Die Baugeschichte des Augustinerklosters in Erfurt seit dem 17. Jahrhundert


Magisterarbeit, 2007

326 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zur Kirche und zum Kloster der Erfurter Augustiner vom 13. Jahrhundert bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts

2. Das Erfurter Augustinerkloster nach der Säkularisation
2.1 Das Evangelische Ratsgymnasium 1561
2.2 Die Bibliothek des Evangelischen Ministeriums 1646
2.3 Das Evangelische Waisenhaus 1669

3. Das Augustinerkloster im 19. Jahrhundert
3.1 Das Martinsstift 1821
3.2 Der Umbau der Klosteranlage nach den Plänen von Karl Friedrich Schinkel 1841-1846
3.3 Der Umbau der Augustinerkirche für die Zwecke des

4. Rekonstruktionsarbeiten an Kirche und Kloster 1936-1938

5. Die Wiederherstellung der Klosteranlage 1946-1990
5.1 Erfurt im Zweiten Weltkrieg. Die Bombardierung des Augustinerklosters im Februar 1945
5.2 Die erste Wiederaufbau- und Restaurierungsphase 1946-1965
5.3 Die zweite Restaurierungsphase 1979-1990

6. Der Ausbau des Augustinerklosters seit den 1990er Jahren
6.1 Der Ausbau der Klosteranlage zur Tagungs- und Begegnungsstätte 1999-2002
6.2 Zur Wiederherstellung der Waidhäuser und des

7. Zusammenfassung

Quellenverzeichnis
I. Akten
II. Entwürfe/Pläne:
III. Handschriften/Handschriftliche Dokumentationen
IV. Unveröffentlichtes Manuskript

Literaturverzeichnis

Abbildungsnachweis

Bildteil

Einleitung

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, unter Einbeziehung der historischen Hintergründe die Baugeschichte des Erfurter Augustinerklosters[1] seit dem 17. Jahrhundert darzustellen, da bisher eine durchgängige Betrachtung dieser Art fehlt. Dabei wird jedoch auf eine Bearbeitung in gleichmäßiger Dichte verzichtet. Stattdessen gruppiert sich der Inhalt der Arbeit um zwei Schwerpunkte, in denen sich die Beweggründe der Themenwahl widerspiegeln.

Die Motivation zum Verfassen dieser Magisterarbeit begründet sich aus dem Besuch einer Veranstaltung des MDR MUSIKSOMMERS 2005. Das Augustinerkloster war in diesem Jahr Spielstätte innerhalb der Konzertreihe „Lebendige Klöster“. Dieser Titulierung gerecht wurde es aufgrund seiner Nutzung als Begegnungs-, Beherbergungs- und Tagesstätte. Als solche war das Augustinerkloster im bestehenden Baukörper bis 2002 ausgebaut worden. Das Nutzungskonzept sah in diesem Zusammenhang auch den Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Waidhäuser und des Bibliotheksgebäudes vor. Ein dazu entworfenes Modell des Weimarer Architekturbüros „Junk & Reich“, das als Sieger des am 1. November 2003 ausgelobten Wettbewerbs hervorging, war zum Zeitpunkt des Konzertes im neu gestalteten Empfangsbereich im Westflügel ausgestellt. Bei der Betrachtung dessen erwuchs das Interesse daran, nicht nur die Wiederherstellung dieser beiden Gebäude, sondern die der gesamten Klosteranlage in Folge der Bombardierung vom 25. Februar 1945 genauer zu untersuchen. Dabei kam zu Tage, dass nicht das mittelalterliche äußere Erscheinungsbild des Augustinerklosters als Grundlage für die Restaurierung und den Wiederaufbau verwendet wurde, sondern jenes nach den zwischen 1841 und 1846 von Friedrich August Stüler nach Karl Friedrich Schinkels Plänen vorgenommenen Umbauten. Da diese in der bisherigen Forschung nur geringe Beachtung fanden und über kurze Erwähnungen nicht hinausgehen,[2] erwies es sich als erforderlich, diesen bedeutenden Abschnitt in der Baugeschichte des Augustinerklosters erstmals einer genaueren Betrachtung zu unterziehen.

Zu den entscheidenden Quellen der im 19. Jahrhundert erfolgten Umbaumaßnahmen gehören die Grundrisse, Aufrisse, Hauptansichten und Detailzeichnungen Schinkels, Stülers und des Baukondukteurs Stahl, die sich im Original oder in Kopie im Stadtarchiv Erfurt befinden. Darüber hinaus erwiesen sich die im Thüringischen Staatsarchiv Gotha aufbewahrten Akten, „ die Herstellung und den Ausbau der zum ehemaligen Augustiner Kloster jetzigen Martinsstift gehörigen Gebäude betreffend[3], als relevant.

Der Aktentitel verweist auf eine Institution, die seit 1820 in der Klosteranlage untergebracht war. Diese reihte sich ein in eine Gruppe von bildungspolitischen und karitativen Einrichtungen, die nach der Säkularisation die Räumlichkeiten des Augustinerklosters bezogen. Der Einzug des Evangelischen Waisenhauses im Jahr 1669 brachte die erste bauliche Veränderung des zwischen 1277 und 1516 errichteten Augustinerklosters mit sich. Diese bildet den Ausgangspunkt bei der Betrachtung der Baugeschichte seit dem 17. Jahrhundert.

Im Hinblick auf die Neubau-, Umbau-, Restaurations- und Wiederaufbaumaßnahmen seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erwies es sich jedoch als erforderlich, die Geschichte des Augustinerklosters bis zu diesem Zeitpunkt überblicksweise darzulegen. Neben den Erläuterungen zur Geschichte des Bettelordens der Augustiner-Eremiten und zur Entstehung des Klosters, ist insbesondere die Bezugnahme auf Martin Luther und seinen Aufenthalt im Erfurter Konvent relevant. Die Bedeutung des Augustinerklosters als Lutherstätte gilt als auslösender Faktor für die Bewahrung der Klosteranlage. Seit dem 16. Jahrhundert wird „ die Zelle, die Luther zuletzt im Kloster bewohnte, als […] Erinnerungsraum wert gehalten[4]. Als „ Wallfahrtsstätte[5] war sie das Ziel zahlreicher Besucher. Das bezeugt die Tatsache, dass seit 1672 „ eine[…] Büchse für die Besucher der Lutherzelle[6] existierte.[7] Aufgrund des großen Interesses an der Lutherzelle erwuchs das Bestreben, diese Lutherstätte für die Nachwelt zu erhalten. Die Baugeschichte des Augustinerklosters seit dem 17. Jahrhundert zeigt, dass dieser Status ausschlaggebend dafür war, dass diese Klosteranlage eine der am vollständigsten erhaltenen eines Bettelordens darstellt.

Außer der Würdigung als Lutherstätte wird dem Augustinerkloster auch die Anerkennung als Baudenkmal zuteil. In diesem Zusammenhang erwies sich die Beschreibung der mittelalterlichen Klosteranlage als unerlässlich. In der vorliegenden Arbeit findet sich diese jedoch in einer reduzierten Form wieder.[8] Sie soll lediglich zur Verdeutlichung der baugeschichtlichen Entwicklung der Klosteranlage seit dem 17. Jahrhundert dienen. Auf diese Weise treten die Veränderungen stärker hervor, die der Einzug des Evangelischen Waisenhauses, die Umbauten nach Karl Friedrich Schinkels Plänen und jene für die Zwecke des Unionsparlamentes mit sich brachten. Auf der anderen Seite zeigte sich die Beschreibung der mittelalterlichen Klosteranlage als relevant im Hinblick auf die zwischen 1936 und 1938 vorgenommenen Rekonstruktionsarbeiten. Besonders deutlich wird das anhand der Augustinerkirche, deren ursprüngliches inneres Erscheinungsbild im Zuge dessen wiederhergestellt wurde und dergestalt als Orientierung für die Restaurations- und Wiederaufbaumaßnahmen nach der Bombardierung am 25. Februar 1945 fungierte.

Als relevante Quelle für diesen zweiten Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit erwies sich der zu den Restaurations- und Wiederaufbaumaßnahmen zwischen 1957 und 1969 verfasste dreiteilige Bildbericht der bauleitenden Architektin Käthe Menzel-Jordan. Darüber hinaus lieferten auch die sich im Archiv des Thüringischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie in Erfurt befindlichen Akten entscheidende Informationen zur Baugeschichte des Augustinerklosters zwischen 1938 und 2004.

Das Entstehen dieser Magisterarbeit wäre nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung vieler Einzelpersonen und Institutionen, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Mein Dank gilt in erster Linie Prof. Dr. Thomas Topfstedt, der mir in seiner Funktion als Betreuer mit wertvollen Hinweisen zur Seite stand und keine Frage unbeantwortet ließ. Entscheidend war auch die Hilfe, die mir im Augustinerkloster zuteil wurde. Namentlich sind an dieser Stelle Lothar Schmelz und Dr. Michael Ludscheidt zu nennen, die sowohl durch ihr persönliches Engagement als auch in Gestalt ihrer im Jahr 2005 herausgegebenen Publikation[9] maßgeblich am Entstehen der vorliegenden Arbeit beteiligt waren.

Die einleitenden Worte haben bereits verdeutlicht, dass die Gewichtung innerhalb dieser Magisterarbeit ohne die uneingeschränkte Bereitstellung zahlreicher Archivalien nicht hätte erfolgen können. Mein Dank gilt daher ebenfalls dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, dem Stadtarchiv Erfurt, dem Archiv der Predigergemeinde zu Erfurt sowie dem Thüringischen Staatsarchiv Gotha.

1. Zur Kirche und zum Kloster der Erfurter Augustiner vom 13. Jahrhundert bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts

1256 vereinigte Papst Alexander IV. mehrere italienische Eremitenkongregationen auf dem Kapitel in Rom zum Orden der Augustiner-Eremiten.[10] Besiegelt wurde ebenjene „ Magna Unio[11] durch die päpstliche Bulle ‚ Licet ecclesiae catholicae[12] am 4. Mai desselben Jahres.[13] Die Bezeichnung dieses dritten großen Bettelordens rührte von dem Namen des Heiligen her, dessen Lebensweise sich die Mönche zum Vorbild nahmen, jene des Kirchenvaters Augustinus. Gehorsam, Keuschheit und Armut bestimmten demnach das Leben der Augustiner-Eremiten.[14] In ganz Europa errichteten sie ihre Ordensprovinzen.[15] Die deutsche entwickelte sich seit 1260 durch Niederlassungen u. a. in Mainz, Würzburg, Worms und Nürnberg.[16] Die erste Klostergründung im thüringischen Raum erfolgte 1258 in Gotha.[17]

In Folge der am 26. Februar 1266 erteilten Erlaubnis des Erzbischofs Werner von Mainz siedelten sich die Augustiner-Eremiten auch in Erfurt an. Ihr hiesiges Einfinden war an die Bedingung gebunden, geltendes Recht nicht anzutasten sowie ihre „ Sicheln in fremde[n] Ernten[18] nicht unberechtigt einzusetzen.[19]

Das Areal, auf dem sie sich niederließen, ist nicht bekannt. Jedoch kam es seinetwegen zu Auseinandersetzungen mit einigen Bewohnern Erfurts, die 1273 in der Vertreibung der Mönche mündeten.[20] Durch dieses Handeln fiel die Stadt in die Ungnade des Erzbischofs. Die Differenzen konnten jedoch ein Jahr später, am 15. Oktober 1274, beigelegt werden. Am 1. August 1276 erklärte die Stadt Erfurt schließlich, dass sie die Brüder des Augustiner-Eremiten-Ordens wieder aufnehmen würde. Da im Zuge der Vertreibung ihre alte Heimstätte von den Erfurter Konsuln zerstört worden war, stellten diese den Mönchen für ihre Rückkehr ein anderes Gebäude zur Verfügung.[21] Dabei handelte es sich um die 1131 errichtete Pfarrkirche St. Philippi et Jacobi, die als Klosterkirche das erste Glied der zu errichtenden Klosteranlage bilden sollte.[22]

Nach ihrer Rückkehr 1277 begannen die Mönche durch den Erwerb von mehreren angrenzenden Grundstücken in der Pfarrei St. Gotthard und von Besitztümern des Deutschherren-Ordens mit den Vorbereitungen zum Neubau des Klosters.[23] Bezüglich der Finanzierung dieses Vorhabens wurden sie durch die ihnen 1277 und 1278 von den Bischöfen Incelerius von Budina und Berthold von Würzburg verliehenen Ablässe unterstützt.[24] Diese forderten „ die Gläubigen zu reichen Gaben für die Erfurter Augustiner[25] auf. Auch in späteren Jahren erfuhren die Mönche dieses Bettelordens stets Hilfe bei dem Aufbau ihres Klosters. So räumte beispielsweise Papst Clemens V. dem Orden der Augustiner-Eremiten im Jahr 1301 das Privilegium ein, „ von den an dessen Kirchen zu gottesdienstlichen Zwecken geschehenen Vermächtnissen niemandem einen kanonischen Anteil abzugeben[26]. Zudem erhielten die Erfurter Ordensbrüder durch Erzbischof Peter von Mainz 1318 die Erlaubnis, „ in den einzelnen Pfarreien Almosen zu sammeln[27].

Das erste Objekt, das die Mönche in Erfurt erwarben, war die von Bertold Musbach an Friedrich de Kindehusen verpfändete Kurie.[28] Das zu diesem Hof gehörende „ stattliche […] Steinhaus[29] am Schildchen[30] diente den Ordensbrüdern während der Baumaßnahmen als Unterkunft.[31] Im Anschluss daran sollte es die Funktion eines Gästehauses übernehmen.[32]

Nach dem Kauf einer weiteren Kurie und mehrerer Grundstücke im angrenzenden Areal in den Jahren 1277 und 1278 konnten die Augustiner-Eremiten mit dem Aufbau ihres Klosters beginnen. (Abb. 1) Den Anfang bildete der Umbau ihrer Kirche.[33]

Geplant war eine Verlängerung des Gotteshauses nach Westen. Jedoch konnte diese aufgrund der an die erworbene Kurie anschließenden Kapelle der heiligen Anna nicht im vorgesehenen Maße ausgeführt werden. Unter der Bedingung, den Altar dieses dem Deutschherren-Orden gehörenden Bethauses in der Klosterkirche zu errichten, erteilte Papst Honorius IV. den Augustiner-Eremiten im Jahr 1286 die Genehmigung, die Annenkapelle in ihren Besitz zu nehmen. Den Abbruch derselben beantragten die Mönche 1291 mit positivem Ergebnis: Dekan Eckehard des Marienstifts, Dekan Konrad des Severistifts und der Franziskaner Heinrich von Bischopherode gaben diesbezüglich ihr Einverständnis. Nach der am 19. Dezember desselben Jahres erfolgten Bestätigung durch Erzbischof Gerhard von Mainz konnten die Augustiner-Eremiten die Erweiterung ihrer Kirche plangemäß fortführen.[34]

Aufgrund der ihrem Gotteshaus obliegenden „ Aufgabe als Predigtkirche[…] für große Volksmengen[35], war der Anbau im Westen „ als Kirchenschiff für die Besucher aus der Stadt[36] konzipiert. Im Gegensatz dazu sollte die den Aposteln Philippus und Jakobus d. J. geweihte Pfarrkirche den Chor der neuen Klosterkirche bilden.[37]

Die Arbeiten am Langhaus der Kirche waren parallel zum Aufbau der Klosteranlage begonnen worden.[38] Als Beweis dafür kann der Einbau des nördlichen Kreuzgangarms in das südliche Seitenschiff angeführt werden. Von der Kirche ausgehend, bauten „ die Mönche […] ihr Kloster um den Kreuzgang herum[39]. Dabei wurden die drei verbleibenden Flügel des Kreuzganges ebenfalls in die um den Kreuzhof gruppierten Konventgebäude – der Ost-, der Westflügel und das Verbindungsgebäude – architektonisch einbezogen. Der genaue Zeitpunkt der Fertigstellung der Konventgebäude ist nicht exakt überliefert. Jedoch kann diese erst nach 1350 erfolgt sein, wie eine am 24. Juli desselben Jahres vom Erfurter Konvent ausgestellte Urkunde beweist. Diese bestätigte den Erhalt einer Spende Heinrich von Friedmars in Höhe von 20 Pfund Erfurter Denare zur Vollendung dieser Gebäude.[40]

Nachdem die Erbauung des Langhauses abgeschlossen war, „ gingen die Brüder daran, den älteren Teil der Kirche zu einem seiner Bestimmung als Chor ganz entsprechenden Raum künstlerisch auszugestalten[41].

Zur Ausführung dieser Arbeiten, aber auch zur Fortsetzung jener an der Klosteranlage wurde den Ordensbrüdern durch Erzbischof Peter von Mainz der Abbruch zweier Kirchen, in Honwenden und Mannestorf gelegen, gestattet. Erstere war den Augustiner-Eremiten 1318 zum Bau der Klosterkirche und der Katharinenkapelle als Schenkung übereignet worden. Ebenfalls zur Errichtung der Kirche und zu jener der Klostergebäude sollten, gemäß der 1320 erteilten Erlaubnis, die Steine „ der wüsten Kirche in Mannestorf[42] verwendet werden. Die Vollendung der Umbaumaßnahmen am Chor, und somit die Fertigstellung der Klosterkirche im Allgemeinen, muss bis 1334 erfolgt sein. Diese Datierung ergibt sich aus der bis zu jenem Jahr dauernden Amtszeit des Bischofs Heinrich von Naumburg, während der er für die nördliche Chorwand ein durch Glasmalerei veredeltes Fenster, das „Augustinusfenster“, stiftete.[43]

Die ebenfalls farbig gestaltete Dreifenstergruppe im Osten des Chors war bereits zwischen 1300 und 1310 entstanden.[44]

Im folgenden Jahrhundert wurden die Baumaßnahmen an der Klosteranlage wieder aufgegriffen. Im Zuge dessen erhielt die Kirche ihren Turm. Nach zwölfjähriger Bauzeit komplettierte dieser 1444[45] das Erscheinungsbild des Gotteshauses. (Abb. 2, 3) Die geostete Klosterkirche präsentierte sich als dreischiffige Staffelhallenkirche mit glatt schließendem, einschiffigem Chor. Im Kircheninneren trennte ein Lettner[46] den Mönchschor vom Laienraum. Der zuletzt genannte Raum wurde im Hallenlanghaus eingerichtet. Spitzbogige Pfeilerarkaden untergliederten diesen zwischen dem Chor und der Westfassade der Kirche gelegenen Bereich in ein Mittel- und zwei Seitenschiffe, wobei das südliche Seitenschiff nur in Form einer Empore Bestandteil des Kircheninnenraums war.[47] Der ebenerdige Bereich bildete, wie bereits erläutert, den nördlichen Arm des Kreuzganges, weshalb die Arkaden unterhalb der Empore später durch eine Mauer verschlossen wurden.[48]

