Evaluation physischer Zustands- und Leistungsparameter von Probanden im Rahmen des Forschungsprojektes "Kinder bewegt"


Bachelorarbeit, 2004

51 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

1 Einleitung
1.1 Projektbeschreibung
1.2 Zielstellung
1.3 Anlage der Untersuchung

2 Untersuchungsmethodisches Vorgehen
2.1 Stichprobe
2.2 Methoden der Datenerfassung
2.2.1 Anthropometrische Messungen zur Ermittlung des physischen Gesundheitszustandes
2.2.2 Sportmotorische Tests zur Erfassung der physischen Leistungsfähigkeit
2.2.3 Herzfrequenzmessungen zur Erfassung der physischen Beanspruchung
2.2.4 Befragung zur Erfassung des Aktivitätsverhaltens in Schule und Freizeit
2.3 Methoden der Datenauswertung
2.4 Methodenkritik

3 Ergebnisdarstellung und Wertung
3.1 Physischer Gesundheitszustand
3.1.1 Somatische Daten
3.1.2 Körperbauentwicklungsindex
3.1.3 Body - Mass - Index
3.1.4 Unfallverletzungen
3.1.5 Zusammenfassung
3.2 Physische Leistungsfähigkeit
3.2.1 Ganzkörperkoordination unter Zeitdruck und Präzision
3.2.2 Sprintschnelligkeit
3.2.3 Sprungkraft
3.2.4 Hüftbeweglichkeit
3.2.5 Grundlagenausdauer
3.2.6 Zusammenfassung
3.3 Physische Beanspruchung
3.3.1 Kategorisiertes Aktivitätsverhalten eines Tages im Schulwochenverlauf
3.3.2 Herzfrequenzverhalten im Tagesverlauf einer Schulwoche
3.3.3 Herzfrequenzverhalten bei kategorisierten Tätigkeiten über eine Schulwoche
3.3.4 Zusammenfassung
3.4 Aktivitätsverhalten in Schule und Freizeit
3.4.1 Schule
3.4.1.1 Schulweggestaltung
3.4.1.2 Pausengestaltung
3.4.1.3 Akzeptanz des Sportunterrichts
3.4.2 Freizeit
3.4.2.1 Freizeitbeschäftigungen
3.4.2.2 Mitgliedschaft im Sportverein
3.4.2.3 Häufigkeit des unorganisierten Sporttreibens
3.4.3 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Anhang

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abb.1: Umfang der erhobenen Stichprobe nach Klassenstufen

Abb.2: Körpergröße und Körpergewicht; Vergleich von Jungen – Mädchen im Altersgang

Abb.3: KEI Gesamtentwicklung und differenziert nach Jungen & Mädchen im Altersgang

Abb.4: Physischer Entwicklungsstand von Jungen & Mädchen im Altersgang

Abb.5: BMI Gesamtentwicklung und differenziert nach Jungen & Mädchen im Altersgang

Abb.6: Anzahl der Schüler mit bereits erlittenen Unfallverletzungen und „ausgewählte“ Verletzungsformen

Abb.7: KTK Gesamtentwicklung; differenziert nach Schulformen in KLS 7 und differenziert nach Jungen & Mädchen im Altersgang

Abb.8: Sprintschnelligkeit Gesamtentwicklung; differenziert nach Schulformen in KLS 7 und differenziert nach Jungen & Mädchen im Altersgang

Abb.9: Sprungkraft Gesamtentwicklung; differenziert nach Schulformen in KLS 7 und differenziert nach Jungen & Mädchen im Altersgang

Abb.10: Hüftbeweglichkeit Gesamtentwicklung; differenziert nach Schulformen in KLS 7 und differenziert nach Jungen & Mädchen im Altersgang

Abb.11: rel.PWC170 Gesamtentwicklung; differenziert nach Schulformen in KLS 7 und differenziert nach Jungen & Mädchen im Altersgang

Abb.12: Kategorisiertes Bewegungsverhalten an einem Schultag von Schülern der Klassenstufen 3, 5 und 7; Gesamtentwicklung und differenziert nach Jungen & Mädchen

