Mallorca ist die größte Insel der Balearen, die als autonome Region zu Spanien gehören. Die ganze Insel hat eine Einwohnerschaft von 880.000 Menschen, von denen 400.000 Einwohner in der Hauptstadt Palma de Mallorca leben. Seit vielen Jahren ist die Insel ein Synonym für den Massentourismus. In den Sommermonaten kommen bis zu 1,6 Millionen Touristen nach Mallorca, wodurch die Bewohner und die Infrastruktur der Insel plötzlich mit dem dreifachen der Einwohnerzahl fertig werden müssen.
Aufgrund dieser kurzen Beschreibung scheint es wenig wahrscheinlich zu sein, dass nachhaltiger Tourismus eine große Rolle auf Mallorca spielt. Dennoch zeigt gerade die Verwaltung der Baleareninsel den Willen, dies zu ändern. Seit dem 1. Juli 2016 zahlen Touristen eine Steuer in Höhe von circa 2 € pro Person und Nacht, welche die Förderung von nachhaltigem Tourismusprojekten zu Gute kommen soll.
Daher liegt das Forschungsinteresse dieser Arbeit darin, Beispiele für nachhaltigen Tourismus auf Mallorca zu finden und deren Wirksamkeit zu analysieren. Daher wird im ersten Kapitel dieser Arbeit kurz Mallorca als Destination für Massentourismus vorgestellt. Anschließend werden drei Beispiele aufgeführt und analysiert, die nachhaltigen Tourismus auf der beliebtesten Ferieninsel der Deutschen etablieren sollen. Eine abschließende Bewertung der Analyse und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen schließen die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Mallorca und der Tourismus
3 Projekte im nachhaltigen Tourismus
3.1 Die Touristen-Steuer
3.2 Calvias LA21
3.3 Labeling
4 Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen einer nachhaltigen Tourismusentwicklung auf Mallorca. Das primäre Ziel ist es, die Wirksamkeit aktueller Maßnahmen zur Förderung eines nachhaltigen Tourismus auf der Insel kritisch zu analysieren und deren Potenzial zu bewerten.
- Analyse des Massentourismus auf Mallorca und seiner Auswirkungen
- Untersuchung der Rolle der Touristen-Steuer als Finanzierungsinstrument für Nachhaltigkeit
- Fallbeispiel Calvias LA21 als Modell für lokale Agenda-Projekte
- Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen des Labels "nachhaltiger Tourismus" auf einer Inseldestination
- Herausforderungen durch Zielkonflikte zwischen Wirtschaftlichkeit und Ökologie
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Touristen-Steuer
Nicht zum ersten Mal wird auf Mallorca seit Juli 2016 eine Ökosteuer erhoben, die ausschließlich von Urlaubern und Kreuzfahrt-Passagieren zu zahlen ist. Schon von 2001 bis 2003 hatte es so eine Steuer gegeben, aber diese war aufgrund des Drucks der Hotellobby wieder abgeschafft worden. Die Frage ist nun, ob diese Steuer wirksam sein kann.
Über die Verwendung der Mittel entscheidet ein Gremium, das vorwiegend aus Vertreter der zuständigen Ministerien vom Festland und aus Kommunal- und Wirtschaftsvertretern zusammengesetzt ist. Wichtig ist hierbei, dass ganz offensichtlich darauf verzichtet wurde, Vertreter des Gastronomie- und Hotelgewerbes einzuladen, sofern diese nicht durch die Unternehmerverbände vertreten werden. Damit ist die starke Einflussnahme aus den Jahren 2001 bis 2003 dieser Branche zumindest gemildert.
Der Verwendung der Steuer ist eine eigene Webseite gewidmet, die auch auf Deutsch verfügbar ist. Zwei Zitate sind dabei interessant. Dort heißt es zum einen: "Projekte zur Förderung eines Nachhaltigen Tourismus und der Verlängerung der Saison können mit Hilfe der Steuereinnahmen finanziert werden - wenn mehr Besucher im Herbst, Winter und Frühling kommen, können wir mehr Arbeitsplätze schaffen. Um das zu erreichen, können beispielsweise Rad- und Wanderwege geschaffen oder in Stand gesetzt oder besser ausgeschildert werden."
Daraus lässt sich entnehmen, dass die Mittel dazu eingesetzt werden sollen, um die Anzahl der ankommenden Touristen besser über das Jahr zu verteilen. Dies bedeutet, dass weniger Badegäste und mehr Wanderurlauber auf die Insel gelockt werden sollen. Es ist anzunehmen, dass das letztere Klientel Bezieher höherer Einkommen sind, was auch das Bundesministerium für Wirtschaft feststellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problematik des Massentourismus auf Mallorca vor und erläutert das Forschungsinteresse, das in der Analyse von Nachhaltigkeitsprojekten auf der Insel besteht.
2 Mallorca und der Tourismus: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung Mallorcas vom armen Agrarstandort zum Zentrum des Massentourismus nach und beleuchtet die Faktoren, die für diesen Boom verantwortlich sind.
3 Projekte im nachhaltigen Tourismus: Hier werden drei konkrete Ansätze – die Touristen-Steuer, das LA21-Projekt in Calvia sowie die Problematik des Labelings – detailliert auf ihre Struktur und Wirksamkeit untersucht.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine nachhaltige Transformation des Tourismus auf Mallorca erhebliche finanzielle Anstrengungen sowie langfristige Geduld erfordert und den Schutz der natürlichen Ressourcen zur Priorität machen muss.
Schlüsselwörter
Mallorca, Nachhaltiger Tourismus, Massentourismus, Touristen-Steuer, Calvia, LA21, Ökosteuer, Reisebranche, Umweltschutz, Saisonverlängerung, Ressourcenmanagement, Tourismuspolitik, Balearen, Kulturlandschaft, Destination
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Strukturen und Perspektiven für einen nachhaltigen Tourismus auf Mallorca angesichts der starken Prägung durch den Massentourismus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Einführung einer Touristen-Steuer zur Finanzierung ökologischer Projekte, kommunalen Strategien wie der Agenda 21 sowie der kritischen Diskussion des Nachhaltigkeitsbegriffs in der Tourismusbranche.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, beispielhafte Projekte auf Mallorca zu identifizieren und zu untersuchen, ob und inwieweit diese die touristische Ausrichtung nachhaltig positiv beeinflussen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine Fallstudienanalyse, bei der aktuelle Regierungsmaßnahmen und kommunale Projekte auf Mallorca untersucht und anhand von statistischen Daten und fachspezifischer Literatur bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der historischen Entwicklung Mallorcas als Tourismusdestination sowie die detaillierte Analyse der Touristen-Steuer, des LA21-Programms in Calvia und der Debatte um Nachhaltigkeits-Labels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Nachhaltiger Tourismus", "Massentourismus", "Mallorca", "Touristen-Steuer" und "Ressourcenmanagement" geprägt.
Welche Rolle spielt das Beispiel Calvias für die Gesamtarbeit?
Calvia dient als Musterbeispiel, um zu verdeutlichen, wie eine lokale Agenda 21 auf die massiven Umweltprobleme eines stark frequentierten Tourismusortes reagieren kann und welche Schwierigkeiten dabei auftreten.
Wie bewertet die Arbeit die Einführung der Touristen-Steuer?
Die Steuer wird grundsätzlich als vielversprechender Weg gesehen, sofern die Einnahmen sinnvoll in die Diversifizierung des Tourismus – weg vom reinen Badetourismus hin zu qualitativen Angeboten – fließen.
- Arbeit zitieren
- Andreas Stadler (Autor:in), 2017, Perspektiven und Strukturen eines nachhaltigen Tourismus im Mediterranraum am Beispiel von Mallorca, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423988