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Verheiratet mit einem Seebären. Ein historischer Rückblick auf die Ehefrau des Seemanns im 19. Jahrhundert, mit einem Ausblick auf das 20. Jahrhundert

Titel: Verheiratet mit einem Seebären. Ein historischer Rückblick auf die Ehefrau des Seemanns im 19. Jahrhundert, mit einem Ausblick auf das 20. Jahrhundert

Hausarbeit , 2010 , 26 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: M.A. Florina Jurca (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Volkskunde erforscht und deutet seit dem Beginn der Moderne, das überwiegend auf das 18. Jahrhundert datiert wird, kulturelle Phänomene, wie Sagen, Märchen oder Bräuche. In Deutschland wurde diese Forschungsrichtung aber erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, durch das 1889 eröffnete Museum für deutsche Volkskunde in Berlin und den 1891 gegründeten Verein für Volkskunde, institutionalisiert. Infolgedessen wurde der Forschungsbereich auch auf ethnische Minderheiten innerhalb des eigenen Staatsgebiets, wie beispielsweise die Hafenbevölkerung, ausgedehnt. Zunächst wurden überwiegend äußerliche Zeichen, insbesondere bei Seeleuten, untersucht. Darunter fielen die Seemannskleidung oder die Seemannstätowierungen. Die Seemannsehe oder, allgemeiner gefasst, die Beziehungen der Seeleute zu Frauen, blieben dabei überwiegend unberücksichtigt. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts, seitdem sich die Volkskunde als eine Kulturwissenschaft versteht, wurde der Untersuchungsbereich ausgedehnt, sodass nunmehr der gesamte Lebenszusammenhang einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe in die Forschung einfließt.

Nach der Erweiterung des Forschungsgebietes wurden einige interessante Arbeiten veröffentlicht, die sich mit dem Thema der maritimen Volkskultur beschäftigten. Zu nennen wären einige Untersuchungen von Wolfgang Rudolph zur maritimen Kultur und Bilderwelt. 1997 veröffentlichte Christine Keitsch ihre Studie Frauen zur See, in der sie sich mit den weiblichen Arbeitskräften an Bord vor und nach 1945 beschäftigte. Im Rahmen der genannten Arbeiten wurde auch das Thema von der Seemanns(ehe)frau umrissen. Doch den bislang bekanntesten und umfangreichsten Beitrag zu diesem Untersuchungsgegenstand lieferte Henning Henningsen im Jahre 1987 mit seinem Buch "Der Seemann und die Frau". Henningsen befasst sich hierin nicht nur mit der Seemannsehefrau, sondern übergreifend auch mit Themen, wie Frauen in der Namens- und Bilderwelt der Schifffahrt, Frauen an Bord oder Frauen im Hafen in der Zeit der Segelschifffahrt.

An dieser Stelle knüpft diese Arbeit an und versucht die Beschreibung der Seemannsehe aus Sicht der Frau temporal auszudehnen. Dementsprechend werden themenbezogene Aspekte aus dem 19. Jahrhundert beleuchtet. Da jede Ehe verschieden abläuft, insbesondere im Hinblick auf unterschiedliche soziale Schichten, werden mehrere Gesichtspunkte erläutert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Hinführung und Zielsetzung

B. Die Frau des Seemanns im 19. Jahrhundert

1) Brautwerbung, Verlobung und Hochzeit

2) Die Frau des Seemanns daheim

3) Die Frau des Seemanns an Bord

C. Ausblick auf das Leben der Seemannsfrau im 20. Jahrhundert

D. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebensumstände und die Rolle der Seemannsehefrau im 19. Jahrhundert, mit einem vergleichenden Ausblick auf die Entwicklungen im 20. Jahrhundert. Dabei liegt der Fokus auf der soziokulturellen Belastung, der notwendigen Selbstständigkeit der Frauen sowie den Auswirkungen des technischen und gesellschaftlichen Wandels auf die Ehe und das Familienleben.

  • Traditionen und Bräuche in Brautwerbung und Hochzeitszeremonien des 19. Jahrhunderts
  • Die Rolle der Ehefrau als Alleinverantwortliche für Haushalt und Familie während der Abwesenheit des Ehemanns
  • Herausforderungen und Möglichkeiten der Mitreise von Ehefrauen an Bord von Schiffen
  • Einfluss des technischen Fortschritts, der Industrialisierung und moderner Kommunikation auf die Ehe von Seefahrenden

Auszug aus dem Buch

Die Frau des Seemanns daheim

Da der Seemann bestenfalls einige Monate im Jahr zu Hause bei seiner Familie war, wurden Seemannsehen häufig als ‚Besuchsehen’ bezeichnet. War der Seemann auf langer Fahrt, weil es dafür eine größere Heuer gab, dann konnte er sogar einige Jahre abwesend sein, wenn er nicht auf See verunglückte. Von dem Kapitän N.P. Petersen ist bekannt, „daß er 8 Jahre mit seiner Frau verheiratet war, aber daß sie in der Zeit alles in allem nur wenige Monate zusammen verbrachten, und zwar auf kurze Besuche verteilt“. Dennoch muss betont werden, dass es insgesamt nur wenige Scheidungen gab. Einerseits mag es daran liegen, dass es besonders im 19. Jahrhundert als verwerflich galt, wenn die Frau sich von ihrem Ehemann scheiden ließ. Andererseits wusste die Ehefrau schon im Vorfeld, worauf sie sich einließ.

Die Rollen in der Seemannsehe waren besonders im 19. Jahrhundert klar verteilt. In der Regel galt es für den Mann draußen auf See Geld zu verdienen. War er, zum Beispiel in der Winterzeit, zuhause, musste er zudem das Haus oder die Wohnung instand setzen. Da der Ehemann aber eher selten daheim war, verpasste er häufig wichtige Lebensabschnitte oder Feste der Familienmitglieder, wie Taufen, Konfirmationen oder Begräbnisse. Aufgrund dessen war er für die Familie oft so etwas wie ein gern gesehener Gast, aber kein festes Familienmitglied. Denn bedingt durch seine Abwesenheit, übernahm die Frau das ganze Kommando im Haus.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Hinführung und Zielsetzung: Das Kapitel verortet das Thema in der volkskundlichen Forschung und definiert die Absicht, die Seemannsehe im 19. Jahrhundert und den Wandel zum 20. Jahrhundert zu beleuchten.

B. Die Frau des Seemanns im 19. Jahrhundert: Diese Sektion analysiert die sozialen und kulturellen Aspekte der Seemannsehe, von der Brautwerbung über die Herausforderungen des Alltags an Land bis hin zu den restriktiven Bedingungen für Frauen an Bord.

C. Ausblick auf das Leben der Seemannsfrau im 20. Jahrhundert: Der Abschnitt diskutiert, wie technischer Fortschritt, Industrialisierung und verbesserte Kommunikation die Lebensbedingungen der Ehepaare im 20. Jahrhundert verändert haben.

D. Abschließende Betrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über die Belastungen, die nötige Resilienz der Seemannsfrauen und die allgemeine Entwicklung des Familienlebens in diesem speziellen Berufsstand zusammen.

Schlüsselwörter

Seemannsehe, Seemannsfrau, 19. Jahrhundert, maritime Volkskunde, Ehealltag, Seefahrt, soziale Rolle, Industrialisierung, Kapitän, Seemannsfamilie, Frauenarbeit an Bord, Kommunikation, technischer Wandel, Hauswirtschaft, Familiengeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Leben der Ehefrau von Seeleuten im 19. Jahrhundert, ihre Rolle in der Gesellschaft und wie sich die Eheverhältnisse unter dem Einfluss des Berufsstandes des Mannes entwickelten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen Brautwerbung und Hochzeitsbräuche, die Alleinverantwortung der Frau zu Hause, die Möglichkeiten und Beschränkungen der Frauen an Bord sowie der Wandel der Lebensbedingungen im 20. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen kulturellen Beitrag zur Erforschung des bislang wenig beachteten Themenfeldes der Seemannsehe zu leisten und die soziokulturelle Entwicklung dieses Lebensmodells aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert primär auf einer Literatur- und Quellenanalyse, wobei sie sich insbesondere an den Arbeiten von Henning Henningsen und anderen maritimen Experten orientiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Alltagslebens im 19. Jahrhundert (an Land und an Bord) sowie einen vergleichenden Ausblick auf die Veränderungen durch den technischen und sozialen Fortschritt im 20. Jahrhundert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Seemannsehe, maritime Volkskultur, Alleinverantwortung der Frau, technischer Wandel in der Schifffahrt und soziale Isolation.

Welche Rolle spielten Minnegaben im 19. Jahrhundert?

Minnegaben waren handgefertigte Volkskunstobjekte, die als Liebesbeweis dienten; ihre Annahme durch die Frau signalisierte die offizielle Zusage zum Heiratsantrag.

Warum war das Leben für Frauen an Bord im 19. Jahrhundert so schwierig?

Frauen galten bei Seeleuten oft als Unglücksbringer; zudem herrschte Platzmangel, und die Anwesenheit von Frauen wurde von Reedern oft abgelehnt, da sie fürchteten, die Kapitäne könnten vom Wohlergehen ihrer Frauen abgelenkt werden.

Wie veränderte die Telekommunikation die Seemannsehe im 20. Jahrhundert?

Technologien wie Seefunk, Satellitentelefonie und später E-Mail ermöglichten einen regelmäßigeren Austausch und reduzierten die quälende Ungewissheit der Frauen über das Befinden ihrer Männer auf hoher See.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verheiratet mit einem Seebären. Ein historischer Rückblick auf die Ehefrau des Seemanns im 19. Jahrhundert, mit einem Ausblick auf das 20. Jahrhundert
Hochschule
Universität Rostock
Veranstaltung
Frauen im Seemannsleben – an Bord, im Hafen, Daheim
Note
1,7
Autor
M.A. Florina Jurca (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
26
Katalognummer
V423954
ISBN (eBook)
9783668694859
ISBN (Buch)
9783668694866
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verheiratet seebären rückblick ehefrau seemanns jahrhundert ausblick
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Florina Jurca (Autor:in), 2010, Verheiratet mit einem Seebären. Ein historischer Rückblick auf die Ehefrau des Seemanns im 19. Jahrhundert, mit einem Ausblick auf das 20. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423954
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Leseprobe aus  26  Seiten
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