Abb.13: Herzfrequenzverhalten im Tagesverlauf einer Schulwoche

von Jungen & Mädchen der Klassenstufen 3, 5 und

Abb.14: Herzfrequenzverhalten bei kategorisierten Tätigkeiten von Schülern der KLS 3, 5 und 7; Gesamtentwicklung und differenziert nach Jungen & Mädchen

Abb.15: Allgemeine und aktive Schulweggestaltung im Altersgang

Abb.16: Gesamtentwicklung bewegungsintensiver Pausen im Altersgang

Abb.17: Akzeptanz des Sportunterrichts von Schülern im Altersgang

Abb.18: Freizeitbeschäftigungen von Schülern der Klassenstufen 1, 3, 5 und 7 Gymnasium

Abb.19: Freizeitbeschäftigungen von Schülern der Gesamtschule KLS 7 und Gesamtentwicklung bewegungsarmer Freizeitbeschäftigungen im Altersgang

Abb.20: Anzahl von Mitgliedern in einem Sportverein

Abb.21: Häufigkeit und Anzahl der Schüler die unorganisiert einem Sport nachgehen

TABELLENVERZEICHNIS

Tab.1: Stichprobenumfang und Durchschnittsalter der Probanden

Tab.2: Klassifizierung der Itemleistung des KTK nach Kiphard / Schilling (1974)

Tab.3: Klassifizierung der Sprintleistung in Anlehnung an Beck / Bös (1995)

Tab.4: Klassifizierung der Sprungkraftleistung in Anlehnung an Beck / Bös (1995)

Tab.5: Vergleichswerte Sit and Reach in Anlehnung an Fetz / Kornexl (1993)

Tab.6: Normwerte der submaximalen PWC170 nach Mocellin (1970)

Tab.7: BMI Perzentile; differenziert nach Jungen & Mädchen

Tab.8: Durchschnittliche Schulwegdauer nach Klassenstufen

1 Einleitung

1.1 Projektbeschreibung

Aufgrund des soziokulturellen Strukturwandels von Kindheit und dessen Folgen, wie drohende Stagnation der psychophysischen Leistungsfähigkeit, verstärkt auftretende gesundheitliche Probleme sowie eine Zunahme der durch motorische Ungeschicklichkeit begründeten Unfälle heutiger Kinder, bedarf es Untersuchungen zur Auseinandersetzung dieser Problemlage.

Die körperbetonte Freizeitgestaltung heutiger Kinder und Jugendlicher wird geprägt von Inaktivität, Desinteresse sowie Unwissenheit bezüglich vorhandener Möglichkeiten. Die Einflüsse der Umwelt werden oft nur audio-visuell im Kinderzimmer durch eine Vielfalt neuer Medien wahrgenommen. Durch diese Entwicklung bleiben Elemente der Körperwahrnehmung und Körpererfahrung den Kindern und Jugendlichen von heute vorenthalten. Auch aus diesem Grund verzerrt sich der Blick auf die Möglichkeit zur Entdeckung von Fähigkeiten des eigenen Körpers, wodurch ein wesentliches menschliches Bedürfnis untergraben wird, das Bedürfnis des Menschen sich zu bewegen. Versteckte Ressourcen können nicht aktiviert werden und bleiben somit ungenutzt. Deshalb bleibt einem jungen Körper nicht nur die Möglichkeit verwehrt sein Leistungspotential auszuschöpfen, sondern auch die Fähigkeit zur selbsttätigen Gesunderhaltung in Form primärer Prävention.

Im Rahmen dieser Diskussion entstand das Forschungsprojekt „Kinder bewegt“. Sportwissenschaftler des Instituts für Sportwissenschaft, Mediziner des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin und Studierende der Universität Rostock, in kooperativer Zusammenarbeit mit Lehrern der Hansestadt Rostock sowie Mitarbeiter des Landesinstituts für Schule und Ausbildung fanden sich zusammen, um sich der genannten Problemlage zu stellen.

Wissenschaftliche Bearbeitung

- Wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts für Sportwissenschaft und des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin der Universität Rostock.
- Studentische Hilfskräfte.

