Gehirn und Emotionen

Literaturforschung über den Status Quo


Seminararbeit, 2018

10 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1. Funktionsweise des Gehirns
1.1. Historische Entwicklung der Gehirnforschung
1.2. Aufbau des Gehirns
1.3. Kommunikation im Gehirn

1. Grundlagen von Emotionen
1.1. Definition von Emotionen
1.1. Historische Theorieentwicklungen zu Emotionen
1.2. Funktionen von Emotionen

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Es wird davon ausgegangen, dass Emotionen Funktionen für den Menschen erfüllen und so das Leben jedes Individuums beeinflussen, sei es bewusst oder unbewusst. Es kann dabei zwar gelernt werden, mit Emotionen umzugehen, um diese Beeinflussung möglichst positiv statt negativ zu verändern, aber sie können nicht abgeschaltet bzw. ausgestellt werden. Ein Mensch kann demnach kein Leben ohne Emotionen führen (Barrett et al. 2010).

Das Ziel dieser Seminararbeit ist demnach die Erarbeitung dieses Themas mit Hilfe einer Literaturrecherche. Es soll durch Erstellung dieser Literaturzusammenfassung eine Orientierung für das Lehren und Lernen von Wirtschaftspädagoginnen und Wirtschaftspädagogen erbracht werden.

Zur Erarbeitung dieses Themas wird im Anschluss an diese Einleitung zuerst die Funktionsweise des Gehirns erläutert, um die Verarbeitung von Emotionen im Gehirn zu verstehen. Daraufhin folgen die Grundlagen von Emotionen, mit Hilfe welcher die Emotionen in diesem Werk erarbeitet werden können.

1. Funktionsweise des Gehirns

In den folgenden Unterkapiteln wird die Funktionsweise des Gehirns geschildert. Da diese für das Verständnis von Emotionen eine bedeutende Rolle spielt, wurde diesem Bereich ein eigenes Kapitel gewürdigt. Es wird zuerst die historische Entwicklung dieses wissenschaftlichen Bereiches geschildert, um den derzeitigen Kenntnisstand zu verstehen sowie dessen Limitationen anzuerkennen. Anschließend wird der Aufbau des Gehirns nach derzeitigem Kenntnisstand aufgezeigt, um letztendlich die Kommunikation im Gehirn zu verstehen, welche für die Verarbeitung von Emotionen wesentlich ist. Diese wird im letzten Unterkapitel behandelt.

1.1. Historische Entwicklung der Gehirnforschung

Bis vor etwa 120 Jahren war das Innenleben des Gehirns nahezu unbekannt. Der erste bedeutende Forscher dieses Gebiets war Santiago Ramón y Cajal, welcher aufgrund der damaligen begrenzten Mittel ausschließlich tote Gehirne von Menschen und Tiere untersuchte. Allerdings musste sich Cajal aufgrund dessen die Vorgänge bei Funktionieren des Gehirns vorstellen bzw. darüber spekulieren. Dies führte Cajal rein dadurch aus, indem er Gehirnzellen unter dem Mikroskop beobachtete. So gelang es ihm, die Abläufe in den Gehirnzellen zu beschreiben (Cajal 1999).

Ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts widmete sich die Forschung in Europa, den USA sowie in Australien den grundlegenden Mechanismen der elektrochemischen Signalübertragung. Es wurde ebenso an den verschiedenen Hirnbereichen geforscht und versucht herauszufinden, welches Hirnareal wofür zuständig ist (Hagner 2013, Singer 2013). Berühmt wurde hierbei das Modell von Paul Mac-Lean aus den 1940er-Jahren, der das Gehirn des Menschen einteilte. MacLean rechnete die verschiedenen Hirnregionen des Menschen unterschiedlichen Stufen seiner evolutionären Entwicklung zu. MacLean zufolge bestand das Gehirn aus drei Gehirnen, welche das „stammesgeschichtliche alte Reptiliengehirn“, das „frühe Säugerhirn“ und das „entwickelte Säugerhirn“. Mac-Lean meinte dabei, dass das entwickelte Säugerhirn ungeachtet der evolutionär älteren Gehirnbereiche arbeitet. Er nahm somit an, dass diese Dreiteilung sehr strikt sei. Mac-Lean zufolge gäbe es zwischen dem Neocortex und dem limbischen System nur wenige Verbindungen. Demnach seien Emotion und Verstand eindeutig in zwei verschiedene Bereiche geteilt (Hagner 2013; Hagner 2002).

Dies gilt inzwischen als widerlegt. Die intensive und vielseitige Verbindung ist für die Funktionsweise des menschlichen Gehirns wesentlich, da durch sie die Art und Weise, wie die Instinkte, das Wollen, das Denken und auch das Fühlen tatsächlich funktionieren, erklärt wird (Hagner 2013). Das nächste Unterkapitel beschäftigt sich aus diesem Grund mit dem Aufbau des Gehirns nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand.

1.2. Aufbau des Gehirns

Das Gehirn wird heutzutage in den Hirnstamm, das Zwischenhirn, das Kleinhirn und das Großhirn eingeteilt. Der Hirnstamm bildet hierbei den untersten Gehirnabschnitt. Er befindet sich in der Mitte des Kopfes und seine Bestandteile werden wiederrum in das Mittelhirn, die Brücke und das Nachhirn eingeteilt. Das Nachhirn kann auch als verlängertes Mark bezeichnet werden. Der Hirnstamm koordiniert automatische Bewegungsabläufe und verarbeitet Sinneseindrücke. Das Zwischenhirn ist ein kleinerer Gehirnteil über dem Hirnstamm. Es besteht wiederrum aus vier Bereichen, welche der Thalamus, der Hypothalamus, der Subthalamus und der Epithalamus sind. Die Aufgaben sind zum größten Teil die eines Vermittlers und eines Gutachters von Emotionen. Es gibt Sinneseindrücke, welche zuvor wahrgenommen wurden, an das Großhirn weiter. Hierbei werden beispielsweise der Schlaf, die Schmerzempfindungen und die Körpertemperatur gesteuert. Vom Kleinhirn werden Bewegungsabläufe, motorisches Lernen sowie Aufgaben bei kognitiven Leistungen beeinflusst. Diese sind beispielsweise beim Sprechen, bei sozialem Verhalten und beim Erinnern vorzufinden. Das Großhirn liegt oberhalb der drei anderen Regionen und ist der mit Abstand größte Hirnteil. Alle psychischen Hochleistungen wie logisches Denken hängen vom Großhirn ab (Singer 2013; Hagner 2013).

1.3. Kommunikation im Gehirn

Die Kommunikation im Gehirn stellt für diese Arbeit einen wesentlichen Bereich dar, da durch jene Kommunikation die Emotionen verarbeitet werden. Bei der Erforschung, wie die Nervenzellen im Gehirn aufgebaut sind, hatte Santiago Ramón y Cajal mit seinen damaligen Überlegungen bereits Recht. Sein Aufbau entspricht weiterhin dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Die Nervenzellen werden auch als Neuronen bezeichnet. Die Fäden auf beiden Seiten eines Neurons, welche unterschiedlich lang sein können, werden Axone genannt. Die Verästelungen eines solchen Axons sind die Dendriten. Diese sind für die Kommunikationsstellen der Neuronen aus dem Grund wesentlich, da am Ende dieser Dendriten die sogenannten Synapsen sind. Über die Synapsen werden Informationen von einer Nervenzelle zu einer anderen gegeben, wodurch Kommunikation innerhalb des Nervensystems entsteht. Ebenfalls Recht behielt Cajal bisher dabei, dass Hirnströme nur in eine Richtung fließen. Wenn die Synapsen der einen Nervenzelle mit den Synapsen einer anderen kommunizieren, geschieht dies immer nur von der einen in die andere Richtung bei dieser Nervenbahn (Cajal, S. R. 1999; Singer 2013).

Die Leistung des Gehirns ist abhängig von dem, was erlebt wird und innerhalb dessen von dem Wahrgenommenen. Als Wahrnehmung wird in diesem Werk alles, das mit den Sinnen bemerkt wird, definiert. Dies kann bewusst oder unbewusst wahrgenommen werden. Sofern keines der beiden explizit genannt wird, ist in dieser Arbeit die bewusste sowie die unbewusste Wahrnehmung gemeint. Dabei bestimmt die Aufmerksamkeit über die Wahrnehmung. Unter Aufmerksamkeit, welche in diesem Werk ein Synonym zu Konzentration darstellt, wird in dieser Seminararbeit die Fokussierung auf und demnach die Beschäftigung mit etwas verstanden. Die Reichweite der Aufmerksamkeit ist begrenzt, weshalb sich Menschen nicht auf alles gleichzeitig einlassen können, sondern nur nacheinander. Dies ist unter anderem auf die Nutzungskapazitätsgrenzen des menschlichen Gehirns zurückzuführen. Menschen haben zwar so viele Neuronen, dass diese in der Regel für das gesamte menschliche Leben ausreichend sind, aber es kann nur ein begrenzter Anteil dieser Neuronen gleichzeitig benutzt werden. Die Aufmerksamkeit reicht daher ebenso für eine begrenzte Aktivität aus. Bei Überschreiten dieser Kapazitätsgrenze, wirkt sich eine Aufmerksamkeit auf das eine immer auf Kosten der Aufmerksamkeit auf etwas anderes aus (Hagner 2013; Singer 2013). Es lässt sich daher vermuten, dass nicht die Summe der Neuronen im Gehirn, sondern die Spanne der Aufmerksamkeit, also wie lange sich auf das Gewollte anstatt auf anderes konzentriert werden kann, den Lernerfolg beeinträchtigt. Für die Aufmerksamkeit, welche demnach einen wesentlichen Faktor für den Lernerfolg darstellen könnte, sind die Emotionen bedeutend.

