Vergleich von Trinkwasserversorgung und -nutzung in Deutschland mit Fokus auf Rheinland-Pfalz und Bayern


Hausarbeit, 2015
20 Seiten, Note: 2,0
Andreas Stadler (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Trinkwasserdargebot und -nutzung in Deutschland
a. Uberblick uber das Wasserdargebot in Deutschland
b. Uberblick uber den Wasserbedarf und die Wassernutzung in Deutschland
c. Der WasserfuGabdruck

III. Trinkwasserdargebot und -nutzung in Brandenburg/Berlin und in Bayern
a. Uberblick
b. Regionale Besonderheiten
c. Vergleich zwischen Brandenburg und Bayern

IV. Fazit

Literaturverzeichnis

I. Einleitunq

Ohne Trinkwasser konnen Menschen nicht leben. Deshalb wurde am 28. Juli 2010 der Zugang zu sauberem Trinkwasser von den Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt. Diese Entscheidung hat zwar eher symbolischen Wert, weil das Recht auf sauberes Trinkwasser nicht einklagbar ist, aber dennoch ist es ein wichtiger Schritt, denn 884 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.1

Das zeigt, dass die Trinkwasserversorgung eine globale Problematik darstellt. In dieserArbeit soil nicht die globale Trinkwasserversorgung, sondern die Trinkwasserversorgung in Deutschland thematisiertwerden, in dem dieses Menschenrecht selbstverstandlich auch Anwendung findet. Da Deutschland zu den hochentwickelten Landern weltweit gehort, das sich zudem in einer Klimazone mit ganzjahrigen Niederschlagen befindet, geht es hierzulande weniger urn die eigentliche Trinkwasserversorgung der Bevolkerung, sondern vielmehr urn die Effizienz dieser. In dieserArbeit soil das Dargebot und die Nutzung von Trinkwasser in Deutschland naher unter die Lupe genommen werden und ein besonderer Fokus auf die Bundeslander Brandenburg/Berlin und Bayern gerichtet werden.

II. Trinkwasserdarqebot und -nutzung in Deutschland

Dieses Kapitel soil einen Uberblick uber das Dargebot und die Nutzung von Trinkwasser in der Bundesrepublik Deutschland geben. Dabei soil einerseits die raumliche Dimension naher beleuchtet werden andererseits soil auf den effizienten Umgang mit Trinkwasser (WasserfuGabdruck) aufmerksam gemacht werden. Ein kurzer internationaler Vergleich rundet das Kapitel ab.

a) Uberblick uber das Wasserdargebot in Deutschland

Das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland befindet sich in der gemaGigt humiden Klimazone. Die mittlerejahrliche Niederschlagshohe betragt 789 mm, wobei in den Mittelund Hochgebirgen mehr Niederschlag fallt als in den Tieflagen. AuGerdem ist tendenziell zu beobachten, dass die Niederschlage von West nach Ost abnehmen.2

Im Osten herrscht somit kontinentaleres Klima als im Westen.

Geographisch lasst sich Deutschland in drei Landschaftsformen gliedern: das norddeutsche Tiefland, der Mittelgebirgsstreifen und derAlpenraum.

Das norddeutsche Tiefland ist durch eine seenreiche hugelige Moranenlandschaft gepragt. Hier befinden sich viele Seen, Moore und Heideflachen. Der groGte See im norddeutschen Tiefland ist der Muritz mit 109,2 km2 Flache.

Der Mittelgebirgsrucken ist geomorphologisch in Gebirgshohen und Beckenlandschaften gegliedert. Hiergibt es einige Flusslandschaften (Main, Neckar, Mosel, Mittelrhein, etc.). GroGere Seen findet man hier landschaftsbedingt nicht. Weite sudlich schlieGt sich das Alpenvorland und die Alpen (nordliche Kalkalpen) an. Im Alpenvorland befindet sich eine Reihe an groGen Seen, die durch die Endmoranen der eiszeitlichen Gletscher aufgestaut werden (glaziale Serie). Darunter ist auch der groGte See Deutschlands, der Bodensee, mit einer Flache von 535,9 km2, der allerdings teilweise auch in Osterreich und der Schweiz liegt. Die nordlichen Kalkalpen zeichnen sich allgemein durch hohe Niederschlage aus. Hier befinden sich als permanente Wasserspeicher einige Bergseen (z.B. Konigssee) und kleinere Flusstaler.