1.2 Zielstellung

Die im Rahmen der Untersuchungen gewonnenen Ergebnisse sollen Auskunft über den physischen Gesundheitszustand, die physische Leistungsfähigkeit, die physische Beanspruchung sowie die sportlichen Interessen und Gewohnheiten von 7 bis 18 – jährigen Kindern und Jugendlichen in Mecklenburg – Vorpommern geben. Auf Grundlage des vielseitigen Untersuchungsinstrumentariums von anthropometrischen Messungen, sportmotorischen Tests sowie Evaluation von Daten mittels Fragebögen ergibt sich eine Fülle von Datenmaterial. Im Verlauf des Projektes sollen es diese Daten, zu Ergebnissen zusammengefasst, ermöglichen, Ableitungen zu treffen. Diese Ableitungen sollen Auskunft über das Maß notwendiger Bewegung zur Sicherung der physischen Gesundheit im Kindes- und Jugendalter geben. Bedeutsam hierbei ist, dass im weiteren Verlauf der Studie angestrebt wird, genaue Empfehlungen zur Behebung von Bewegungsdefiziten, unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht, zu erarbeiten.

1.3 Anlage der Untersuchungen

Das Untersuchungsdesign wurde altersklassenrelevant einheitlich erarbeitet. Im Rahmen der Studie wurden Schüler der folgenden 4 Klassenstufen untersucht.

- KLS 1 Grundschule
- KLS 3 Grundschule
- KLS 5 Gymnasium
- KLS 7 Gymnasium
- KLS 7 Gesamtschule

- Hauptschule
- Realschule
- Gymnasium

Im Frühjahr 2004 werden Schüler von 2 weiteren Klassenstufen folgen.

- KLS 9 Gymnasium
- KLS 11 Gymnasium

Die Untersuchungen erfolgten aus kapazitären Gründen nur in jeder zweiten KLS. Entsprechend vorhandener Klassen stand eine Anzahl von 60 bis 80 Probanden zur Verfügung. Vor dem Hintergrund der Ausdifferenzierung zur näheren Betrachtung der Entwicklung von Schülern unterschiedlicher Schulformen in KLS 7, ergab sich eine Anzahl von 120 bis 160 Probanden pro untersuchter Schule.

Da den bisherigen Untersuchungen wie bereits erwähnt noch weitere folgen werden, bezieht sich die vorliegende Ergebnisdarstellung auch lediglich auf die abgehandelten Klassenstufen. Aus diesen Klassenstufen nahmen alle Probanden an den für die Studie relevanten Tests teil. Nur im Rahmen einer gesonderten Erfassung der Herzfrequenz im Verlauf einer Schulwoche, unterzogen sich nur jeweils 25 Probanden der Klassenstufen 3, 5 und 7

den Untersuchungen.

2 Untersuchungsmethodisches Vorgehen

2.1 Stichprobe

Regionale Auswahl

Die Auswahl der Einrichtungen beschränkte sich auf 3 Rostocker Schulen. Die Stichprobe wurde im Altersquerschnitt erhoben, um mögliche Besonderheiten und Entwicklungen im Altersgang reflektieren zu können.

Die Schulen stammen aus folgenden Rostocker Stadtteilen.

- Rostock Zentrum (Goethe-Gymnasium)
- Rostock Südstadt (Kooperative Gesamtschule)
- Rostock Südstadt (Juri-Gagarin Schule)

Quantitative Auswahl

Es wurde bei der quantitativen Auswahl darauf geachtet, einen gleichmäßig großen Umfang der Stichprobe in jeder KLS zu erhalten. Der Stichprobenumfang der in KLS 7 untersuchten Schüler ist jedoch größer, da die Schüleranzahl, bedingt durch mehrere Schulformen, um ein Vielfaches höher ist. Um ein heterogenes Verhältnis der Stichprobe zu gewährleisten, wurde bei der Stichprobenaufnahme auf ein ausgeglichenes

Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Probanden geachtet (Tab.1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Stichprobenumfang und Durchschnittsalter der Probanden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Umfang der erhobenen Stichprobe nach Klassenstufen

Schultypenorientierte Auswahl

Die Zielgruppe der zu untersuchenden Probanden war auf Schüler von allgemein bildenden Schulen ausgerichtet. Diese Schulen wurden für eine Definition der Studie in folgende Formen eingeteilt.

