Der Flugverkehr und der Klimawandel. Auswirkungen, Zukunftsmodelle und Alternativen


Facharbeit (Schule), 2012

46 Seiten, Note: 1,25

Andreas Stadler (Autor)


Leseprobe

1
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Die Entwicklung des Flugverkehrs
III. Der Flugverkehr und die globale Erwärmung
1. Zahlen und Fakten
2. Schadstoffemissionen des Flugverkehrs und deren Folgen
3. Anteil des Flugverkehrs an der globalen Erwärmung
IV. Gründe für einen Wandel
V. Zukunft des Flugverkehrs
1. Prognosen für die zukünftige Entwicklung des Flugverkehrs
2. Zukünftige Flugtechniken
a) Biokerosin
b) Wasserstoffflugzeuge
c) Das ZEHST (Zero Emission High Speed Transport)
VI. Alternativen zum Flugverkehr
1. Schienenverkehr
2. Schiffsverkehr
3. Straßenverkehr
4. Vernetzte Welt
a) Digitale Datenübertragung
b) Videokonferenzen
VII. Fazit
VIII. Quellenverzeichnis

2
I. Einleitung
,,Den Wunsch vom Fliegen haben wir von unseren Vorfahren geerbt, die ...
die frei ... auf den unendlichen Bahnen der Lüfte ... schwebenden Vögel
neidisch betrachteten"
1
(Zitat von Wilbur Wright)
Die Menschen waren schon immer vom Fliegen fasziniert. Anfangs dachten
sie aber nicht an Motorenflugzeuge, die mehrere tausend Kilometer von
einem Ort zum anderen fliegen können und dabei mit Geschwindigkeiten von
bis zu 1000 km/h oder sogar mehr unterwegs sind. Sie dachten an etwas
ganz Natürliches, das ihnen jeden Tag begegnet: die Vögel. Vögel können
von Natur aus fliegen und die Menschen wollten dies nachahmen.
Von diesem Traum zeugen auch viele Mythen und Legenden, so auch die
Sage von Daidalos und Ikaros.
2
Daidalos war ein ein griechischer Bildhauer und erlangte durch sein
außergewöhnliches Talent großen Ruhm. In seiner Werkstatt arbeitete sein
Neffe Talos als Lehrling, der von Daidalos das Handwerk beigebracht bekam.
Bald schaffte es jedoch Talos Daidalos an Talent zu überholen. Daraufhin
stieß Daidalos seinen Neffen von der Akropolis aus in den Tod.
Er wurde für diese Tat vom Gericht Areopag verurteilt, König Minos von Kreta
nahm ihn aber auf, damit er beim Bau seines prachtvollen Palastes helfen
sollte. Daidalos leistete der Königin während seines Aufenthalts in Kreta Hilfe
zum Ehebruch und sollte von Minos dafür hart bestraft werden. Minos
kontrollierte daraufhin also alle Schiffe, damit niemand mehr unkontrolliert
Kreta verlassen konnte.
Daraufhin versuchte Daidalos den Vogelflug nachzuahmen, um auf dem
Luftweg Kreta zu verlassen. Er fertigte also zwei Paar Flügel aus Federn und
Wachs an. Ein Paar war für seinen Sohn Ikaros bestimmt, das andere Paar
für ihn selbst. Somit flogen beide von Kreta weg. Ikaros wurde von der
Begeisterung des Fliegens so mitgenommen, dass er zu hoch flog und das
Wachs schmolz. Er stürzte ab und ertrank im Meer. Daidalos hingegen flog
weiter und erreichte Sizilien, wo er den Rest seines Lebens verbrachte und
weitere archetektonische Meisterwerke vollbrachte.
3
1
R.G. Grant: Fliegen. Die Geschichte der Luftfahrt. München 2008. Seite 10
2
vgl. R.G. Grant: Fliegen. Die Geschichte der Luftfahrt. München 2008. Seite 10
3
vgl.
http://www.abettergreece.com/German%20Daidalos.html

