Haben informelle Lernprozesse in heterogenen Arbeitsgruppen einen höheren Stellenwert und welche hinderlichen und förderlichen Faktoren gilt es zu berücksichtigen?
Durch die Globalisierung und den demografischen Wandel, denaturieren sich die Arbeitswelten für Arbeitnehmer¹ in Betrieben und Institutionen permanent. Infolgedessen stellt dieser Wandel, mit der Vielfalt und Verschiedenartigkeit von Personengruppen, die Verantwortlichen im Management vor große Herausforderungen. Die Arbeitsgruppen unterscheiden sich nicht nur im Alter, Geschlecht oder Nationalität, sondern auch in ihrem Wissen und ihren Erfahrungen. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit halten zu können, setzen viele Unternehmen auf die Ausbildung von Nachwuchskräften und auf eine kontinuierliche Unterstützung der beruflichen Kompetenzentwicklung ihrer Beschäftigten. Dasselbe gilt für Institutionen, die eine ausgezeichnete Dienstleistung hervorbringen wollen. In diesem Kontext zeigen empirische Studien auf, dass ein hoher Prozentsatz der beruflichen Handlungskompetenz einer betrieblichen Fachkraft, auf informellen Lernprozessen begründet ist. Formelle Lernprozesse zur beruflichen Kompetenzentwicklung würden die Diversität der Arbeitsgruppen mit ihren unterschiedlichen Wissenserfahrungen nicht berücksichtigen, des Weiteren seien sie im temporären Business des 21. Jahrhunderts zu langsam.
Einführend wird zunächst der Kompetenzbegriff und seine Entwicklung erklärt, bevor das formelle und informelle Lernen beleuchtet wird um dann anschließend heterogene Gruppen in Arbeitsverhältnissen zu explizieren. Nachfolgend werden geeignete Lerntheorien, das situierte- und das kooperative Lernen, aufgezeigt. Mithilfe des Fallbeispiels, „Lernen in der Arbeit – Weiterbildung im Haus Aja Textor – Goethe (ATG) kommt es zu ersten Erkenntnissen wie dem informellen Lernen durch betriebliche Maßnahmen, mehr Raum gegeben werden kann. Auf Grundlage des Vorhergehenden und im Kontext der Frage, ob informelle Lernprozesse in heterogenen Arbeitsgruppen einen höheren Stellenwert haben, sollen nun die hinderlichen und förderlichen Faktoren diskutiert und eruiert werden. Abschließend werden im Fazit die Ergebnisse zusammenfassend dargestellt sowie die Forschungsfrage beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begriffe und ihre Deskription
- Kompetenz und Kompetenzentwicklung
- Formelles und Informelles Lernen
- Heterogene Gruppen im Beruf
- Lernkonzepte und Lernmethoden
- Situiertes Lernen
- Kooperatives Lernen
- Fallbeispiel: Haus Aja Textor-Goethe (ATG)
- Die Institution
- Rahmenbedingungen
- Lernen und Weiterbildungsbeteiligung in der Arbeit
- Diskussion der Forschungsfrage
- Hinderliche Faktoren
- Förderliche Faktoren
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Rolle des informellen Lernens in heterogenen Arbeitsgruppen und analysiert, inwiefern es zur Entwicklung beruflicher Handlungskompetenzen beiträgt.
- Der Kompetenzbegriff und seine Entwicklung
- Formelle und informelle Lernprozesse
- Heterogene Arbeitsgruppen und ihre Besonderheiten
- Situiertes und kooperatives Lernen als Lernkonzepte
- Hinderliche und förderliche Faktoren für informelles Lernen in heterogenen Arbeitsgruppen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der beruflichen Handlungskompetenzentwicklung in heterogenen Arbeitsgruppen ein und stellt die Forschungsfrage nach der Relevanz informeller Lernprozesse in diesem Kontext.
Kapitel 2 befasst sich mit der Definition von Kompetenz und Kompetenzentwicklung, unterscheidet zwischen formellem und informellem Lernen und beleuchtet die Besonderheiten heterogener Arbeitsgruppen.
Kapitel 3 präsentiert zwei relevante Lerntheorien: Situiertes Lernen und Kooperatives Lernen.
Kapitel 4 beschreibt das Fallbeispiel des Hauses Aja Textor-Goethe (ATG) und gibt erste Einblicke in die Rolle informellen Lernens in der Praxis.
Kapitel 5 analysiert die hinderlichen und förderlichen Faktoren für informelles Lernen in heterogenen Arbeitsgruppen.
Schlüsselwörter
Berufliche Handlungskompetenz, informelles Lernen, heterogene Arbeitsgruppen, situiertes Lernen, kooperatives Lernen, Kompetenzentwicklung, Diversität, Wettbewerbsfähigkeit, Handlungsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen formellem und informellem Lernen?
Formelles Lernen findet in organisierten Kontexten wie Schulen oder Seminaren statt. Informelles Lernen geschieht außerhalb dieser Strukturen direkt am Arbeitsplatz durch Erfahrung und Austausch.
Warum ist informelles Lernen in heterogenen Gruppen wichtig?
In heterogenen Gruppen (unterschiedliches Alter, Wissen, Nationalität) ermöglicht informelles Lernen den Austausch vielfältiger Erfahrungen, was die berufliche Handlungskompetenz oft effektiver steigert als standardisierte Schulungen.
Welche Faktoren fördern informelles Lernen im Betrieb?
Förderlich sind eine offene Kommunikationskultur, kooperative Lernformen, Zeit für Austausch und eine positive Fehlerkultur innerhalb der Arbeitsgruppe.
Was versteht man unter "situiertem Lernen"?
Situiertes Lernen ist ein Konzept, bei dem Lernen als Prozess verstanden wird, der untrennbar mit dem Kontext (der Situation) verbunden ist, in dem das Wissen angewendet wird.
Welche Rolle spielt die Globalisierung für die Kompetenzentwicklung?
Die Globalisierung führt zu einer permanenten Veränderung der Arbeitswelt und erfordert von Unternehmen, die Diversität ihrer Belegschaft als Ressource für kontinuierliche Weiterbildung zu nutzen.
- Quote paper
- Rita Favata (Author), 2018, Entwicklung beruflicher Handlungskompetenzen in heterogenen Arbeitsgruppen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423563