im Zusammenhang mit der Integration multisensorischer Information, ihrer Gestaltung durch Erfahrungsinhalte, die im Gedächtnis vorhanden sind und dem Ermöglichen von Handlungsplanung.[30]

Das Bild, das dem Menschen durch die Sinne vermittelt wird, ist kein getreues Abbild der Wirklichkeit, sondern kann als kreativer Prozess aufgefasst werden. Wahrnehmen und Erkennen sind kontingente Konstruktionen, die auch anders ausfallen könnten. Das heißt, „die Welt, die wir erleben, ist so und muss so sein, wie sie ist, weil wir sie so gemacht haben“.[31]

Wenn der Mensch davon ausgehen kann, dass die von ihm erlebte Welt ein Konstrukt seines Gehirns ist, führt diese Anschauung dazu, ihn allein für sein Denken, Wissen und Tun verantwortlich zu machen. Was der Konstruktivismus laut Glasersfeld letzten Endes sagen will ist, „dass wir die Welt, in der wir zu leben meinen, uns selbst zu verdanken haben“.[32] Die Konsequenz dieses Grundgedankens ist, dass es dem Menschen nicht möglich ist, die Welt insgesamt oder außerhalb seiner eigenen psychischen und physischen Grenzen zu erkennen. Die Realität an sich entzieht sich der Erkenntnismöglichkeit, da der Mensch stets an seine Erfahrungswirklichkeit gebunden ist.

Giambattista Vicos Schlagwort des 18. Jahrhunderts Verum ipsum factum – das Wahre ist dasselbe wie das Gemachte – wird in diesem konstruktivistischen Zusammenhang wieder belebt. Vico behauptet, dass Gott allein weiß, wie die wirkliche Welt ist, weil er sie geschaffen hat und darum sowohl den Bauplan als auch die Bausteine kennt.

Ebenso kann der Mensch stets nur das kennen, was er selber macht, denn nur der Erbauer selbst kann von den Dingen, die er zusammenstellt wissen, was die Bestandteile sind und wie sie miteinander verbunden wurden.[33]

2.4 Grenzen der Erkenntnis?

Der Mensch dringt in die Weiten des Alls vor und taucht in die Tiefen der Meere. Doch das größte Rätsel bleibt immer noch er selbst. Die Frage „Was ist der Mensch? Was macht das Ich aus?“ bietet verschiedene Ansätze, dennoch keine endgültigen Antworten. Aus verhaltensbiologischer Sicht ist der Mensch das, was sich in einem kontinuierlichen Wechselspiel von Erbgut, Erfahrung und Erziehung zu seiner Persönlichkeit herausbildet. Er ist ein denkendes und fühlendes, ferner ein überaus neugieriges Wesen, welches das Fragen nicht abstellen kann.

Die moderne Technik und die gemeinsamen Anstrengungen tausender Wissenschaftler ermöglichten die Entzifferung des menschlichen Erbguts. Unter der Stern -Serie „Hirnforschung“ ist im Jahre 2002 eine Reihe von Artikel erschienen, darunter ein wissenschaftlicher Beitrag Frank Ochmanns mit dem Titel „So entsteht das Ich“. Hier beschäftigt sich der Philosoph und Hirnforscher Gerhard Roth mit neurobiologischen Befunden zur Ontogenese des Individuums, also mit der biologischen Entwicklung des Menschen von Eizelle bis zur geschlechtlichen Reife.[34] Die biologische Forschung hat ergeben, dass bereits im Mutterleib Regionen im Gehirn eines Embryos sich zu falten beginnen, und dass sich das Gehör im frühen Stadium entwickelt. Nach der Geburt gewöhnt sich das Baby allmählich an die große Außenwelt, deren Teil und Teilhaber es ein Leben lang bleiben wird. Sobald das Kleinkind zu sprechen vermag, tritt seine Fähigkeit sich zu wundern in den Vordergrund. Das Kind fängt an, den Sinn dessen, was seine Sinne wahrnehmen, durch Hinterfragen zu erfassen. Mit der Sprache erlernt das Kind auch unterschiedliche Versionen der Bezugnahme auf Wirklichkeit, etwa direkte, indirekte und scheinbare, es lernt insgesamt „mit unterschiedlichen Wirklichkeitsgraden und Arten des Wirklichkeitsbezugs umzugehen.“[35]

