Der rational Standort oder Transportminimalkostenpunkt Webers
Der deutsche Wirtschaftwissenschaftler Alfred Weber veröffentlichte 1909 sein Werk „Über den Standort der Industrien.“ Er beschäftigt sich, wie der Titel schon sagt mit dem Thema der Standortfragen in Deutschland. Weber versuchte die Frage zu klären, was die Industriebetriebe zum Standortwechsel bewegte und er suchte nach allgemeinen Faktoren, welche die Standorte bestimmen. Die Ursache für die Standorte sah er in zwei ineinander greifenden Kräften: primäre Ursachen (regionale Faktoren: Transportkosten, Arbeitskräfte) und in sekundären Ursachen (agglomerierende und deagglomerierende Faktoren). Vorraussetzung für sein Modell sind, dass die Rohstoffstandorte, Absatzmöglichkeiten und die räumliche Verteilung der Arbeitskräfte bekannt sind und es keine Transportkostenunterschiede gibt. Weiterhin die Arbeitskräfte an den Standort gebunden und in unbegrenzter Anzahl vorhanden sind. Es sich bei dem Gebiet um ein wirtschaftlich, politisches, kulturelles homogenes Areal handelt und das vollkommende Konkurrenz herrscht, d.h. es ergeben sich bei rationalem Verhalten der Akteure ausgeglichene Preise. Für seine Theorie beachtet er nur zwei Standortfaktoren und zwar Transportkosten und die Materialpreise. Die Transportkosten bestimmen sich nach dem Gewicht der Rohstoffe, die gebraucht werden und dem Gewicht des Endprodukts, das zum Markt gebracht wird. Außerdem von den Distanzen über die die Rohstoffe und das Endprodukt befördert werden müssen. Daraus leitet er den Kostenindex des Tonnenkilometers (Tonne x Kilometer) ab. Der Punkt, wo das Gesamt-Tonnenkilometer- Aufkommen am niedrigsten ist, also wo die Transportkostenbelastung am geringsten, wird als „tonnenkilometrischer Minimalpkt.“ bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
1. Begriffe / Glossar
2. Darstellung von zwei Wirtschaftstheorien
2.1. Der rational Standort oder Transportminimalkostenpunkt Webers
2.2. Die Theorie der langen Wellen
2.3. Literatur
3. Ergebnisprotokoll des Seminars vom 11.12.2003
3.1 Vortrag: The „Celtic Tiger“ – Die Entwicklung der High-Tech-Industrie in Irland
3.2 Vortrag: Internationalisierung und High-Tech-Entwicklung in Deutschland – Das Beispiel Bayern
4. Schriftliche Fassung Referat: „Bangalore – Aufstieg einer Technologieregion in Indien im Zeitalter der Globalisierung“
4.1. Einleitung
4.2. Indiens Wirtschaftspolitik im Zeitalter der Globalisierung
4.2.1. Phase der self reliance
4.2.2. Liberalisierung
4.2.3. Fragmentierende Entwicklung
4.2.4. Auswirkungen auf internationaler Ebene
4.3. Das Beispiel Bangalore – Aufstieg einer Technologieregion
4.4. Fazit
4.5. Literatur
5. Anhang
Zielsetzung und Themen
Das Werk analysiert theoretische wirtschaftsgeographische Grundlagen sowie deren praktische Anwendung anhand von Fallbeispielen. Das Hauptziel ist die Untersuchung der Auswirkungen der Globalisierung auf regionale Entwicklungsprozesse, insbesondere im Kontext von High-Tech-Standorten in Irland, Bayern und Indien.
- Grundlegende Wirtschaftstheorien (Weber, Kondratieff)
- High-Tech-Industrieentwicklung in Irland
- Internationalisierung und Standortfaktoren in Bayern
- Wirtschaftspolitik und Globalisierung in Indien
- Fragmentierende Entwicklung am Beispiel Bangalore
Auszug aus dem Buch
3. Das Beispiel Bangalore – Aufstieg einer Technologieregion
Bangalore ist die Hauptstadt des Bundesstaates Karnataka und ist mit 5,7 Millionen Einwohner die fünftgrößte Metropole des Landes. Die Metropole im Süden Indiens gilt als Sinnbild dafür, dass die Länder des Südens von der Globalisierung profitieren können. Doch mit der Einbindung Bangalores in die globalisierte Weltwirtschaft gehen auch tief greifende Restrukturierungen des gesellschaftlichen Raumes, eine extreme sozioökonomische Polarisierung und eine weitere Verschärfung der Armut einher.
Der Grundstein für den Aufstieg Bangalores wurde schon während der Kolonialzeit bzw. kurz nach der Unabhängigkeit Indiens gelegt; in erster Linie durch die Ansiedlung technologieorientierter Staatsbetriebe (z.B. im Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik) und durch den Ausbau von Bildungseinrichtungen und Forschungsinstitute. Durch das bereits vorhandene technologische Potential und die große Zahl an ausgebildeten, kostengünstigen Arbeitskräften entwickelte sich Bangalore zu einem Konzentrationsraum besonderer Kompetenz. Dieses Potential regte Mitte der 1980er Jahre ausländische Computerfirmen zu Investitionen an (z.B. IBM, Texas Instruments, Hewlett-Packard). Durch die zunehmende Liberalisierung und der verstärkten Öffnung Indiens zum Weltmarkt kam es in den 1990er Jahre zu einem verstärkten Zuzug ausländischer Firmen. Neben staatlichen Reglementierungen und Sonderkonditionen für die Investoren waren es vor allem die Standortfaktoren Bangalores: qualifizierte englischsprachige Arbeitskräfte, vorhandene Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, Hochschulen, sowie die noch gute Lebensqualität Bangalores und ihre bereits vorzeigbaren Erfolge im High-Tech-Bereich machten die Stadt für In- und Ausländer attraktiv. Durch die Ansiedlung von großen internationalen Unternehmen gelang es, zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten auf dem internationalen IT-Markt zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriffe / Glossar: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe der Wirtschaftsgeographie zur besseren Einordnung der folgenden Analysen.
2. Darstellung von zwei Wirtschaftstheorien: Es werden die Standorttheorie von Alfred Weber und die Theorie der langen Wellen nach Kondratieff als theoretisches Fundament erläutert.
3. Ergebnisprotokoll des Seminars vom 11.12.2003: Hier werden die Entwicklungen der High-Tech-Industrien in Irland und Bayern im Hinblick auf Standortvorteile und Internationalisierung protokolliert.
4. Schriftliche Fassung Referat: „Bangalore – Aufstieg einer Technologieregion in Indien im Zeitalter der Globalisierung“: Dieses Kapitel untersucht detailliert die indische Wirtschaftspolitik sowie den ambivalenten Aufstieg Bangalores als global vernetzte Technologieregion.
5. Anhang: Der Anhang bietet ergänzende Informationen.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsgeographie, Globalisierung, Standortfaktoren, High-Tech-Industrie, Bangalore, Irland, Bayern, Indien, Liberalisierung, Fragmentierende Entwicklung, Kondratieff-Zyklen, Alfred Weber, Wirtschaftsentwicklung, IT-Sektor, Technologieregion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Globalisierungsprozessen und regionaler wirtschaftlicher Entwicklung anhand theoretischer Konzepte und konkreter Fallstudien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen Standorttheorien, industrielle Transformationen, regionale Wirtschaftsförderung sowie die Auswirkungen globaler Marktöffnung auf lokale Gesellschaftsstrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Regionen auf die Anforderungen der Globalisierung reagieren und welche sozialen und ökonomischen Konsequenzen dies mit sich bringt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf der theoretischen Aufarbeitung bekannter Wirtschaftsmodelle sowie der deskriptiven Analyse von Fallbeispielen unter Nutzung aktueller Wirtschaftsdaten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung und spezifische Analysen der High-Tech-Standorte Irland, Bayern sowie der indischen Metropole Bangalore.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind vor allem Standortvorteile, Strukturwandel, Fragmentierung, Wettbewerbsfähigkeit und Technologieregion.
Wie hat sich die Politik in Indien verändert?
Indien wandelte sich ab 1991 von einer protektionistischen Politik der „self reliance“ hin zu einer marktwirtschaftlichen Öffnung und Liberalisierung.
Welche negativen Folgen werden für Bangalore beschrieben?
Trotz des Erfolgs im IT-Sektor sind eine zunehmende sozioökonomische Polarisierung, Armut in Slums sowie eine Überlastung der städtischen Infrastruktur zentrale Schattenseiten.
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- Robert Nemitz (Author), 2004, Wirtschaft- und Industriegeographie: Bangalore - Aufstieg einer Technologieregion in Indien im Zeitalter der Globalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42355