Durch die Entwicklung eines "Fisch-im-Wasser-Gefühls" sollen die Schüler die sportliche Aktivität im Wasser als wertvoll und wichtig wahrnehmen und diese dadurch als subjektiv sinnvoll empfinden. Auf diese Weise lassen sich die Potentiale des Schwimmens nutzen. "Mit der Fähigkeit, schwimmen zu können, öffnen sich für die Schüler zahlreiche Perspektiven einer gesundheitsorientierten und bewegungsaktiven Lebensgestaltung". Die Schwimmfähigkeit leistet einen Beitrag zum körperlichen (zum Beispiel deutlich geringere Selbstgefährdung im Vergleich zu anderen Sportarten, Erkennen und Beurteilen von Wassergefahren, Erkenntnis der angemessenen individuellen Belastung des eigenen Körpers) und sozialen Wohlbefinden (z.B. soziale Eingebundenheit durch Befähigung zur Durchführung von diversen Wasserspielen im Team).
Vor diesem Hintergrund wird in der folgenden Unterrichtsstunde der methodische Weg zur Grobform des Kraulschwimmens ausgearbeitet. Hierbei wird der Lernweg "vom Tauchklettern zum Kraulschwimmen" aufgegriffen. Diese Ausarbeitung ist gegliedert in Bedingungsanalyse, Themen- und Sachanalyse, didaktische Analyse und Sequenzplanung.
In der Bedingungsanalyse werden sowohl die räumlichen, materiellen und organisatorischen Rahmenbedingungen, als auch die Lerngruppe und deren Lernausgangslage analysiert. In der Themen- und Sachanalyse wird zunächst das Schwimmen im Rahmen des Schulsports thematisiert. Anschließend werden die Relevanz und Stellung des Stundenthemas im Gesamtzusammenhang sowie das Technikleitbild des Kraulschwimmens detailliert beschrieben. Abschließend wird der methodische Lernweg "Vom Tauchklettern zum Kraulschwimmen mit der Kletterleine" erläutert, mit dem die Grobform der Armbewegung in kürzester Zeit erlernt werden kann. Die letzten Gliederungspunkte widmen sich der didaktischen Analyse und der Sequenzplanung (Einbettung der konzipierten Unterrichtseinheit in einen längeren Lernzusammenhang von vier Unterrichtseinheiten).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bedingungsanalyse
2.1 Rahmenbedingungen
2.2 Lerngruppe und Lernausgangslage
3. Themen- und Sachanalyse
3.1 Schwimmen im Schulsport
3.2 Relevanz und Stellung des Stundenthemas im Gesamtzusammenhang
3.3 Technikleitbild Kraulschwimmen
3.4 Techniktraining Armarbeit – das Tauchklettern
4. Didaktische Analyse
5. Sequenzplanung
6. Literaturverzeichnis
7. Tabellarische Stundenverlaufsplanung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den methodischen Lernweg „Vom Tauchklettern zum Kraulschwimmen“ als effektive Unterrichtskonzeption für die 6. Jahrgangsstufe eines Gymnasiums zu erarbeiten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie durch den gezielten Einsatz von Kletterleinen als methodisches Hilfsmittel eine schnelle Beherrschung der Grobform der Kraulschwimm-Armbewegung unter Berücksichtigung der speziellen Lernvoraussetzungen einer 6. Klasse erreicht werden kann.
- Bedingungsanalyse der schulsportlichen Rahmenbedingungen und der Lerngruppe
- Relevanz des Kraulschwimmens im bayerischen Gymnasiallehrplan
- Biophysikalische und methodische Grundlagen des Kraulschwimm-Technikleitbildes
- Didaktische Begründung der Zergliederungsmethode im Sportunterricht
- Strukturelle Implementierung der Armtechnik-Einführung in eine vierteilige Unterrichtssequenz
Auszug aus dem Buch
3.4 Techniktraining Armarbeit – das Tauchklettern
Das Techniktraining mit Hilfe des Tauchkletterns nutzt bereits gewonnene Bewegungserfahrungen durch ähnliche Bewegungen aus der frühen Kindheit. Alternierende Bewegungen wie Krabbeln oder Klettern sind dem Menschen aus seiner frühkindlichen Entwicklung sehr vertraut. Auch das Kraulschwimmen ist eine zyklische alternierende Bewegung, es gleicht dem Klettern oder Krabbeln darin, dass stets der rechte oder linke Arm abwechselnd nach vorne bzw. oben geführt wird. Aufgrund der Ähnlichkeit ist es deshalb sinnvoll, beim Erlernen der Grobform der Armarbeit an diese Erfahrungen anzuknüpfen (Beck et al., 2013, S. 66).
