'Style Markers' im Englischen. Die unterschiedlichen Definitionen von 'style markern' nach Enkvist, Esser und Werlich


Seminararbeit, 2001

14 Seiten, Note: 2-


Leseprobe

Gliederung

0. Einleitung

1. Stilmerkmale (style markers) bei Enkvist

2. Stilmerkmale (style markers) bei Esser

3. Klassifikationen von Stilen bei Werlich

4. Abschließende Bemerkung

0. Einleitung

In dieser Arbeit sollen die Stilmerkmale (style markers) bei Enkvist und Esser und die Klassifikationen vom Stilen bei Werlich genauer beleuchtet werden. Im Wesentlichen sollen die einzelnen Argumentationslinien der Autoren nachgezeichnet und die Kernaussagen der jeweiligen Ansichten herausgearbeitet werden. Primär soll analysiert werden, was der Linguist unter den jeweiligen Stilmerkmalen präzise versteht, wobei selbstverständlich hie und da auf Einzelheiten verzichtet werden muss. Angesichts des Umfangs der Arbeit ist es unumgänglich, einzelne wissenschaftliche Erkenntnisse nur anzudeuten. Im Wesentlichen werden die zum Teil voneinander abweichenden Thesen dargestellt, und die gewonnen Ergebnisse ausgewertet. Gerade bei der breitgefächerten Kategorisierung von Werlich ist es unvermeidbar, Einzelheiten komprimiert darzustellen, oder im Zweifelsfall, sofern es der Analyse keinen wesentlichen Abbruch tut, diese auch ganz wegzulassen.. Dennoch ist es ein Anliegen, die wesentlichen Merkmale, die die Autoren voneinander unterscheiden, herauszufinden, und ihre jeweilige Definition von Stilmerkmalen transparent darzulegen.

1. Die Stilmerkmale (style markers) bei Enkvist

Zunächst kann festgestellt werden, dass Enkvist style als eine linguistic variation betrachtet. Seiner Ansicht nach überschneiden sich Studien hinsichtlich der Stilistik mit anderen Zweigen der Sprachwissenschaft und können somit nur in einem Gesamtkontext beurteilt werden. Bei der Beschreibung der verschiedenen Stilebenen ist es nach Enkvist unumgänglich, jeweils den situativen, aber auch textuellen Kontext bei der genaueren Analyse mit einzubeziehen. Die verschiedenen Kategorien von Stilen vermischen sich sowohl im schriftlichen als auch mündlichen Gebrauch der Sprache. Dialektale oder aber regionale Einflüsse sind bei der Betrachtung von Stilmerkmalen ein wesentliches Element. Nicht selten wird der Dialekt zu Stil erhoben.

“But if, as often happens, there are people who speak a dangled language in one type of situation and (…) or regional dialect in another type of situation, the use of regional dialect thus comes to correlate with situations when the dialect becomes a style.”[1]

Wie schon bereits erwähnt, ist es immer auch situativ abhängig, welche Stilebene vom Sprecher gewählt wird. Die Einbeziehung der jeweiligen Sprechsituation, aber auch der generellen Verfassung des Sprechers ist somit von wesentlicher Bedeutung. "The choice of language is contextually conditioned."[2]

Natürlich spielt die Überschneidung der verschiedenen Stilebenen gerade in Gesellschaften, die sich aus einer großen Anzahl von Einwanderern konstituieren, eine tragende Rolle. Man spricht hier von bilingualism oder sogar multilingualism. Hier ist der Stil context determined. Enkvist spricht in seinen Ausführungen auch von sogenannten "class-markers". Die Form you ain't ist ein Charakteristikum einer bestimmten sozialen Schicht und wird somit zu einem style marker. Weiterhin verweist Enkvist darauf, dass ein enger Zusammenhang zwischen der jeweiligen Stilebene und der Gattung des Textes existiert. Literarische Texte beispielsweise verfügen über andere stilistische Merkmale als Gebrauchstexte oder aber funktionale Texte.

Diese sogenannten Genre-Styles finden wir nicht nur in der Dichtung, sondern auch in wissenschaftlichen Arbeiten, im Journalismus, oder aber auch in der Umgangssprache, so dass man letzthin von sogenannten functional styles sprechen kann. Sprache, oder vielmehr der Stil üben in diesem Fall eine klar bestimmte Funktion aus.