Eine aus Holz gefertigte Spitztonne überwölbte den Chor und das Mittelschiff. Die hölzerne Eindeckung der Seitenschiffe mit Segmentbogentonnen[49] wurde lediglich im nördlichen Seitenschiff unterbrochen. Hier fand vor dessen Ostwand eine um 1450 errichtete Kapelle ihren Platz,[50] die mit der Errichtung des Kirchenturms ein Sterngewölbe erhielt.[51]

Beide Seitenschiffe wurden mit Pultdächern abgeschlossen, während sich über dem Chor und dem Mittelschiff ein durchgehendes Satteldach erstreckte. Eine Kreuzblume bekrönte sowohl den Ost- als auch den Westgiebel des Hauptschiffs.[52]

Die nördliche Dachfläche des Satteldachs und das nördliche Pultdach wurden durch den emporragenden, oktogonalen Kirchturm durchbrochen. (Abb. 4) Sowohl innen als auch außen von einem massiven Pfeiler gestützt,[53] wurde der Turm über der nordwestlichen Ecke des Chors errichtet. Über die Empore des Lettners, die vom Obergeschoss des Ostflügels betretbar war, erfolgte der Zugang zum Inneren des Kirchturms.[54] Sein Äußeres war gekennzeichnet durch zwei umziehende Gesimse, die den Turm in drei Geschosse teilten. Im unteren Geschoss fanden die auf Konsolen stehenden und mit Baldachinen überdachten Figuren der Schutzheiligen Philippus und Jakobus d. J. sowie die der heiligen Katharina ihre Aufstellung. Die beiden Geschosse darüber wurden durch Fialen vertikal gegliedert. Das obere Geschoss war für die Aufnahme des Glockenstuhls[55] vorgesehen. Aus diesem Grund wurde der Turm in diesem Bereich von acht spitzbogigen Schallöffnungen durchbrochen.[56] Die Bekrönung des Kirchturms erfolgte anhand einer mit Fialen besetzten Maßwerkgalerie.[57]

Neben dem Kirchturm wurde auch das im nördlichen Seitenschiff gelegene Hauptportal[58] – ein spitzbogiges, mit Maßwerk bekröntes Doppelportal – durch eine Figur geschmückt. Links neben dem „ über dem Portal rechteckig herumlaufende[n] Gesims[59] gelegen, war auf einer Konsole stehend und von einem Baldachin bekrönt die Figur des heiligen Augustinus angebracht worden.[60]

Der sowohl über dem nördlichen als auch dem südlichen Seitenschiffdach erhöhte Teil des Mittelschiffs konnte aufgrund seiner niedrigen Ausprägung[61] einer Funktion als Obergaden nicht gerecht werden.[62] Daher erfolgte die Belichtung des Kircheninnenraums durch die, die hohen Seitenschiffwände durchbrechenden, dreibahnigen Maßwerkfenster, das vierbahnige Maßwerkfenster in der Westfassade und die Fenster des Chors. In Gestalt einer gestaffelten, lanzettbogenförmigen Dreifenstergruppe, bestehend aus einem drei- und zwei zweibahnigen Maßwerkfenstern, durchbrachen diese die Ostseite des Chors. Darüber hinaus waren weitere zwei- und dreibahnige Maßwerkfenster in dessen Seitenwänden eingebaut worden.

Bereits ein Jahrhundert später wurde das Kircheninnere einer umfassenden Erneuerung unterzogen. Bei den zwischen 1461 und 1463 vorgenommenen Wiederherstellungsarbeiten fand neben der Orgelempore auch der Chor seine Berücksichtigung. Hier wurden der Lettner und die Spitztonne wiederhergestellt.[63] 1482 erfuhr der Kircheninnenraum durch den Einbau einer zweigeschossigen Empore im nördlichen Seitenschiff und einer Kanzel eine weitere Umgestaltung.[64]

Die Erläuterungen zum inneren als auch äußeren Erscheinungsbild der Klosterkirche haben gezeigt, dass „ der Kirchbau […] ganz unter dem Eindruck des monastischen Ideals der Anspruchslosigkeit[65] stand. „ Deutlicher als in der Kirche des Dominikanerordens oder der Franziskaner [offenbarte sich …] in der Architektur der Augustinerkirche das Armutsideal des Ordens[66].

Das Ideal der Bescheidenheit bildete jedoch nicht die Basis für die Ausdehnung der Klosteranlage. Umschlossen von einer Mauer (Abb. 1), erstreckte sich diese im Norden bis zur Augustinerstraße, im Osten bis zur Hoße und im Süden bis zum Schildchen. Im Westen dehnte sie sich bis zum Grundstück des Deutschherren-Ordens, dem Nicolaikirchhof, aus.[67]

Bis zu dem Zeitpunkt der zuletzt erwähnten Umgestaltungen des Kirchen-innenraums, 1482, hatte sich die Klosteranlage ebenfalls weiterentwickelt, ihre endgültige Ausbreitung jedoch noch nicht erreicht. So war an die südliche Chorwand anschließend, die mit einem Pultdach abschließende, zweigeschossige Sakristei errichtet worden.[68] (Abb. 1, 2) Dieser auch als Sommersakristei[69] bezeichnete Bau entstand gleichzeitig mit der Umgestaltung des Chors. Dabei wurde der Eingang in der südlichen Chorwand angelegt.[70] Eine in der Westfassade der Sakristei geschaffene Maueröffnung ermöglichte den Zugang zum Erdgeschoss des zweigeschossigen Ostflügels und damit zur Katharinenkapelle. Südlich an diesen auch als Wintersakristei[71] bezeichneten Raum schloss sich der Kapitelsaal an. Beide Räumlichkeiten waren unmittelbar über den östlichen Kreuzgangarm betretbar.[72] Die mit dem nördlichen Flügel des Kreuzganges begonnene Einbeziehung des angrenzenden Gebäudes, in diesem Fall des südlichen Seitenschiffs der Kirche, wurde demnach fortgeführt. Wie bereits erläutert, war jeder einzelne der Kreuzgangarme in das jeweilige Erdgeschoss der den Kreuzhof umgebenden, zweigeschossigen Gebäude eingebaut worden.[73]

Der über die Länge des Kreuzganges ragende Teil des Ostflügels beherbergte das Calefactorium und das Sommerrefektorium.[74] Über diesen Räumlichkeiten befand sich das Dormitorium. Jener Raum war gekennzeichnet durch einen „ saalartige[n] Mittelgang, an dem zu beiden Seiten die Zellen [der Mönche] lagen[75]. (Abb. 5) Erhellt wurde jener mit einer hölzernen Spitztonne überwölbte Schlafsaal durch eine gestaffelte, spitzbogige Dreifenstergruppe im Südgiebel.[76] Diese Gestaltung war auch für die südliche Fassade des Westflügels gewählt worden, hinter der sich ebenfalls diverse Mönchszellen befanden.[77] (Abb. 1) Auf diese Weise erhielten die Südfassaden beider Flügel einen sakralen Charakter.

Die über die Länge des Kreuzganges reichenden Teile des Ost- und des Westflügels schlossen einen zweiten Hof ein, den Wirtschaftshof. Eine Trennung der beiden im Inneren der Klosteranlage gelegenen Höfe erfolgte durch ein Gebäude, das den West- und Ostflügel miteinander verband. Wie die beiden Flügel wurde auch dieser Zwischenbau zweigeschossig errichtet und schloss mit einem Satteldach ab. (Abb. 1) In dessen erstem Obergeschoss waren ebenfalls Zellen für die Mönche eingerichtet worden.[78]

Im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts erhielt der Wirtschaftshof schließlich seine südliche Begrenzung: 1474 war die Errichtung eines zwischen dem Ost- und Westflügel vorstehenden Quergebäudes, des Priorats, in Angriff genommen worden. Im Erdgeschoss dieses mit einem Walmdach abschließenden Baues wurde das Winterrefektorium eingerichtet.[79] Das Stockwerk darüber diente dem Prior als Wohnstätte.[80] (Abb. 1)

Darüber hinaus errichteten die Ordensbrüder auf einem 1482 erworbenen, am Schildchen gelegenen Grundstück, noch im selben Jahr zwei dreigeschossige, mit Satteldach abschließende Waidhäuser[81]. Auch jenes an das östliche Waidhaus, quer zum Straßenverlauf angebaute Gebäude des neuen Priorats (Abb. 1, 6) ist im selben Jahr ausgeführt worden.[82]

Komplettiert wurde die Klosteranlage schließlich durch das Bibliotheksgebäude, mit dessen Erbauung, aufgrund einer umfangreichen Bücherstiftung,[83] 1502 begonnen wurde. Parallel zu den Waidhäusern errichtet, flankierte dieser zweigeschossige, mit einem Satteldach abschließende Bau im Süden die Nordfront des neuen Priorats. (Abb. 1, 6)

Mit der Fertigstellung des Bibliotheksgebäudes im Jahr 1516 wurde auch die Klosteranlage vollendet. Für das Augustiner-Eremiten-Kloster sollte sich hingegen die Zeit als bedeutend herausstellen, in der sich die Bibliothek noch im Aufbau befand. Am 17. Juli 1505 betrat Martin Luther das Kloster. Ein schweres Gewitter, in das er am 2. Juli desselben Jahres auf seinem Weg von Mansfeld, dem Heimatort seiner Eltern, nach Stotternheim geraten war, hatte den „ frischgebackenen Magister[84] zu diesem Schritt bewogen.[85] Den in seiner Nähe einschlagenden Blitz begriff er als „ Fingerzeig Gottes[86], Mönch zu werden.[87]

Im September 1505 wurde er im Kapitelsaal in den Stand des Novizen aufgenommen. Bis dahin war er im Gästehaus untergebracht.[88] Nun erhielt er in einem der Konventgebäude seine Zelle.[89] Ein Jahr später legte er das Mönchsgelübde ab und wurde damit in den Orden der Augustiner-Eremiten aufgenommen.[90]

Im April 1507 erfolgte im Erfurter Dom seine Weihe zum Priester.[91] Dieses Amt innehabend, reiste er auf Anordnung der Ordensleitung im Oktober 1508 nach Wittenberg,[92] um an der hiesigen Universität für ein Jahr Philosophie zu unterrichten.[93] Im Oktober des Folgejahres kehrte er in das Erfurter Kloster zurück und bezog jene Zelle im Dormitorium, die in der Zukunft als sogenannte „Lutherzelle“ zahlreiche Besucher anziehen sollte.[94] Zwei Jahre später, im August 1511,[95] folgte Luther erneut seiner Berufung durch den Generalvikar Johann von Staupitz an den Wittenberger Konvent und kehrte nicht zurück.[96]

Doch damit war die Beteiligung Luthers an der Geschichte des Klosters der Augustiner-Eremiten in Erfurt noch nicht beendet.

2. Das Erfurter Augustinerkloster nach der Säkularisation

2.1 Das Evangelische Ratsgymnasium 1561

Martin Luthers Anschlag seiner 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Wittenberger Schlosskirche am 31. Oktober 1517[97] und die damit einhergehende Reformation wirkten sich auch auf das Augustinerkloster zu Erfurt aus. Die von Luther gepredigte ‚ Freiheit des Christenmenschen[98] widersprach den Verpflichtungen, an die das Leben im Kloster gebunden war. Seine Forderungen hinsichtlich des Austritts der Konventualen und der Auflösung der Klöster stießen vielerorts auf offene Ohren, auch partikulär auf die der Erfurter Ordensbrüder.[99] Unter den Anhängern Luthers befand sich hier beispielsweise Johannes Lang, der seit 1516 das Amt des Priors innehatte.[100] Zusammen mit einem großen Teil der ortsansässigen Augustiner-Eremiten verließ er 1522 die Kloster-gemeinschaft.[101] Damit folgten sie dem Beispiel der Ordensbrüder in Wittenberg, von denen bereits ein Jahr zuvor 13 aus ihrem Kloster ausgetreten waren.[102]

Die übrigen etwa 30 Erfurter Mönche hielten an den alten Traditionen fest und blieben. Jedoch mussten sie in den kommenden Jahren diverse Veränderungen hinnehmen. So hielt 1525 in der Augustinerkirche der evangelische Glauben Einzug. Ein am 5. Mai des Jahres vom Rat der Stadt gefasster Beschluss bot die Grundlage für die hiesige Verbreitung des Evangeliums.[103]

Dadurch erfuhren die Mönche eine erste Einschränkung ihres Ordenslebens. Der Erfurter Rat billigte zwar den Aufenthalt der Augustiner-Eremiten, ihr Nutzungsrecht wurde jedoch auf die Konventgebäude der Klosteranlage beschränkt. Darüber hinaus war es ihnen nicht gestattet, Novizen aufzunehmen. Einer selbständigen Auflösung des Ordens sollte damit der Weg bereitet werden.[104]

Als am 30. November 1556 mit Prior Johannes Wagner der letzte Mönch des Augustinerklosters zu Erfurt starb[105], nahm die vom Stadtrat angestrebte Säkularisation des Klosters Gestalt an. Die Beschlagnahmung der Gebäude erfolgte unmittelbar.[106]

Dem Ziel, die Anlage des Augustinerklosters in eine staatliche Nutzung zu überführen, wurde jedoch vorerst Einhalt geboten: Der Orden der Augustiner-Eremiten unterband das Vorhaben des Rates der Stadt, indem er Leonhard Willigk aus dem Würzburger Konvent nach Erfurt schickte. Als Nachfolger Johannes Wagners übernahm dieser das Amt des Priors, bis er am 29. Mai 1559 verstarb. Erneut sah der Stadtrat die Verwirklichung seiner Pläne in greifbarer Nähe. Doch auch dieses Mal war ihre Realisierung durch das unmittelbare Handeln des Ordens gefährdet. Zum Erhalt des Erfurter Klosters hatte dieser Pater Alexander Rupp als neuen Prior[107] sowie sechs Brüder entsendet, die – wie auch der verstorbene Prior – dem Würzburger Konvent angehörten. Doch der Rat der Stadt verweigerte ihnen den Eintritt in das hiesige Augustinerkloster und nahm es in seinen Besitz.[108] Er verfolgte schon seit längerem das Ziel, in den Räumlichkeiten der Klosteranlage eine Lehranstalt einzurichten.[109] Hintergrund dieses Handelns bildete auch in diesem Fall die Ausweitung des evangelischen Glaubens. In dieser Institution sollten die Schüler vor allem die lateinische Sprache erlernen, deren Können Voraussetzung für die Aufnahme eines Studiums war. Diesem Gedanken lag die Tatsache zu Grunde,

[…] dass die angehenden Studenten kaum noch über elementare lateinische Sprachkenntnisse verfügten […]. Aufgrund der mangelnden Vorbildung musste ein Rückgang der akademischen Beamten- und Pfarrerausbildung befürchtet werden, wodurch die innere Stabilität des Gemeindewesens bedroht und die Verkündigung des Evangeliums gefährdet gewesen wäre[…]. Die Notwendigkeit einer universitätsvorbereitenden Anstalt stand für den Erfurter Rat deshalb außer Frage.[110]

Nun sollte dieses Vorhaben auch realisiert werden. Das hierfür entscheidende Datum war der 9. Dezember 1561. An diesem Tag eröffnete der Stadtrat sein im Westflügel und im alten Priorat des Klosters eingerichtetes Gymnasium Senatorium.[111] (Abb. 7) Diese Bildungseinrichtung sollte „ den nach höheren Idealen bestrebten Knaben und Jünglingen als segenspendende Nährmutter das geistige Rüstzeug für ihr Leben […] übermitteln[112].

Die Unterrichtung der Schüler begann jedoch nicht unmittelbar nach der Eröffnung, sondern erst am 13. Januar des folgenden Jahres. Die Ursache hierfür lag im Protest des Mainzer Erzbischofs gegen die Einrichtung einer evangelischen Schule. Nachdem in diversen Verhandlungen keine Einigung erzielt werden konnte, setzte sich der Stadtrat über den Einwand hinweg und gab den Unterricht eigenverantwortlich frei.[113]

Die erforderlichen Schulräume wurden im Erdgeschoss des Westflügels und im sogenannten Winterrefektorium eingerichtet. Darüber hinaus diente das Erdgeschoss des Bibliotheksgebäudes im Sommer zu Vorlesungszwecken.[114] Das Obergeschoss des Westflügels wurde zu einer Wohnung für den Rektor des Evangelischen Ratsgymnasiums umgestaltet. Der Konrektor hingegen erhielt seine Herberge im neuen Priorat (Abb. 6).[115] Des Weiteren konnte das Gymnasium die Wirtschaftsgebäude an der südlichen Klostermauer für seine Bedürfnisse nutzen. Zwei Jahre nach der Eröffnung wurde zudem für auswärtige Schüler ein Internat eingerichtet. Hierfür diente das im Ostflügel der Anlage befindliche Dormitorium mit den Mönchszellen, die fortan als Schlafstätten genutzt wurden.[116] (Abb. 5)

Aufgrund der Baufälligkeit des gesamten Gebäudetraktes verzichteten die Gymnasiasten seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts jedoch auf die Nutzung des Dormitoriums.[117] Eine Wiederherstellung war nicht vorgesehen und so verlor das Ratsgymnasium die Möglichkeit, auswärtige Schüler aufzunehmen.

Die Verschlechterung der baulichen Substanz zeigte sich auch im neuen Priorat. Seit dem 18. Jahrhundert war seine Funktion als Wohnung des Konrektors hinfällig: Die zugleich als Gemeindepfarrer tätigen Stellvertreter des Direktors waren als solche im Besitz einer Dienstwohnung, so dass die Bleibe im Augustinerkloster unbenutzt blieb. Das Gebäude verfiel zunehmend, finanzielle Mittel zur Instandsetzung fehlten. Aufgrund dessen entschied sich der Stadtrat im Jahr 1821 zum Abriss.[118]

Zu diesem Zeitpunkt existierte das Evangelische Ratsgymnasium bereits nicht mehr. 1815 war auf dem Wiener Kongress die Zugehörigkeit Erfurts zum Königreich Preußen bestätigt worden.[119] Damit befanden sich die Stadt und ihr 600 km2 großes Landgebiet ein zweites Mal unter preußischer Herrschaft, denn bereits im Jahr 1802 wurde in einem Sondervertrag zwischen Frankreich und Preußen die Regentschaft König Wilhelm III. verhandelt.[120] Jedoch besetzten 1806 französische Truppen das Gebiet, nachdem Preußen den Kampf gegen Napoleon verloren hatte.[121] Nach achtjähriger französischer Fremdherrschaft eroberte Preußen im Jahr 1814 schließlich das ihm entwendete Gebiet zurück und nahm es wieder in seinen Besitz.[122] Erfurt gehörte nun zur preußischen Provinz Sachsen.[123]

Bereits im Zuge der ersten preußischen Regierungsphase, war 1805 „ eine Schuleinrichtungskommission für notwendige Reformen wie staatliche Aufsicht, erneuerte Lehrpläne, neue Schulräume [und …] bessere Besoldung der Lehrer ins Leben gerufen[124] worden. Durchgeführte Untersuchungen dieser Kommission führten bezüglich des Erfurter Ratsgymnasiums zu dem Urteil, dass „ der Unterricht mechanisch und geistlos ablaufe [sowie …] auf den Übergang zur Universität[125] schlecht vorbereite.

