Die Entwicklung der Einkommensungleichheit in Deutschland und den USA in den 90er Jahren

Herrscht in den USA wirklich mehr Ungleichheit als in Deutschland?


Hausarbeit, 2010

20 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einführung

2. Das Konzept der Einkommensungleichheit
2.1Verschiedene Arten von Einkommen
2.2Messung von Einkommensungleichheit
2.3Einflussfaktoren für Einkommensungleichheit

3. Die Entwicklung der Einkommensungleichheit in Deutschland und den USA
3.1Vergleich der Verteilung des Primäreinkommens
3.1.1 Lohnspreizungen und Arbeitsmarkt- begebenheiten als Haupteinflussfaktoren für die Verteilung des Primäreinkommens
3.2. Vergleich der Verteilung des Sekundäreinkommens
3.2.1. Umverteilungsprozesse als Hauptursache für die unterschiedliche Einkommensverteilung

4. Schluss

5. Literatur

6. Anhang

1. Einführung

Verteilungsausprägung und Verteilungsgerechtigkeit waren wohl schon immer sehr heftig diskutierte und kritisch beleuchtete Komponenten in der Philosophie und auch der Sozialforschung. Als ein Merkmal der Verteilungsausprägung kann die Einkommensverteilung und die eventuell damit verbundene Einkommensungleichheit angesehen werden. Zu diesem Thema wurden in den letzten drei Jahrzehnten immer mehr Stimmen laut, dass die Einkommensungleichheit in vielen industriellen Ländern stetig gestiegen ist und weiter steigt.[1] Doch damit nicht genug. Es lassen sich zudem deutliche Unterschiede in der Ausprägung der Einkommensungleichheit zwischen den verschiedenen Staaten erkennen.[2] Mehrere Sozialforscher und auch Politikwissenschaftler haben in den letzten Jahrzehnten versucht diese unterschiedliche Einkommenungleichheit zu messen und die Ursachen dafür festzustellen.[3]

Da Einkommensungleichheit eng mit den innenpolitischen Begebenheiten der Staaten verknüpft ist[4], haben auch Sozialforscher, die sich mit diesen unterschiedlichen Begebenheiten innerhalb der Staaten beschäftigten einen Beitrag zur Einkommensungleichheitsforschung geleistet. Einer der wichtigsten dieser Forscher ist Gosta Esping-Andersen, der bestehende Wohlfahrtsstaaten in drei Regimetypen, namentlich dem liberalen, dem konservativen und dem sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaat, eingeordnet hat.[5] Zu den liberalen Wohlfahrtsstaaten gehören überwiegend anglo-amerikanische Staaten, wie die USA, Kanada und Neuseeland. Als sozialdemokratische Staaten werden skandinavische Staaten, wie Schweden und Finnland bezeichnet. Zu den konservativen Staaten werden nach Esping-Andersen kontinentaleuropäische Staaten wie Deutschland gezählt. Was die Versorgung der Bürger betrifft ist die Rolle des Marktes für liberale Wohlfahrtsstaaten zentral. Dagegen legen sozialdemokratische Wohlfahrtsstaaten höchste Priorität auf Gleichheit und Solidarität für alle Bürger, wodurch eine umfassende Versorgung aller Bürger durch den Staat stattfindet. Die konservativen Staaten befinden sich in Verteilungsfragen zwischen den zwei anderen Wohlfahrtsregimen.

Nach dieser Einteilung liegt die Vermutung nahe, dass Einkommen in liberalen Staaten wesentlich ungleicher verteilt sind, als in konservativen und sozialdemokratischen Staaten. Dieser Vermutung möchte ich zumindest teilweise nachgehen, indem ich die Einkommensungleichheit zwischen den liberalen USA und dem konservativen Deutschland in den 90er Jahren vergleichen werde. Bevor ich damit beginne, möchte ich aber zunächst ein Mal einige grundlegende Dinge zum Konzept der Einkommensungleichheit an sich klären.

