Die vorliegende Arbeit thematisiert die institutionelle Weiterentwicklung von Tageseinrichtungen für Kinder und beschäftigt sich mit den Begriffen Familie und Familienzentrum sowie mit dem pädagogischen Konzept „Early Excellence“. Diese Arbeit setzt sich auseinander mit den Zielsetzungen sowie konkreten Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen am Beispiel der Familienzentren in Nordrhein-Westfalen.
Abschließend werden die Entwicklung von Angeboten in Familienzentren sowie die Auswirkungen auf Familien und Fachkräfte anhand von Ergebnissen der wissenschaftlichen Begleitung des Programms in der Pilotphase sowie empirischen Untersuchungen aus den Jahren 2011 und 2014 umfasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Familien mit Kindern im Vorschulalter
2.1 Begriffsbestimmung Familie
2.2 Lebensformen und Lebenslagen von Familien
2.3 Notwendigkeit der Unterstützung von Familien
3 Familienzentren als institutionelle Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen
3.1 Begriffsbestimmung Familienzentrum
3.2 „Early Excellence“ Ansatz
3.3 Mögliche Angebotsgestaltung eines Familienzentrums
4 Implementierung von Familienzentren in NRW
4.1 Zielsetzungen des Programms „Familienzentrum NRW“
4.2 Rechtliche Grundlagen und Finanzierung
4.3 Organisationsformen der Familienzentren
4.4 Gütesiegel „Familienzentrum NRW“
5 Realisierung der Zielsetzungen und Auswirkung auf die Akteure
5.1 Aus Perspektive der Fachkräfte
5.2 Aus Perspektive der Eltern
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der institutionellen Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, das Konzept der Familienzentren, die damit verbundenen Zielsetzungen sowie deren Implementierung und Auswirkungen auf Familien und Fachkräfte kritisch zu untersuchen und zu analysieren.
- Theoretische Grundlagen zum Familienbegriff und Lebenslagen von Familien
- Konzeptuelle Einordnung des „Early Excellence“-Ansatzes
- Analyse des Landesprogramms „Familienzentrum NRW“ und dessen rechtliche Grundlagen
- Untersuchung der Organisationsformen und Qualitätssicherung
- Auswertung der Auswirkungen aus Sicht der Fachkräfte und der Eltern
Auszug aus dem Buch
3.2 „Early Excellence“ Ansatz
2004 gab das Bundesfamilienministerium beim Deutschen Jugendinstitut die Studie „Häuser für Kinder und Familien“ (Diller 2005) in Auftrag. Zum einen wollte man bundesweit nach Tageseinrichtungen suchen, die über die Betreuung, Erziehung und Bildung der Kinder hinaus weitere familienorientierte Angebote und Dienste integrierten (vgl. Diller 2005, S. 2). Zum anderen sollten Einrichtungen wie beispielweise Mütterzentren, die den Familien ein umfangreiches kulturelles, soziales bzw. familienbildendes Angebot zur Verfügung stellen, untersucht werden. Die Zielsetzung war es, bundesweit Standorte zu entdecken, an denen Kinder und deren Familien niedrigschwellige bedarfsorientierte Angebote aus einer Hand erhalten.
Außerdem sollten diese Angebote über die Leistungen einer normalen Einrichtung hinausgehen (vgl. Diller 2005, S. 2). Als Vorbild für die Forschung diente die „Early Excellence“ Idee. „Early Excellence Centres“ entstanden im Jahr 1997 in England über ein Pilotprogramm der Regierung mit dem Ziel, Familien „mit Angeboten aus einer Hand“ (Stöbe-Blossey 2008, S. 196) zu unterstützen. Die Bezeichnung „Early Excellence“ heißt dabei nicht, dass es sich um die pädagogische Arbeit mit privilegierten bzw. hochbegabten Kindern handelt, sondern steht für eine individuelle, qualitativ hochwertige Förderung aller Kinder. Jedes Kind soll entsprechend seiner Ausgangsvoraussetzungen und Möglichkeiten sowie unabhängig von seinem Geschlecht, seinem kulturellen bzw. sozialen Hintergrund und anderen persönlichen Merkmalen gefördert werden (vgl. Hebenstreit-Müller 2008, S. 239).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Familienzentren in Nordrhein-Westfalen ein und umreißt die Fragestellungen sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Familien mit Kindern im Vorschulalter: Es werden verschiedene fachliche Definitionen von Familie sowie deren aktuelle Lebensformen und die daraus resultierende Notwendigkeit für Unterstützung beleuchtet.
3 Familienzentren als institutionelle Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen: Das Kapitel definiert den Begriff Familienzentrum und erläutert den „Early Excellence“-Ansatz sowie mögliche Angebotsstrukturen.
4 Implementierung von Familienzentren in NRW: Hier werden das Landesprogramm, die rechtlichen Rahmenbedingungen, Finanzierungsfragen, Organisationsformen und die Zertifizierung durch das Gütesiegel detailliert dargestellt.
5 Realisierung der Zielsetzungen und Auswirkung auf die Akteure: Auf Basis empirischer Untersuchungen wird die Wirkung der Familienzentren aus der Perspektive von Fachkräften und Eltern analysiert.
6 Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die aktuelle Konzentration auf sozial benachteiligte Gebiete und formuliert einen Bedarf an weiterer Unterstützung.
Schlüsselwörter
Familienzentrum, Nordrhein-Westfalen, Kindertageseinrichtung, Early Excellence, Familienbildung, Sozialraumorientierung, Qualitätssicherung, Gütesiegel, Implementierung, Elternbeteiligung, Erziehungspartnerschaft, Prävention, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kindertagespflege, Lebenslagen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren in Nordrhein-Westfalen und deren Bedeutung für Familien und Fachkräfte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen Familienpolitik, pädagogische Konzepte, Organisationsentwicklung von Kitas, Sozialraumorientierung und Qualitätssicherung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Zielsetzungen, die praktische Umsetzung und die Auswirkungen des Landesprogramms „Familienzentrum NRW“ wissenschaftlich zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Auswertung existierender wissenschaftlicher Begleitstudien, empirischer Untersuchungen aus den Jahren 2011 und 2014 sowie fachliterarische Grundlagen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Theorie, die rechtlichen Rahmenbedingungen in NRW, das Gütesiegel-Verfahren sowie die empirischen Ergebnisse aus der Sicht der beteiligten Akteure.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Familienzentren, NRW, Sozialraumorientierung, Early Excellence, Gütesiegel und Erziehungspartnerschaft.
Warum gibt es verschiedene Organisationsformen wie "Unter einem Dach" oder "Lotse"?
Diese Formen ermöglichen es den Kitas, sich flexibel an ihre personellen, räumlichen und sozialräumlichen Gegebenheiten vor Ort anzupassen.
Wie hat sich die Wahrnehmung der Einrichtungsleitung durch das Programm verändert?
Viele Leitungen nahmen eine qualitative Veränderung ihrer Tätigkeit hin zum Management wahr, berichteten jedoch auch von einer Doppelbelastung und Qualifizierungsbedarfen.
Welche Rolle spielt das Gütesiegel für die Qualitätssicherung?
Das Gütesiegel stellt ein konzeptgebundenes System dar, das strukturelle Standards sichert und die Finanzierung durch das Land NRW ermöglicht.
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- Larissa Dittmann (Autor), 2016, Familienzentren in Nordrhein-Westfalen. Zielsetzungen, Implementierung und Auswirkung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423811