Bürgerschaftliches Engagement und seine Bedeutung für die Zivilgesellschaft


Term Paper, 2016
10 Pages, Grade: 2,3

Excerpt

INHALTSVERZEICHNIS

EINLEITUNG

1. ZIVILGESELLSCHAFT UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT
1.1. Definitionen
1.2. Bereiche des freiwilligen Engagements
1.3. Motivationen und Ziele

2. FREIWILLIGES ENGAGEMENT IN DER AWO FLÜCHTLINGSARBEIT
2.1. Potentielle Freiwillige
2.2. Formen des Engagements und Einsatzbereiche

FAZIT

LITERATURVERZEICHNIS

EINLEITUNG

Freiwilliges Engagement, Selbsthilfe, bürgerschaftliches Engagement, Ehrenamt und Freiwilligenarbeit, sie alle sind identisch und sind ein zentrales Leitbild einer Zivil- und Bürgergesellschaft. Sozialer Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Solidarität sind Grundlage einer aktiven und funktionierenden Gesellschaft. Daher ist die Aktivierung des bürgerschaftlichen Engagements ein zentraler Wert und wesentlicher Bestandteil des aktivierenden Wohlfahrtsstaates und seiner Modernisierungspolitik. Der aktivie- rende Staat versteht sich darin als Initiator und Motivator, ganz nach dem Leitsatz „Fordern und Fördern“, der die Aufgabe hat, die Eigeninitiative seiner BürgerInnen zu aktivieren, bürgerschaftliches Engagement zu fördern, Eigenverantwortlichkeit zu entwickeln und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und sie dadurch zur Hilfe und Selbsthilfe zu ermutigen und zu befähigen (Groner-Weber, 2000).

Im ersten Kapitel wird zunächst die Bedeutung des bürgerschaftlichen Enga- gements für die Zivilgesellschaft sowie für den Staat und die Demokratie erläutert. Im anschließenden Kapitel folgt eine Definition des bürgerschaftlichen Engagements und welche Ziele es verfolgt. Zur weiteren Vertiefung werden im Kapitel 1.2. der Umfang und die Formen des Engagements beschrieben. Aufbauend darauf werden die Motive und Ziele der Engagierten skizziert. Im zweiten Kapitel wird Mithilfe der AWO Flücht- lingshilfe ein konkretes Beispiel für eine Form des bürgerschaftlichen Engagements aufgezeigt. Darin werden die Arbeiterwohlfahrt, potentielle Freiwillige und die Ein- satzbereiche der Engagierten vorgestellt. Abschließend folgt ein Fazit.

1. ZIVILGESELLSCHAFT UND BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT

Engagement und Zivilgesellschaft sind eng miteinander verbunden. Bürgerschaftliche Engagement ist Grundlage für eine Zivil- und Bürgergesellschaft und Voraussetzung für eine Demokratie. Ohne Zivilgesellschaft kein bürgerschaftliches Engagement und ohne bürgerschaftliches Engagement keine Zivilgesellschaft. Engagement ist kenn- zeichnend für den sozialen Wohlfahrtsstaat mit aktivierenden Charakter und ist ein wichtiger Beitrag zum gesellschaftlichen und sozialen Kapital und stärkt das Gemein- schaftsgefühl. Bürgerschaftliches Engagement ist eine Bereicherung für die Gemein- schaft und ihre einzelnen Mitglieder. Es stärkt die gesellschaftliche Solidarität und macht es möglich am öffentlichen Leben teilzuhaben (Arbeiterwohlfahrt (AWO, 2012).

Des Weiteren ist es Aufgabe des aktivierenden Sozialstaates, Hindernisse zu beseitigen und sinnvolle Strukturen und konstruktive Handlungsmöglichkeiten für die aktiven BürgerInnen zu schaffen um das Potential der Freiwilligenarbeit zu entfal- ten und zu steigern Ferner können Förderprogramme und -strategien gezielt einge- setzt werden um bürgerschaftliches Engagement zu aktivieren (Bußmann & Stöbe- Böossey, 2003).

1.1. Definition

Gesicke, Picot und Geiss definieren Bürgerschaftliches Engagement als „freiwillig, nicht auf materiellen Gewinn gerichtet, gemeinwohlorientiert, öffentlich bzw. findet im öffentlichen Raum statt und wird in der Regel gemeinschaftlich bzw. kooperativ ausgeübt“ (Gesicke, Picot, Geiss, 2005).

Bürgerschaftliches Engagement wird auch als Ehrenamt, Freiwilliges Engagement, Selbsthilfe verstanden und bietet Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen eine zusätzliche Hilfestellung zur Lebensbewältigung und Verbesserung der Lebensquali- tät. Wer sich freiwillig engagiert, übernimmt Verantwortung für sein eigenes Handeln und leistet einen wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft. Aufgabe und Grundlage der Demokratie ist es, diese Eigenverantwortung zu fördern und zu bestärken (AWO, 2012).

Bürgerschaftliches Engagement ist keine soziale Pflicht, es ist vielmehr ein Ausdruck der persönlichen Entfaltung und ein Bedürfnis nach Gemeinschaft und Zu- gehörigkeit. Weiterhin bedeutet Bürgerschaftliches Engagement öffentliche Teilhabe und bürgerliches Mitbestimmungsrecht bei kommunalen Entscheidungen. Es ist ein wichtiger Beitrag zur Unterstützung der Sozialen Arbeit und braucht daher gute Rahmenbedingungen und attraktive Förderungsmaßnahmen (AWO, 2012).

1.2. Bereiche des freiwilligen Engagements

Aus den Ergebnissen des Freiwilligensurveys von 1999 und 2004 geht hervor, dass der Einsatz des Engagements im Bereich „Sport und Bewegung“ am größten ist hierzu zählen insbesondere Vereinsaktivitäten, gefolgt von den Bereichen „Schule und Kindergarten“ sowie „Kirche und Religion“ (Gensicke, Picot & Geiss, 2005).

Ebenso konnte im sozialen Bereich in der Jugend- und Bildungsarbeit ein starker Zuwachs beobachtet werden. Junge Freiwillige engagierten sich vermehrt selbst in der Jugendarbeit, ebenso im Bereich „Schule und Kindergarten“, wo alle Altersgruppen verstärkt vertreten waren. Im sozialen Bereich waren vermehrt Menschen im Alter von über 60 Jahre engagiert (Gesicke, Picot & Geiss, 2005).

1.3. Motivationen und Ziele

Die Bereitschaft sich ehrenamtlich zu engagieren und zu helfen hängt maßgeblich von der Motivationslage der Gesellschaft und ihren einzelnen Mitgliedern ab. Nicht jeder Freiwillige engagiert sich aus denselben Gründen und verfolgt damit dieselben Absichten. Die Motive sind vielfältig und haben unterschiedliche Schwerpunkte und Akzente. Engagement hat für jeden Freiwilligen eine ganz individuelle Bedeutung und dient einem ganz persönlichen Zweck.

Die Struktur und das Verständnis des heutigen Ehrenamts sind andere als da- mals. Wo früher ehrenamtliches Engagement mit einer dauerhaften Beschäftigung und dem Gefühl der Aufopferung verbunden war, geht der Trend immer mehr zu zeit- lich begrenzten und projektbezogenen Tätigkeitsformen. Es ist keine Frage und Form der Aufopferung mehr, im Gegenteil viele Freiwillige profitieren neben dem Helfen von dem sozialen Kapital für die Erfüllung der eigenen Werte und Bedürfnisse. Dabei ergibt sich die Motivation aus den eigenen gegenwärtigen Lebensumständen und den persönlichen Ressourcen, die die Bereitschaft zum Engagement positiv begünstigen (Bußmann, Stöbe-Blossey, 2003, S. 128).

Allgemeine Motive sind nicht mehr selbstlos, sondern vielmehr selbstbezogen und orientieren sich an den eignen und individuellen Interessen. Viele freiwillig Engagierte haben das Bedürfnis nach „sozialen Kontakten, Kommunikation, Geselligkeit und Freizeitgestaltung (…) (Bußmann, Stöbe- Blossey, 2003, S. 128). Folglich ergibt sich eine Umstrukturierung des Engagements, weg von der dauerhaften Konstitution und zu einem zeitlich limitierten Zeitraum hin, wie etwa der Einsatz in Projekten, Maßnahmen und Förderungsprogrammen.

Die Ergebnisse der empirischen Studien zu Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerschaftlichen Engagement in Deutschland von 1999-2004 von Thomas Gensicke, Sibylle Picot und Sabine Geiss, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), 2005) gefördert und herausgegeben wurden, repräsentieren neben den quantitativen Zahlen und Tendenzen für Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerschaftliches Engagement auch die Motive der Engagierten.

Darin wurden vier Kategorien für die Motive für das freiwillige Engagement vorgeschlagen und konnten mit den Aussagen „voll und ganz“, „teilweise“ und „über- haupt nicht“ bestätigt werden. Die erste Kategorie zielt dabei auf die aktive Mitgestal- tung der Gesellschaft, dabei gaben 66% aller Befragten ab 14 Jahren an, dass sie ge- staltend motiviert und engagiert sind. Rund 29% empfanden ihre Motivation teilwei- se als mitwirkend. Die zweite Kategorie beinhaltete den Wunsch und die nach sozia- len Kontakten zu anderen Menschen durch das freiwillige Engagement. 60 % aller Freiwilligen bestätigten diesen Wunsch nach Geselligkeit und 35% stimmten dem „teilweise“ zu. In der folgenden Kategorie empfanden 44% der Engagierten ihr Enga- gement „voll und ganz“ und 40% „teilweise“ als soziale Pflicht, die erfüllt werden muss. Abschließend wurde in der vierten Motivkategorie das Verständnis des Enga- gements der Freiwilligen erfragt und ob ihr Engagement politisch orientiert sowie motiviert ist. 21% aller Engagierten verstanden ihr Engagement „voll und ganz“ und 27% „teilweise“ als politisch interessiert (Gensicke, Picot, Geiss, 2005).

Bedürfnis nach Gemeinschaft und aktive Mitgestaltung der Gesellschaft stark vertreten und sind die zentralen Motive, sich freiwillig zu engagieren. Balance zwi- schen sozialer Verpflichtung und individueller Entfaltung. Im folgenden Kapitel wird am Beispiel der AWO Flüchtlingshilfe eine Form des bürgerschaftlichen Engagements beschrieben.

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Details

Title
Bürgerschaftliches Engagement und seine Bedeutung für die Zivilgesellschaft
College
University of Applied Sciences Düsseldorf
Course
Armut hat viele Gesichter
Grade
2,3
Author
Year
2016
Pages
10
Catalog Number
V423518
ISBN (eBook)
9783668692602
ISBN (Book)
9783668692619
File size
430 KB
Language
German
Tags
Bürgerschaftliches Engagement, Zivilgesellschaft, Aktivierender Staat, Aktivierungspolitik, AWO, Flüchtlingshilfe, Ehrenamt, Freiwilliges Engagement
Quote paper
Natalie Alber (Author), 2016, Bürgerschaftliches Engagement und seine Bedeutung für die Zivilgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423518

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