2. Das Konzept der Einkommensungleichheit

2.1. Verschiedene Arten von Einkommen

Das Einkommen ist in der modernen westlichen Welt die essentielle Lebensgrundlage und lässt sich in Primäreinkommen und Sekundäreinkommen gliedern. Das Primäreinkommen besteht aus dem Erwerbs- und dem Besitzeinkommen. Zum Erwerbseinkommen wird das Einkommen gerechnet, welches Menschen auf Grund einer Erwerbstätigkeit zufließt. Teil davon sind sowohl die Verdienste von Angestellten als auch die Verdienste von Selbständigen. Zum Besitzeinkommen gehören Einkommen aus Vermietung, Verpachtung, Unternehmens- oder Wertpapierbesitz, Sparguthaben und jegliche andere Arten von finanziellen Zuflüssen, die nicht durch Beschäftigung erwirtschaftet werden. Das Sekundäreinkommen ist das Ergebnis von staatlicher bzw. quasistaatlicher Umverteilung. Es wird berechnet, indem Transferleistungen, wie z.B. Steuern und Sozialabgaben vom Primäreinkommen abgezogen werden.[6] Des weiteren kann unterschieden werden zwischen persönlichem Einkommen, welches bestimmten Personen zukommt, und dem Haushaltseinkommen als die Summe aller Einkommen innerhalb eines Haushalts.

2.2 Messung von Einkommensungleichheit

Es gibt viele verschiedene Indizes, durch welche Einkommensungleichheit gemessen werden kann. Im Folgenden möchte ich drei der gängigsten Indizes vorstellen, auf welche ich mich im weiteren Text auch immer wieder beziehen werde: Das 90-10 Verhältnis, der Gini-Koeffizient und der HSCV-Index.

Der 90-10 Ratio setzt Einkommen der Obergrenze des 9. Einkommensdezils ins Verhältnis des Einkommens der Obergrenze des 1. Dezils.[7] Je größer dieses Verhältnis und damit der Wert ist, desto größer ist demnach die Ungleichheit. Der Vorteil dieses Indexes ist, dass er relativ einfach zu ermitteln ist, jedoch ignoriert er dafür die Einkommen, die zwischen den zwei Extrempunkten liegen.[8]

Ein Index, der mehr Aussagekraft über die Einkommensverteilung in allen Einkommensklassen beinhaltet ist der Gini-Koeffizient. Er gibt die Differenz zwischen der Gleichverteilungslinie und der Lorenzkurve an. Die Lorenzkurve stellt dabei die Einkommensverteilung in der jeweiligen Bevölkerung dar. Der Wert 0 bedeutet bei diesem Index somit völlige Gleichverteilung und der Wert 1 die vollständige Konzentration des Einkommens auf einen Merkmalsträger. Leider ist der Gini-Koeffizient schwer aufzuschlüsseln. Deswegen kann man die unterschiedliche Ausprägung von einzelnen Untergruppen mit diesem Index nur sehr schwer untersuchen.[9]

Der Half-Squared-Coefficient of Variation (HSCV) ist was dieses Untersuchungsfeld betrifft ein wesentlich besserer Index, da er einfacher aufzuschlüsseln ist. Zudem reagiert er in höherem Maße auf unterschiedliche Einkommensverteilungen der reicheren Einkommensgruppen.[10]

Die Datenauswahl ist bei der Messung von Einkommensungleichheit ein weiterer wichtiger Punkt. Vor allem, wenn verschiedene Länder verglichen werden, sollten die Daten vergleichbar sein. Ich werde mich in dieser Arbeit überwiegend auf Daten der „Luxembourg Income Study“[11] berufen, da diese relativ einheitlich sind und zudem in der Literatur eine der meist benutzten Datenquellen darstellen.[12] [13] Da die Literatur überwiegend Messungen bis zum Jahr 2000 benutzt, werde ich mich auf den Zeitraum der 90er Jahre beschränken. Des weiteren ist noch zu erwähnen, dass das Einkommen selten von einer einzigen Person verwaltet bzw. konsumiert wird. Deswegen sind Messungen der Einkommensungleichheit von Haushalten wesentlich aussagekräftiger, was den realen Lebensunterhalt der deutschen und amerikanischen Bevölkerung betrifft. Somit werden sich die hier erörterten Entwicklungen und Ergebnisse auf die Einkommensungleichheit von Haushalten in den 90iger Jahren beziehen.