3
Nicht nur in Sagen und Mythen, sondern auch im wirklichen Leben wollten
viele Menschen die Vögel nachahmen und fliegen. Die Faszination ging sogar
soweit, dass Menschen, sog. ,,Turmspringer", sich mit improvisierten Flügeln
und ihrem festen Glauben, dass sie fliegen können, in die Tiefe stürzten.
4
Doch das Fliegen war und ist nicht nur Abenteuerlust und Faszination,
sondern es hat das Leben der Menschen auf vielfältige Weise revolutioniert.
So braucht man mit einem Airbus A321-100/200 der Lufthansa von Frankfurt
nach Istanbul heutzutage 2 Stunden und 50 Minuten.
5
Mit der Bahn hingegen ist man auf dieser Strecke 43 Stunden und 56 Minuten
unterwegs.
6
Und man möchte sich gar nicht vorstellen, wie lange Menschen
vor der industriellen Revolution mit Pferdefuhrwerken für diese Strecke
gebraucht hätten. Klar ist also, der Flugverkehr bringt dem Menschen einen
unglaublichen zeitlichen Gewinn auf dem Weg von einem Ort zum anderen.
Er bringt aber den Menschen nicht nur in Bezug auf schnelles Reisen im
Personentransport große Vorteile. Durch den Flugverkehr wird ein weltweites
preiswertes Reisen auch für den ,,Durchschnittsbürger" möglich. Außerdem
bietet der dadurch entstehende Ferntourismus eine Einnahmequelle für
ärmere Länder
7
. Menschen können in Notsituationen schneller gerettet
werden und Waren können schnell von einem Ort zum anderen transportiert
werden. Auch Kriege können durch Flugzeuge einfacher und effizienter
geführt werden.
Somit ist der Luftverkehr, u.a. auch als Folge der Globalisierung, heute auf
interkontinentaler Ebene nicht mehr wegzudenken und nicht durch ein
vergleichbar schnelles Verkehrsmittel zu ersetzen.
7
Doch trotz all dieser Neuerungen, die der Flugverkehr der Menschheit
gebracht hat, muss man sich die Frage stellen, ob der Flugverkehr nicht auf
irgendeine Weise doch negative Auswirkungen hat.
Dieses Thema möchte ich in meiner Seminararbeit näher behandeln und
möchte darauf eingehen, welche ökologischen Konsequenzen der
Luftverkehr in Bezug auf den Klimawandel hat und wie sich diesbezüglich der
Flugverkehr in Zukunft vielleicht entwickeln wird.
4
vgl. R.G. Grant: Fliegen. Die Geschichte der Luftfahrt. München 2008. Seite 10
5
vgl. http://www.lufthansa.com/de/de/Online-Flugplan
6
vgl. http://reiseauskunft.bahn.de/
7
vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Luftverkehr

4
Zuerst jedoch möchte ich darauf eingehen, wie sich der Flugverkehr im Laufe
der Zeit entwickelt hat.
II. Die Entwicklung des Flugverkehrs
Die ersten gelungenen Flugversuche mit einem Motorflugzeug gehen auf die
Gebrüder Wright zurück. Zwischen 1903 und 1905 absolvierten diese 124
Flüge, von denen der längste 38 Minuten dauerte. Alle anderen Flugversuche
früherer Zeit erreichten nur wenige Sekunden in der Luft oder scheiterten
komplett und können deshlab nicht wirklich als Flugversuche bezeichnet
werden. Deshalb können die Gebrüder Wright als die Pioniere der
motorisierten Luftfahrt bezeichnet werden.
8
,,Bisher habe ich nie richtig gelebt! ... In der Luft fühlt man die Herrlichkeit, ein
Mensch zu sein und die Elemente zu erobern. Eine vorzügliche Weichheit der
Bewegungen, die Freude des Gleitens durch den Raum."
9
Dieses Zitat vom italienischen Schriftsteller Gabriele d'Annunzio zeigt, dass
das Fliegen nach den Pionierflügen der Gebrüder Wright immer mehr zur
Mode geworden ist und die Medien berichteten immer wieder von neuen
Flugherausforderungen wie Blériots Flug über den Ärmelkanal 1909 oder das
Wettrennen des Kunstfliegers Lincoln Beachey, bei dem ein Flugzeug mit
einem Rennwagen um die Wette flog. Bei all diesen Herausforderungen kam
es immer zu einem großen medialen Interesse, sodass das Fliegen bald
international bekannt und populär wurde.
10
Im Zuge des 1. Weltkriegs kam es nun zu einem neuen Einsatzgebiet der
Luftfahrt. Um kriegerisch effizienter arbeiten zu können, wurden Flugzeuge
als Aufklärungs-, Angriffs-, Jagd- und Bombenflugzeug weiterentwickelt.
Dabei nahm die Leistungsfähigkeit der Flugzeugzelle, der Motoren und der
Propeller drastisch zu.
11
In der Nachkriegszeit wurde schließlich daran gearbeitet, eine
Luftfahrtindustrie aufzubauen, die den bestehenden Flugzeugen eine
geeignete Infrastruktur leisten sollte. Daraus resultierte nun auch, dass immer
mehr Menschen in der Luftfahrtsbranche Arbeit fanden. Gegen Ende des
Zweiten Weltkriegs arbeiteten in Deutschland schon rund 190 000 Personen
und in Frankreich sogar rund 300 000 Personen in der Luftfahrtindustrie.
11
8
vgl. R.G. Grant: Fliegen. Die Geschichte der Luftfahrt. München 2008. Seite 36
9
R.G. Grant: Fliegen. Die Geschichte der Luftfahrt. München 2008. Seite 38
10
vgl. R.G. Grant: Fliegen. Die Geschichte der Luftfahrt. München 2008. Seite 38f.
11
vgl.
http://www.luftfahrt.net/magazin/geschichte-der-luftfahrt.html

5
Zu diesem Zeitpunkt waren schon 200 000 Flugzeuge konstruiert, wobei
Frankreich gefolgt von Großbritannien und Deutschland dabei eine Hauptrolle
einnahm.
12
Trotz der wirtschaftlichen Depression in der Nachkriegszeit versuchte man
schließlich in den folgenden Jahren einen Luftverkehr um die ganze Welt
aufzubauen. So wurde die erste internationale Strecke am 22. März 1919 von
der französischen Gesellschaft Lignes Aériennes Farman von Paris nach
Brüssel beflogen, 1926 wurde die Deutsche Lufthansa gegründet, die national
und international kooperierte, und auch interkontinental gewann der
Flugverkehr zuerst vor Allem auf der Strecke von Europa nach Nordamerika
schnell an Bedeutung.
12
Vor Allem in den 1930er Jahren wurde schließlich die Flugtechnik verbessert
und verfeinert, sodass immer weiter, immer mehr und immer schneller sowohl
auf ziviler als auch auf militärischer Basis geflogen werden konnte.
Was sich schon im 1. Weltkrieg abgezeichnet hatte, wurde schließlich durch
den 2. Weltkrieg bestätigt: Flugzeuge bekamen eine immer größere
kriegerische Bedeutung. Somit erhielt der Krieg eine bis dahin noch
unbekannte Dimension des Schreckens. Es kamen hunderttausende
Zivilisten bei Bombenangriffen ums Leben und zahlreiche Kulturgüter wurden
durch den Flugzeugeinsatz im Krieg zerstört.
12
In der Nachkriegszeit ist nun ein weltumspannendes Luftverkehrsnetz mit
Flugplätzen, Funk- und Flugsicherungsanlagen entstanden. Dies führte 1957
schließlich dazu, dass der Schiffsverkehr auf der Atlantikstrecke von Europa
und Amerika, die zunächst die wichtigste Verbindung im Flugverkehr
darstellte, vom Flugverkehr überrundet wurde.
12
Am Ende der fünfziger Jahre kam es nun zu einer neuen, wichtigen Änderung
im Flugverkehr. Es kamen die großen Jets wie Boeing 707, Douglas DC-8,
De Havilland CometIV oder Tupolev Tu104 auf den Markt. Der große
Unterschied bei diesen Flugzeugen bestand darin, dass sie nicht mehr wie
früher durch einen Propeller angetrieben wurden, sondern zum Antrieb große
Strahltriebwerke hatten, wie man sie von den Passagierflugzeugen aus
heutiger Zeit kennt.
12
12
vgl. http://www.luftfahrt.net/magazin/geschichte-der-luftfahrt.html

6
Diese neue Technik hatte schließlich zur Konsequenz, dass die Flugzeuge
deutlich schneller unterwegs waren und deren Leistung und Größe auch um
einiges gesteigert werden konnte.
13
Um 1969 wurde schließlich die Concorde in Betrieb genommen, die mit
zweifacher Schallgeschwindigkeit von Paris nach New York flog.
Die neuen technischen Errungenschaften führten schließlich dazu, dass der
Flugverkehr immer mehr auch zu touristischen Zwecken und zu
Geschäftsreisen benutzt wurde. Um der stark steigenden Nachfrage gerecht
zu werden, entwickelte man Großraumflugzeuge wie die Boeing 747, die bis
zu 480 Passagiere transportieren konnte
14
, oder die Douglas DC10, die bis zu
380 Passagiere aufnehmen konnte
15
.
13
Zum Verständnis der folgenden Statistiken müssen erst einmal 2 wichtige
Begriffe geklärt werden.
1. Passagierkilometer:
Unter Passagierkilometer versteht man ,,das Produkt aus der Zahl der
Passagiere multipliziert mit der geflogenen Entfernung."
16
2. Tonnenkilometer:
Unter Tonnenkilometer versteht man ,,das Produkt aus dem Gewicht
der beförderten Güter und der Versandentfernung."
17
Der Flugverkehr nahm in den folgenden Jahrzehnten zahlenmäßig immer
mehr zu. Im Zeitraum von 1982 bis 1995 ist das Fluggastaufkommen um 70%
auf 1,3 Mrd. Passagiere im Jahr 1995 gestiegen.
18
Im Vergleich dazu: 1995
lebten etwa 5,6 Mrd. Menschen auf der Erde.
19
Außerdem hat sich in diesem Zeitraum die Personenverkehrsleistung auf
2230 Mrd. Passagierkilometer verdoppelt. Noch stärker war die Zunahme im
Güterverkehr. 1982 waren es 31 Mrd. Tonnenkilometer und 1995 bereits 84
Mrd.
16
Folgende Schaubilder sollen die genannten Daten veranschaulichen:
13
vgl. http://www.luftfahrt.net/magazin/geschichte-der-luftfahrt.html
14
vgl. http://www.flugzeuginfo.net/acdata_php/acdata_7471_dt.php
15
vgl. http://www.sphynx.de/html/dc-10.html
16
http://www.aerosecure.de/lexikon/passagierkilometer.php
17
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/tonnenkilometer-tkm.html
18
vgl. http://www.umweltdaten.de/verkehr/downloads/entwflug.pdf
19
vgl. http://www.payer.de/entwicklung/entw231.htm

7
19
19
http://www.umweltdaten.de/verkehr/downloads/entwflug.pdf

8
Dieser Trend setzte sich auch nach 1995 bis zum heutigen Tag fort.
Folgendes Schaubild soll die Entwicklung der Passagierkilometer
repräsentativ für die Passagierluftfahrt und die Entwicklung der
Tonnenkilometer repräsentativ für die Frachtluftfahrt verdeutlichen.
20
Man kann also sagen, dass keine andere Verkehrsart so stark wächst wie der
Flugverkehr.
21
20
http://berichte.lufthansa.com/2010/gb/bilder/img/056b_de.png
21
vgl.
http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/flugverkehr_klima.pdf

9
III. Der Flugverkehr und die globale Erwärmung
1. Zahlen und Fakten
Der Flugverkehr emittiert jährlich 600 Millionen Tonnen CO
2
(2006). Das
entspricht 2 % der gesamten jährlichen CO
2
­ Emissionen und 12 % der
jährlichen CO
2
­ Emissionen des Transportwesens.
22
Es ist davon auszugehen, dass die Emissionen des Flugverkehrs sowohl
an CO
2
als auch an Stickstoffoxiden (NO
x
) in den nächsten Jahren
zunehmen. Folgendes Schaubild veranschaulicht das.
23
Wenn man den Flugverkehr mit anderen Verkehrsmitteln in Bezug auf
Emissionen vergleicht, erkennt man schnell, dass der Flugverkehr auf
gleicher Strecke deutlich mehr emittiert als andere Verkehrsmittel. In den
folgenden Schaubildern möchte ich dieses Phänomen an der Kurzstrecke
Berlin ­ Bonn verdeutlichen.
22
vgl.
http://legacy.icao.int/icao/en/env2010/Pubs/EnvReport2010/ICAO_EnvReport10-Ch1_en.pdf
23
http://www.umweltdaten.de/verkehr/downloads/emiflug.pdf
Ende der Leseprobe aus 46 Seiten

Details

Titel
Der Flugverkehr und der Klimawandel. Auswirkungen, Zukunftsmodelle und Alternativen
Note
1,25
Autor
Jahr
2012
Seiten
46
Katalognummer
V423976
ISBN (eBook)
9783668743755
ISBN (Buch)
9783668743762
Dateigröße
1077 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
flugverkehr, klimawandel, auswirkungen, zukunftsmodelle, alternativen
Arbeit zitieren
Andreas Stadler (Autor), 2012, Der Flugverkehr und der Klimawandel. Auswirkungen, Zukunftsmodelle und Alternativen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423976

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