Nach der Wiedereingliederung Erfurts in das preußische Staatsgebiet reagierte die neue Regierung schließlich auf ihre frühere Beurteilung: Am 2. April 1820 teilte das Königliche Preußische Staatsministerium dem Magistrat mit[126], „ dass das höhere Schulwesen […] durch die Königl. Gnade umgestaltet werde. Das hieß: Das Gymnasium Senatorio-Evangelicum wurde geschlossen und ein neues, das Königliche Gymnasium [an anderer Stelle] eröffnet.[127] Infolge dessen standen die bisher vom Evangelischen Ratsgymnasium genutzten Räume leer, so dass der Einzug einer anderen Institution möglich wurde.[128]

2.2 Die Bibliothek des Evangelischen Ministeriums 1646

Neben der Einrichtung des Evangelischen Ratsgymnasiums beabsichtigte der Rat der Stadt auch weitere bildungspolitische Einrichtungen aufzunehmen, die der Verbreitung des Evangeliums dienlich sein würden.

Anhand des „Gymnasii Senatorio-Evangelicum“ sollte die Schülerschaft auf ein theologisches Studium vorbereitet und so die weitere Predigt des evangelischen Glaubens langfristig garantiert werden. Zur Erlangung dieses Ziels war es jedoch auch erforderlich, den bereits tätigen Pfarrern die Literatur zur Verfügung zu stellen, die sie zur Ausübung ihres Amtes benötigten. Zu diesem Zweck sollte zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine „ als Dienstbibliothek der Pfarrschaft eingerichtete Bibliothek des Evangelischen Ministeriums[129] geschaffen werden.

Die Bemühungen hierzu begannen mit Beginn des Jahres 1646: In der ersten Sitzung des Evangelischen Ministeriums[130] regte Michaelispfarrer Magister Sebastian Schröter zur Einrichtung einer ‚ Gemeine[n] und zwar Theologische[n] Librarey[131] an. Die Notwendigkeit hierzu sah er, da sich bis dato ‚ ein ieder […] mit den wenigen Bücherlein, die er für sich schaffen können, gutes theils [habe] behelfen müßen[132]. ‚ Eine algemeine gute Bibliothecam, […] dero, bey mancherly vorfallenden gelegenheit, [man sich] nach nothdurft zubedienen haben mogte[133], war seiner Meinung nach daher wünschenswert. Zur Schaffung eines Grundbestandes an Büchern, so Sebastian Schröters Vorstellung, sollte ‚ ein ieder nach seinem vermögen […] etwas darbey thun[134]. Der Vorschlag des Michaelispfarrers stieß bei den anderen 16 Mitgliedern des Evangelischen Ministeriums, ebenfalls Pfarrer der Stadt, auf derartiges Wohlgefallen, dass bereits am 22. Januar 1646 die Genehmigung jenes Projekts beim Rat der Stadt beantragt wurde. Bezüglich einer geeigneten Lokalität orientierten sich die Mitglieder des Evangelischen Ministeriums am Augustinerkloster: Hier hielten sie bereits ihre Sitzungen ab und hatten ihr Archiv eingerichtet.[135] Es lag daher nahe, auch die Dienstbibliothek auf diesem Areal einzurichten. Diesem Wunsch Folge leistend, entschied der Stadtrat, dass ‚ dem Ministerio ein guter und beqvemer ort im Augustiner Closter zu fortsezung deßen vorhabens mögte eingeräumet werden[136]. Noch im selben Jahr wurde die Einrichtung der ‚ Librarey[137] realisiert. Die Entscheidung bezüglich der Räumlichkeit fiel zunächst auf eine Kapelle über der Augustinerkirche, die aber den Anforderungen nicht gerecht wurde: Die rasch wachsenden Bestände[138] fanden hier bereits ein Jahr später nicht mehr genügend Platz. Aufgrund dessen wies der Ratsoberkämmerer Rupert Brunkhorst der Bibliothek des Evangelischen Ministeriums einen neuen Bereich der Klosteranlage zu: den ‚ Obere[n] theil des an dem Garten […] stehenden länglichen Hauses, alda vor diesem auch der Fratrum Augustiner Ordens Liberey gewesen seyn mag[139].[140]

Beinah 300 Jahre blieb dieses zwischen 1502 und 1516 errichtete Gebäude daraufhin die Heimstätte der Bibliothek des Evangelischen Ministeriums, bis das gesamte Bauwerk am 25. Februar 1945 durch einen Angriff angloamerikanischer Truppen vollständig zerstört wurde.[141] In weiser Voraussicht waren die Büchersammlungen jedoch nach den ersten Kriegsjahren ausgelagert worden und konnten so gesichert werden.[142]

2.3 Das Evangelische Waisenhaus 1669

Mit der Einrichtung des Evangelischen Ratsgymnasiums und der Bibliothek des Evangelischen Ministeriums beabsichtigte der Rat der Stadt Erfurt, wie bereits erläutert, eine Verbesserung des Bildungswesens. Darüber hinaus lag ihm aber ebenfalls daran, zur Behebung sozialer Missstände beizutragen. Einer dieser Missstände bestand im „ sehr lästige[n] Umherziehen einer Menge meistens elternloser Bettelkinder, die in späteren Jahren größtentheils unnütze und schädliche Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft zu werden drohten[143].

[Diese Problematik …] hatte zu Anfange der zweiten Hälfte des 17ten Jahrhunderts bei mehreren hiesigen Einwohnern das Verlangen erzeugt: daß doch ein Waisen - oder Spinnhaus errichtet werden möchte, in welchem man dergleichen Kinder nothdürfig in Kost, Kleidung und guter Zucht erhalten, somit ihrem offenbaren Verderben entreißen könnte[144].

Die Katholische Kirche reagierte zuerst auf dieses Anliegen und gründete 1663 das „Katholische Waisenhaus“.[145] Bis zur Eröffnung des evangelischen Pendants vergingen jedoch noch sechs Jahre. Dies lag am fehlenden Engagement des Stadtrates. Erst die Wahl Georg Heinrich Ludolfs zum „Obersten Ratsmeister“ im Jahr 1667 bewirkte die Errichtung eines „Evangelischen Waisenhauses“. Er hatte den Entschluss gefasst, diese Einrichtung als private Stiftung ins Leben zu rufen. Gleichgesinnte fand er in den folgenden Personen: Hieronymus Schorch – Vize-Dom-Amtsrat und dritter Ratsmeister, Nikolaus Stenger – Magister und Senior des Evangelischen Ministeriums sowie Pastor an der Kaufmannskirche, Aegidius Schmuck – Stadtgerichtsassessor, Christian von Saher – jüngerer Bürgermeister, David Ernst Brand – Oberkämmerer, Hans Höhe – Unterbauherr sowie Christian Juch – von Beruf Barbier. Mit diesen größtenteils einflussreichen Herren aus Kirche und Politik gründete Georg Heinrich Ludolf 1668 die Stiftung „Evangelisches Waisenhaus“.[146]

Auf der Suche nach einem geeigneten Gebäude, „ in welchem die erforderlichen Räume ohne große Kosten einzurichten “ [ waren…, ] erschien ihnen das vormalige Augustiner-Kloster am geeignetsten[147]. Die Finanzierung der Institution, so sahen es ihre Stifter vor, sollte größtenteils durch Spenden erfolgen.[148] Darüber hinaus war geplant, dass die aufgenommenen Waisenkinder selbst für ihren Unterhalt sorgen sollten – zum einen durch die Veräußerung ihrer Spinnarbeiten, zum anderen dadurch,

daß die Kinder unter Anordnung des Hausvaters oder Schreibers nach Art der Currente wöchentlich zweimal die Gassen der Stadt durchwandern, und in einem Tragkorbe und Büchsen, Brod oder Geld von den Einwohnern erbitten sollten, was alsdann ordentlich vertheilt und zur Nahrung der Kinder verwendet werden könnte[149].

Die Bewilligung ihres am 20. Februar 1669 gestellten Antrags erachteten sie als bloße Formalie, zumal ihnen bereits die Unterstützung des Kurfürsten Johann Philipp von Schönborn zugesagt worden war.[150] Und sie behielten Recht: Am 16. Juli 1669 teilte der Stadtrat den Stiftungsgründern mit,

daß, in Erwägung dieses rühmlichen Anbringens und Erbietens, dem zu stiftenden Waisen - , Lern - und Arbeitshause aller Raum und vorhandene Gebäude im alten Augustiner - Kloster, neben dem Gymnasio, so viel nicht bereits zu anderem Gebrauch gewidmet sey, zu ewigen Zeiten übergeben seyn sollten[151].