- Grundschule
- Gesamtschule;(Haupt-,Realschule und integrierte gymnasiale Stufe)
- Gymnasium

Für eine übersichtliche Darstellung der Ausdifferenzierung von Schulformen in KLS 7, werden folgende Abkürzungen verwendet:

- Gymnasium -- 7 Gym
- Gesamtschule -- 7 Ges • 7 GG (Gymnasium)
- 7 RS (Realschule)
- 7 HS (Hauptschule)

Teilnahmebereitschaft

Bestimmt wurde die Teilnahmebereitschaft der Probanden sowohl durch die Zustimmung der Eltern als auch durch das Eigeninteresse der Schüler. Die Eltern wurden im Vorfeld über den Untersuchungsinhalt informiert und mussten zur Teilnahme ihrer Kinder an der Studie ihr Einverständnis mitteilen. Die Verweigerung zur Teilnahme war relativ gering. Unterschiede in der Teilnahmehäufigkeit zwischen Schulformen waren ebenfalls nicht zu erkennen. Feststellbar war jedoch ein deutlich unausgeglichenes Verhältnis des Interesses an den Untersuchungen von Schülern unterschiedlicher Schulformen in KLS 7. Hier zeigten Schüler des Gymnasiums eindeutig größeres Interesse an der Durchführung des Untersuchungsablaufes als Schüler der Gesamtschule.

Insgesamt ist jedoch das große Interesse an den Ergebnissen von Eltern sowie Verantwortlichen der Schulen hervorzuheben. So wurde einmal mehr die Notwendigkeit zum Anlass einer solchen Studie deutlich.

2.2 Methoden der Datenerfassung

2.2.1 Anthropometrische Messungen zur Ermittlung des physischen Gesundheitszustandes

Mittels anthropometrischer Messungen erfolgte eine Erfassung von Körperdimensionen und Körperproportionen der Schüler. Mit diesen Daten war es möglich die für die Untersuchung relevanten Indizes Körperbauentwicklungsindex (KEI) und Body-Mass-Index (BMI) zu ermitteln. In der weiteren Ergebnisdarstellung werden außerdem Körpergröße und Körpergewicht in ihrer Entwicklung der Klassenstufen sowie der Entwicklungsstand von Probanden dokumentiert.

Body - Mass - Index (BMI)

Für das wünschenswerte Körpergewicht werden vielfältige Empfehlungen gegeben, die u.a. auf Durchschnittswerten (Normalgewicht) oder kriteriumsbezogenen Werten (Idealgewicht) beruhen (vgl. Schmidt / Thews, 1990). Um das Körpergewicht der Probanden klassifizieren zu können, wurde zur Ermittlung der BMI verwendet. Zur Berechnung werden folgende physischen Parameter benötigt:

- Körpergewicht (kg)
- Körpergröße (m²)

Das Gewicht in kg dividiert durch die Körperhöhe in m² ergibt einen Referenzwert. Dieser kann zur genauen Bestimmung bei Erwachsenen anhand einer gewöhnlichen Skala abgelesen werden. Für Kinder und Jugendliche ergibt sich jedoch eine gesonderte Klassifizierung, die sog. Perzentile. Diese Perzentile lassen eine Bewertung des Körpergewichts von Jungen und Mädchen im Alter von 0 bis 18 Jahren zu. Diese Form der Klassifizierung berücksichtigt die dem Altersverlauf entsprechenden physischen Veränderungen. Ist der Referenzwert des BMI ermittelt, lässt sich das Perzentil anhand eines Diagramms für das jeweilige Alter feststellen (Kromeyer-Hauschild et al, 2001. ). Folgende Perzentile wurden von der „Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter“ (AGA) definiert:

- < P 90 = Gesundheitlich nicht gefährdet (Normgewicht)
- P 90 – P 97 = Tendenziell gesundheitlich gefährdet (Übergewicht)
- P 97 – P 99,5 = Erhöhtes Gesundheitsrisiko (Adipositas)

Körperbauentwicklungsindex (KEI)

Der KEI dient der Ermittlung eines Wertes zur Aussage über die Körperbauentwicklung. Dieser wird in einem mathematischen Verfahren individuell errechnet. Folgende Variablen sind dafür notwendig:

- Mittlere Körperbreite – Diese wird anhand der Beckenstachel- und Schulterbreite ermittelt.
- Rohrer - Index (Körperfülle - Index) - Wird bestimmt durch Körpergewicht und Körperhöhe³
- Unterarmumfang (Jungen)
- Oberschenkelumfang (Mädchen)

Der Wertebereich des Index beläuft sich zwischen 0 und 1. Erreicht der Index einen Wert von 1, so ist davon auszugehen, dass der untersuchte Körper voll entwickelt ist. Je weiter sich dieser Wert von 1 entfernt, desto geringer ist die körperliche Entwicklungsstufe.

Ist der KEI ermittelt, kann anhand einer Normtabelle das biologische Alter abgeleitet werden (vgl. Tittel / Wutscherk, 1972). Mit Hilfe des biologischen Alters besteht dann die Möglichkeit zur genauen Bestimmung des physischen Entwicklungsstandes.

Physischer Entwicklungsstand

Der physische Entwicklungsstand eines Probanden trifft eine Aussage darüber, ob er für seine Altersklasse gemäß

- Frühentwickelt (akzeleriert),
- Normalentwickelt oder
- Spätentwickelt (retardiert) ist.

Der Entwicklungsstand lässt sich anhand eines Abgleichs des biologischen und kalendarischen Alters feststellen. Eine Normalentwicklung des

Probanden liegt vor, wenn das biologische Alter +/- 12 Monate dem kalendarischen Alter entspricht.

2.2.2 Sportmotorische Tests zur Erfassung der physischen Leistungsfähigkeit

Körperkoordinationstest für Kinder (KTK)

Zur genauen Bestimmung der Gesamtkörperkoordination wurde der Körperkoordinationstest für Kinder (KTK) angewendet. Dieser von Kiphard / Schilling (1974) entwickelte Test besteht aus den folgenden vier Items:

- Balancieren Rückwärts (BR)
- Monopedales Überhüpfen (MÜ)
- Seitliches Umsetzen (SU)
- Seitliches Hin- und Herspringen (SHH)

Das „Balancieren rückwärts“ und „monopedale Überhüpfen“ erfordert Koordination bei Präzision der Bewegungsausführung. Das „seitliche Umsetzen“ und „seitliche Hin- und Herspringen“ verlangt nach Koordination der Bewegung unter Zeitdruck. Aus jedem absolvierten Testitem wird ein Rohwert ermittelt (RW1, . . . ,RW4). Bei Ermittlung der Rohwerte werden alters- und geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede berücksichtigt. Nach Beendigung des Testverfahrens werden die Rohwerte summiert. Anhand des Ergebnisses wird in einer Normtabelle der motorische Quotient abgelesen (z.B. åRW = 399 bis 402 = MQ100). Der MQ ermöglicht dann eine Wertung über die Gesamtkörperkoordination des Probanden (vgl. Tab.2).

Vor Testbeginn wurde es den Probanden ermöglicht die Übungen probeweise zur Gewöhnung durchzuführen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab.2: Klassifizierung der Itemleistung des KTK nach Kiphard / Schilling (1974)

20- Meter Sprint

Die Sprintschnelligkeit der Schüler wurde im Rahmen des sportmotorischen Tests „20-Meter Sprint“ gemessen. Die vorrangig beanspruchten motorischen Eigenschaften sind Kraftschnelligkeit, Reaktionsschnelligkeit und zyklische Aktionsschnelligkeit (vgl. Fetz / Kornexl, 1993).

Die Schüler nahmen ihre Position einzeln an der Startlinie in der Hochstartposition ein. Der Lauf wurde auf ein akustisches Signal des Testleiters begonnen. Gemessen wurde die Zeit, in der die Strecke zurückgelegt wurde. Innerhalb einer halben Stunde wurden 2 Läufe durchgeführt. So konnte eine völlige Erholung vom ersten Lauf gewährleistet werden. Der beste Lauf wurde in die Wertung aufgenommen. Eine ausreichende Erwärmung vor Testbeginn, insbesondere der Beinmuskulatur, wurde durchgeführt.

Die vorliegende Beurteilungstabelle (Tab.3) liefert Normwerte zur Klassifizierung der gemessenen Testleistung im „20-Meter Sprint“. Mit Hilfe des ermittelten Durchschnittsalters der Probanden (vgl.Tab.1), erfolgte eine Einteilung der Klassenstufen in die Tabelle. Die Klassifizierung der Normwerte erfolgt in Anlehnung an Beurteilungstabellen von Beck / Bös (1995).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab.3: Klassifizierung der Sprintleistung in Anlehnung an Beck / Bös (1995)

Jump and Reach

Der sportmotorische Test „Jump and Reach“ dient zur Ermittlung der Sprung- bzw. Schnellkraft (vgl. Fetz / Kornexl, 1993). Hierbei wurde zuerst die Größe des Probanden ermittelt. So wurde dieser an den Fingerspitzen mit Kreide markiert und musste sich mit nach oben ausgestrecktem Arm seitlich an eine dafür vorgesehene Wand stellen. Die vorher markierte Hand hinterließ auf der Wand eine Spur, die zugleich die Messlinie 1 (M1) darstellte. Anschließend traten die Probanden 20 – 30 cm von der Wand weg, stellten sich seitlings zu ihr und sprangen beidbeinig aus einer 90° hockenden Position nach oben, um am höchsten Punkt ihre Hand gegen die Wand zu setzen. Die so hinterlassene Spur galt dann als Messlinie 2 (M 2). Die Differenz zwischen M 1 und M 2 galt als Messwert und wurde dokumentiert. Der Vorgang wurde 3 mal aufeinanderfolgend wiederholt. Von den ermittelten Messwerten ging letztendlich der beste in die Wertung ein. Eine ausreichende Erwärmung der Sprungmuskulatur wurde durchgeführt.

Die vorliegende Beurteilungstabelle (Tab.4) zeigt Normwerte, anhand derer die gemessenen Testleistungen im „Jump and Reach“ klassifiziert werden. Die Einteilung der Klassenstufen in die Beurteilungstabelle erfolgte mittels Durchschnittsalter der Probanden (vgl. Tab.1) in Anlehnung an Beck / Bös (1995).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab.4: Klassifizierung der Sprungkraftleistung in Anlehnung an Beck / Bös (1995)

Sit and Reach

Um die Hüftbeweglichkeit der Probanden ermitteln zu können, wurde der sportmotorische Test „Sit and Reach“ angewandt. Bei diesem Test befindet sich der Proband in sitzender Position, seine Beine sind ausgestreckt. Der Test wird barfuß durchgeführt. Am Fußende befindet sich das Messinstrumentarium in Form eines 30 cm hohen Kastens. An diesem liegen die Fußsohlen an. Die Oberflächenplatte des Kastens steht in Richtung Proband 20 cm vor. Auf der Oberfläche befindet sich ein Maß, welches von – 20 cm bis + 20 cm reicht. Der Test erfolgt, indem der Proband seine Hände auf die Oberfläche der Platte legt und diese so weit wie möglich nach vorne schiebt. Am Extrempunkt wird das erreichte Maß abgelesen und dokumentiert. Die unbedingt erforderliche Erwärmung der beteiligten Gelenke und Muskeln wurde vor Testbeginn durchgeführt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 51 Seiten

Details

Titel
Evaluation physischer Zustands- und Leistungsparameter von Probanden im Rahmen des Forschungsprojektes "Kinder bewegt"
Hochschule
Universität Rostock
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
51
Katalognummer
V42238
ISBN (eBook)
9783638403238
ISBN (Buch)
9783638714037
Dateigröße
1190 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Evaluation, Zustands-, Leistungsparameter, Probanden, Rahmen, Forschungsprojektes, Kinder
Arbeit zitieren
Nico Stroech (Autor), 2004, Evaluation physischer Zustands- und Leistungsparameter von Probanden im Rahmen des Forschungsprojektes "Kinder bewegt", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42238

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