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Funktion und Wirkung des Risikostrukturausgleiches in der gesetzlichen Krankenversicherung

Title: Funktion und Wirkung des Risikostrukturausgleiches in der gesetzlichen Krankenversicherung

Presentation (Elaboration) , 2005 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl. Kfm. (FH) Jens-Holger Otto (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Durch das Gesundheitsstrukturgesetz von 1992 (GSG) ist die Steuerungsfunktion des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erheblich intensiviert worden. In der Begründung des Entwurfes des Gesundheitsstrukturgesetzes heißt es:
„Das Gesundheitssystem in Deutschland steht auf hohem medizinischen Niveau. Gleichwohl gibt es erhebliche Strukturmängel und Fehlsteuerungen. Zunehmende Überkapazitäten und Unwirtschaftlichkeiten in einzelnen Leistungsbereichen, unzureichende Verzahnung der verschiedenen Versorgungsebenen, verzerrte Wettbewerbsbedingungen der Krankenkassen im gegliederten System und eine damit einhergehende Gefährdung des Solidaritätsprinzips, teilweise falsche Anreizstrukturen und mangelnde Effektivität haben eine Situation entstehen lassen, die im weiten Umfang gesetzgeberisches Handeln erfordert. “ „Die mitgliedschaftsrechtliche Unterscheidung zwischen Arbeitern und Angestellten in der GKV ist nur historisch erklärbar und vor dem Hintergrund teilweise sehr hoher Beitragssatzunterschiede – derzeit zwischen 8 % und 16 % - verfassungsrechtlich bedenklich. Die Einführung weitgehend freier und ungehinderter Kassenwahlrechte für alle Versicherungspflichtigen und Versicherungsberechtigten ist von daher unabdingbar. Dazu müssen aber zunächst die Finanzstrukturen der GKV neu geordnet werden. Zudem ist die Ausweitung der Kassenwahlmöglichkeiten eine notwendige, allein aber noch nicht hinreichende Bedingung für einen im Interesse aller Versicherten funktionierenden, das Solidarprinzip wahrenden Wettbewerb in der GKV. Deshalb wird ein einnahmeorientierter bundesweiter Risikostrukturausgleich zwischen allen Krankenkassen und Kassenarten eingeführt, der die Faktoren beitragspflichtige Einnahmen, mitversicherte Familienangehörige sowie alters- und geschlechtsbedingte Belastungsfaktoren der Versicherten umfasst. “ „Dem Risikostrukturausgleich kommt dabei die zentrale Aufgabe einer solidarischen Verteilung der Risikobelastung innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung zu. Die Erlangung von Beitragssatz- und Wettbewerbsvorteilen durch die Selektion günstiger Versichertenrisiken soll damit ausgeschlossen werden. Zugleich soll sichergestellt werden, dass der Beitragssatz Ausdruck der jeweiligen Wirtschaftlichkeit einer Kasse und nicht Ergebnis einer mehr oder weniger erfolgreichen Auswahl risikogünstiger Versichertengruppen ist. “

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Funktion des RSA

2.1 Hintergrund der Einführung des RSA

2.2. Ziele des Risikostrukturausgleiches

2.3. Die Ebenen des Ausgleichverfahrens

2.4. Die Ausgleichsparameter

2.5. Im RSA berücksichtigungsfähige Leistungsausgaben

2.6. Die Technik des Risikostrukturausgleiches

2.6.1. Der Beitragsbedarf

2.6.2. Ausgleichsbedarfssatz

2.6.3. Finanzkraft

2.6.4. Vergleich von Finanzkraft und Beitragsbedarf

2.7. Der Risikopool

3. Die Wirkung des Risikostrukturausgleichs

3.1. Die abstrakte Wirkung der RSA-Zielfunktion

3.2. Grenzen der RSA-Wirkung und seine Strategieanfälligkeit

3.3. Die RSA-Wirkung in der Praxis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion und Wirkungsweise des Risikostrukturausgleichs (RSA) in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland, um zu klären, inwieweit dieses Instrument dazu beiträgt, einen solidarischen Wettbewerb zwischen den Krankenkassen zu gewährleisten und Anreize zur Risikoselektion zu unterbinden.

  • Politische und technische Grundlagen des RSA
  • Berechnungsverfahren von Beitragsbedarf und Finanzkraft
  • Wirkungsmechanismen und Steuerungseffekte des RSA
  • Grenzen des RSA und Strategieanfälligkeit
  • Praktische Auswirkungen auf den Krankenkassenwettbewerb

Auszug aus dem Buch

2.6.1. Der Beitragsbedarf

Der Beitragsbedarf einer Krankenkasse ist die Summe der Produkte ihrer Versicherungszeiten / Versicherungsjahre und den standardisierten Leistungsausgaben. Letztere werden durch das Bundesversicherungsamt als Durchführungsbehörde im Rahmen einer Verhältnisrechnung je Versichertengruppe ermittelt.

Der Beitragsbedarf einer Krankenkasse ist nach Versichertengruppen getrennt zu ermitteln. Versichertengruppen sind nach Alter, Geschlecht und folgenden weiteren Statusmerkmalen getrennt zu bilden:

1. Versicherte, die bei Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Krankengeld, jedoch für mindestens sechs Wochen Anspruch auf Fortzahlung ihres Arbeitsentgelts oder auf Zahlung einer die Versicherungspflicht begründenden Sozialleistung haben, ohne die in Nummer 4 genannten Versicherten,

2. Versicherte, die bei Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Krankengeld, jedoch nicht für mindestens sechs Wochen Anspruch auf Fortzahlung ihres Arbeitsentgelts oder auf Zahlung einer die Versicherungspflicht begründenden Sozialleistung haben, ohne die in Nummer 4 genannten Versicherten,

3. Versicherte, die bei Arbeitsunfähigkeit keinen Anspruch auf Krankengeld haben, ohne die in Nummer 5 genannten Versicherten,

4. die in Nummer 1 und 2 genannten Versicherten, deren Erwerbsfähigkeit nach den §§ 43 und 45 des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch gemindert ist,

5. die in Nummer 3 genannten Versicherten, deren Erwerbsfähigkeit nach den §§ 43 und 45 des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch gemindert ist.

Für Versicherte, die in ein nach § 137g des Fünften Buches Sozialgesetzbuch zugelassenes strukturiertes Behandlungsprogramm für Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2, für Brustkrebs oder für koronare Herzkrankheit eingeschrieben sind, werden für jede dieser Krankheiten und nach den o.g. Statusmerkmalen getrennte Versichertengruppen gebildet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Intensivierung des Wettbewerbs durch das Gesundheitsstrukturgesetz (GSG) und die Notwendigkeit des RSA zur solidarischen Verteilung der Risikobelastung.

2. Die Funktion des RSA: Erläutert den politischen und technischen Kontext des RSA sowie die Berechnungsparameter wie Beitragsbedarf und Finanzkraft.

3. Die Wirkung des Risikostrukturausgleichs: Analysiert die abstrakten Wirkungen, Grenzen und die praktische Umsetzung des RSA in der GKV.

Schlüsselwörter

Risikostrukturausgleich, GKV, Solidarprinzip, Krankenkassen, Wettbewerb, Beitragsbedarf, Finanzkraft, Risikoselektion, Gesundheitsstrukturgesetz, Risikopool, Versicherte, Leistungsausgaben, Krankengeld, Morbi-RSA, Erwerbsminderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Instrument des Risikostrukturausgleichs (RSA) in der gesetzlichen Krankenversicherung und dessen Rolle bei der Sicherung eines fairen, solidarischen Wettbewerbs zwischen den Kassen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die mathematisch-technische Funktionsweise des RSA, die Einordnung in den gesetzlichen Rahmen sowie die Analyse der tatsächlichen Wirkung und auftretender Grenzen des Systems.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu reflektieren, wie der RSA den Einfluss der Versichertenstruktur auf den Beitragssatz eliminiert und ob er die angestrebte Wettbewerbsneutralität bei der Risikoverteilung erreicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und Auswertung gesetzlicher Bestimmungen sowie statistischer Daten zur GKV.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der technischen Berechnung des Beitragsbedarfs und der Finanzkraft sowie die anschließende kritische Auseinandersetzung mit der Wirkungsweise und Strategieanfälligkeit des RSA.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Risikostrukturausgleich, GKV, Wettbewerbsneutralität, Beitragsbedarf, Finanzkraft, Risikoselektion und Morbiditätsorientierung.

Warum spielt der "Beitragsbedarf" für die Krankenkassen eine so zentrale Rolle?

Der Beitragsbedarf ist die entscheidende Größe zur Ermittlung, ob eine Kasse im RSA-Verfahren einen Zahlungsanspruch hat oder eine Zahlungsverpflichtung erfüllen muss, und beeinflusst damit direkt die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit.

Was unterscheidet den Risikopool vom allgemeinen RSA?

Der Risikopool dient der gezielten solidarischen Finanzierung besonderer Risikobelastungen, die im ursprünglichen RSA-Modell nicht hinreichend berücksichtigt wurden, wie beispielsweise bei bestimmten chronischen Erkrankungen oder extrem hohen Einzelausgaben.

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Details

Title
Funktion und Wirkung des Risikostrukturausgleiches in der gesetzlichen Krankenversicherung
College
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel
Course
Finanzierung der Krankenversicherung
Grade
1,3
Author
Dipl. Kfm. (FH) Jens-Holger Otto (Author)
Publication Year
2005
Pages
26
Catalog Number
V42330
ISBN (eBook)
9783638403856
ISBN (Book)
9783638706773
Language
German
Tags
Funktion Wirkung Risikostrukturausgleiches Krankenversicherung Finanzierung Krankenversicherung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Kfm. (FH) Jens-Holger Otto (Author), 2005, Funktion und Wirkung des Risikostrukturausgleiches in der gesetzlichen Krankenversicherung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42330
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