Bei der Beschäftigung mit der Alltagssprache hatte Ludwig Wittgenstein festgestellt, dass es nicht eine Sprache, sondern verschiedenste „Sprachspiele“ gibt. Er nannte die Sprache und die Handlungen, in denen sie eingebettet ist, das Sprachspiel.[36] So, wie jede Figur des Schachspiels ihre Bedeutung aus dem Spiel als Ganzes bezieht, erlangen auch Wörter ihre Bedeutung durch ihre Verwendung innerhalb eines Spiels, oder wie Wittgenstein es ausdrückte: „Die Bedeutung eines Wortes ist seine Verwendung in der Sprache.“[37] Jedes Sprachspiel gehört bestimmten Situationen bzw. einem bestimmten Kontext an. Ein Verstehen von Wirklichkeit teilt sich erst in dem lebensweltlichen Zusammenhang des Einzelnen mit. Wittgenstein behauptet: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“.[38]

Die lebensweltliche Sprachbenutzung wird mit dem Wahrheitsbegriff verklammert. Da es nun nicht eine Sprache gibt, gibt es auch nicht eine Wahrheit: „wir müssen die Pluralität und Relativität von Wahrheit akzeptieren“.[39] Die Konsequenz ist, dass man nicht weiterhin von der Wahrheit im klassischen Sinne sprechen kann. Jedoch gelingt es den Menschen auch nicht die Neugierde und den Wahrheitsdurst einzustellen.

Die Wissbegierde und die Sprache bieten eine entscheidende Grundlage für das weitere Weltverständnis eines Subjekts. Wissen befriedigt die menschliche Neugier, Erkenntnis entfaltet die schöpferische menschliche Kraft. Für die Entwicklung des Weltverständnisses eines Individuums sind die kulturellen Gegebenheiten der Umgebung, in welcher es aufwächst und lebt, fundamental. Der Mensch erfasst die Wirklichkeit innerhalb seiner sinnlichen, sprachlichen, zeitlichen und räumlichen Grenzen und verfügt deshalb nur beschränkt über das Wissen der wirklichen Weltvorgänge. Dadurch, dass jeder Mensch die Wirklichkeit von seinem Standpunkt aus begreift, bestimmt die individuelle Art der Wahrnehmung und Interpretation, was das Individuum als Realität bezeichnet. Folglich entsteht ein „Kaleidoskop der Wirklichkeiten“[40], die jeder in sich selbst aufbaut und in denen jeder lebt.

Diese Tatsache führt zu der Folgerung, dass auch wissenschaftliche Erkenntnisse von der Erscheinung ausgehen, und daher unvollständig sind. Wer sich also die Methoden der Wissenschaft aneignet, muss die Frage nach den Grenzen und dem Wert wissenschaftlicher Erkenntnisse stellen. Die Theorien der Wissenschaft vermögen die innere Natur des Seins und das Geheimnis der Wirklichkeit nicht aufzuklären, da sie auf das jeweilige Fachgebiet beschränkt und in der jeweiligen Zeit und Kultur verankert sind. Die Wissenschaft kann keine universelle Wahrheit für sich beanspruchen. Wer nach unbedingter Wahrheit von Erkenntnissen strebt, endet in der eigenen Subjektivität, „alle darüber hinausgehenden Gehalte sind nicht verbürgbar.“[41] Die entscheidenden Erfahrungen des Lebens lassen sich nicht in Theorien und Formeln fassen. Ihre treibende Kraft ist begründet in jener notwendigen und engen Beziehung zur Wirklichkeit des Seins, durch die ein Mensch zu tiefer Einsicht gelangen kann.

Ein Vordringen in die wahre Wirklichkeit ist dem Menschen nicht von Natur absolut versagt. Die Realität des Seins ist dem menschlichen Geist in seiner Gesamtheit zugänglich, doch nur zum Teil verständlich. Der innerste Kern des Lebens ist die schöpferische Kraft. Es ist eine lebensvolle Schöpfung von Neuem, eine hintergründige Weisheit basierend auf Imagination, Intuition und Inspiration; nicht etwa auf eine leblose Verbindung von Ursache und Wirkung. Der Wissenschaft wird es nie gelingen, die Quellen des schöpferischen Geistes freizulegen. Die höchste erreichbare Erkenntnis kann nur ein kurzer Einblick sein.

Die Wirklichkeit des Menschen ist die Bewusstseinswirklichkeit, in der das Ich empfindend, fühlend, denkend, wollend und handelnd auf seine Welt bezogen lebt: „In-der-Welt-Sein bedeutet: in Verhältnissen seiend, sich zu diesen Verhältnissen zu verhalten.“[42] Das Charakteristikum des Menschseins äußert sich in dem Vermögen des Ich, sich seiner selbst bewusst zu sein. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das über sich reflektieren kann. Diese Fähigkeit ist stets abhängig von Raum-, Zeit- und Gesellschaftsstrukturen. Dieses wechselseitige Aufeinanderbezogensein von Ich und Welt ist die Tatsache einer wirklichkeitskonstruierenden Subjektivität, die sich in einer vorgegebenen geschichtlichen und sozialen Lebenswelt vollzieht.

Die menschlichen Wahrnehmungsformen sind in einem Ausmaß historisch und durch die Errungenschaften der Einbildungskraft geprägt.

Solche Prägung durch Vorbilder und Imaginationen ist ein allgemein-kulturelles, nicht erst ein modernes Phänomen. Nur wird die früher eher von der Religion, Ritual und Kunst wahrgenommene Leitbildrolle heute weitgehend von den elektronischen Medien übernommen.[43]

3. MEDIENREALITÄT

Auf der Suche nach Wahrheit und Wirklichkeit begibt sich der Mensch – bewusst, unbewusst oder unterbewusst – in die Fänge einer konstruierten Realität, deren Echtheit eine Illusion ist, die dem Menschen die Möglichkeiten wahrer Erkenntnis vortäuscht. Hoch entwickelte elektronische, digitale und audio-visuelle Medien haben längst den Weg zur breiten Öffentlichkeit geebnet. Inzwischen hat sich eine ganze Mediengesellschaft herausgebildet, die den Alltag des Menschen beherrscht.

Der Begriff des Mediums bedeutet so viel wie „Übertragung“, „Vermittlung“ oder „Mittelbarkeit“. Die Medienwissenschaft behandelt alle Medien als Massenkommunikationsmittel und unterscheidet diese nach ihrer Funktionsart. Audio-visuelle Medien werden als Medien der Beobachtung und Wahrnehmung behandelt. Medien der Speicherung und der Bearbeitung ermöglichen die Informationsaufzeichnung, sie entlasten das Gedächtnis der Menschen und gewähren ein „externes Gedächtnis“[44]. Medien der Übertragung dienen dem Transport von Informationen, Botschaften und Inhalten.

Medien sind metaphorische Körperextensionen, sie dienen der Erweiterung und Steigerung der menschlichen Sinnesorgane. Die Botschaften der Medien prägen das menschliche Denken, Wahrnehmen, Erfahren, Erinnern und Kommunizieren.

Wirklichkeit ist in einer von Massenmedien geprägten Gesellschaft zunehmend das, „was wir über Mediengebrauch als Wirklichkeit konstruieren, dann daran glauben und entsprechend handeln und kommunizieren.“[45] Die Hypothese des Literaturwissenschaftlers Siegfried Schmidt ist, dass Medien „als Instrumente kognitiver wie kommunikativer Wirklichkeitskonstruktionen bereitstehen und genutzt werden [können].“[46]

Medien stellen nicht-anwesende Räume und Zeiten auf den Computer- und Fernsehbildschirmen zur Verfügung. Die Möglichkeit, mit Texten, Bildern und Tönen auf den Bildschirmen interagieren zu können, wird „Virtualisierung“[47] genannt. In der virtuellen Umgebung des Cyberspace findet die Mensch-Maschine-Kommunikation statt.

Das Eintauchen in eine rechnergesteuerte Simulation scheinbarer Welten ist der Kern der virtuellen Realität. Beim Eintauchen in die virtuelle Realität verändert sich der visuelle Eindruck in Abhängigkeit von Kopf- oder Körperbewegungen, das Raumempfinden wird entsprechend der Bewegung nachgebildet, was die Illusion, sich in der Szenerie dieser „zweiten“ Welt zu befinden, fast perfekt macht. Der Mensch steuert mit seinen natürlichen Körperbewegungen durch die Datenwelt des Computers.[48] Die virtuelle Realität ist ein Werkzeug zur Erstellung von Simulationen. In Disziplinen wie Physik, Chemie, Astronomie und Medizin ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten von Techniken der virtuellen Realität. Mikro- und makrokosmische Phänomene werden erst durch Projektionen in die virtuelle Welt „offensichtlich“ und damit begreifbar.

Medien sind aufs engste mit modernen Gesellschaften verbunden und verwoben. Die Überfülle an Medieninformationen führt zu einer Vermehrung der Bezüge zum Raum und zu einem Sinnverlust von Zeit. Laut Marc Augé leben wir heute in einem „planetarischen Zeitalter“:

Wir leben im Zeitalter eines Wechsels der Größenordnungen, ganz sicher, was die Eroberung des Raumes betrifft, aber auch auf der Erde. […] schließlich erlauben uns Bilder, von Satelliten ausgesendet […] einen augenblicklichen und oft zeitgleichen Blick auf Ereignisse, die gerade am anderen Ende der Welt stattfinden.[49]

Die Metapher des „globalen Dorfes“ verweist auf die Veränderungen der sozialen Beziehungen unter Einfluss der Massenmedien. Der Mediensoziologe Marshall McLuhan prägte den Begriff „global village“ 1967, lange vor der Zeit des Internets. In seiner Arbeit The Medium is the Message schrieb er: „Wir leben in einer brandneuen Welt der Gleichzeitigkeit. Die Zeit hat aufgehört, der Raum ist dahingeschwunden. Wir leben heute in einem globalen Dorf… in einem gleichzeitigen Happening.“[50]

McLuhan bezieht sich auf die Vorstellung, dass die elektronische Schaltungstechnik die Menschen weltweit miteinander verbindet und durch diese Implosion der Welt ein „global village“ entsteht, das jede Altersgruppe, jede Gesinnung und Nationalität vereint. Durch die Medien werden Ereignisse aus weiter Ferne herangeholt und hautnah miterlebt, obwohl die physische Anwesenheit fehlt. In dieser Hinsicht kann McLuhan als Vordenker des Computer- und Internetzeitalters betrachtet werden. Durch die elektrischen Datenautobahnen der Computer schließt sich die Welt zu einem globalen Dorf zusammen. Über das Internet und den Chat Rooms überschreiten Benutzer aller Welt räumliche Barrieren und treffen in einer virtuellen Gemeinschaft aufeinander.

3.1 Manipulative Macht der Medien

Die letzten Jahrzehnte sind gekennzeichnet von dem Anfang der Auswirkungen unserer technologisierten Lebenswelt, welche zu radikalen Veränderungen traditioneller Gesellschaftskonzepte führt: „Nahes und Fernes schieben sich ineinander; mit den Möglichkeiten, die Erscheinungen der menschlichen Umgebung optisch unendlich zu verstärken, schrumpft die ‚weite Welt’ unversehens zusammen, wird infra-winzig.“[51] Nach Augé korreliert dieses Übermaß an Raum paradoxerweise mit einer Verengung des Planeten, etwa durch Bevölkerungswachstum. Die Kluft zwischen der Vielzahl der dargestellten Räume und der Enge der dem Individuum effektiv verfügbaren Räume wächst unwiderruflich. Der Modernisierungsprozess zielt auf die Individualisierung des Individuums „und strebt danach, es aus jenen Komplexen herauszulösen, die seinem Leben in der Beziehung und durch sie Sinn verleihen.“[52]

Die Gewohnheit hat die Kraft unser Leben zu formen.

(Michel de Montaigne)

Scheinbare Anwesenheit, phantomhaftes Dasein führen zu einer allmählichen Vereinsamung des Menschen. Zwischenmenschliche Beziehungen und Bindungen unterliegen heute nicht selten dem Zeichen der eingebildeten Anwesenheit. Über Handy, Internet und mit Hilfe der Web-Cam kann der Einsame zwar wahrnehmen, sich informieren und kommunizieren, und er ist abgelöst vom Zwang zur persönlichen Anwesenheit am Ort der Ereignisse, aber dieser Vorgang führt lediglich zum Hindernis der Gelegenheit wahrer Erkenntnisse. Selbst wenn der Mensch Geräte aktiv betätigt, bleibt er weitgehend passiv, was den Umgang - um gehen, sich bewegen, aktiv sein - mit der lebendigen Welt um ihn anbelangt. Seine Erlebnisse reduzieren sich auf das Aufnehmen vermittelter Fragmente der Welt.

Diejenigen, die die meiste Zeit ihres Lebens Tätigkeiten beobachten, übermittelt erfahren, ohne selbst aktiv zu handeln, ohne diese kritisch zu prüfen und zu hinterfragen, riskieren, das Gefühl für die Realität zu verlieren. Sie verfangen sich in die Netze selektiver Wirklichkeitsdarstellungen, welche der Authentizität der Weltvorgänge nicht annähernd gerecht werden können.

3.1.1 Konsumgesellschaft und Kapitalismus

Wer heutzutage keinen Fernseher, kein Handy und keinen Computer besitzt und benutzt, gilt schlichtweg als hinter dem Mond lebend. Der Mensch ist zum vielfachen Konsumenten geworden: er kauft ein Gerät, das ihm unzählige weitere Konsummöglichkeiten gewährleistet. Aus der Hülle und Fülle der Angebote kann sich der Verbraucher nun pausenlos bedienen. Die angebotene Ware wird in der liturgischen Ordnung immerkehrender Werbung präsentiert und gepriesen. Traumhafte Bilder und viel versprechende Verheißungen führen zu einer Berieselung, zu einer Kaptation der Sinne, die den naiven Menschen im Glauben lässt, ewiges Glück gefunden zu haben. Die bloße Ausnutzung menschlicher Impulse und Gefühle dient primär dem Zweck der Bereicherung an der breiten Masse.

Hinsichtlich des Wandels von Technologie und Wirtschaft mit den damit verbundenen Raum- und Zeitstrukturen hält Jameson Fredric den Zusammenhang zwischen Ökonomie und Kultur für besonders wichtig im heutigen Informations- und high-tech-Zeitalter, einer Konsum- und Mediengesellschaft. Jameson erkennt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Kultur der Postmoderne und dem gegenwärtigen Kapitalismus, und betont „dass diese weltweite (und dennoch amerikanische) postmoderne Kultur nichts anderes als den spezifischen Überbau der allerneusten Welle globaler amerikanischer Militär- und Wirtschaftsvorherrschaft darstellt.“[53] Der heutige Kapitalismus durchdringt und kolonialisiert die Natur des Unbewussten und manifestiert sich in der Vernichtung der Natur und Agrikultur und im Aufstieg der Medien und der Werbeindustrie.

Laut Fredric Jameson sind

unsere unzulänglichen Repräsentationen eines immensen Kommunikations- und Computernetzes eigentlich nur verzerrte Darstellungen […] des gegenwärtigen multinationalen Kapitalismus. Die Technologie der heutigen Gesellschaft […] [bietet] eine bevorzugte Kurzformel der Repräsentation [an], um damit ein Netzwerk von Macht und Kontrolle zu erfassen, das mit unserem Verstand und unserer Imagination schwerlich begriffen werden kann.[54]

Dies nennt er die neue Stufe der kapitalistischen Entwicklung. Sie zeichnet sich durch drei Aspekte heraus. Erstens durch das Hervortreten einer neuen Flachheit oder Oberflächlichkeit, die sich auf die ganze Kultur des Simulakrums erstreckt. Mit Simulakrum meint Jameson Platons Begriff: die identische Kopie von Etwas, dessen Original nie existiert hat. Zweitens vollzieht der Kapitalismus eine fundamentale Wandlung der eigentlichen Welt der Objekte, die zu einer Serie von Simulakren geworden ist, und des Standorts und der Eigenart des Subjekts. Der dritte Aspekt bezieht sich auf das Schwinden des Affekts.[55]

3.1.2 Der Bildschirm

Der Bildschirm ist aus dem Leben der Menschen nicht mehr wegzudenken, er gibt dem privaten Leben den Mittelpunkt, die Orientierung und den Maßstab; er bestimmt die Zeiteinteilung, vereint das Bewusstsein und kennt keine sozialen Schranken. Der Bildschirm erweitert den eigenen kleinen Horizont ins Unermessliche und gibt selbst dem Ärmsten noch das Empfinden, an das Geschehen der großen, weiten Welt angeschlossen zu sein. Der Bildschirm greift zentral und universal in das Leben der gesamten Menschheit ein und ist zum Inbegriff modernen Lebens geworden. Die Medientechnik hat wirkungsvolle Möglichkeiten eröffnet, die Sinne und Wahrnehmung des Zuschauers zu beeinflussen, so dass die Sinnesberieselung im Dauerkonsum genossen wird. Diese mediale Reizüberflutung birgt die Gefahr eines Angriffs auf die Autonomie des Individuums.

Das Fernsehen unterhält die Leute, indem es verhindert, dass sie sich

miteinander unterhalten. (Sigmund Graff)

Das Fernsehen ist weiterhin als der primäre Teil des Informations- und Konsumraumes zu betrachten. Vor allem die Fernsehserien, die Teil der Alltagswelt der unterschiedlichsten Individuen sind, haben den Zugang zur Weite des Raumes eröffnet. In Gestalt des Fernsehens wird dem gesamten Erdball eine Reihe imaginärer Erkennungsmerkmale aufgedrückt. Fernsehserien sind potentiell für alle denkbaren Themen offen. Das bedeutet, dass in ihnen alle möglichen Probleme und Konflikte inszeniert werden können, so dass die Zuschauer aus diesem Supermarkt der Gefühle aussuchen, was sie betrifft, was sie kennen und erkennen.[56]

[...]


[1] Wolfgang Welsch (2000): „Wirklich“. Bedeutungsvarianten – Modelle – Wirklichkeit und Virtualität“, in: Medien, Computer, Realität. Wirklichkeitsvorstellungen und Neue Medien, Hrsg. Sybille Krämer, 2. Aufl., Frankfurt am Main: Suhrkamp (S. 169-212), S. 175.

[2] Vgl. Peter Prechtl und Franz-Becker Burkard (Hg.) (1996): Metzler Philosophie Lexikon. Begriffe und Definitionen, Stuttgart / Weimar: Metzler, 567.

[3] Vgl. Wirklichkeits-Forum: Wissenschaftswirklichkeit, 02.05.2003:

http://www.wirklich.de/seiten/wissenschaft.html, Abruf: 14.01.2005.

[4] Wikipedia – Die freie Enzyklopädie: Erkenntnistheorie, 02.05.2004:

http://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie.html, S. 1, Abruf: 28.11.2004.

[5] Vgl. Meyers kleines Lexikon Philosophie (1987): hrsg. von der Redaktion für Philosophie d. Bibliograph. Inst., Mannheim; Wien; Zürich: Meyer, S. 299.

[6] Wolfgang Welsch (2000), S. 176-177.

[7] Vgl. Peter L. Berger / Thomas Luckmann (1993): Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie, Frankfurt am Main: Fischer , S. 43.

[8] Wolfgang Welsch (2000), S. 176-177.

[9] John S. Searle (2001): Geist, Sprache und Gesellschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 19.

[10] Pressestelle der Universität Augsburg: Zwischen Beharrung und Veränderung, 11.07.2004:

http://www.presse.uni-augsburg.de/unipress/up20033/artikel_20.shtml, Abruf: 13.09.2004.

[11] Vgl. Kenneth J. Gergen (2002): Konstruierte Wirklichkeiten. Eine Hinführung zum sozialen Konstruktionismus, (übersetzt von Eric Kearney) Stuttgart: Kohlhammer, S. 26.

[12] John Searle (1997): Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Zur Ontologie sozialer Tatsachen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, S. 219.

[13] Vgl. Wikipedia – die freie Enzyklopädie: Wahrheit, 29.03.2005:

http://de.wikipedia.org/wiki/drop/wahrheit.html, Abruf: 2.04.2005.

[14] Heinz von Foerster/ Bernhard Pörksen (1998): Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Gespräche für Skeptiker, Heidelberg: Carl-Auer-Systeme, S. 29.

[15] Kenneth J. Gergen (2002), S. 33.

[16] Vgl. Rainer Patzlaff (1999): Medienmagie oder die Herrschaft über die Sinne, 3. überarb. Aufl., Stuttgart: Freies Geistesleben, S. 32.

[17] Vgl. Peter Prechtl und Franz-Becker Burkard (1996), S. 565-563.

[18] Vgl. Peter Prechtl und Franz-Becker Burkard (1996), S. 267-268.

[19] Vgl. Alfred Tarski (1935): „Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen“, in: K. Berka/ L. Kreiser (Hg.): Logik-Texte, Berlin: Sigma 1981, (S. 443-546) S. 473.

[20] Niklas Luhmann (1984): Soziale Systeme. Grundriss einer allgemeinen Theorie, Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 146.

[21] Vgl. Siegfried J. Schmidt (1994): „Die Wirklichkeit des Beobachters“, in: K. Merten / S. J. Schmidt / S. Weischenberg (Hrsg) (1994): Die Wirklichkeit der Medien. Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft, Opladen: Westdeutscher Verl., (S. 3-19) S. 5-6.

[22] Siegfried J. Schmidt (1994), S. 7.

[23] Vgl. Niklas Luhmann (1992): Die Wissenschaft der Gesellschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 167 ff.

[24] Heinz von Foerster / Bernhard Pörksen (1998), S. 29.

[25] Vgl. Heinz von Foerster / Bernhard Pörksen (1998), S. 29.

[26] Vgl. Eberhard Eckerle: Zur Verkörperung von Wahrnehmung durch Gestaltung, 12.10.2000:

http://www.eberhard-eckerle.de/theo_im.html, Abruf: 25.11.2004.

[27] Peter Prechtl und Franz-Becker Burkard (Hg.) (1996), S. 565.

[28] Vgl. Wikipedia – die freie Enzyklopädie: Wahrnehmung, 04.11.2004:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wahrnehmung, Abruf: 25.11.2004.

[29] Wikipedia: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wahrnehmung, s. Anm. 28.

[30] Gerhard Roth (1994): Das Gehirn und seine Wirklichkeit. Kognitive Neurobiologie und ihre philosophischen Konsequenzen, Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 328.

[31] Ernst von Glasersfeld (2002): „Einführung in den radikalen Konstruktivismus“, in: Paul Watzlawick (Hrsg.): Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? Beiträge zum Konstruktivismus, (S. 16-38) München: Piper, S. 29.

[32] Ernst von Glasersfeld (2002), S. 17.

[33] Ernst von Glasersfeld (2002), S. 26.

[34] Vgl. Frank Ochmann: Hirnforschung – Teil Eins, in: Stern, Nr. 25 vom 13.06.2002, S. 77-86.

[35] Wolfgang Welsch (2000), S. 203.

[36] Ludwig Wittgenstein (2001) [1987]: Philosophical Investigations. Oxford: Blackwell. Dt. Ausgabe: Philosophische Untersuchungen. Kritisch-genetische Edition. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 108.

[37] Ludwig Wittgenstein (2001), S. 20.

[38] Ludwig Wittgenstein (2001), S. 21.

[39] Gerhard Fasching (2000): Phänomene der Wirklichkeit. Okkulte und naturwissenschaftliche Weltbilder, Wien: Springer, S. 293.

[40] Gerhard Fasching (2000), S. 5.

[41] Hans Günther Ruß (2004): Wissenschaftstheorie, Erkenntnistheorie und die Suche nach Wahrheit. Eine Einführung, Stuttgart: Kohlhammer, S. 45.

[42] Erika Fischer-Lichte / Isabel Pflug (Hrsg.) (2000): Inszenierung von Authentizität. Theatralität, Bd. 1, Tübingen, Basel: Francke, S. 151.

[43] Wolfgang Welsch (2000), S. 205.

[44] Knut Hickethier (2003): Einführung in die Medienwissenschaft, Stuttgart: Metzler, S. 20-21.

[45] Siegfried J. Schmidt (1994), S. 18.

[46] Siegfried J. Schmidt (1994), S. 17.

[47] Vgl. Sybille Krämer (Hg.) (2000): Medien, Computer, Realität. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2. Aufl., S. 13.

[48] Vgl. Encarnação, Pöppel, Schipanski (1997): Wirklichkeit versus Virtuelle Realität: Strategische Optionen, Chancen und Diffusionspotentiale, Baden-Baden: Nomos, S. 54.

[49] Marc Augé (1994): Orte und Nicht-Orte. Vorüberlegungen zu einer Ethnologie der Einsamkeit, Frankfurt am Main: Fischer, S. 41.

[50] Marshall McLuhan (1968): Die magischen Kanäle. Understanding Media, Düsseldorf: Econ, S. 29.

[51] Paul Virilio (1993): Revolutionen der Geschwindigkeit, Berlin: Merve, S. 52.

[52] Marc Augé (1994), S.39.

[53] Fredric Jameson (1993): „Postmoderne – zur Logik der Kultur im Spätkapitalismus“, in: Huyssen & Scherpe (Hgg.): Postmoderne. Zeichen eines kulturellen Wandels, Rowohlt: Reinbek, (S. 45-102) S. 49.

[54] Fredric Jameson (1993), S. 79-80.

[55] Vgl. Fernand Kreff (2003): Grundkonzepte der Sozial- und Kulturanthropologie in der Globalisierungsdebatte, Berlin: Dietrich Reimer, S. 66-67.

[56] Vgl. Martin Jurga (1999): Fernsehtextualität und Rezeption. Studien zur Kommunikationswissenschaft, Bd. 41, Opladen: Westdeutscher Verl., S. 163.

Ende der Leseprobe aus 105 Seiten

Details

Titel
Die Suche nach Erkenntnis - Wirklichkeit und Wahrnehmung im philosophischen, medialen und religiösen Raum anhand des Spielfilms "The Truman Show"
Hochschule
Universität Mannheim
Veranstaltung
Die neue Religion der Medien
Note
1.0
Autor
Jahr
2005
Seiten
105
Katalognummer
V42190
ISBN (eBook)
9783638402842
ISBN (Buch)
9783640807802
Dateigröße
872 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Magisterarbeit besteht in der Verknüpfung einer medien- und literuturanalytischen Fragestellung beinah kanonischen Zuschnitts mit einer individuell-existenziellen Perspektive. Die Frage nach der Wirklichkeit wird aufgeworfen und durch mediale Inszenierungspraktiken, wie im Film "Truman Show", kritisch hinterfragt. Diese hermeneutische und medienanalytische Arbeit erschließt zahlreiche Anspielungen (Platon, Philipp K. Dick, Pirandello, Huxley, Orwell, Foucault usw.)
Schlagworte
Erkenntnis, Wirklichkeit, Wahrnehmung, Show, Religion, Medien, Überwachung, Kotrollmechanismen, Manipulation, Orwell, Foucault
Arbeit zitieren
Emese Farkas (Autor:in), 2005, Die Suche nach Erkenntnis - Wirklichkeit und Wahrnehmung im philosophischen, medialen und religiösen Raum anhand des Spielfilms "The Truman Show", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42190

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