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Formen der Gewalt in Pflegeeinrichtungen

Title: Formen der Gewalt in Pflegeeinrichtungen

Term Paper , 2001 , 24 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Ricco Freyberg (Author)

Ethics
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Summary Excerpt Details

Ist die Würde des Menschen wirklich unantastbar? Meine eigenen Erfahrungen als Krankenpfleger und die gehäuften Pressemitteilungen zeigen uns, dass das besonders in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen und im Rahmen der familiären Betreuung nicht immer der Fall ist. Zur Zeit leben ca. 660.000 Menschen in Heimen. Sie sind dorthin gezogen, weil sie nicht mehr in ihrer eigenen Wohnung leben können oder wollen.

Die Gründe für einen Umzug in ein Heim sind vielfältig. Zum einen benötigen die Heimbewohner ständige Hilfe, Pflege und Betreuung in Folge schwerwiegender Erkrankungen oder sie wollen nicht mehr allein sein, sondern die Gesellschaft anderer Heimbewohner genießen. Es kommt aber auch vor, dass den Hilfsbedürftigen von den eigenen Angehörigen suggeriert wird, nicht mehr in der Lage zu sein, sich selbst zu versorgen und aus falscher Scham und ihrer Hilflosigkeit heraus Niemanden zur Last fallen zu wollen und aus Unwissenheit über die Möglichkeiten der ambulanten Betreuung, sei es der fahrbare Mittagstisch oder hauswirtschaftlichen Hilfen bis hin zur umfassenden ambulanten medizinischen und pflegerischen Betreuung, entscheiden sich viele vor allem ältere Bürger für einen Umzug in ein Heim.

So viele Gründe wie es für einen Umzug in ein Heim gibt, gibt es Gesichter physischer und psychischer Gewalt. Dabei steht körperliche Gewalt gar nicht so sehr im Vordergrund. Häufiger werden die kranken und alten Menschen seelisch gequält, eingesperrt, vernachlässigt, finanziell ausgebeutet oder mit Medikamenten ruhig gestellt und so in ihrem freien Willen eingeschränkt.Oft wird dadurch das im Grundgesetz verankerte Recht auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit verletzt.

Sind nicht auch Wörter wie Rentnerschwemme, Alterslawine, Überalterung versteckte Gewaltwörter, die alte Menschen diskriminieren und Symbole, die Denken und Handeln destruktiv beeinflussen und kollektive Vorurteile schaffen und dadurch Gewalt gegen Alte fördern? "In den meisten Fällen geschieht die Gewalt jedoch nicht aus Willkür oder Bösartigkeit, sondern ist das Endprodukt einer langen Kette von Störungen in der Beziehung zwischen Helfendem und Hilfebedürftigem." Betroffen sind in der Regel alle Beteiligten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

2.1. Definition Ethik

2.2. Definition Pflegeethik

2.3. Definition Gewalt

2.4. Definition Aggression

3. Grundbegriffe der Pflegeethik

4. Formen der Gewalt

4.1. Die Vernachlässigung

4.1.1. Die passive Vernachlässigung

4.1.2. Die aktive Vernachlässigung

4.2. Die Misshandlung

4.2.1. Die körperliche Misshandlung

4.2.2. Die psychische Misshandlung

4.2.3. Die finanzielle Ausbeutung

4.2.4. Die Einschränkung des freien Willens

5. Ursachen von Gewalt

6. Darstellung der Gewalt in Pflegeeinrichtungen

6.1. Eigene Erfahrungen

6.2. Betroffenenberichte

7. Vorschläge zur Vermeidung von Gewalt

8. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Problematik von Gewalt in der professionellen Pflege auseinander und untersucht die ethischen Hintergründe sowie strukturelle Ursachen für gewaltvolles Handeln. Das Ziel ist es, durch eine pflegeethische Analyse das Bewusstsein der Pflegenden für ihr tägliches Handeln zu schärfen und Präventionsansätze für eine menschenwürdige Pflege aufzuzeigen.

  • Ethische Grundlagen und Definitionen von Gewalt und Aggression im Pflegekontext
  • Systematische Einordnung verschiedener Gewaltformen wie Vernachlässigung und Misshandlung
  • Analyse der Ursachen von Gewalt, insbesondere im Hinblick auf strukturelle Arbeitsbedingungen
  • Empfehlungen zur Gewaltprävention durch Professionalisierung und verbesserte Kommunikation

Auszug aus dem Buch

4.1.2. Die aktive Vernachlässigung

Bei der aktiven Vernachlässigung verweigert der Helfende bewusst Handlungen, die auf den erkennbaren Bedarf des Adressaten der Vernachlässigung gerichtet wären. Beispiele für diese bewusste Vernachlässigung pflegerischen Handelns wären das Unterlassen der Grundpflege des Patienten, wie das Waschen, die Reinigung des Bettes oder die Versorgung mit Essen und Getränken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den Anspruch auf Menschenwürde in der Pflege und kontrastiert diesen mit der Realität von Gewalt und Vernachlässigung in Pflegeeinrichtungen.