Darauf hin brach David Ernst Brand bereits am 17. Juli nach Würzburg auf, um sich der zugesagten Unterstützung des Kurfürsten zu versichern. Zwei Tage nach seinem Eintreffen, am 23. Juli, „ erteilte ihm [Johann Philipp von Schönborn] dann die schriftliche Konfirmation des Geschenkes der alten Klostergebäulichkeiten, mittels eigenhändig unterschriebener Urkunde[152]. Gleichzeitig sagte er seinen finanziellen Beistand zu[153] und genehmigte „ die Zahlung einer fortlaufenden Beihülfe aus der Stadtkasse “.[154]

Zur Einrichtung des Evangelischen Waisenhauses waren laut der Urkunde das östliche Klosterareal, explizit der Ostflügel und das Gästehaus, vorgesehen. Wie die Erläuterungen zum Evangelischen Ratsgymnasium bereits gezeigt haben, wiesen die Gebäude jedoch zum Teil erhebliche bauliche Mängel auf. Eine wichtige Maßnahme stellte in diesem Zusammenhang die Neudeckung des Ostflügels dar, um das Dormitorium seiner Funktion entsprechend wieder nutzen zu können.[155]

Auf diese Weise konnte auch die Lutherzelle erneut für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.[156] Bereits seit dem 16. Jahrhundert galt Martin Luthers Zelle „ als eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges[157].

Die schriftlichen Überlieferungen zur Ausgestaltung der Lutherzelle beginnen 1651: Joannes Hundorphius berichtete in seinem „Encomium Erffurtinum“ von einem Gedicht, das in der Zelle zu finden war. Dessen Anfang lautete:

Cellula divino magnoque habitata Luthero

Salve, vix tanto cellula digna viro!

Dignus erat regum qui splendida tecta subiret,

Te dedignatus non tamen illa fuit.[158]

Aus dem Jahr 1669 stammt die erste bildliche Überlieferung. (Abb. 5) Diese zeigt die sich östlich und westlich an das Dormitorium anschließenden Zellenreihen. Bei der Betrachtung der Westwand in der unteren Bildhälfte ist zu erkennen, dass eine Zelle „ eine besonders gut gearbeitete Tür[159] aufweist, die zudem durch die Kennzeichnung ‚ Nr. 15[160] hervorgehoben wurde – die Lutherzelle.

Das Innere der Lutherzelle gibt eine Lithographie aus dem Jahr 1845 wieder. (Abb. 8) Neben einem lebensgroßen Bildnis Luthers war auf einer „ weißen Bretterwand […] Luthers Lebensgeschichte […] mit roten Buchstaben geschrieben[161]. Zu den Ausstellungsstücken gehörten eine Reiseschatulle, Schreibzeug und eine von Luther übersetzte Ausgabe des Alten Testaments, die 1541 gedruckt worden war.[162]

Neben dem Ostflügel wurde dem Evangelischen Waisenhaus für seine Bedürfnisse der Bau eines neuen Gebäudes zugesagt: An der Stelle des infolge eines Blitzeinschlags abgebrannten Stallgebäudes erwuchs das sogenannte „Laubenganghaus“ (Abb. 9).[163]

Der zwischen dem Gästehaus und dem Ostflügel gelegene (Abb. 1) zweiflügelige und -geschossige Neubau erhielt diese Bezeichnung aufgrund des ihm vorgelagerten Bogenganges. Dieser wurde in die Bedachung des Hauses – hier in Gestalt eines von Schleppgauben durchbrochenen Satteldachs – integriert. Durch die Erweiterung dieser zwei Stockwerke umfassenden hölzernen Konstruktion bis zum Gästehaus[164] wurde optisch eine Verbindung der Gebäude hergestellt, die sich in der Nutzung des Evangelischen Waisenhauses befanden. Über einen Treppenturm, der sich mittig an den Laubengang des Längsflügels anschloss, erfolgte der Zugang zum zweiten Geschoss. Dadurch wurde die Erschließung der nur von außen betretbaren Räume auf dieser Etage ermöglicht. Ein durchbrochenes, ebenfalls aus Holz gefertigtes Geländer diente hier als Schutz. Der Eingang des mit einer barocken Haube abschließenden Turms war über eine Freitreppe zu erreichen. Um das Bauwerk mit Tageslicht zu erhellen, wurde es durch kleine Öffnungen aufgebrochen. Im Laufe der Zeit variierte sein Äußeres dahingehend, dass beispielsweise die kleinen Turmfenster wieder verschlossen wurden. Stattdessen erhielt dessen Fassade in Form einer Uhr ein sowohl schmückendes als auch funktionelles Element. (Abb. 10)

Weitere Umgestaltungen wurden an der Vortreppe vorgenommen, so zum Beispiel in Form einer seitlichen Begrenzung durch steinerne Wangen (Abb. 10, 12) oder Eisengeländer (Abb. 11).

Ungeachtet der späteren Veränderungen konnten 1670 die ersten Baumaßnahmen abgeschlossen und am 3. Oktober dieses Jahres die ersten zwei Kinder aufgenommen werden.[165] In den ersten 150 Jahren waren es rund 2.300 Kinder, die im Evangelischen Waisenhaus im Alter zwischen 6 und 13 Jahren untergebracht wurden.[166]

3. Das Augustinerkloster im 19. Jahrhundert

3.1 Das Martinsstift 1821

Die Erläuterungen im vorangegangenen Kapitel wiesen bereits darauf hin, dass das Evangelische Ratsgymnasium 1820 aus dem Erfurter Augustinerkloster auszog. Infolge dessen wurde der Einzug einer anderen Institution in die nun leer stehenden Räume möglich.

Ein ehemaliger Schüler des einstigen Ratsgymnasiums, Karl Christian Wilhelm Reinthaler, bezog jene Räumlichkeiten bereits im darauffolgenden Jahr mit der auf seine Initiative gegründeten ‚ Anstalt zur Besserung und Erziehung sittlich verwahrloster Kinder[167]. Ausschlaggebend für Reinthalers Überlegungen zur Einrichtung des sogenannten „Martinsstifts“ war die Begegnung mit Johannes Falk[168] im Jahr 1818.[169] Auch der Einblick in den von Falk und seinen Pflegekindern bewohnten „Lutherhof“ regten Reinthaler zur Gestaltung seiner Erziehungs- und Versorgungsanstalt an. Auf die Vorbildhaftigkeit dieser Weimarer Einrichtung verwies Reinthaler 1826:

[…] das Martinsstift [soll], zur Ehre des Mönches, der selbst die Klostermauern aufgeschlossen hat, nur eine offene Zuflucht bleiben in der Noth, und, wie im Luthergässchen zu Weimar, eine Probe - und Musteranstalt werden, welche sich durch ihre wirthschaftlichen und erziehungsmäßigen Vorzüge zur Beachtung und Nachahmung empfiehlt.[170]

Der Gründung des Martinsstifts ging die der ‚ Gesellschaft der Freunde in der Noth zu Erfurt[171], einem ‚ Verein frommer Christen[172], im Jahr 1820 voraus.[173] Auch hier orientierte sich Reinthaler an einer aus Weimar stammenden, gleichnamigen Interessengemeinschaft, die seit 1813 tätig war.[174]

[...]


[1] Wohlweißlich, dass die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung „Augustiner-Eremiten-Kloster“ lautet, erfolgt innerhalb der vorliegenden Arbeit der Anschluss an die landläufige Benennung „Augustinerkloster“.

[2] Eine knappe Darstellung findet sich in Börsch-Supran/Müller-Stüler 1997, S. 933f.

[3] ThStAG, Signatur 67.

[4] Overmann 1929, S. 220.

[5] Ebd.

[6] Biereye 1917, S. 193.

[7] Vgl. ebd.: Diese „Eintrittsgelder“ waren für das Evangelische Waisenhaus bestimmt.

[8] Die umfassendste Baubeschreibung der gesamten Klosteranlage bildet jene Ernst Haetges aus dem Jahr 1931. (Haetge 1931, S. 82ff.)

[9] Schmelz/Ludscheidt 2005.

[10] Vgl. Haetge 1931, S. 74.

[11] Schwaiger 1993, S. 67.

[12] Haetge 1931, S. 74.

[13] Vgl. ebd.

[14] Vgl. Schwaiger 1993, S. 66f.

[15] Vgl. ebd., S. 68.

[16] Vgl. Haetge 1931, S. 74.

[17] Vgl. Hintzenstern 1996, S. 74. Weitere thüringische Klöster der Augustiner-Eremiten wurde in Langensalza (1280), Neustadt/Orla (1294), Nordhausen (1312), Schmalkalden (1321) und in Königsberg bei Coburg (1305) errichtet.

[18] AG 03/1930, S. 27.

[19] Vgl. ebd., S. 26f.

[20] Vgl. Haetge 1931, S. 65.

[21] Vgl. Haetge 1931, S. 75.

[22] Vgl. AG 04/1930, S. 35.

[23] Vgl. ebd., S. 34.

[24] Vgl. Haetge 1931, S. 65; 75.

[25] AG 04/1930, S. 34.

[26] Haetge 1931, S. 76.

[27] Ebd., S. 68.

[28] Vgl. 04/1930, S. 34.

[29] Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 14.

[30] „Comthurgasse“ lautet dessen heutige Bezeichnung.