Auch Talsperren und Stauseen existieren in Deutschland, die als Wasserspeicher und zur Energieversorgung genutzt werden. Aufgrund des Reliefs spielen allerdings Stauseen in den sudlich angrenzenden Nachbarlandern Osterreich und Schweiz eine groGere Rolle (z.B. Grande Dixence).

Die oberirdischen Gewasserwerden neben dem Niederschlag groGtenteils vom Grundwasser gespeist. Die groGten zusammenhangenden Grundwassergebiete befinden sich im Alpenvorland, dem Oberrheingraben und der norddeutschen Tiefebene.3

Abb. 1 gibt eine Ubersicht uber die Grundwasserverfugbarkeit auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Ubersicht uber die Grundwasserverfugbarkeit in Deutschland4

Deutschland hat ein verfugbares Wasserdargebot von 188 Mrd. m3. Somit ist Deutschland im internationalen Vergleich ein wasserreiches Land. Dennoch gibt es regional begrenzte Gebiete mit nur geringen nutzbaren Grundwasserund Oberflachenwasservorkommen. AuGerdem gibt es Regionen mit einer uberdurchschnittlich hohen Wassernachfrage aufgrund sehr hoher Bevolkerungsdichte. Dennoch kann der Wasserbedarf derzeit gedeckt werden, weil entsprechende Gewinnungsund Verteilungssysteme vorhanden sind.5 Nun gibt es 2 statistische GroGen, um das Wasserdargebot zu quantifizieren: Das interne Dargebot und das gesamte Dargebot.

Unter dem internen Dargebot versteht man die Differenz aus Niederschlag und Evapotranspiration. Die Evapotranspiration ist dabei Summe aus direkter Verdunstung (Evaporation) und Abgabe durch Pflanzen und Tiere (Transpiration).6 Unter dem gesamten Dargebot versteht man hingegen die Summe aus internem Dargebot und dem Zufluss von Wasser aus hoher gelegenen Landesteilen (Oberliegern). Das interne Dargebot liegt in Deutschland bei 321 mm/a und das gesamte Dargebot bei 652 mm/a.7

Des Weiteren lasst sich der Falkenmarklndikator definieren. Dieser gibt an, welche regenerativ verfugbare Wassermenge jahrlich einer Person eines Landes zur Verfugung versteht.8

AuGerdem gibt es den Water-Exploitation-Index. Dieser definiert sich durch den Quotient der mittleren jahrlichen SuGwasserentnahme und der langfristigen, durchschnittlich zurVerfugung stehenden Wasserressourcen.9 Der Water-Exploitation-Index beschreibt also den Druck, den die Wasserentnahme auf die Wasserressourcen ausubt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

io Abb. 2: Ubersichtskarte des Falkenmarklndikators weltweit

Aus Abb. 2 lasst sich entnehmen, dass Deutschland im internationalen Vergleich ein gropes Wasserdargebot aufweisen kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

10 Abb. 3: Ubersichtskarte uber den Water-Exploitation-Index in Europa11

Auch der Water-Exploitation-Index ist in Deutschland auf einem relativ niedrigen Niveau, sodass sich auch hier keine Wasserknappheit in Deutschland herauslesen lasst bzw. der Entnahmedruck auf die Wasserressourcen relativ gering ist. Allerdings gibt es auch europaische Lander, in denen der Water-Exploitation-Index geringer ist, z.B. in der Schweiz Oder in Finnland.

b) Uberblick uber den Wasserbedarf und die Wassernutzung in Deutschland

Wirtschaft und Privathaushalte nutzen in Deutschland weniger als 20 % der verfugbaren Wasserressourcen. Dabei ist zu beobachten, dass in den letzten 20 Jahren derWasserverbrauch deutlich zuruckging.12

Der Wasserbedarf kann in absoluten Zahlen angegeben werden, allerdings ist die Angabe representative^ wenn der absolute Wasserbedarf pro Tag in Relation zur Einwohnerzahl gebracht wird. Dies wird dann als Pro-Kopf-Bedarf Oder „spezifischer Wasserbedarf" bezeichnet.13

Abb. 4 zeigt die Entwicklung des spezifischen Wasserbedarfs in Deutschland.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Entwicklung des spezifischen Wasserbedarfs (Haushalte u. Kleingewerbe) sowie des Wasserpreises in Deutschland

Der deutliche Abwartstrend des Wasserbedarfs ist vor allem mit der Einfuhrung wassersparender Gerate und Installationen in Privathaushalten und Wirtschaft zu erklaren, z.B. regulierende Toilettenspulungen.15

Von den knapp 20 % des Wasserdargebots, die genutzt werden, benotigen Privathaushalte ca. 15,6 %. Die restlichen 84,4 % werden von der Industrie verbraucht. Davon brauchen Warmekraftwerke mehr als 75 % fur die Kuhlung. Der Rest wird vom Bergbau und dem verarbeitenden Gewerbe benotigt.16 Abb. 5 soil diese Zahlen veranschaulichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten17

[...]


1 vgl. http://www.spiegel.de/politik/ausland/unoresolution-wasserwird-zummenschenrecht-a- 708967.html

2 vgl. Umweltbundesamt (Hrsg. 2010): Wasserwirtschaft in Deutschland. Teil 1 Grundlagen: Dessau- RoBlau. Seiten 13-14

3 http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Wasser/Bilder/Was_had_projektbeschr_tafel52_g.jpg?. blob=normal&v=2

4 http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Wasser/Bilder/Was_had_projektbeschr_tafel52_g.jpg?. blob=normal&v=2

5 vgl. Umweltbundesamt (Hrsg. 2010): Wasserwirtschaft in Deutschland. Teil 1 Grundlagen: Dessau-

RoBlau. Seite 16

6 vgl. http://www.pflanzenforschung.de/de/themen/lexikon/evapotranspiration-10021

7 vgl. http://www.makumee.de/assets/images/Wasserbilanz_BRD.jpg

8 vgl. Kaltschmitt, Martin und Schebek Liselotte (Hrsg. 2015): Umweltbewertung fur Ingenieure. Methoden und Verfahren. Heidelberg. Seite 242

9 vgl. http://www.climateservice-center.de/049240/index_0049240.html.de

10 lu https://www.maplecroft.com/media/v_maplecroft-20150312_092405/updatable/news/waterstressmap.jpg

11 http://www.eea.europa.eu/dataand-maps/figures/waterexploitation-index-2014-towards/water- exploitationindex-2014-towards/image_original

12 vgl. Umweltbundesamt (Hrsg. 2010): Wasserwirtschaft in Deutschland. Teil 1 Grundlagen: Dessau- RoGlau. Seite 16

vgl. http://www.nlwkn.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=8511&article_id=38555&_ psmand=26

13 http://www.nlwkn.niedersachsen.de/live/institution/mediadb/mand_26/pspic/zoombild/40/nlwkn_ wawi4bcc1 cf3017d9.gif

14 vgl. http://www.nlwkn.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=8511&article_id=38555&_ psmand=26

15 vgl. http://www.umweltbundesamt.de/daten/wasserals-ressource/wasserressourcenihre-nutzung

16 http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/384/bilder/6_abb_wasserdargebotnutzung_2013-10-24_neu.png

17 Abb. 5: Wassernutzung in Deutschland 2010

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Vergleich von Trinkwasserversorgung und -nutzung in Deutschland mit Fokus auf Rheinland-Pfalz und Bayern
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V423984
ISBN (eBook)
9783668694941
Dateigröße
1651 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vergleich, dargebot, nutzung, trinkwasser, bundesländern, rheinland-pfalz, bayern
Arbeit zitieren
Andreas Stadler (Autor), 2015, Vergleich von Trinkwasserversorgung und -nutzung in Deutschland mit Fokus auf Rheinland-Pfalz und Bayern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423984

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