Dieser ausführliche Unterrichtsentwurf wurde zu einer Deutschstunde in einer 2. Klasse geschrieben. Das Thema der Stunde waren Schreibprozesse.
In der Klasse 2b, der Grundschule, sind 15 Kinder. Davon sind lediglich fünf Kinder Jungen. Auf Grund des Mädchenüberhanges handelt es sich bei der Klasse 2b um eine sehr ruhige, liebe und motivierte Klasse. Lediglich eines der Kinder besitzt einen Migrationshintergrund, weshalb es im Fach Deutsch, im Vergleich zu ihren Klassenkameraden, Probleme aufweist. Sch.1 ist sehr viel langsamer als ihre Klassenkameraden und hat große Probleme Wörter korrekt zu verschriften. Sie besucht die zweite Klasse nun zum zweiten Mal, hat jedoch immer noch Probleme damit, Wörter lautgetreu zu verschriften. Häufig verfällt sie in eine skelettartige Schreibung zurück.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsanalyse
1.1 Soziokulturelle Voraussetzungen
1.2 Fachliche Voraussetzungen und Entwicklungsstand der SuS
1.3 Methodische Voraussetzungen
1.4 Institutionelle Voraussetzungen
2. Sachanalyse
2.1 Sachstruktur
2.2 Verschiedene Möglichkeiten von Schreibanlässen
2.3 Was für diese Stunde wichtig/unwichtig ist
3. Didaktische Analyse
3.1 Bedeutung für die Lebenswelt der SuS
3.2 Bildungsplanbezug
3.3 Auswahl und Begründung des Unterrichtsthemas
3.4 Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit
3.5 Unterrichtsziele
3.6 Differenzierung
4. Methodische Analyse
4.1 Motivierender Einstieg
4.2 Erarbeitungsphase
4.3 Arbeitsphase
4.4 Vertiefungsphase
4.5 Abschluss
5. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient als ausführlicher Unterrichtsentwurf für eine Deutschstunde in einer zweiten Klasse zum Thema Schreibprozesse. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler an das eigenständige Verfassen von Texten heranzuführen, ihre Kreativität zu fördern und ihnen die Freude am Schreiben als Ausdruck ihrer Persönlichkeit zu vermitteln, wobei insbesondere die Bedeutung des Schreibprozesses und die Differenzierung innerhalb der Klasse im Fokus stehen.
- Soziokulturelle und fachliche Voraussetzungen der Klasse 2b
- Theoretische Grundlagen und Sachanalyse zu Schreibprozessen
- Didaktische Begründung und Bildungsplanbezug der Unterrichtseinheit
- Differenzierungsmaßnahmen und Einsatz von Hilfsmitteln
- Methodische Gestaltung der einzelnen Unterrichtsphasen
Auszug aus dem Buch
2. Sachanalyse
Der Begriff Schrift beschreibt die Aussagekraft von Zeichen, welche es ermöglichen Informationen zu vermitteln und aufzubewahren (vgl. Das aktuelle wissen.de Lexikon Band 19 2004, 295). Gerade diese Bedeutung gilt es den SuS zu vermitteln. Die Kinder müssen verstehen, dass Schrift nicht einfach eine beliebige Aneinanderreihung von willkürlichen Zeichen ist, sondern dass diese Zeichen Bedeutung tragen und mit ihrer Hilfe kommuniziert werden kann. Damit die SuS dieses Verständnis erlangen, helfen Schreibprozesse. Durch sie bemerken Kinder, dass sie beim Schreiben von Geschichten Dinge erzeugen, die von Bedeutung und, weil festgeschrieben, für jedermann zugänglich sind. Geschichten sind schriftsprachliche Einheiten, die gelesen werden müssen, um deren Inhalt zu erfassen (vgl. Busch, Stenschke 2008, 229). Diese Tatsache honoriert die Leistung der SuS wiederum, weil keine Geschichte umsonst geschrieben wurde, sondern für Leser gemacht ist, die Interesse am Inhalt der Sache haben. Die SuS müssen begreifen, dass durch Geschichten Bedeutungen übermittelt werden. Die Schrift ist das Werkzeug, mit welchem die Kinder alles, was gesagt werden kann, aufschreiben können. Hierzu müssen die SuS zunächst die Einsicht gewinnen, dass die Schrift ein Instrument darstellt, welches mit Hilfe von Zeichen und Buchstaben etwas auszusagen erlaubt (vgl. Linke, Nussbaumer, Portmann 2004, 2). Sobald die SuS diese Einsicht gewonnen haben, gilt es Schreibprozesse zu trainieren.