[31] Vgl. Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt 2003, S. 6.

[32] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 14.

[33] Vgl. AG 04/1930, S. 34f.

[34] Vgl. Haetge 1931, S. 66f.; 75.

[35] Schwaiger 1993, S. 113. Die Augustiner-Eremiten konnten so ihre Funktion „ als Seelsorger aller Schichten der Gesellschaft “ [ebd., S. 112] wahrnehmen.

[36] AG 04/1939, S. 35.

[37] Vgl. ebd.

[38] Vgl. ebd.

[39] Biereye 1917, S. 186f.

[40] Vgl. Kunzelmann 1974, S. 5f.

[41] AG 04/1939, S. 35.

[42] Haetge 1931, S. 66; 76.

[43] Vgl. ebd., S. 76f.

[44] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 18.

[45] Vgl. Haetge 1931, S. 77: Haetge führt als mögliche Erklärung dieser späten Ausführung an, „ daß dem Bettelorden anfänglich verboten war, Glockentürme zu errichten “.

[46] Vgl. Schmidt 1974, S. 5.

[47] Vgl. ebd.

[48] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 17.

[49] Vgl. Haetge 1931, S. 92.

[50] Vgl. ebd., S. 69.

[51] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 17.

[52] Vgl. Schmidt 1974, S. 8.

[53] Vgl. ebd.

[54] Vgl. Haetge 1931, S. 89.

[55] Vgl. Evangelisches Augustinerkloster zu erfurt 2003, S. 27: 1474 erhielt der Kirchenturm seine Glocke, nachdem diese bereits ein Jahr zuvor von Hans Sinderam gegossen worden war.

[56] Vgl. Haetge 1931, S. 94.

[57] Vgl. Schmidt 1974, S. 8f.

[58] Vgl. Haetge 1931, S. 85ff: Insgesamt drei Portale auf der Nordseite und zwei auf der Westseite ermöglichten den Zugang zum Kircheninneren. Dabei führte das zweite in der Westfassade eingebaute Portal zum nördlichen Kreuzgangarm, von dem eine Treppe den Zugang zur Südempore bildete. Darüber hinaus stellte ein in der Nordwestecke des nördlichen Kreuzgangflügels gelegener Eingang eine weitere Möglichkeit dar, in den Innenraum der Kirche zu gelangen.

[59] Haetge 1931, S. 85f.

[60] Vgl. ebd.

[61] Ebd., S. 83: „ Die Seitenschiffe fallen mit ihren Pultdächern etwa ½ m unter dem Dachgesims an […].

[62] Vgl. ebd.

[63] Vgl. Haetge 1931, S. 69.

[64] Vgl. Evangelisches Augustinerkloster zu erfurt 2003, S. 7.

[65] Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 15.

[66] Ebd.

[67] Vgl. Haetge 1931, S. 65; 82.

[68] Vgl. ebd., S. 95.

[69] Vgl. ebd.

[70] Vgl. ebd., S. 89; 95.

[71] Vgl. Haetge 1931, S. 95.

[72] Vgl. ebd., S. 98.

[73] Vgl. Schmidt 1974, S. 9.

[74] Vgl. Koepf/Binding 2005: Calefactorium: beheizter Aufenthaltsraum der Mönche, daher auch als Wärmestube bezeichnet; Refectorium: Speisesaal

[75] Haetge 1931, S. 99.

[76] Vgl. ebd.

[77] Vgl. Biereye 1917, S. 188.

[78] Vgl. ebd.

[79] Vgl. Haetge 1931, S. 78; 101.

[80] Vgl. ebd.

[81] Vgl. Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt 2003, S. 7: Die Bezeichnung rührt von der Pflanze „Waid“ her, die in den Dachgeschossen jener Häuser gelagert und verarbeitet wurde. Aus ihr gewannen die Mönche blauen Farbstoff.

[82] Vgl. ebd.

[83] Vgl. Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt 2003, S. 8.

[84] Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 61.

[85] Vgl. Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt 2003, S. 9. Nach vier Jahren hatte Martin Luther 1505 sein Studium der freien Künste - Grammatik, Rhethorik, Philosophie, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik -abgeschlossen.

[86] Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 61.

[87] Vgl. ebd., S. 59.

[88] Vgl. Biereye 1917, S. 185.

[89] Vgl. ebd., S. 188.

[90] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 61ff.

[91] Vgl. Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt 2003, S. 10.

[92] Vgl. Biereye 1917, S. 177.

[93] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 70.

[94] Vgl. Biereye 1917, S. 177; 192.

[95] Vgl. ebd., S. 177.

[96] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 70f.

[97] Vgl. Mägdefrau/Gratz 1996, S. 13.

[98] Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 56.

[99] Vgl. Mägdefrau/Gratz 1996, S. 32ff.

[100] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 71f.: Nach seiner Wahl zum Distriktvikar über die sächsischen und thüringischen Augusti nerklöster im Jahr 1515, setzte Martin Luther Johannes Lang im Mai 1516 als Prior in Erfurt ein. Beide hatten sich zuvor während ihres gemeinsamen Aufenthaltes im Erfurter Augustinerkloster angefreundet und waren 1511 zusammen nach Wittenberg gegangen.

[101] Vgl. Mägdefrau/Gratz 1996, S. 34.

[102] Vgl. ebd., S. 28.

[103] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 75.

[104] Vgl. Ludscheidt 2005, S. 35.

[105] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 57.

[106] Vgl. ebd., S. 75.

[107] Vgl. Beckmann/Zumkeller 2001, S. 145.

[108] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 57: In dieser Publikation wird der Tod des Priors Leonhard Willigk auf das Jahr 1560 datiert. Dies erscheint jedoch aus zweierlei Gründen nicht korrekt zu sein: In der Literatur ist nachzulesen, dass bereits am 15. Juni 1559 Pater Alexander Rupp als neuer Prior des Erfurter Augustinerklosters aus Würzburg anreiste. [Vgl. Beckmann/Zumkeller 2001, S. 145.] Da Leonhard Willigk sein Amt bis zu seinem Tod ausführte, ist anzunehmen, dass er bereits am 29. Mai 1559 starb und zugleich sein Nachfolger entsendet wurde. Weiterhin steht geschrieben, dass der neue Prior vom Erfurter Rat aus der Klosteranlage verdrängt wurde. [Vgl. Beckmann/Zumkeller 2001, S. 145.] Dass das Jahr 1559 als Zeitpunkt der Übernahme der Klosteranlage durch den Rat der Stadt [Vgl. Haetge 1931, S. 78; Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 75.] und damit als Beginn ihrer Säkularisation gilt, könnte diese Reaktion erklären und ebenfalls ein Anzeichen für das frühere Todesjahr darstellen. [Vgl. Haetge 1931, S. 78; Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 75.]

[109] Vgl. Biereye 1911, S. 34f.: Im Zuge der Reformation waren in anderen thüringischen Klöstern bereits vergleichbare Bildungsstätten eingerichtet worden, so beispielsweise in Gotha (1544), Eisleben und Ilfeld (1546). Das hierbei verfolgte Konzept sah vor, „ begabte Knaben aus dem ganzen Lande für den Landesdienst auf öffentliche Kosten auszubilden, - und damit die wissenschaftliche Ausbildung zur unmittelbaren Angelegenheit des Staates zu machen […] “ [S. 34].

[110] Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 77.

[111] Vgl. ebd. Da das Gymnasium auf Bestreben des Rates der Stadt in den Räumlichkeiten des Augustinerklosters errichtet wurde, das sich zudem vollständig in seinem Besitz befand, trägt es die Bezeichnung „Ratsgymnasium“.

[112] Biereye 1911, S. 3.

[113] Vgl. ebd., S. 37.

[114] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 83ff.: Diese Räumlichkeit stand dem Evangelischen Ratsgymnasium zwischen 1736 und 1805 nicht zur Verfügung. Während dieser Zeit befand sich die Bücher- und Naturalienkammer der „ älteste[n] ununterbrochen existierende[n] naturwissenschaftliche[n] Akademie der Welt “ [ebd., S. 84] im Erdgeschoss des Bibliotheksgebäudes, der ‚ Sacri Romani Imperii Academia Caesareo-Leopoldina Naturae Curiosorum ’ [ebd., S. 83]. 1805 wurde sie nach Erlangen verlegt.

[115] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 77: Als Unterkunft des Konrektors wird in dieser Publikation das alte Priorat angegeben. Dem widerspricht jedoch ein Plan aus dem Jahr 1820, der die Gebäude des Evangelischen Ratsgymnasiums im Augustinerkloster zeigt. Hierauf ist eindeutig die Unterbringung des „Conrektorats“ im neuen Priorat zu erkennen. (Abb. 7)

[116] Vgl. ebd.

[117] Hotzel 1959, S. 45: „ […] Im Jahre 1630 bot das Obergeschoß dieses Gebäudeteils mit dem Mönchszellen, das Dormitorium (Schlafhaus), ein Bild der Verwüstung. Das Gebäude stand ohne Dach da, und in dem großen Saal, an dessen Längsseiten die Zellen lagen, türmte sich ein Schutthaufen von eingestürzten Wänden und Decken auf […].

[118] Vgl. Weiss 1999, S. 30.

[119] Vgl. Moritz 2002, S. 6.

[120] Vgl. Baum 2002, S. 3.

[121] Vgl. Baum 2002, S. 5.

[122] Vgl. Moritz 2002, S. 6.

[123] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 90.