Nach Enkvist können die verschiedenen Stilebenen sich nur dadurch voneinander unterscheiden, dass sie einem objektiven Vergleich unterlegen sind. Unterschiede zwischen den einzelnen Stilebenen können nur durch einen Vergleich herausgearbeitet werden. Stilistische Effekte können letztlich nur erreicht werden, wenn man sich von dem gängigen Gebrauch der Sprache verabschiedet und in einer Situation eine völlig unangemessene Sprachebene wählt. Letztlich ist jede Art der Kommunikation situation bound.

Interessant bei Enkvist erscheint überdies die Einteilung in eine sogenannte high stylisticity und einer low stylisticity. Werden die Erwartungen, die in einer Botschaft einem Gespräch stecken, erfüllt, spricht man von einer sogenannten high stylisticity, werden diese nicht erfüllt, spricht von meiner sogenannten low stylisticity.

Von weiterer Bedeutung bei der Untersuchung von Stilmerkmalen ist vor allen Dingen die Reaktion der einzelnen Gesprächsteilnehmer während einer Konversation. In den meisten Fällen hängt die Reaktion der Zuhörer letztlich auch davon ab, was sie zu erwarten hören. Die persönlichen Erfahrungen, aber auch die individuelle Biografie jedes Sprechers ist ausschlaggebend für die Bewertung der verschiedenen Stile. Die Häufigkeit, aber auch die Dichte, mit der verschiedene sprachliche Erscheinungen in einem Text besonders gehäuft, oder weniger hervortreten, sind bei der Definition von Stilmerkmalen zwei weitere wichtige Kategorien.

Enkvist bringt die Definition von style markers auf den Punkt, wenn er konstatiert "style markers are stylistically significant features."[3] Vergleicht man verschiedene Stilebenen, ist es wichtig, eine bestimmte kontextuelle Verwandtschaft der zu vergleichenden Texte zu haben.

Enkvist geht es in seiner Analyse zu den Stilmerkmalen in erster Linie darum, Stil immer im Zusammenhang mit dem jeweiligen Kontext zu sehen und dementsprechend zu bewerten. Die Definition von Stilen ist seiner Meinung nach ein Ergebnis, das aus dem Vergleich der Dichte, vor allen Dingen aber der sprachlichen Merkmale, die in einem Text vorkommen, resultiert.

2. Die Stilmerkmale (style markers) bei Esser

Nach Esser können im Prinzip alle sprachlichen Bedeutungseinheiten auf den verschiedenen Ebenen der Beschreibung, seien es Grapheme, Phoneme, Wörter, Phrasen, Sätze oder aber auch komplexe Sätze, als style markers im weitesten Sinne betrachtet werden. Obgleich Esser die Auffassungen, Ansätze bzw. Betrachtungsweisen von Enkvist nicht komplett über Bord wirft und auch mit Teilen der Argumentation von Enkvist operiert, geht Esser in seiner Gesamtargumentation noch ein paar Schritte weiter. "There are significant features of style for instance style markers that cannot be identified with individual linguistic elements."[4] Esser illustriert in einem vorhergehenden Kapitel seiner Ausführungen, dass die Sprache als ein einzelnes Element gesehen, nicht als style marker bezeichnet werden kann. Nur in Verbindung mit anderen Einheiten konstituieren sich style markers. Esser führt aus:

[...]


[1] Enkvist, N.E. (1973) Linguistic stylistic, The Hague-Paris, S. 18

[2] Enkvist (1973: 18)

[3] Enkvist (1973: 23)

[4] Esser, J. (1993) English linguistics stylistics, Tübingen, S. 91

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
'Style Markers' im Englischen. Die unterschiedlichen Definitionen von 'style markern' nach Enkvist, Esser und Werlich
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für englische Philologie)
Veranstaltung
Stilistik und gesprochene Sprache
Note
2-
Autor
Jahr
2001
Seiten
14
Katalognummer
V42265
ISBN (eBook)
9783638403412
ISBN (Buch)
9783640856350
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Style, Markers, Englischen, Definitionen, Enkvist, Esser, Werlich, Stilistik, Sprache
Arbeit zitieren
Sven Weidner (Autor), 2001, 'Style Markers' im Englischen. Die unterschiedlichen Definitionen von 'style markern' nach Enkvist, Esser und Werlich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42265

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