2. Begriffsklärung: Hier werden die wesentlichen Termini Ethik, Pflegeethik, Gewalt und Aggression wissenschaftlich definiert, um ein gemeinsames Verständnis für den weiteren Verlauf zu schaffen.

3. Grundbegriffe der Pflegeethik: Dieses Kapitel erläutert die ethischen Grundregeln und Verantwortungsbereiche in der Krankenpflege, die als moralischer Kompass dienen sollen.

4. Formen der Gewalt: Eine detaillierte Kategorisierung von Gewalt in den Pflegealltag, unterteilt in Vernachlässigung (passiv/aktiv) und Misshandlung (körperlich, psychisch, finanziell, Freiheitsbeschränkung).

5. Ursachen von Gewalt: Hier werden die Hintergründe für Gewaltanwendung untersucht, wobei insbesondere Arbeitsüberlastung, strukturelle Zwänge und persönliche Faktoren beleuchtet werden.

6. Darstellung der Gewalt in Pflegeeinrichtungen: Dieser Abschnitt kombiniert die persönlichen Beobachtungen des Autors mit Fallberichten aus der Presse, um die Praxisrelevanz der Gewaltproblematik zu verdeutlichen.

7. Vorschläge zur Vermeidung von Gewalt: Dieses Kapitel stellt Lösungsansätze vor, darunter professionelle Rollendefinitionen, verbesserte Arbeitsbedingungen und spezifische Forderungen der „Aktion gegen Gewalt in der Pflege“.

8. Resümee: Die Zusammenfassung unterstreicht die Notwendigkeit eines kontinuierlichen ethischen Reflexionsprozesses und fordert eine berufsgruppenübergreifende Anstrengung zur Gewaltprävention.

Schlüsselwörter

Pflegeethik, Gewalt in der Pflege, Misshandlung, Vernachlässigung, Pflegeeinrichtungen, Arbeitszufriedenheit, Aggression, Menschenwürde, Krankenpflege, Prävention, berufliches Selbstverständnis, Pflegequalität, ethische Grundregeln.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert das pflegeethische Problem von Gewalt und Aggression gegenüber hilfebedürftigen Menschen in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Gewaltformen, die ethischen Anforderungen an das Pflegepersonal sowie die strukturellen und persönlichen Ursachen für Fehlverhalten in der Pflege.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein kritisches Bewusstsein für das Handeln in der Pflege zu schaffen, Ursachen für Gewalt aufzudecken und präventive Strategien zur Sicherung der Menschenwürde zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die durch eine Literaturanalyse, die Einbeziehung pflegeethischer Konzepte und die Verknüpfung mit Fallbeispielen und eigenen Beobachtungen methodisch gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Begriffe, die Analyse von Gewaltformen (Vernachlässigung/Misshandlung), die Untersuchung der Ursachen sowie die Darstellung und Diskussion von Lösungsansätzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Pflegeethik, Gewaltprävention, Arbeitszufriedenheit und die Wahrung der Menschenwürde im Pflegealltag.

Wie unterscheidet der Autor zwischen aktiver und passiver Vernachlässigung?

Passive Vernachlässigung resultiert aus dem Nichterkennen von Bedürfnissen oder unzureichenden Ressourcen, während aktive Vernachlässigung die bewusste Verweigerung notwendiger pflegerischer Handlungen beschreibt.

Welche Rolle spielen strukturelle Faktoren laut dem Autor bei der Entstehung von Gewalt?

Strukturelle Faktoren wie Zeitdruck, Unterbesetzung, Überbelegung und mangelnde Anerkennung werden als wesentliche Ursachen genannt, die das Risiko für Gewalt erhöhen und die Beziehungsqualität zwischen Pflegenden und Patienten beeinträchtigen.

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Details

Title
Formen der Gewalt in Pflegeeinrichtungen
College
Protestant University of Applied Sciences Berlin
Course
Ethik im Pflegemanagement
Grade
2,3
Author
Ricco Freyberg (Author)
Publication Year
2001
Pages
24
Catalog Number
V4226
ISBN (eBook)
9783638126199
ISBN (Book)
9783638638531
Language
German
Tags
Gewalt in der Pflege Gewalt Krankenpflege Ethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ricco Freyberg (Author), 2001, Formen der Gewalt in Pflegeeinrichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4226
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