Dieser Bericht zum Professionalisierungspraktikum beschäftigt sich vor allem mit der Frage, ob es möglich ist, Kinder im Grundschulalter, durch Einsatz von Medien im Religionsunterricht, für die Gottesfrage zu öffnen und so zur Entwicklung eines Gottesbildes beizutragen. Mit Medien sind in diesem Kontext nicht die ohnehin verwendeten Medien im Unterricht gemeint, sondern Medien, die im Religionsunterricht seltener auftauchen. Das Hauptmedium in meinem Professionalisierungspraktikum war vorwiegend das gleichnamige Hörbuch zu dem Buch von Ulrich Hub „An der Arche um Acht“. Zusätzlich wurde in manchen Stunden das Buch als weiteres Medium verwendet.
Ich habe dieses Thema gewählt, da es mich interessiert, ob es möglich ist, Kinder mit Hilfe eines Hörspieles dazu zu bringen, dass bisher Geglaubte in Frage zu stellen, nochmals zu überdenken und eventuell zu verändern. Oder ob es möglich ist, Kindern, die vielleicht noch nie richtig von Gott - abgesehen vom Religionsunterricht - gehört haben, dazu zu verhelfen, Gott zu entdecken, kennen zu lernen und für sich selbst einen Weg zu finden, dieses Thema zu handhaben. Zudem finde ich, dass das Hörspiel An der Arche um Acht schwierige Fragen sehr gut erklärt und Wege aufzeigt, die man selbst den Kindern vielleicht gar nicht anbieten würde und immer verschiedene Identifikationsfiguren anbietet, sodass jeder die Möglichkeit hat, seine Position vertreten zu sehen. In meinen Bericht steige ich zunächst damit ein, dass ich die Klasse mit ihren Voraussetzungen vorstellen werde. Ich denke, dass dies wichtig ist, um anschließend einige Reaktionen der SuS besser nachvollziehen zu können und über die Vorkenntnisse der SuS Bescheid zu wissen.
Im Anschluss daran werde ich exemplarisch Stunden vorstellen, die mir dabei geholfen haben, die Entwicklung der Gottesbilder der SuS beobachten zu können. Da in manchen Stunden auch andere Themen im Vordergrund standen, kann es sein, dass hieraus dann lediglich einzelne Phasen vorgestellt werden. Zum Abschluss werde ich meine Erfahrungen nochmals Revue passieren lassen um in einem Fazit zu schließen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bedingungsanalyse
2.1 Soziokulturelle Voraussetzungen
2.2 Fachliche Voraussetzungen und Entwicklungsstand der SuS
2.3 Methodische Voraussetzungen
2.4 Institutionelle Voraussetzungen
2.5 Freiarbeitsmaterial
3. Die Frage nach dem Gottesbild – Die Unterrichtsstunden
3.1 Einführungsstunde zur Arche Noah
3.2 Ermittlung der Standpunkte
3.3 Probleme und deren Lösungen
3.4 Trotzdem- ein liebender Gott
3.5 Schlüsselstelle: Gott im Koffer
3.6 Abschluss
4. Auswertung der Ergebnisse
4.1 Auswertung im Fließtext
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit der gezielte Einsatz von Medien (insbesondere das Hörspiel "An der Arche um Acht") im Religionsunterricht der Grundschule dazu beitragen kann, Kinder für die Gottesfrage zu sensibilisieren und die Entwicklung sowie Reflexion individueller Gottesbilder zu fördern.
- Einsatz von Medien im Religionsunterricht
- Entwicklung und Reflexion von Gottesbildern
- Perspektivwechsel und Problemlösefähigkeiten
- Theologisieren mit Kindern
- Soziokulturelle und fachliche Bedingungen der Lerngruppe
Auszug aus dem Buch
3.2 Ermittlung der Standpunkte
Die nächste Stunde begann ich wieder mit einem stummen Impuls. Wir hörten den ersten Teil des Hörspiels an und gingen danach zu einem Stimmungsplakat über. Bei diesem hatte ich vier Sätze mit Bezug zum kleinen Pinguin aufgeschrieben, bei denen sich die Klasse nun entscheiden sollte, ob der Pinguin dabei wohl positive oder eher negative Gefühle hatte. Zum einen wollte ich damit erreichen, dass sich die SuS in den Pinguin und damit in die Geschichte hinein versetzen und dadurch noch mehr Bezug dazu gewinnen. Zum anderen wollte ich aber auch herausfinden, ob dabei deutlich wird, was die SuS über Gott denken. Aus diesem Grund werde ich nun das Ergebnis vorstellen.
Die erste Aussage lautete Du hast dich auf den Schmetterling gesetzt. Alle Kinder klebten hier einen blauen Punkt auf das Plakat, was bedeutet, dass der Pinguin wohl negative Gefühle gehabt hat.
Der zweite Satz lautete Ich glaube, Gott gibt es überhaupt nicht.
Hier hatten die SuS dann unterschiedliche Meinungen. Zwar war die Mehrheit der Klasse der Meinung, dass der Pinguin dabei wohl eher negative Gefühle gehabt hat, aber einige der Kinder waren anderer Meinungen. Vier Kinder klebten gelbe Punkte auf das Plakat, was bedeutet, dass der Pinguin dabei positive Gefühle gehabt hat. Ihre Begründungen möchte ich nicht unterschlagen. Ein Junge meinte, dass es dem kleinen Pinguin ja vielleicht Spaß macht gegen seine Freunde zu sein, dass er das ja vielleicht lustig findet oder als eine Art Spiel sieht. Das zweite Kind sagte etwas ähnliches, nämlich, dass der Pinguin doch nur Spaß macht und sich deshalb nicht schlecht fühlt. Ein anderes Kind meinte, dass er ja vielleicht wirklich nicht an Gott glaubt und wieso er sich dann schlecht fühlen sollte, wenn er seine Meinung sagt. Auch das vierte Kind meinte, dass man sich doch nicht schlecht fühlen müsse, wenn man die Wahrheit sagt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Frage, ob der Einsatz von unkonventionellen Medien im Religionsunterricht dazu beitragen kann, die Gottesfrage bei Grundschulkindern zu öffnen.
2. Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die soziokulturellen, fachlichen, methodischen und institutionellen Voraussetzungen der Klasse sowie die zur Differenzierung erstellten Freiarbeitsmaterialien.
3. Die Frage nach dem Gottesbild – Die Unterrichtsstunden: Hier werden exemplarisch Unterrichtsphasen vorgestellt, die anhand des Hörspiels "An der Arche um Acht" den Perspektivwechsel und die Auseinandersetzung mit Gottesvorstellungen fördern.
4. Auswertung der Ergebnisse: Anhand von Fragebögen werden die individuellen Entwicklungen der Schülerinnen und Schüler analysiert und im Hinblick auf Veränderungen der Gottesbilder betrachtet.
5. Schluss: Der Verfasser reflektiert den gesamten Praktikumsverlauf, die Herausforderungen der Projektplanung sowie die gewonnenen Erkenntnisse aus der Arbeit mit der Klasse.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Grundschule, Gottesbild, Theologisieren mit Kindern, Medien, Arche Noah, Professionalisierungspraktikum, Perspektivwechsel, Didaktik, Grundschulpädagogik, Unterrichtsplanung, SuS, Lernprozess, Werteentwicklung, Reflexion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie durch den Einsatz spezifischer Medien, wie dem Hörspiel "An der Arche um Acht", Kinder im Grundschulalter zur Auseinandersetzung mit der Gottesfrage angeregt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Entwicklung von Gottesbildern bei Kindern, die Rolle von Medien im Religionsunterricht sowie die Bedeutung von Perspektivwechsel und ethischer Reflexion im Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es festzustellen, ob Medien genutzt werden können, um bei Kindern bisher Geglaubtes zu hinterfragen und die Entwicklung oder Festigung eigener Gottesvorstellungen zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin oder der Autor nutzt eine praxisorientierte Beobachtung in einer dritten Grundschulklasse, begleitet durch eine qualitativ-vergleichende Auswertung von Schüler-Fragebögen vor und nach der Unterrichtseinheit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den Rahmenbedingungen der Lerngruppe verschiedene Unterrichtsstunden detailliert beschrieben, in denen durch Rollenspiele, Diskussionsrunden und kreative Aufgaben das Gottesbild der Kinder thematisiert wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Religionspädagogik, Theologisieren mit Kindern, Medienkompetenz und individuelle Entwicklung von Gottesvorstellungen.
Welche Rolle spielt das verwendete Freiarbeitsmaterial?
Das Freiarbeitsmaterial dient der Binnendifferenzierung, um auf die hohe Heterogenität der Klasse einzugehen, Unter- bzw. Überforderung zu vermeiden und den Schülern eine selbstständige Arbeit zu ermöglichen.
Was ist das Ergebnis der Analyse zu den Gottesbildern?
Die Analyse zeigt, dass sich bei vielen Kindern die Einstellung verändert hat oder bestehende Gottesbilder durch die Reflexion gefestigt wurden, auch wenn sich kein grundsätzlich "neues" Gottesbild bei allen entwickelt hat.
- Arbeit zitieren
- Laura Volkmann (Autor:in), 2015, Einsatz von Medien im Religionsunterricht. Gottesfrage und Entwicklung eines Gottesbildes (Grundschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423594