Zunächst ist es wichtig, Texte zu planen. Hierzu muss den SuS Zeit gegeben werden. Außerdem sollten verschiedene Hilfsmittel angeboten werden. Die SuS sollten in erster Linie die Möglichkeit bekommen, sich selbst und ihre Fähigkeiten auszuprobieren (vgl. Bredel 2013, 45). Dieser Grundstein muss in der Grundschule gelegt werden, denn hier geben noch etwa 50% der Erst- und Zweitklässler an, dass sie gerne schreiben. Dabei ist die Begegnung mit Sprache eine der wichtigsten Einflussgrößen (vgl. ebd. 200f.).
Es muss den SuS also Raum gegeben werden, Erfahrungen zu sammeln – auf ihre ganz eigene Weise. Damit ist gemeint, dass kein Kind gleich ist. Ebenso verhält es sich mit den unterschiedlichen Schreibstilen, die die SuS nach und nach entwickeln werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedingungsanalyse: Analyse der soziokulturellen Gegebenheiten, des Leistungsstandes der Kinder sowie der methodischen und institutionellen Voraussetzungen der Klasse 2b.
2. Sachanalyse: Erläuterung der Bedeutung von Schrift als Kommunikationsinstrument und Darstellung verschiedener Schreibanlässe sowie der methodischen Gewichtung für die Unterrichtsstunde.
3. Didaktische Analyse: Begründung der Relevanz des Themas für die Lebenswelt der Kinder, Einordnung in den Bildungsplan sowie Darstellung der Unterrichtsziele und Differenzierungsansätze.
4. Methodische Analyse: Konkrete Planung der einzelnen Unterrichtsphasen vom motivierenden Einstieg bis zum reflektierten Abschluss.
5. Reflexion: Nachbetrachtung der Unterrichtsstunde mit Hinweisen auf gelungene Aspekte sowie Verbesserungspotenziale im Verlauf der Stunde.
Schlüsselwörter
Schreibprozesse, Deutschunterricht, Grundschule, Schreibanlässe, Textproduktion, Differenzierung, Schreibmotivation, Kreativität, Unterrichtsentwurf, Mind-map, Schreibkompetenz, Schülerausdruck, Textüberarbeitung, Förderung, Lernfreude
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen ausführlichen Unterrichtsentwurf für den Deutschunterricht in einer zweiten Klasse dar, dessen zentrales Thema das Erlernen und Fördern von Schreibprozessen ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Analyse der Lernvoraussetzungen, die theoretische Fundierung von Schrift und Schreibanlässen sowie die didaktische und methodische Gestaltung einer konkreten Unterrichtseinheit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Schülern Freude am Schreiben zu vermitteln, sie zu motivieren, eigene Texte zu verfassen und sie in ihren individuellen Schreibprozessen durch angemessene Differenzierung zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen pädagogisch-didaktischen Entwurf, der auf schulpraktischen Beobachtungen und der Anwendung bildungsplanrelevanter Kompetenzen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungs-, Sach-, didaktische und methodische Analyse, die den gesamten Planungsprozess einer Unterrichtsstunde zum Thema Schreibprozesse abbilden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Schreibprozesse, Grundschule, Schreibanlässe, Textproduktion, Differenzierung und Schreibmotivation.
Wie werden die unterschiedlichen Leistungsstände der Kinder berücksichtigt?
Die Differenzierung erfolgt primär durch den Einsatz gestufter Mind-maps, die den Schülern je nach Kompetenzgrad unterschiedliche Hilfestellungen bei der Ideensammlung bieten.
Warum ist der Stuhlkreis als methodisches Element so prominent vertreten?
Der Stuhlkreis wird gewählt, weil er die Aufmerksamkeit bündelt, eine gemeinschaftliche Atmosphäre schafft und sich besonders für den Austausch über Geschichten eignet.
Welchen Stellenwert nimmt die Fehlerkorrektur ein?
In der betrachteten Unterrichtsstunde ist die orthografische Korrektheit zweitrangig; der Fokus liegt auf der Freude am Schreiben und dem eigenständigen Ausdruck, wobei Korrekturen erst im zweiten Schritt thematisiert werden.
Wie wird der Erfolg der Stunde reflektiert?
Die Reflexion bewertet den Verlauf kritisch, wobei sowohl das hohe Engagement der Kinder als auch Schwierigkeiten bei der Betreuung aller Schüler während der Arbeitsphase identifiziert werden.
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- Laura Volkmann (Author), 2015, Ausführlicher Unterrichtsentwurf zur Deutschstunde mit dem Thema "Schreibprozesse" (2. Klasse Grundschule), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423590