[124] Baum 2002, S. 5.

[125] Ebd.

[126] Vgl. Biereye 1911, S. 76.

[127] Weiss 1999, S. 10.

[128] Die Nutzung jener Räumlichkeiten durch das Martinsstift, seit seiner Einweihung im Jahr 1821, wird im dritten Kapitel dieser Magisterarbeit thematisiert.

[129] Ludscheidt 2005, S. 38.

[130] Vgl. Ludscheidt 1998, S. 14: Die Titulierung „Evangelisches Ministerium“ hat ihren Ursprung „ im Selbstverständnis der nachreformatorischen Theologengeneration [als …] ministri verbi divini, [als] ‚Diener am göttlichen Wort’ “ [ebd.]. Die Erfurter Stadtgeistlichkeit trug diese Bezeichnung in ihrer Funktion als Leiterin der evangelischen Landeskirche seit dem im Jahr 1555 geschlossenen Augsburger Frieden.

[131] Stifterbuch der Bibliothek des Evangelischen Ministeriums: Kurtzer Historischer Bericht von dem Anfange und fortsetzung der Bibliothec des Evangelischen Ministerij und Predigampts in Erffurdt. […] Im Jahr CHRISTI 1648, Blatt 5. Zitiert nach: Ludscheidt 1998, S. 14.

[132] Ebd.

[133] Ebd., Blatt 6.

[134] Ebd.

[135] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 80.

[136] Stifterbuch der Bibliothek des Evangelischen Ministeriums: Kurtzer Historischer Bericht von dem Anfange und fortsetzung der Bibliothec des Evangelischen Ministerij und Predigampts in Erffurdt. […] Im Jahr CHRISTI 1648, Blatt 7. Zitiert nach: Ludscheidt 1998, S. 14.

[137] Ebd., Blatt 5.

[138] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 82: Die Bestände der Bibliothek setzten sich aus Schenkungen zusammen: Jedes Mitglied des Evangelischen Ministeriums hatte sowohl bei Antritt seines Amtes als auch bei seinem Austreten der Bibliothek ein Buch zu überlassen. Darüber hinaus verpflichteten sich die Pfarrer, jährlich einen Obolus zu entrichten, der zum Erhalt alter, aber auch zum Ankauf neuer Bücher verwendet wurde. Des Weiteren trugen aber auch die Gaben wohlhabender Privatpersonen sowie die Übernahme der Sammlungen institutioneller Bibliotheken zur Erweiterung des Bücherfundus bei.

[139] Stifterbuch der Bibliothek des Evangelischen Ministeriums: Kurtzer Historischer Bericht von dem Anfange und fortsetzung der Bibliothec des Evangelischen Ministerij und Predigampts in Erffurdt. […] Im Jahr CHRISTI 1648, Blatt 7. Zitiert nach: Ludscheidt 1998, S. 14.

[140] Vgl. Ludscheidt 1998, S. 16ff.

[141] Eine ausführliche Erläuterung der Zerstörungen sowie eine Darstellung über die weiteren Verbleib der Bibliothek des Evangelischen Ministeriums folgen im fünften Kapitel dieser Magisterarbeit.

[142] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 83.

[143] Pohle 1823, S. 1.

[144] Ebd.

[145] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 87.

[146] Vgl. Pohle 1823, S. 2.

[147] Ebd.

[148] Vgl. Sturm o. J.: Mit der Hoffnung auf weitere Spenden war auch die Einrichtung einer Kunst-, Raritäten- und Naturalienkammer im Erfurter Waisenhaus am 28. April 1735 verbunden. Zurückzuführen war ihre Gründung auf die Initiative der amtierenden Inspektoren und des Waisenhausvorstehers dieser Zeit, Herrn David Schorch. Sie planten, im Dormitorium des Klosters eine derartige Ausstellung einzurichten. Neben der Lutherzelle sollte so ein weiterer Anziehungspunkt für Besucher im Augustinerkloster geschaffen werden. Auf diese Weise, so hofften die Verantwortlichen, würden auch die finanziellen Schwierigkeiten des Waisenhauses bemerkt und die Besucher zu Spenden animiert werden. Ab 1863 war die Sammlung im Waisenhaus der Öffentlichkeit als Museum zugänglich gemacht worden. Jedoch wurde beinah die gesamte Ausstellung vernichtet, als am 7. März 1872 in dem ehemaligen Schlafsaal der Mönche ein Feuer ausbrach.

[149] Pohle 1823, S, 3.

[150] Vgl. ebd., S. 7.

[151] Ebd., S. 9.

[152] Pohle 1823, S. 10.

[153] Breslau 1878, S. 138.

[154] Vgl. Pohle 1823, S. 10.

[155] Vgl. Haetge 1931, S. 79.

[156] Biereye 1917, S. 193:

1670 (29. August) wurde auch ‚das Schloß von Dr. Lutheri sel. Zellen genommen und ein neuer Schlüssel dazu gemacht, auch eine neue Handhabe und Schild’ […].

[157] Ebd.

[158] Zitiert nach ebd., S. 190. Johannes Biereye fügt an dieser Stelle zwei Übersetzungen hinzu. Die erste stammt aus dem Jahr 1821: ‚ Zelle, die einst vom großen, erhaben Luther bewohnte! Glück rein, Du kleines Gemach, kaum des Gefeierten wert! Welchem die Gunst wohl gebühret in Fürstenpalästen zu hausen, Aber das Herz nicht gewehrt, sich zu begnügen mit dir. ’ (Keysers Reformations-Almanach auf das Jahr 1821, III. Jahrg. S. CXCVII. Zitiert nach Biereye 1917, S. 190.) Die zweite Übersetzung war 1830 in der Zelle angebracht, während sich die lateinische Fassung außerhalb über der Tür befand: ‚ O, du kleine Lutherzelle, An der stillen dunklen Stelle Scheinst du eng für jenen Gast, Den du einst verborgen hast! Doch der Mann, der Fürstenehre Und der Hoheit Glanz und Zier Wahrscheinlich wert gewesen wäre: Hatte gern genug von Dir! ’ (Mitgeteilt von Johannes Falk: Dr. M. Luther und die Reformation in Volksliedern. 1830. E. St. B. Herrmanns-Bibl. IV B. 86. Zitiert nach Biereye 1917, S. 190.)

[159] Biereye 1917, S. 191.

[160] Ebd.

[161] Biereye 1917, S. 193.

[162] Vgl. ebd., S. 194f.

[163] Vgl. Hotzel 1959, S. 45.

[164] Am Gästehaus musste eine zusätzliche Bedachung angebracht werden, die den Laubengang auf gleicher Höhe wie im Bereich des zweiflügeligen Neubaus bedeckte. Darüber hinaus wurde der Laubengang im zweiten Geschoss auf der Westfront des Südflügels bis auf eine den Arkaden angepasste Öffnung (Abb. 10) verschlossen und später durch ein hochrechteckiges Fenster (Abb. 11) ersetzt.

[165] Vgl. Pohle 1823, S. 21.

[166] Vgl. ebd., S. 45.

[167] Velten 1994, S. 79.

[168] Vgl. Schering 1961, S. 41ff.: Johannes Falk sah nach einem privaten Schicksalsschlag in der Fürsorge elternloser Kinder seine Berufung. Eine Innovation stellt dabei die Aufnahme von „ verwahrlosten Jungen [dar …], die mit den Heeren der Franzosen und Russen durch halb Europa gezogen sind oder sich in der Heimat zu Banden zusammengeschlossen haben und in schweren Zeiten stehlen und rauben und auf den Schlachtfeldern das Plündern gelernt haben “ [S. 42]. Die bis dato existierenden Waisenhäuser hatten sich lediglich „‚ ordentliche[r]Kinder “ [ebd.] angenommen. Falk sah seine Aufgabe darin, den Kindern „ wirkliche Lebenshilfen zu geben; deshalb soll jeder einen ordentlichen Beruf erlernen, um sein Brot redlich zu verdienen und im Leben zurechtzukommen “ [S. 43]. Zu diesem Zweck ermittelte er mit der Unterstützung der „Gesellschaft der Freunde in Not“ in Weimar und Umgebung Betriebe, in denen die älteren Kinder einen Beruf erlernen konnten. [Vgl. S. 41]

[169] Vgl. Velten 1994, S. 79.

[170] ThStAG, Signatur 11651: Erfurter Adressblatt 1826, S. 3f.

[171] Ludscheidt 1998, S. 44.

[172] Ebd.

[173] Vgl. Ludscheidt 1998, S. 44.

[174] Vgl. Schmelz/Ludscheidt 2005, S. 90.

Ende der Leseprobe aus 326 Seiten

Details

Titel
Die Baugeschichte des Augustinerklosters in Erfurt seit dem 17. Jahrhundert
Hochschule
Universität Leipzig
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
326
Katalognummer
V423689
ISBN (eBook)
9783668707283
ISBN (Buch)
9783668707290
Dateigröße
12278 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Augustinerkloster, Augustinerkloster Erfurt, Karl Friedrich Schinkel, Friedrich August Stüler, Architektur, Martin Luther, Erfurt, Bettelordensbaukunst, Luthergedenkstätte, Kloster, Klosteranlage, Säkularisation
Arbeit zitieren
Janet Neßmann (Autor), 2007, Die Baugeschichte des Augustinerklosters in Erfurt seit dem 17. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423689

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Baugeschichte des Augustinerklosters in Erfurt seit dem 17. Jahrhundert



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden