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Ölfonds als Ausweg aus dem 'Paradox of Plenty'? Der Oil Revenue Management Plan des Tschad

Title: Ölfonds als Ausweg aus dem 'Paradox of Plenty'? Der Oil Revenue Management Plan des Tschad

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Topic: Development Politics
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Summary Excerpt Details

Einleitung

Die Wechselbeziehung zwischen Ressourcenreichtum und gehemmter oder sogar negativer Entwicklung ist vor allem für Staaten mit schwachen Institutionen und fehlenden demokratischen Gesellschaftsstrukturen vielfach belegt worden. Dies gilt insbesondere für Entwicklungsländer, deren vornehmliche Ressource Öl ist.1 Darüber hinaus gehört die Mehrzahl der von Ölexporten besonders abhängigen Länder zu den aus politischer Sicht unstetigsten Staaten der Erde, die sich obendrein noch als besonders konfliktträchtig herauskristallisiert haben.2 Mit dem Beginn der industrialisierten Ölförderung in den Staaten am Golf von Guinea in den letzten zwei Jahrzehnten ist diese The matik wieder auf eine breite entwicklungspolitische Agenda gerückt. Von besonderer Brisanz ist hier der riesige Kapitalschub, der in den frischgebackenen Ölexportstaaten Afrikas auf zumeist weitgehend unfertige Strukturen moderner Staatlichkeit trifft.

Ein Lösungsansatz – unter vielen anderen - diesem „Ressourcenfluch“ entgegenzuwirken, ist der Aufbau von Ölfonds - finanzpolitische Institutionen, die neben einer makroökonomischen Stabilisierung eine sinnvolle und gerechte Verteilung der Ölgewinne ermöglichen sollen. Einen exemplarischen Länderfall stellt in diesem Zusammenhang der Tschad dar, ein Entwicklungsland der untersten Regionen einer jeden globalen Armuts- und Korruptionsstatistik, in dem seit Juli 2003 Öl exportiert wird. Von Besonderheit ist hier die harte Konditionierung von Seiten der Weltbank im Rahmen eines Fondskonzepts. In dieser Arbeit soll nach dem politischen Potential von Ölfonds zur Bekämpfung des Ressourcenfluchs gefragt werden und vor diesem Hintergrund eine Prognose auf seine Wirkmächtigkeit im Tschad abgegeben werden. Die wissenschaftliche Diskussion um Ölfonds wurde bis in die jüngste Zeit fast ausnahmslos von Ökonomen geführt. Diese sahen Ölfonds meist ausschließlich als finanzwirtschaftliches Instrument, das keinerlei politische Eigendynamik habe, sondern im Gegenteil eine effektive Haushaltspolitik sogar erschwere.3 Hier soll hingegen von einem institutionalistischen Ansatz ausgegangen werden, der - eingebettet in einen regimetheoretischen Zusammenhang - Institutionen wie Ölfonds eine gewisse Eigendynamik zuschreibt, die politische Strukturen aufbauen oder verändern kann...

Excerpt


Inhalt

1. Einleitung

2. Der Ressourcenfluch – Dutch Disease und Rent Seeking

3. Ölfonds - drei Konzepte

4. Erprobte Ansätze ausgewählter Länder

4.1. Alaska (USA) – ein strikt verwalteter Allokations- und Generationenfonds

4.2. Norwegen – einer der weltweit erfolgreichsten Generationenfonds

4.3. Venezuela – ein gescheiterter Fonds

4.4. Ölfonds in Staaten des Persischen Golfs – Diskretion als Leitlinie

4.5. Gemeinsamkeiten und Unterschiede

5. Der Tschad – ein Ölfonds als Regime für nachhaltige Entwicklung?

5.1. Die Ausgangslage

5.2. Öl im Tschad

5.3. Der Revenue Management Plan

5.4. Die Umsetzung des RMP

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das politische Potenzial von Ölfonds als Instrument zur Bekämpfung des sogenannten "Ressourcenfluchs" in Entwicklungsländern, wobei der Fokus insbesondere auf der Wirkmächtigkeit des "Revenue Management Plan" im Tschad liegt.

  • Analyse des Ressourcenfluchs (Dutch Disease und Rent Seeking)
  • Vergleich verschiedener Fondskonzepte (Stabilitäts-, Spar- und Allokationsfonds)
  • Evaluierung internationaler Fallbeispiele (Alaska, Norwegen, Venezuela, Golfstaaten)
  • Untersuchung des tschadischen Oil Revenue Management Plans
  • Bewertung der Rolle von Institutionen und Transparenz bei der Ressourcennutzung

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Die Wechselbeziehung zwischen Ressourcenreichtum und gehemmter oder sogar negativer Entwicklung ist vor allem für Staaten mit schwachen Institutionen und fehlenden demokratischen Gesellschaftsstrukturen vielfach belegt worden. Dies gilt insbesondere für Entwicklungsländer, deren vornehmliche Ressource Öl ist. Darüber hinaus gehört die Mehrzahl der von Ölexporten besonders abhängigen Länder zu den aus politischer Sicht unstetigsten Staaten der Erde, die sich obendrein noch als besonders konfliktträchtig herauskristallisiert haben.

Ein Lösungsansatz – unter vielen anderen - diesem „Ressourcenfluch“ entgegenzuwirken, ist der Aufbau von Ölfonds - finanzpolitische Institutionen, die neben einer makroökonomischen Stabilisierung eine sinnvolle und gerechte Verteilung der Ölgewinne ermöglichen sollen. Einen exemplarischen Länderfall stellt in diesem Zusammenhang der Tschad dar, ein Entwicklungsland der untersten Regionen einer jeden globalen Armuts- und Korruptionsstatistik, in dem seit Juli 2003 Öl exportiert wird. Von Besonderheit ist hier die harte Konditionierung von Seiten der Weltbank im Rahmen eines Fondskonzepts.

In dieser Arbeit soll nach dem politischen Potential von Ölfonds zur Bekämpfung des Ressourcenfluchs gefragt werden und vor diesem Hintergrund eine Prognose auf seine Wirkmächtigkeit im Tschad abgegeben werden. Die wissenschaftliche Diskussion um Ölfonds wurde bis in die jüngste Zeit fast ausnahmslos von Ökonomen geführt. Diese sahen Ölfonds meist ausschließlich als finanzwirtschaftliches Instrument, das keinerlei politische Eigendynamik habe, sondern im Gegenteil eine effektive Haushaltspolitik sogar erschwere.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Ressourcenreichtums in Entwicklungsländern und die theoretische Fragestellung nach der politischen Rolle von Ölfonds.

2. Der Ressourcenfluch – Dutch Disease und Rent Seeking: Erläuterung ökonomischer Mechanismen wie Dutch Disease und Rent Seeking, die bei Ressourcenreichtum zu wirtschaftlicher Instabilität und Korruption führen können.

3. Ölfonds - drei Konzepte: Vorstellung der verschiedenen Grundtypen von Ölfonds (Stabilitäts-, Spar- und Allokationsfonds) als Steuerungsinstrumente der Fiskalpolitik.

4. Erprobte Ansätze ausgewählter Länder: Detaillierte Analyse internationaler Praxisbeispiele, deren Erfolg maßgeblich von Transparenz und demokratischen Strukturen abhängt.

5. Der Tschad – ein Ölfonds als Regime für nachhaltige Entwicklung?: Anwendung der Erkenntnisse auf den Tschad, inklusive der spezifischen Weltbank-Konditionierungen und der praktischen Implementierung des Revenue Management Plans.

6. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse mit der Einsicht, dass Ölfonds nur in einem demokratischen institutionellen Kontext ihr volles Potenzial zur Entwicklungsförderung entfalten können.

Schlüsselwörter

Ölfonds, Ressourcenfluch, Tschad, Revenue Management Plan, Dutch Disease, Rent Seeking, Transparenz, Entwicklungspolitik, Weltbank, Institutionenökonomie, Erdölförderung, makroökonomische Stabilisierung, Generationenfonds, Korruption, Armutsbekämpfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie Ölfonds als politische Institutionen dazu beitragen können, den Ressourcenfluch in Entwicklungsländern zu mildern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die ökonomischen Folgen von Ressourcenreichtum, der Vergleich internationaler Fondskonzepte und die Rolle von Transparenz und politischen Rahmenbedingungen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das politische Potenzial von Ölfonds zu bewerten und eine fundierte Prognose über deren Wirkmächtigkeit im konkreten Fall des Tschad abzugeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Die Arbeit nutzt einen institutionalistischen Ansatz, der Institutionen eine eigendynamische Kraft zuschreibt, um politische Strukturen aufzubauen oder zu verändern.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, einen Ländervergleich (u.a. Alaska, Norwegen, Venezuela) sowie eine detaillierte Untersuchung des tschadischen Ölfonds-Modells.

Was charakterisiert diese Arbeit inhaltlich?

Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von ökonomischer Theorie mit einer politikwissenschaftlichen Regimetheorie aus, insbesondere unter Berücksichtigung der Weltbank-Konditionierung im Tschad.

Inwiefern unterscheidet sich der tschadische Ansatz von anderen Modellen?

Im Unterschied zu anderen Ländern wurde der Fonds im Tschad durch eine harte, gesetzlich verankerte Konditionierung seitens der Weltbank als politisches Regime zur Transparenzsicherung installiert.

Wie effektiv ist der tschadische Revenue Management Plan bisher?

Der Erfolg ist aufgrund der kurzen Laufzeit und der mangelnden Unabhängigkeit der Aufsichtsorgane von der Regierung bisher begrenzt, auch wenn erste Fortschritte bei der Transparenz erkennbar sind.

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Details

Title
Ölfonds als Ausweg aus dem 'Paradox of Plenty'? Der Oil Revenue Management Plan des Tschad
College
University of Hamburg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Hauptseminar 05.381: 'Paradox of Plenty?' Ressourcenreichtum und Entwicklung
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V42237
ISBN (eBook)
9783638403221
ISBN (Book)
9783656112587
Language
German
Tags
Ausweg Paradox Plenty Revenue Management Plan Tschad Hauptseminar Plenty Ressourcenreichtum Entwicklung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2005, Ölfonds als Ausweg aus dem 'Paradox of Plenty'? Der Oil Revenue Management Plan des Tschad, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42237
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