Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention

Die Entwicklung der Kinder von Eltern mit Erkrankungen aus dem schizophrenenen Formenkreis

Titel: Die Entwicklung der Kinder von Eltern mit Erkrankungen aus dem schizophrenenen Formenkreis

Diplomarbeit , 2002 , 95 Seiten , Note: 1

Autor:in: Timm Freuer (Autor:in)

Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei dieser Arbeit handelt es sich um die Zusammenfassung von sehr heterogenen Studien mit eigenen Schlussfolgerungen. Abgesehen von dem uneinheitlichen Studienmaterial, ist die Entwicklung von Kindern von Eltern mit einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis von genau soviel Faktoren abhängig, wie die Entwicklung von Kindern mit nicht erkrankten Eltern. Das heißt, daß die Anzahl der Variablen so groß ist, daß nur durch viele Langzeitstudien, die miteinander vergleichbar sind, allgemeine Aussagen über diese Gruppe gemacht werden können. In Bezug auf die schizophrenen Erkrankungen sind folgende Faktoren mitbestimmend: das Alter der Kinder bei Ersterkrankung, die Dauer der Krankheit, die Ausprägung, d.h. die Art des Wahns und die Häufigkeit der Akutphasen, die Art der Behandlung der Eltern (Medikamententherapie, Hospitalisierung, Einbeziehung des sozialen Umfelds inklusive der Kinder und die Rolle des nicht erkrankten Elternteils und des sozialen Umfeldes.

Für die Zusammenfassung dieser Arbeit ordne ich die Hauptaspekte, die in den verschiedenen Studien genannt wurden, in der Reihenfolge ihres zeitlichen Auftretens in der Entwicklung der Kinder. Das wesentliche Ergebnis für diese Diplomarbeit ist die Erkenntnis, daß das zentrale Problem der Kinder die Zuordnung der Gefühle zum eigenen Selbst und zum erkrankten Elternteil ist. Dieser Vorgang bildet eine Art von Grundmuster für die Probleme in den verschiedenen Lebensphasen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einordnung des Begriffs der „psychischen Krankheit“ / „Schizophrenie“ unter gesellschaftlichen und subjektiven Aspekten

1.2 Eigene Einschätzung von Normalität und Abweichung:

2. Definition von den Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis

2.1. Theoretische Ansätze für die Diplomarbeit

3. Bindungstheorie

3.1. Bindungstypen

3.2 Bindungsrepräsentanzen bei Kindern

3.3 Bindungstheorie und Psychoanalyse

4. Affekttheorie

5. Zusammenfassung der Studien

5.1 Häufigkeit schizophrener Erkrankungen, Erkrankungsrisiko der Kinder schizophrener Eltern in Bezug auf Schizophrenie

5.2 Häufigkeit der psychischen Störungen/Auffälligkeiten

5.3 Evaluierte psychische Störungen

5.4 Zusammenfassung und Vergleich der Interpretationen: Quantitative Aspekte

5.5 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse: Qualitative Aspekte

6. Zentrale Probleme der Kinder schizophrener Eltern und Mechanismen der Beziehung

7. Therapieansätze und Erreichbarkeit der Kinder

8. Zusammenfassung, Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische Entwicklung von Kindern, deren Eltern an einer chronischen Schizophrenie erkrankt sind. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Mechanismen und Beziehungsprozesse zwischen dem Kind und dem psychotischen Elternteil die Entwicklung des Kindes maßgeblich beeinflussen, anstatt sich lediglich auf isolierte Risiko- oder Schutzfaktoren zu konzentrieren.

  • Analyse der Beziehung zwischen schizophrenen Eltern und ihren Kindern unter entwicklungspsychologischen Gesichtspunkten.
  • Anwendung der Bindungstheorie zur Erklärung der interaktionellen Dynamik.
  • Einsatz der Affekttheorie zur Untersuchung von Kommunikations- und Sozialisationsvorgängen.
  • Zusammenfassung und Interpretation quantitativer sowie qualitativer Studien zu Verhaltensauffälligkeiten dieser Kinder.
  • Diskussion von Therapieansätzen und der Bedeutung von Wissen über die Krankheit als protektiver Faktor.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Die Motivation für diese Diplomarbeit ergab sich aus dem Kontakt mit Kindern von Eltern mit einer schizophrenen Erkrankung während meines Halbjahrespraktikums im Zentralen Psychologischen Dienst in der Kinderklinik des Zentralkrankenhauses X.

Diese Motivation birgt aber in sich schon die Gefahr für einen systematischen Fehler. Da ich als persönliches Erlebnis Kinder gesehen hatte, die ihr psychisches verbunden mit einem physischen Leiden sogar in ein Krankenhaus geführt hatte, besteht das Risiko der Vorannahme, alle Kinder von Eltern mit genannter Störung entwickelten Psychopathologien. Bei der Literaturrecherche für das Thema bin ich oft an dieses Vorurteil erinnert worden, weil sich die meisten Studien mit Kindern befassen, die schon in irgendeiner Weise psychische Störungen entwickelt haben, oder sie werden als sog. "High-Risk“-Kinder in den dazugehörigen Studien stigmatisiert.

Ich werde versuchen, die psychologische Entwicklung der Kinder von chronisch schizophrenen Eltern zu beschreiben. Dabei geht es mir nicht so sehr um Risiko- oder Schutzfaktoren in Bezug auf die Entwicklung eines Leidens, sondern mehr um den Mechanismus, die Vorgänge, die sich bei der Beziehung zwischen Kind und Eltern abspielen. Dabei verwende ich zwei entwicklungspsychologische Theorien, die am wichtigsten für die Erklärung der Probleme der Kinder zu sein scheinen: a) die Bindungstheorie b) die Affekttheorie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläutert die Motivation der Arbeit, die Problematik der Stigmatisierung von "High-Risk-Kindern" und stellt die bindungstheoretischen sowie affekttheoretischen Ansätze vor.

2. Definition von den Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis: Gibt einen Überblick über die psychiatrische Begriffsentwicklung und theoretische Erklärungsansätze für die Störung.

3. Bindungstheorie: Beschreibt die Grundlagen der Bindungstheorie nach John Bowlby und die empirische Erforschung von Bindungsmustern, insbesondere bei Kindern schizophrener Eltern.

4. Affekttheorie: Erörtert die Bedeutung von Affekten in der frühen Kindheit und ihre Funktion als zentrale Elemente der zwischenmenschlichen Kommunikation und Bindungsregulierung.

5. Zusammenfassung der Studien: Bietet eine quantitative und qualitative Übersicht über verschiedene Studien zu Häufigkeit, Symptomatik und elterlichen Lebensumständen.

6. Zentrale Probleme der Kinder schizophrener Eltern und Mechanismen der Beziehung: Analysiert die komplexen Beziehungsmuster und die psychischen Herausforderungen in der kindlichen Entwicklung.

7. Therapieansätze und Erreichbarkeit der Kinder: Diskutiert Barrieren in der Behandlung und die Notwendigkeit, Kinder von psychisch kranken Eltern als eigenständige Klienten in den Blick zu nehmen.

8. Zusammenfassung, Fazit und Ausblick: Fasst die Ergebnisse zusammen und formuliert die Forderung nach einer stärkeren Einbeziehung der Familie in den therapeutischen Prozess.

Schlüsselwörter

Schizophrenie, Kinder schizophrener Eltern, Bindungstheorie, Affekttheorie, Psychopathologie, Eltern-Kind-Beziehung, Identitätsfindung, Stigmatisierung, Entwicklungspsychologie, Psychose, Affektregulierung, Schutzfaktoren, High-Risk-Kinder, Psychoanalyse, Familieninteraktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die psychologische Entwicklung von Kindern, die bei psychotischen Eltern aufwachsen, und fokussiert dabei auf die Interaktionsmechanismen innerhalb der Familie.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die Bindungsentwicklung, die Affektregulierung sowie die Auswirkungen der elterlichen Psychose auf die kindliche Identitätsbildung.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, die spezifischen Beziehungsprozesse zu verstehen, die Kinder von schizophrenen Eltern prägen, und aufzuzeigen, wie diese zur Entwicklung von Störungen beitragen können.

Welche wissenschaftlichen Theorien werden verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf die Bindungstheorie, die Affekttheorie sowie psychoanalytische Konzepte der Objektbeziehungstheorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine kritische Zusammenfassung zahlreicher Forschungsstudien sowie eine tiefgehende Analyse der Beziehungsprobleme und Identitätskrisen der betroffenen Kinder.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind das "desorganisierte Bindungsmuster", "Affektspiegelung", "Parentifizierung" sowie das Dilemma zwischen der notwendigen Abgrenzung und der symbiotischen Identifikation.

Welche Rolle spielt der "gesunde" Elternteil in dieser Konstellation?

Der gesunde Elternteil wird oft als potenzieller protektiver Faktor gesehen, wobei die Arbeit kritisch beleuchtet, dass auch dieser häufig überfordert ist und die Kinder oft in Erwachsenenrollen drängt.

Wie schätzen die betroffenen Kinder ihre Kindheit rückblickend ein?

In retrospektiven Interviews beschreiben die Kinder häufig ein tiefes Schweigen, Schamgefühle und ein Gefühl der Isolation, da die psychische Krankheit des Elternteils innerhalb der Familie selten offen kommuniziert wurde.

Gibt es spezifische Handlungsempfehlungen für die Psychiatrie?

Ja, die Arbeit fordert eine stärkere Einbeziehung der Familienangehörigen in den Behandlungsprozess und eine bessere Aufklärung der Kinder über die Erkrankung ihrer Eltern, da dies einen wichtigen Schutzfaktor darstellt.

Ende der Leseprobe aus 95 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Entwicklung der Kinder von Eltern mit Erkrankungen aus dem schizophrenenen Formenkreis
Hochschule
Universität Bremen  (Fachbereich 11 Psychologie)
Note
1
Autor
Timm Freuer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
95
Katalognummer
V424033
ISBN (eBook)
9783668696396
ISBN (Buch)
9783668696402
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinder psychisch kranker Eltern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Timm Freuer (Autor:in), 2002, Die Entwicklung der Kinder von Eltern mit Erkrankungen aus dem schizophrenenen Formenkreis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424033
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  95  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum