Gewinnorientierte Unternehmen und Non-Profit-Organisationen stehen nicht unverbunden nebeneinander, sondern kooperieren vielfach – mal von Fall zu Fall, mal in institutionalisierter, auf Dauer ausgelegter Form, mal sind sie symbiotisch miteinander verwachsen. Erträge aus unternehmerischer Tätigkeit können in solchen Kooperationen gemeinnützigen Zwecken zufließen, umgekehrt kann aber auch ein gemeinnütziger Eigentümer gerade die unternehmerische Unabhängigkeit eines Unternehmens ermöglichen wie etwa bei der FAZIT-Stiftung, der die Mehrheit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gehört. Für beide Seiten einer solchen Kooperation geht die gewählte Kooperationsform mit spezischen Chancen und Risiken einher. Gründe, Formen und Risiken solcher Kooperationsformen aufzuarbeiten ist vor diesem Hintergrund aktuell, ökonomisch relevant und anspruchsvoll.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Aufbau der Arbeit
2 For-Profit Unternehmen
2.1 Definition
2.2 Rechtsformen und Merkmale
2.2.1 Gesellschaft bürgerlichen Rechts
2.2.2 Gesellschaft mit beschränkter Haftung
2.2.3 Kommanditgesellschaft
2.2.4 Aktiengesellschaft
2.2.5 Eingetragene Genossenschaft
2.3 Kombination von Rechtsformen
3 Non-Profit Organisationen
3.1 Definition
3.2 Typologien des Non-Profit Sektors
3.3 Abgrenzung zu Profit- Organisationen, Staat und Öffentlichkeit
3.4 Bedeutung
3.5 Voraussetzung der Gemeinnützigkeit
3.6 Organisationsformen
3.6.1 gGbR
3.6.2 gGmbH
3.6.3 gAG
3.6.4 geG
3.6.5 Stiftungen
3.6.6 Eingetragener Verband
4 Stiftungen
4.1 Selbstständige (rechtsfähige) Stiftung des privaten Rechts
4.2 Unselbstständige (treuhänderische) Stiftung des privaten Rechts
4.3 Öffentlich-rechtliche Stiftung
4.4 Kirchliche Stiftung
4.5 Kommunale Stiftung
4.6 Familienstiftung
4.7 Unternehmensverbundene Stiftung
4.8 Bürgerstiftung
5 Kooperationen zwischen dem For-Profit Sektor und dem Non-Profit Sektor
5.1 Kooperationsgründe
5.2. Kooperationstypen
5.2.1 Philanthropische Kooperation
5.2.2 Transaktionale Kooperation
5.2.3 Integrative Kooperation
5.2.4 Einordnung der Kooperationstypen
5.3 Kooperationsinstrumente
5.3.1 Corporate Citizenship
5.3.1.1 Corporate Giving
5.3.1.2 Corporate Volunteering
5.3.1.3 Corporate Foundations
5.3.2 Corporate Social Responsibility
5.4 Abgrenzung von Corporate Citizenship und Corporate Social Responsibility
5.5 Win-Win Potenziale
5.6 Risiken
6 Die Robert Bosch Stiftung
6.1 Historischer Hintergrund
6.2 Struktur
6.3 Zweck und Ziele
6.4 Zahlen und Fakten
7 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Gestaltungsmöglichkeiten von intersektoralen Kooperationen zwischen profitorientierten Unternehmen und Non-Profit-Organisationen. Sie zielt darauf ab, die verschiedenen Organisationsformen beider Sektoren zu beleuchten, Synergien durch Partnerschaften zu identifizieren und Risiken sowie strategische Instrumente wie Corporate Citizenship und Corporate Social Responsibility kritisch zu analysieren.
- Rechtliche und organisatorische Grundlagen von For-Profit-Unternehmen und Non-Profit-Organisationen
- Differenzierung der Stiftungsarten und deren Rolle im gemeinnützigen Sektor
- Kategorisierung von Kooperationstypen zwischen Wirtschaft und Non-Profit-Sektor
- Analyse der Kooperationsinstrumente Corporate Citizenship und Corporate Social Responsibility
- Fallstudie zur Robert Bosch Stiftung als Beispiel für eine gelungene intersektorale Kooperation
Auszug aus dem Buch
5.3.1 Corporate Citizenship
Corporate Citizenship kann laut Backhaus-Maul et al. als „freiwilliges, selbstverständliches und im jeweiligen unternehmerischen Eigeninteresse begründetes gesellschaftliches Engagement von Unternehmen, das über die unmittelbare Sphäre des Wirtschaftens hinausgeht [...]“, beschrieben werden. Nützlich ist auch eine Vergegenwärtigung des englischen Begriffs Corporate Citizenship, der als „bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen“ übersetzt werden kann. Zum einen ist mit Corporate Citizenship das gemeinwohlorientierte Engagement von Privatpersonen durch beispielsweise eine Übernahme von Ehrenämtern gemeint. Zum anderen verbirgt sich hinter Corporate Citizenship das Engagement von Unternehmern bzw. Unternehmen, die sich als Teil der Unternehmensidentität und unabhängig von dem entsprechenden Management gemeinwohlorientiert engagieren. Ein bedeutender Bestandteil von Corporate Citizenship ist somit, dass die Firma als „Unternehmensbürger“ aktiv als Mitglied des Gemeinwesens teilnimmt. Erst durch das Selbstverständnis eines „guten Staatsbürgers“ kann ein bürgerliches Engagement seitens des Unternehmens realisiert werden.
Zumeist bezieht sich der Ansatz des Corporate Citizenship auf ein regionales Engagement von Unternehmen. Allerdings wachsen die Ansprüche an Unternehmen mit ihrer Größe. So wird bei internationalen Firmen auch oftmals von „Good global citizens“ gesprochen, da diese Unternehmen meist in Entwicklungs- und Schwellenländern tätig sind.
Corporate Citizenship wird nicht reguliert, da das unternehmerische Engagement auf einer freiwilligen Basis beruht. Auch entwickeln Unternehmen durchgehend neue Instrumente, welche den entsprechenden Umständen oder gesellschaftlichen Problemen entgegenwirken sollen. Grundsätzlich lässt sich unternehmerisches Engagement in eines der drei Instrumente Corporate Giving, Corporate Volunteering oder Corporate Fundation einordnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz der Zusammenarbeit zwischen Profit- und Non-Profit-Sektor sowie Darlegung des Aufbaus der Masterarbeit.
2 For-Profit Unternehmen: Definition von Profit-Organisationen und detaillierte Betrachtung der verschiedenen Rechtsformen wie GmbH, KG oder Aktiengesellschaft sowie deren Kombination.
3 Non-Profit Organisationen: Definition und Typologisierung des dritten Sektors, Abgrenzung zu Markt und Staat sowie Vorstellung gängiger Organisationsformen.
4 Stiftungen: Vertiefende Analyse der theoretischen und rechtlichen Grundlagen verschiedener Stiftungsformen in Deutschland.
5 Kooperationen zwischen dem For-Profit Sektor und dem Non-Profit Sektor: Beschreibung der Gründe, Typen und Instrumente für intersektorale Partnerschaften sowie deren Risiken und Win-Win-Potenziale.
6 Die Robert Bosch Stiftung: Praxisbeispiel einer vorbildlichen, auf einer Doppelstiftung basierenden intersektoralen Kooperation.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Evaluation der Bedeutung des Themas und Einschätzung zukünftiger Entwicklungen im Zusammenwirken der Sektoren.
Schlüsselwörter
Kooperation, Non-Profit-Organisation, For-Profit-Unternehmen, Stiftung, Corporate Citizenship, Corporate Social Responsibility, Gemeinnützigkeit, Rechtsformen, Intersektorale Partnerschaft, Wirtschaft, Gesellschaft, Philanthropie, Unternehmensethik, Corporate Giving, Corporate Volunteering.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Zusammenwirken von Unternehmen und Non-Profit-Organisationen, analysiert deren Rechtsformen, Organisationsstrukturen und untersucht, wie intersektorale Kooperationen gestaltet werden können.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Struktur des Non-Profit-Sektors, die verschiedenen Ausprägungen von Stiftungen, die theoretische Fundierung von Kooperationsmodellen sowie die praktischen Instrumente, mit denen Unternehmen soziale Verantwortung übernehmen können.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, die Gründe für Kooperationen zwischen Profit- und Non-Profit-Sektor zu analysieren und ein Verständnis für die Formen, Potenziale und Risiken dieser intersektoralen Partnerschaften zu entwickeln.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden in der Arbeit Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Analyse gesetzlicher Rahmenbedingungen (wie Abgabenordnung und GmbH-Gesetz) und der deskriptiven Darstellung von Modellen (z.B. Kooperationsstufen nach Austin) sowie einem praxisnahen Fallbeispiel.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Sektoren, eine detaillierte Betrachtung von Stiftungsarten sowie eine fundierte Analyse von Kooperationsinstrumenten wie Corporate Giving, Volunteering und dem Corporate Social Responsibility-Konzept.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am treffendsten?
Wichtige Begriffe sind Kooperation, Stiftungsrecht, Gemeinnützigkeit, Corporate Citizenship, Corporate Social Responsibility, intersektorale Allianzen und Win-Win-Potenziale.
Was macht die Robert Bosch Stiftung zu einem besonderen Fallbeispiel in der Arbeit?
Die Arbeit nutzt die Robert Bosch Stiftung als exzellentes Beispiel für eine "Doppelstiftung", die in der Lage ist, den unternehmerischen Bereich effizient vom gemeinnützigen Zweck zu trennen, während sie gleichzeitig eine massive gesellschaftliche Förderung leistet.
Worin liegen laut der Autorin die größten Risiken bei Kooperationen?
Zu den genannten Risiken zählen eine potenzielle Abhängigkeit der NPO, Zielkonflikte durch unterschiedliche Organisationslogiken, mangelnde Offenheit zwischen den Partnern sowie die Gefahr eines Imageschadens, falls die Öffentlichkeit die Kooperation kritisch oder als käuflich wahrnimmt.
- Quote paper
- Dieter Neumann (Author), Dorina Gscheidle (Author), 2018, Der Profit- und Non-Profit Sektor. Gründe, Formen und Risiken einer Kooperation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423953