Generell soll hier noch auf ein Problem hingewiesen werden, das häufig bei Datenerhebungen vorkommt. Menschen in den oberen und unteren Einkommensdezilen haben eine besonders geringe Teilnahmebereitschaft an Studien, wodurch diese Dezile meist unterrepräsentiert werden. Deswegen wird das Ausmaß der Einkommensungleichheit des öfteren geringer dargestellt, als es in Wirklichkeit ist.[14]

2.3 Einflussfaktoren für Einkommensungleichheit

Wie schon in der Einleitung erwähnt, hat die Einkommensungleichheit sowohl im Primär- als auch im Sekundäreinkommen in vielen OECD-Staaten seit den 70er Jahren zugenommen. Pontusson drückt diese Entwicklung wie folgt aus:

The 1970s mark the beginning of a sharp reversal of this pattern. As we move from the bottom to the top of the income distribution for the period from 1973-2000, each successive quintile fared better than the preceding quintile.[15]

Doch obwohl ein Anstieg in der Einkommensungleichheit in fast allen OECD-Ländern zu verzeichnen ist, bestehen im Ausmaß der Einkommensungleichheit erhebliche Unterschiede. Diese Unterschiede sind sowohl zwischen Primär- und Sekundäreinkommen als auch zwischen den verschiedenen Staaten zu beobachten. Nun stellt sich die Frage, warum die Einkommensungleichheit in fast allen OECD-Ländern seit den 1970ern kontinuierlich ansteigt und welche Gründe es für die unterschiedliche Entwicklung der Einkommensungleichheit gibt. In der Literatur finden sich mehrere Erklärungsansätze, von denen ich nun die Wichtigsten aufgreifen möchte.

Nach Ray Marshall[16] sind die grundlegendsten Kräfte, welche die Einkommensungleichheit so drastisch in die Höhe getrieben haben „technology, significant demographic and labor market trends and intensification of competition.“[17] Diese Aussage stimmt mit Lane Kenworthy’s Sicht überein. Dieser argumentiert damit, dass Globalisierung bzw. der verstärkte Wettbewerb der daraus resultiert, den Druck auf Regierungen erhöht Steuern zu senken. Zudem gehen Firmen aggressiver gegen Gewerkschaften vor, da sie unter einem höheren Wettbewerbsdruck stehen. Des weiteren gibt es eine Verschiebung der Beschäftigungsverteilung hin zum Dienstleistungssektor, welche mit einer größeren Lohnspreizung in diesem Sektor verbunden ist. Zusätzlich schwächt die Fragmentierung der Arbeiter durch Teilzeitbeschäftigungen etc. die Gewerkschaften. All dies führe zu einer Erhöhung der Einkommensungleichheit.[18] Ergänzend kann die demographische Veränderung hin zu immer älter werdenden Bevölkerungen zwar Erklärungen dafür bieten, dass die Einkommensungleichheit ansteigt, jedoch kann sie nicht die Unterschiede zwischen den Ländern erklären, da dieses Problem in vielen OECD-Ländern gleichermaßen auftritt.[19] Zudem kann eine höhere Bildung Ungleichheitstrends entgegenwirken, so dass im Umkehrschluss eine Vernachlässigung des Bildungssystems eine erhöhte Einkommensungleichheit bewirken könnte.[20]

Horn[21] spricht dem gewerkschaftlichen Organisationsgrad und den Tarifverhandlungen eine besondere Rolle zu. Er argumentiert damit, dass „stärkere Gewerkschaften, koordinierte Lohnverhandlungen, Mindestlöhne und andere Institutionen, welche die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer stärken, zu einer egalitäreren Verteilung der Lohn- und Haushaltseinkommen und somit vermutlich auch zu einer höheren Lohnquote führen.“[22] Im Gegenzug dazu führe der Abbau von Sozialleistungen und die Schwächung der Gewerkschaften zu einer Schwächung der Lohnverhandlungsmacht der Arbeitnehmer und zu mehr ökonomischer Ungleichheit.[23]

Jonas Pontusson (2005) betrachtet Arbeitsmarktdynamiken als Schlüsseldeterminante für die steigende Einkommensungleichheit der letzten Jahrzehnte. Hierzu gehören Lohnspreizungen, eine veränderte Beschäftigungsrate oder auch die Veränderung des Arbeitsmarktes hin zu Teilzeitbeschäftigungen etc. Die ersten beiden Determinanten können zudem eventuell Erklärungsansätze für die unterschiedliche Entwicklung der Einkommensungleichheit zwischen den Ländern geben. Für den Faktor Teilzeitbeschäftigung bzw. temporäre Beschäftigung trifft dies leider nicht zu.[24]

Auch zu nennen ist, dass ein geringerer Einkommenszuwachs und eine steigende Einkommensungleichheit eher ein Phänomen der Primärverteilung ist. Dennoch gibt es auch in der Ungleichheit der Sekundärverteilung erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern, die nur schwer zu erklären sind. Die Sozialausgaben in den einzelnen Ländern sind fortwährend angestiegen, jedoch scheint es so, als ob diese Ausgaben nicht mehr den Anforderungen der Bevölkerungen gerecht werden können. Öffentliche Leistungen wurden zudem in vielen Ländern gekürzt. Die Empirie deutet darauf hin, dass Wohlfahrtsstaaten zwar der steigenden Ungleichheit entgegenwirken konnten, aber leider nicht mit den ungerechten Marktkräften Schritt halten konnten bzw. können.[25] Als Einflussgröße für die unterschiedliche Sekundäreinkommensverteilung zwischen den verschiedenen Ländern lässt sich lediglich die Größe des Wohlfahrtsstaates des jeweiligen Landes, gemessen nach den Sozialausgaben des jeweiligen Bruttoinlandproduktes, erkennen. Je größer der Wohlfahrtsstaat, desto mehr Umverteilung wird im jeweiligen Land bewirkt.[26]

Zusammenfassend sind die Haupteinflussfaktoren für Unterschiede bei der Primäreinkommensungleichheit Globalisierung, Veränderung der Arbeitsmarktdynamiken, die Verringerung der Tarifverhandlungen, die Schwächung von Gewerkschaften und eine schlechtere Bildung. Für die Sekundäreinkommensungleichheit ist dagegen die Größe des Wohlfahrtsstaates maßgeblich. Unter diesen Gesichtspunkten werde ich im Folgenden die Unterschiede zwischen der Einkommensungleichheit in Deutschland und den USA beleuchten.

3. Die Entwicklung der Einkommensungleichheit in Deutschland und den USA

3.1. Vergleich der Ungleichheit des Primäreinkommens

Das Primäreinkommen der Haushalte im Arbeitsalter beinhaltet bei den hier vorliegenden Messungen die Summe aller Arbeitsmarkteinkommen aus selbständiger oder dependenter Arbeit, Einkommen durch Ersparnis und Investments, sowie Einkommen durch öffentliche und private Transferleistungen.[27] Aus Figur 1 geht hervor, dass sich die Einkommensungleichheit im Primäreinkommen in Deutschland und den USA ungefähr gleich entwickelt hat, jedoch in den USA auf einem höheren Niveau. Der Gini- Koeffizient hatte in Deutschland 1981 einen Wert von 0.285 und stieg bis zum Jahr 2000 auf 0.360 an. In den USA belief sich der Gini-Koeffizient dagegen schon 1979 auf 0.359 und erreichte im Jahr 2000 einen Wert von 0.436. Somit stieg die Einkommensungleichheit in beiden Staaten um 0.75 Punkte an, woraus sich bei beiden eine prozentuale Veränderung von etwas mehr als 20 Prozent schätzen lässt.[28]

Figur 1

Doch heißt das nun, dass die Haushalte in Amerika nun in Wirklichkeit ein geringeres Einkommen haben, als die deutschen Haushalte? Zur Beantwortung dieser Frage sollte das reale Primäreinkommen hinzugezogen werden. Dafür müssen alle Einkommen in eine Währung umgerechnet werden. Der Purchasing Power Parities Index der OECD ist der am häufigsten verwendete Index für diese Umrechnung. Durch diesen Index erfolgten auch die folgenden Berechnungen.[29] Betrachtet man das reale Primäreinkommen der unteren fünfundzwanzig Prozent so ist hier kein großer Unterschied zwischen den unteren Einkommensgruppen in Deutschland und den USA zu erkennen. Deutsche sowie amerikanische Haushalte konnten in den unteren Einkommensklassen in den 90er Jahren ein Jahreseinkommen zwischen 1000 und 17 000 U.S. $ aus dem Jahre 2000 verbuchen. Auch die Verteilung zwischen diesen unteren Einkommensgruppen war relativ gleich.[30] Diese Feststellung lässt darauf schließen, dass die höhere Einkommensungleichheit in den USA und in Deutschland vor allen Dingen ein Ergebnis der rapiden Anstiege der Einkommen in den oberen 25% der Bevölkerung war bzw. auf die verhältnismäßig langsamere Steigerung der geringeren Einkommen zurückzuführen ist.[31] [32]

Bedeutet dies nun, dass es den Menschen unterhalb des Medianeinkommens in Deutschland und den USA ungefähr gleich geht? Zur Beantwortung dieser Frage ist ein Vergleich der Entwicklung der absoluten Armutsrate von Nöten. Die Folgenden Daten beruhen auf Berechnungen von Lane Kenworthy.[33] Kenworthy setzt die Armutsgrenze bei 12,763 US Dollar aus dem Jahre 2000 fest, da dies fünfzig Prozent des Sekundärmedianeinkommens in den USA im Jahre 2000 entsprechen. Seine Ergebnisse erhält er, indem er die Armutsgrenze mit der Armutslücke multipliziert. Die Armutslücke wird dabei errechnet, indem das Durchschnittseinkommen der Armen von der Armutsgrenze abgezogen wird und diese Differenz dann durch die Armutsgrenze geteilt wird.[34] Lag die Armutsrate der Haushalte in Deutschland 1990 noch wesentlich unter der Armutsrate in den USA, so zeigt sich im Jahr 2000 ein völlig anderes Bild. Die Armutsraten von Deutschland und den USA sind im Jahre 2000 fast identisch. Dies bedeutet, dass es einigen amerikanischen Haushalten gelungen ist, den Weg aus der Armut zu finden, einige Haushalte in Deutschland dagegen mit ihrem Primäreinkommen unter die Armutsgrenze gerutscht sind.[35]

Aus dieser Erkenntnis kann man leider nicht schließen, dass es den ärmeren Haushalten relativ gleich geht, denn vor allem Haushalte in Niedriglohnsektoren in Amerika scheinen im Schnitt mehr Stunden für ihr Einkommen arbeiten zu müssen als deutsche Haushalte.[36] [37] [38]

Nun stellt sich die Frage, was denn nun die Ursache für den Anstieg der Primäreinkommensungleichheit in beiden Ländern ist, bzw. ob es in diesen beiden Ländern unterschiedliche Ursachen für diese Entwicklung gibt? Um dieser Frage weiter auf den Grund gehen zu können müssen die verschiedenen Unterfaktoren für die Einkommen der Primärverteilung näher betrachtet werden. Breen, Garcia-Penalosa und Orgiazzi[39] nehmen die Einkommenungleichheit der Teilfaktoren genauer unter die Lupe. Figur 2 zeigt ihre Ergebnisse:

Figur 2

Daraus wird ersichtlich, dass in den USA der Anstieg der Lohnspreizungen mit Abstand die wichtigste Ursache für die Einkommensungleichheit in der Primärverteilung ist. Dieses Ergebnis trifft auch für Deutschland zu.[40] Somit sollte in beiden Ländern ein Anstieg in der Lohnspreizung in den 90er Jahren erkennbar sein. Da Lohnspreizung eng mit den Konstellationen des Arbeitsmarktes gekoppelt sind, werden diese im Folgenden mit aufgenommen und verglichen.

[...]


[1] Kenworthy, 2004 ; Pontusson, 2005 ; Mehlkop, 2002 ; Horn et al, 2009 ; Brandolini, Andrea/Smeeding, Timothy M., 2009

[2] Birkel, 2005, S.4 : Kenworthy/Pontusson, 2005, S.451/452

[3] Kenworthy, 2004 ; Pontusson, 2005 ; Horn et al, 2009 ; Birkel, 2005 ; Rhein, Thomas, 2009

[4] Marshall, 2000, S.3 ; Kenworthy, 2004, S.22

[5] Esping-Andersen, 1993

[6] Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, 2010

[7] Kenworthy /Pontusson, 2005, S.3

[8] Salverda/Nolan/Smeeding, 2009, S.50

[9] Breen/Garcia-Penalosa/Orgiazzi, 2008, S. 5

[10] Salverda/Nolan/Smeeding, 2009, S.51

[11] Luxembourg Income Study, 1979-2005

[12] Kenworthy, 2004, S. 18

[13] Hauser, 2000, S. 207

[14] Andersen, 2002, S. 25

[15] Pontusson, 2005, S.35

[16] Marshall, 2000

[17] Marshall, 2000, S.3

[18] Kenworthy, 2004, S.22

[19] Pontusson, 2005, S. 43

[20] Pontusson, 2005, S.59

[21] Horn, 2009

[22] Horn, 2009, S.5

[23] Horn, 2009, S.5

[24] Pontusson, 2005, S. 32/50

[25] Pontusson, 2005, S.81/185/202

[26] Kenworthy, 2004, S.37

[27] Salverda/Nolan/Smeeding, 2009, S. 41

[28] Kenworthy/Pontusson, 2005, S. 465

[29] Kenworthy, 2004, S. 101

[30] Kenworthy, 2004, S. 103

[31] Marshall, 2000, S. 5

[32] Kenworthy, 2004, S.65

[33] Kenworthy, 2004

[34] Kenworthy, 2004, S. 101/102

[35] Kenworthy, 2004, S. 104/105

[36] Pontusson, 2005, S.54

[37] Pontusson, 2005, S. 83

[38] Kenworthy, 2004, S.122

[39] B reen/Garcia-Penalosa/Orgiazzi, 2008

[40] Breen/Garcia-Penalosa/Orgiazzi, 2008, S. 10

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung der Einkommensungleichheit in Deutschland und den USA in den 90er Jahren
Untertitel
Herrscht in den USA wirklich mehr Ungleichheit als in Deutschland?
Hochschule
Universität Konstanz
Veranstaltung
Kurs
Note
3,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
20
Katalognummer
V424090
ISBN (eBook)
9783668693661
ISBN (Buch)
9783668693678
Dateigröße
742 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wohlfahrtstaatliche Politik, Einkommensungleichheit, Deutschland, USA, 90er
Arbeit zitieren
Anne-Karen Fischer (Autor), 2010, Die Entwicklung der Einkommensungleichheit in Deutschland und den USA in den 90er Jahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424090

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