Im Fokus dieser Arbeit steht die Fragestellung nach der Eignung von Planspielen für den Lernprozess im Politikunterricht. Das erste Kapitel widmet sich der terminologischen Klärung des Begriffs „Unterrichtsmethode“. Dabei soll auch auf die Mikro- und Makromethoden sowie auf die Probleme der Unterrichtsmethoden eingegangen werden. Darauf aufbauend, wird im nächsten Kapitel explizit auf die Methoden in der politischen Bildung eingegangen und versucht insbesondere die Rolle von Methoden in der politischen Bildung hervorzuheben. Anschließend wird das Planspiel bezüglich der Nutzen und Gefahren untersucht. Zudem soll eine Abgrenzung des Planspiels zum Rollenspiel dargelegt werden, die viele Gemeinsamkeiten haben, erfolgen und die im Planspiel implizierten didaktischen Konzeptionen aufgezeigt werden. Bevor ich im Fazit meine Ergebnisse auswerte, sollen die Lernhilfen von Spielformen einer kritischen Betrachtung unterzogen werden. Zum Schluss werde ich noch einen Forschungsausblick aufzeigen. Zur Untersuchung der Fragestellung wurden diverse Quellen – Primärliteratur und Sekundärliteratur – ausgewertet, um einen möglichst breitgefächerten Überblick zu erlangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was sind Unterrichtsmethoden?
2.1. Methodischer Gang des Unterrichts
2.2. Mikro-und Makromethoden
2.3. Probleme der Unterrichtsmethoden
3. Methoden in der politischen Bildung
4. Das Planspiel
4.1. Ablaufschema des Planspiels
4.2. Vorteile und Nutzen des Planspiels
4.3. Nachteile und Gefahren des Planspiels
4.4. Abgrenzung zum Rollenspiel
4.5. Didaktische Konzepte im Planspiel
4.5.1. Handlungsorientierung
4.5.2. Problemorientierung
5. Spielformen als Lernhilfe
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Eignung von Planspielen als Unterrichtsmethode im Fach Politik, um den Lernprozess durch ganzheitliche Ansätze und aktive Partizipation nachhaltiger und motivierender zu gestalten.
- Terminologische und theoretische Grundlagen der Unterrichtsmethodik.
- Die spezifische Rolle und methodische Einordnung in der politischen Bildung.
- Detaillierte Analyse der Chancen, Herausforderungen und didaktischen Konzepte von Planspielen.
- Kritische Reflexion über Lernhilfe-Potentiale und praktische Einsatzmöglichkeiten.
Auszug aus dem Buch
4. Das Planspiel
Die Geschichte des Planspiels reicht bis hin zur Antike, wo das Planspiel als strategisches Spiel vom Militär verwendet wurde (vgl. Massing 2007, 163). Erst in den 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts erfuhr das Planspiel zunehmendes Interesse und fand im Zuge dessen auch den Weg in die politische Bildung (ebd.). Das Planspiel, als Makromethode, ist gekennzeichnet durch zwei Bestandteile: diese sind der Plan und das Spiel (vgl. Fürstenau 2006, 318). Der Plan beschreibt die Tatsache, dass das Spielfeld einer modellhaften Umwelt entspricht (ebd.). Das Spiel hingegen beschreibt die „ursprünglichen[.] [...] Kommunikationsform[..] [der] Menschen“ (ebd.). Planspiele haben dementsprechend einen Modellcharakter und bilden die Wirklichkeit ab (vgl. Massing 2000, 127). So sind Planspiele Spielmodelle in denen Entscheidungsprozesse simuliert werden sollen (vgl. Massing 2007, 164). Demzufolge werden Planspiele und auch Rollenspiele dem Oberbegriff der Simulationsspiele oder partiell dem Oberbegriff der Entscheidungsspiele, die für die politische Bildung besonders produktiv sind, untergeordnet (vgl. Fürstenau 2006, 317; vgl. Detjen 2007, 375).
Planspiele unterscheiden sich allerdings von den anderen Spieleformen und sind durch ihre Komplexität gekennzeichnet (vgl. Meyer 1987, 366). Hilbert Meyer definiert die Planspiele als „komplex gemachte Rollenspiele mit klaren Interessengegensätzen und hohem Entscheidungsdruck“ (ebd.). Aufgrund dessen wird beim Planspiel eine präzise Definition des Konflikts oder Problems sowie die Erfassung eines bestimmten Abschnitts der Wirklichkeit und nicht die ganze Wirklichkeit geschweige denn die reelle Komplexität der Konflikte vorausgesetzt (ebd.). Zusätzlich wird vorausgesetzt, dass die Planspiele in Gruppen stattfinden und eine kollektive Interessenvertretung bzw. Konfliktaustragung ermöglichen sollte sowie dass am Ende des Planspiels eine Entscheidung gefällt wird (ebd.). Außerdem wird bei den Planspielen zwischen „offenem“ Planspiel und „geschlossenem“ Planspiel unterschieden (Franke 1981, 37).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Lernspiele in der politischen Bildung und Darlegung der zentralen Forschungsfrage.
2. Was sind Unterrichtsmethoden?: Erläuterung der theoretischen Grundlagen von Unterrichtsmethoden inklusive Differenzierung zwischen Mikro- und Makromethoden sowie deren Problematik.
3. Methoden in der politischen Bildung: Darstellung der besonderen Bedeutung und der methodischen Anforderungen an den Politikunterricht.
4. Das Planspiel: Umfassende Analyse des Planspiels als Makromethode, inklusive Ablauf, Nutzen, Risiken, Abgrenzung zum Rollenspiel und didaktischer Konzepte.
5. Spielformen als Lernhilfe: Untersuchung des Beitrags von Spielformen zur Steigerung von Lernmotivation und nachhaltigem Kompetenzerwerb.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Eignung des Planspiels für den Politikunterricht und Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Politikunterricht, Planspiel, Unterrichtsmethoden, Politische Bildung, Handlungsorientierung, Problemorientierung, Kompetenzentwicklung, Lernspiele, Makromethode, Simulationsspiele, Lernprozess, Partizipation, Politikdidaktik, Ganzheitliches Lernen, Methodik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einsatz und der Eignung von Planspielen als Unterrichtsmethode innerhalb der politischen Bildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung von Unterrichtsmethoden, die spezifischen Anforderungen der politischen Bildung sowie eine detaillierte Analyse der Planspielmethode.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwieweit das Planspiel geeignet ist, den Lernprozess im Politikunterricht durch motivierende und ganzheitliche Lernangebote zu bereichern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die eine Auswertung von relevanter Primär- und Sekundärliteratur zur Methodik und Politikdidaktik vornimmt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition und Probleme von Unterrichtsmethoden, die Besonderheiten der politischen Bildung sowie alle relevanten Aspekte des Planspiels von der Planung bis zur kritischen Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Politikunterricht, Planspiel, Handlungsorientierung, Problemorientierung und Kompetenzentwicklung geprägt.
Warum wird das Planspiel als „komplexes Rollenspiel“ bezeichnet?
Aufgrund der Definition von Hilbert Meyer, da Planspiele durch einen hohen Entscheidungsdruck und klare Interessengegensätze über das einfache Rollenspiel hinausgehen.
Worin liegt das „Dilemma“ beim Einsatz von Planspielen?
Das Dilemma besteht in der Herausforderung, eine Balance zwischen der notwendigen Vereinfachung komplexer Themen für den Unterricht und einer wirklichkeitsgetreuen Abbildung der Realität zu finden.
Welche Rolle nimmt die Lehrkraft im Planspiel ein?
Die Lehrkraft übernimmt die Rolle der Spielleitung, wobei sie im Hintergrund bleiben und das Spielgeschehen begleiten sollte, ohne die inhaltlichen Entscheidungen der Lernenden zu beeinflussen.
Was ist der wesentliche Unterschied zum Rollenspiel?
Planspiele sind stärker vorstrukturiert, verfolgen kollektive statt individueller Interessen und weisen einen höheren Grad an Komplexität sowie einen formaleren Kommunikationsmodus auf.
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- Altay Siakiroglou (Author), 2016, Das Planspiel. Inwiefern ist das Planspiel für den Lernprozess in der politischen Bildung geeignet?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424261