1. Grundlagen von Emotionen

Dieses Kapitel widmet sich den Grundlagen der Emotionen. Um zu verstehen, ob Emotionen den Lernerfolg beeinflussen und falls dies der Fall ist, wie sie diesen beeinflussen, werden in diesem Kapitel die Emotionen erklärt. Der erste Unterpunkt liefert eine Definition des Begriffs Emotionen, um diese anhand dessen anschließend erarbeiten zu können. Um Emotionen zu verstehen, wird deshalb daraufhin ein Überblick über die historische Entwicklung der Theorien zu den Emotionen gegeben. Letztlich werden im letzten Unterkapitel die Funktionen von Emotionen erläutert und damit wird der Übergang zum Hauptkapitel gegeben.

1.1. Definition von Emotionen

Um Emotionen erarbeiten zu können, wird eine Definition ebendieser gegeben. Als Emotionen, welche in diesem Werk mit Gefühlen gleichbedeutend verwendet werden, werden sämtliche körperliche und kognitive Wahrnehmungen, welche eine Intentionalität zu etwas haben, verstanden. Intentionalität meint den Bezug zu etwas. Beispielsweise wäre dies Eifersucht, bei welcher eine Person immer eifersüchtig auf jemanden ist. Hingegen ist ein Mensch nie eifersüchtig ohne einem Bezug zu etwas. Demgegenüber werden Stimmungen abgegrenzt, welche ohne Bezug zu etwas vorhanden sein bzw. gefühlt werden können. Niedergeschlagenheit stellt hierbei ein Beispiel für eine Stimmung dar. In der Regel sind Stimmungen außerdem von längerer Dauer als Emotionen. Wie bereits angedeutet, wird einer Emotionen außerdem eine körperliche und bzw. oder kognitive Auswirkung zugeschrieben, ansonsten wird diese Wahrnehmung nicht als Emotion betrachtet. Beispielsweise setzt Angst den Körper in Alarmbereitschaft und derjenige Mensch will in der Regel die Situation ändern, um das Gefühl der Angst zu vermeiden (Searle 1983). Diese letzte Zuordnung ist für diese Arbeit wesentlich, da die körperlichen und kognitiven Auswirkungen den Lernerfolg beeinflussen könnten.

1.1. Historische Theorieentwicklungen zu Emotionen

Seit etwa 20 Jahren beschäftigt sich die Forschung intensiv mit Emotionen (Damasio 1999, LeDoux 1998, Searle 1983). Die ersten beschriebenen Beobachtungen lieferte Charles Darwin um 1870. Er entdeckte, dass Affen die Augenbrauen hochziehen und die Augen aufreißen, wenn sie überrascht sind. Hierbei wurde das erste Mal festgestellt, dass diese Reaktion einen Sinn hat. In diesem Fall den, dass sich das Sichtfeld vergrößert, damit die Affen besser auf Beute oder Gefahr reagieren können. Darwin hat die Vermutung, dass Emotionen einen Sinn haben könnten, allerdings noch nicht auf den Menschen übertragen (Darwin 1872).

Die erste ausgearbeitete Theorie dazu bildete William James, wobei Carl Georg Lange ebenfalls an eine ähnliche Theorie gleichzeitig und unabhängig von James entwickelte. Es war eine Theorie, bei welcher angenommen wurde, dass Emotionen anhand von Körpervorgängen ablesbar sind (James 1894). Auf die Theorie von James wird in dieser Arbeit allerdings nicht näher eingegangen, da diese inzwischen als widerlegt gilt.

Antonio Damasio griff die Theorie von James und Lange auf und arbeitete an dieser weiter. Seine Kernaussage hierbei lautet, dass Emotionen das Verhalten regulieren, auch wenn diese nicht bewusst erlebt bzw. wahrgenommen werden. Beispielsweise verändert sich die Körperreaktion von Personen, denen für 50 Millisekunden das Bild einer Spinne gezeigt wird, obwohl die Spinne in dieser Zeit nicht bewusst wahrgenommen wurde (Damasio 1999). Dies belegte Joseph LeDoux, indem er feststellte, dass es im Gehirn einen kürzeren und einen längeren neuronalen Schaltkreis für Angst gibt. Der erstere ist schneller und dafür fehleranfälliger, der letztere ist langsamer und dafür genauer (LeDoux 1998).

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Gehirn und Emotionen
Untertitel
Literaturforschung über den Status Quo
Hochschule
Wirtschaftsuniversität Wien  (Wirtschaftspädagogik)
Veranstaltung
Wirtschaftspädagogik
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V423908
ISBN (eBook)
9783668692176
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gehirn, emotionen, literaturforschung, status
Arbeit zitieren
Alexander Lang (Autor:in), 2018, Gehirn und Emotionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423908

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