Reflexion zum Text Gerhard Lehmbruchs "ie ostdeutsche Transformation als Strategie des Institutionentransfers: Überprüfung und Antikritik"


Rezension / Literaturbericht, 2004
6 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Reflexion zum Text von Gerhard Lehmbruch:

Der Aufsatz „Die deutsche Transformation als Strategie des Institutionentransfers: Überprüfung und Antikritik“ von Gerhard Lehmbruch wurde im Sammelband „Institutionenbildung in Ostdeutschland. Zwischen externer Steuerung und Eigendynamik“, herausgegeben von Andreas Eisen und Hellmut Wollman, vom Leske und Budrich Verlag 1996 veröffentlicht.

Gerhard Lehmbruch betrachtete in seinem Aufsatz die „Eigenart der Transformation der ehemaligen DDR“[1] und ging bei seinen Ausführungen auf die Begriffe des endogenen und exogenen Institutionentransfers ein.

Der Begriff des Institutionentransfers wird oft mit der empfundenen Fremdbestimmung der ehemaligen DDR und einfachem Überstülpen von Institutionen der alten BRD während des Einigungsprozesses verstanden. Der daraus resultierende Kontinuitätsbruch in der ehemaligen DDR wird heftig von westdeutschen Politologen bestritten, gab es ihrer Meinung nach doch immer Elemente von Kontinuität in diesem Einigungsprozess, die charakterisiert waren von Aushandlungs- und Anstimmungsverfahren.

Gerhard Lehmbruch greift diese Vorstellung des Begriffes Institutionentranfer zu weit, er erschien ihm in der DDR in der frühen Phase des Einigungsprozesses als unscharf. Der Transformationsprozess in der ehemaligen DDR begann viel früher. Der Zusammenbruch der SED- Herrschaft und das Entstehen einer neuen politischen Elite in der DDR hatten sich ohne westdeutsche Intervention vollzogen.

Lehmbruch begrenzt den Begriff des Institutionentransfers daher auf die Übertragung der westdeutschen Wirtschafts- und Sozialordnung durch den 1. Staatsvertrag und die Übertragung von spezifischen sektorialen Institutionen sowie die Verwaltungsordnung im 2. Staatsvertrag.

Gerhard Lehmbruch beschreibt den Institutionentransfer als eine „eigentümliche Strategie der Problemvereinfachung“[2], eine Möglichkeit einer Transformationsstrategie, die sich als schnelle und einfache Lösung in den turbulenten Zeiten des Vereinigungsprozesses anbieten sollte, sich aber als äußerst problematisch erwies.

Die Situation der Wiedervereinigung traf beide deutschen Staaten völlig überraschend und rief eine Ausnahmelage hervor. Es mussten schnell Entscheidungen getroffen und Lösungen gefunden werden, wie der neue gesamtdeutsche Staat aussehen und welcher Weg dorthin führen sollte. Sehr bald wurden die Grenzen einer solchen Transformation klar. Es tauchten Konsensdefizite bei Fragen der wirtschaftlichen und sozialen Ordnung auf. Aufgrund des Handlungsdruckes mangelte es an Zeit für Fehlerkorrekturen oder um eine Symmetrie der Akteure bei Interessensberücksichtigungen zu schaffen.

[...]


[1] Lehmbruch, Gerhard: Die ostdeutsche Transformation als Strategie des Institutionentransfers: Überprüfung und Antikritik, in: Eisen,Andreas/Wollman,Hellmut (Hrsg.): Institutionenbildung in Ostdeutschland. Zwischen externer Steuerung und Eigendynamik, Opladen 1996, S. 63.

[2] Lehmbruch, Gerhard: Die ostdeutsche Transformation als Strategie des Institutionentransfers: Überprüfung und Antikritik, in: Eisen,Andreas/Wollman,Hellmut (Hrsg.): Institutionenbildung in Ostdeutschland. Zwischen externer Steuerung und Eigendynamik, Opladen 1996, S. 65.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Reflexion zum Text Gerhard Lehmbruchs "ie ostdeutsche Transformation als Strategie des Institutionentransfers: Überprüfung und Antikritik"
Hochschule
Universität Salzburg
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
6
Katalognummer
V42227
ISBN (eBook)
9783638403146
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reflexion, Text, Gerhard, Lehmbruchs, Transformation, Strategie, Institutionentransfers, Antikritik
Arbeit zitieren
Anne Piegert (Autor), 2004, Reflexion zum Text Gerhard Lehmbruchs "ie ostdeutsche Transformation als Strategie des Institutionentransfers: Überprüfung und Antikritik", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42227

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