Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Hooligans und Rassismus im Stadion - Beschreibung zweier Phänomene als mögliche Anlässe von Kriminalprävention

Title: Hooligans und Rassismus im Stadion - Beschreibung zweier Phänomene als mögliche Anlässe von Kriminalprävention

Term Paper , 2005 , 36 Pages , Grade: 2+

Autor:in: Christian Uhrheimer (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Einleitung

Es gibt kaum einen Bundesligaspieltag, an dem es in oder außerhalb der Stadien keine gewaltsamen Auseinandersetzungen von Fußballfans gibt. Meist unbemerkt von Presse und Polizei verabreden sich verfeindete Hooligangruppen im Internet oder per Telefon, um sich abseits vom jeweiligen Spiel auf Wiesen oder Parkplätzen zu prügeln. Seltener finden die Auseinandersetzungen im Stadion, bzw. auf dem Weg dorthin statt, da die Polizei die verschiedenen Gruppen von einander zu trennen versucht, was ihr jedoch nicht immer gelingt, so dass Hooligan-Gruppen die jeweiligen Gegner attackieren können. In besonderem Maße zu größeren Sportveranstaltungen wie Europa- oder Weltmeisterschaften ist die Sorge groß, dass Ausschreitungen auf der Straße die Ereignisse auf dem Fußballfeld überschatten. In völliger Undifferenziertheit werden dabei von vielen Medien, ‚Experten’ und Sportfunktionären die Gewalttäter in eins gesetzt mit den Hooligans. Tatsächlich lassen sich bei derartigen Ausschreitungen, wie beispielsweise 1998 in Lens, als am Rande der Fußballweltmeisterschaft ein französischer Polizist von deutschen Schlägern lebensgefährlich verletzt wurde, kaum unterscheiden, aus welchem Milieu die Täter kommen. Hooligans sind heterogene Gruppen, bestehend aus Menschen verschiedenartiger Herkunft: rechte, linke, migrantische, mittelständige, sozial schwache, gut-bürgerliche Jugendliche und Erwachsene sind in den Reihen der Hooligans anzutreffen. Schwerpunkt dieser Arbeit ist zunächst eine umfassende Darstellung des Phänomen des Hooliganismus. Zu fragen wird sein, wie es möglich ist, dass ein Teil der Hooligans Rassismus gegenüber aufgeschlossen ist. Dann wird Rassismus im Stadion in allen Dimensionen untersucht, wobei hierbei nicht nur Hooligans gemeint sind, sondern auch alle anderen Fußballfans, Spieler, Trainer und Verband. Dabei wird dann erläutert werden, dass Rassismus kein hooliganspezifisches Problem ist, sondern umfassender verstanden werden muss. Nachdem einige Gegenbewegungen zu Rassismus im Stadion dargestellt werden, wird abschließend die Frage erörtert ob Hooliganismus und getrennt davon ob Rassismus beim Fußball Anlass von Kriminalprävention und Objekt der Sozialpädagogik sein kann. Die Frage nach dem wie soll hier nicht diskutiert werden. Aufgrund der Fragestellung nach Hooliganismus und Rassismus als Anlass der Kriminalprävention ..., bezieht sich diese Arbeit ausschließlich auf deutsche Verhältnisse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hooliganismus – Beschreibung eines Phänomen

2.1. Geschichte des Hooliganismus

2.2. Genese des Begriffs ‚Hooligan’

2.3. Fußball-Fanszene

2.4. Qualität der Hooligan-Gewalt

2.5. Organisationsstruktur der Hooligan-Cliquen

2.6. soziale Herkunft der Hooligans

2.7. Forschung über die Ursachen der Hooligangewalt

Exkurs: ‚Der autoritäre Charakter’

2.8. Hooliganismus im Blickwinkel des ‚autoritären Charakter’

3. Rechte im Fußballstadion

Zabrze – ein Beispiel für Rechtsextremismus im Stadion

3.1. Entwicklungen von Rechtsextremismus in der Bundesliga

3.2. Antisemitismus im Fußball

3.3. Spieler, Trainer und DFB als Vorbilder?

3.4 Rechte Symbolik in der Fankurve als ‚Provokation’?

3.5. Antirassistische Bestrebungen im Stadion

3.5.1. DFB

3.5.2. Fan-Initiativen gegen Rechts

3.5.3. BAFF

3.5.4. Antifaschistische Fußballvereine

4. Hooliganismus als sozialpädagogisches Handlungsfeld?

5. Rassismus unter Fußballfans als Anlass von Kriminalprävention?

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Phänomen des Hooliganismus sowie die Verbreitung von Rassismus und Antisemitismus innerhalb der deutschen Fußballfankultur. Das primäre Ziel ist die Analyse, inwiefern diese Phänomene als Anlässe für kriminalpräventive Maßnahmen oder sozialpädagogische Interventionen dienen können, unter Berücksichtigung gesamtgesellschaftlicher Zusammenhänge.

  • Phänomenologische Beschreibung und Genese des Hooliganismus
  • Analyse der Schnittstellen zwischen Hooligans und rechtsextremen Ideologien
  • Untersuchung von Rassismus und Antisemitismus in Stadien, inklusive der Rolle von Spielern und Funktionären
  • Bewertung von Gegenbewegungen und antirassistischen Initiativen
  • Diskussion über die Wirksamkeit sozialpädagogischer Ansätze und kriminalpräventiver Strategien

Auszug aus dem Buch

2.7. Forschung über die Ursachen der Hooligangewalt

Warum Hooligan-Gewalt für viele – meist jugendliche – Fußballfans so attraktiv erscheint, mag man von Außen kaum verstehen. „Außenstehenden kann man das nicht erklären. Die verstehen das nie. Das muss man selbst mal mitgemacht haben.“ (Farin, 2001 S. 176) so zitiert Farin einen nicht genannten Hooligan, dessen Aussage jedoch als idealtypisch angesehen werden kann. Am eindringlichsten beschreibt wohl Buford, welche Faszination von Gewalt in der Gruppe ausgehen kann. Buford, der jahrelang englische Hooligans durch Europa begleitete und aus purer Lust fast selbst zum Hooligan geworden wäre, beschreibt in seinem Buch „Geil auf Gewalt – Unter Hooligans“ seine Erlebnisse.:

„Die Gewalt ist eines der stärksten Erlebnisse und bereitet denen, die fähig sind, sich ihr hinzugeben, eine der stärksten Lustempfindungen. Dort in den Straßen von Fulham, als die Gruppe die metaphorische Schwelle überschritt, fühlte ich mich, als sei ich buchstäblich schwerelos geworden. Ich hatte die Schwerkraft hinter mir gelassen, ich war stärker als sie. Es kam mir vor, als schwebte ich über mir selbst und könnte alles wie in Zeitlupe und in einer überwältigenden Detailschärfe wahrnehmen. Später wurde mir klar, daß ich mich in einer Art Rauschzustand, einer Adrenalin-Euphorie, befunden hatte. Und zum ersten Mal kann ich die Worte verstehen, mit denen sie diesen Zustand beschreiben. Daß die Gewalttätigkeit in der Masse eine Droge für sie sei. Und was war sie für mich? Die Erfahrung absoluten Erfülltseins“ (Buford 1992, S.234)

Der Gewaltakt wird hier mit einer Art Rausch verglichen, welcher wohl für das Gefühl vieler Hooligans typisch sein dürfte, deren selten erreichtes Zentrum ihrer Aktivitäten – die Schlägerei – mit Spannung erwartet wird, was ihnen wiederum den ‚Kick’ verschafft. Diese Ekstase, die Buford hier beschreibt, erinnert nicht zufällig an Berichte von Bungee-Springern oder anderen Extremsportlern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik von Gewalt und Rassismus im Umfeld des Fußballs und grenzt den Untersuchungsgegenstand auf die deutschen Verhältnisse ein.

2. Hooliganismus – Beschreibung eines Phänomen: Dieses Kapitel liefert eine umfassende Darstellung der Geschichte, Struktur, sozialen Herkunft und psychologischen Hintergründe des Hooliganismus.

3. Rechte im Fußballstadion: Der Abschnitt analysiert die Verbreitung von Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus unter Fans, Spielern und Funktionären sowie die Versuche von Neonazis, Fankurven zu unterwandern.

4. Hooliganismus als sozialpädagogisches Handlungsfeld?: Das Kapitel diskutiert kritisch, ob und inwiefern der Hooliganismus ein sinnvolles Objekt für sozialpädagogische Interventionen oder kriminalpräventive Maßnahmen darstellt.

5. Rassismus unter Fußballfans als Anlass von Kriminalprävention?: Abschließend wird erörtert, dass Rassismus im Stadion ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, das nicht isoliert betrachtet werden kann und komplexe Strategien erfordert.

Schlüsselwörter

Hooliganismus, Fußball, Rassismus, Antisemitismus, Kriminalprävention, Sozialpädagogik, Rechtsextremismus, Fankultur, Gewalt, autoritärer Charakter, Ideologie, Prävention, Stadion, Deutschland, Gesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Beschreibung und Analyse der Phänomene Hooliganismus und Rassismus im deutschen Fußball und untersucht deren Verknüpfungen mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Hooligan-Subkultur, die Rolle rechtsextremer Organisationen im Stadion sowie die Manifestation von Rassismus und Antisemitismus in verschiedenen Akteursgruppen (Fans, Trainer, Spieler, DFB).

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, ob Hooliganismus und Rassismus im Fußball als Anlässe für Kriminalprävention und als Objekte der Sozialpädagogik geeignet sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Jahreshausarbeit, die bestehende Literatur und Studien (z.B. von Buford, Farin, Adorno) aufarbeitet und in den aktuellen Kontext der Fußballsoziologie stellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die phänomenologische Beschreibung des Hooliganismus, eine Analyse der Überschneidungen mit rechtsextremem Gedankengut und eine kritische Auseinandersetzung mit der Sozialpädagogik in diesem Feld.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Hooliganismus, Rassismus, Antisemitismus, Fankultur, Sozialpädagogik und Kriminalprävention charakterisieren.

Wie bewertet der Autor die Rolle von Fan-Initiativen?

Der Autor stuft Initiativen wie BAFF oder antirassistische Fußballvereine als wichtige und unterstützenswerte Ansätze ein, um der rechten Hegemonie im Stadion entgegenzuwirken, weist aber auf deren begrenzte Reichweite hin.

Warum ist laut Autor die Kriminalprävention bei Hooligans schwierig?

Die Prävention ist schwierig, da die Szene kaum noch Kontakt zu klassischen sozialpädagogischen Ansätzen hat, Gewalt als "Freizeitspaß" unter Gleichstarken inszeniert wird und die Gruppen zunehmend konspirativ agieren.

Excerpt out of 36 pages  - scroll top

Details

Title
Hooligans und Rassismus im Stadion - Beschreibung zweier Phänomene als mögliche Anlässe von Kriminalprävention
College
Martin Luther University
Grade
2+
Author
Christian Uhrheimer (Author)
Publication Year
2005
Pages
36
Catalog Number
V42425
ISBN (eBook)
9783638404587
Language
German
Tags
Hooligans Rassismus Stadion Beschreibung Phänomene Anlässe Kriminalprävention
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Uhrheimer (Author), 2005, Hooligans und Rassismus im Stadion - Beschreibung zweier Phänomene als mögliche Anlässe von Kriminalprävention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42425
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  36  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint