Die psychischen Folgen für die Opfer von Vergewaltigungen sind langfristig und sehr komplex. Oft bleiben Belastungsstörungen und Angstzustände zurück. Berücksichtigt die deutsche Justiz die Vielfalt der möglichen Traumafolgen der Opfer hinreichend?
Franziska Worm ergründet in dieser Publikation, wie die Justiz die Belastung für Opfer reduzieren kann. Dabei untersucht sie auch die Rolle der Sozialen Arbeit und deren Potential, die Folgen sexualisierter Gewalt aufzufangen.
Oft ruft ein Strafverfahren das Gefühl des Ausgeliefertseins erneut hervor. Vernehmungen, die Erstellung von Gutachten und insbesondere die Situation der Hauptverhandlung können zu starken Belastungsfaktoren für die Opfer werden. Worm zeigt in dieser Publikation auf, wie der richtige Umgang mit den Opfern die Belastung reduzieren kann.
Aus dem Inhalt:
- Trauma;
- Vergewaltigung;
- Sexualstrafrecht;
- Strafverfahren;
- Sexualstrafrechtsreform
Inhaltsverzeichnis
- Zusammenfassung
- 1 Einführung
- 2 Einblicke in die Psychologie
- 2.1 Trauma Definitionen und Differenzierung
- 2.2 Traumatisierung durch Vergewaltigung
- 2.3 Traumafolgen
- 2.4 Grundsätze im Umgang mit traumatisierten Menschen
- 3 Besonderheiten in der Historie des (Sexual-)Strafrechts
- 4 Das aktuelle Sexualstrafrecht
- 4.1 Die Gesetzeslage bis Oktober 2016
- 4.2 Analyse der neuen Fassung des § 177
- 5 Konflikte, kritische Momente und Chancen im Strafverfahren
- 5.1 Die Beteiligten
- 5.2 Das Ermittlungsverfahren
- 5.3 Die Spurensicherung
- 5.4 Die Nebenklage
- 5.5 Das Hauptverfahren
- 5.6 Zusammenfassung
- 6 Die Rolle der Sozialen Arbeit
- 6.1 Beratung
- 6.2 Prozessbegleitung
- 6.3 Öffentlichkeitsarbeit
- 7 Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Gestaltung des rechtlichen Umgangs mit Opfern von Vergewaltigungen. Sie untersucht die psychische Situation der Opfer, insbesondere die Folgen von Trauma, und analysiert die Gesetzeslage im Hinblick auf Konflikte und Veränderungen durch die Reformierung des Sexualstrafrechts. Der Fokus liegt dabei auf der aktuellen Fassung des § 177 und der Frage, wie die Justiz einen Beitrag zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt leisten kann.
- Psychische Folgen von sexualisierter Gewalt
- Rechtlicher Umgang mit Opfern von Vergewaltigungen
- Reformen im Sexualstrafrecht
- Konflikte und Chancen im Strafverfahren
- Rolle der Sozialen Arbeit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Thematik und beleuchtet die psychischen Folgen von sexualisierter Gewalt. Im zweiten Kapitel werden verschiedene Traumadefinitionen und -differenzierungen diskutiert sowie die Folgen von Traumatisierung durch Vergewaltigung erläutert. Kapitel 3 befasst sich mit der Historie des Sexualstrafrechts, während Kapitel 4 die aktuelle Gesetzeslage, insbesondere die Reform des § 177, analysiert. Kapitel 5 untersucht die Konflikte, kritischen Momente und Chancen im Strafverfahren aus der Sicht der Opfer. Im sechsten Kapitel wird die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Unterstützung von Opfern von sexualisierter Gewalt betrachtet. Die Arbeit endet mit einem Fazit, das die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfasst.
Schlüsselwörter
Sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung, Trauma, Traumatisierung, Sexualstrafrecht, Strafverfahren, Opferrechte, Prozessbegleitung, Soziale Arbeit
Häufig gestellte Fragen
Welche psychischen Folgen hat sexualisierte Gewalt?
Opfer leiden oft unter langfristigen Traumafolgen wie posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS), Angstzuständen, Depressionen und einem tiefen Vertrauensverlust.
Wie belastet ein Strafverfahren die Opfer?
Vernehmungen, die Konfrontation mit dem Täter in der Hauptverhandlung und das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen, können zu einer "Sekundär-Traumatisierung" führen.
Was änderte die Sexualstrafrechtsreform von 2016?
Die wichtigste Änderung war das Prinzip "Nein heißt Nein" (§ 177 StGB), wonach jede sexuelle Handlung gegen den erkennbaren Willen des Opfers strafbar ist.
Was ist psychosoziale Prozessbegleitung?
Dabei handelt es sich um eine professionelle Unterstützung für Opfer vor, während und nach der Hauptverhandlung, um die psychische Belastung zu reduzieren und über den Ablauf zu informieren.
Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit in diesem Bereich?
Sozialarbeiter bieten Beratung, Krisenintervention und langfristige Begleitung an, um die Folgen der Gewalt aufzufangen und die Betroffenen zu stabilisieren.
- Quote paper
- Franziska Worm (Author), 2018, Umgang mit Opfern von sexualisierter Gewalt. Wie kann die Justiz die Belastung für die Opfer reduzieren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424111