„Ein Problem bei allen Schwimmtechniken sind die mangelnde Orientierungsfähigkeit des Anfängers im Schwebezustand des Körpers und das Einordnen der Bewegungsmuster in den dreidimensionalen Raum“ (Beck et al., 2013, S. 66). Der Lehrweg unter Verwendung der Kletterleine greift diese Probleme des Anfängers auf und versucht die Orientierung und räumliche Einordnung zu unterstützen. Die Kletterleine hat eine richtungsgebende Funktion und ermöglicht dadurch, dass die Bewegung in den dreidimensionalen Raum eingeordnet und von den Schülern kinästhetisch erfahren wird (Beck et al., 2013, S. 67).
Der Lehrweg, der die Kletterleine als methodisches Hilfsmittel einsetzt, führt den Anfänger durch vier aufeinanderfolgende Bewegungsaufgaben (Tauchklettern, Klettern an der Wasseroberfläche, Kraulklettern, freies Kraulschwimmen) zum Kraulschwimmen. Der bereits erlernte Kraulbeinschlag ist jedoch Grundvoraussetzung für schnelle Lernerfolge. Die Kletterleine ist ein hervorragendes Hilfsmittel, das zwar vielseitig einsetzbar ist, aber nur zum Erlernen des Armzugs des Kraulschwimmens eingesetzt werden sollte. Die Kletterleine ist ein schwimmfähiges, gut greifbares Tau, das anstatt der Schwimmleine im Becken gespannt wird (Beck et al., 2013, S. 66-68).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Bedeutung des Schwimmens im Schulsport und führt in die Herausforderung ein, Schülern der 6. Klasse die Technik des Kraulschwimmens trotz heterogener Voraussetzungen zu vermitteln.
2. Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel untersucht die schulischen Rahmenbedingungen sowie die Lernausgangslage der spezifischen 6. Klasse und beleuchtet die psychosozialen Entwicklungsschritte der Pubertät.
3. Themen- und Sachanalyse: Hier werden die sportdidaktische Relevanz des Schwimmens, die Anforderungen an die Lehrkraft und die technischen Anforderungen des Kraulschwimmens sowie der methodische Ansatz mit Kletterleinen detailliert analysiert.
4. Didaktische Analyse: Dieses Kapitel erläutert die Wahl des geschlossenen Unterrichtskonzepts und begründet den Einsatz der Zergliederungsmethode im Kontext der motorischen Lernfähigkeit der Schüler.
5. Sequenzplanung: Die Sequenzplanung bettet die untersuchte Unterrichtsstunde in eine vierteilige Reihe ein, die von der Wasserlage über die Armarbeit bis hin zur Gesamtkoordination mit Atmung reicht.
6. Literaturverzeichnis: Umfasst alle für die Arbeit herangezogenen fachwissenschaftlichen und sportdidaktischen Quellen.
7. Tabellarische Stundenverlaufsplanung: Bietet einen detaillierten, zeitlich strukturierten Überblick über die konkrete Umsetzung der Unterrichtsstunde inklusive Zielsetzungen und Materialanforderungen.
Schlüsselwörter
Kraulschwimmen, Tauchklettern, Schulsport, Bewegungsaufgabe, Armarbeit, Wasserlage, Didaktik, Kletterleine, Schwimmunterricht, methodische Reihe, Unterrichtsplanung, Sportdidaktik, motorisches Lernen, Pubertät, Grobform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Konzeption und methodischen Umsetzung des Kraulschwimmunterrichts in einer 6. Gymnasialklasse unter Verwendung spezieller Hilfsmittel.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Bedingungsanalyse für den Sportunterricht, dem Technikleitbild des Kraulschwimmens sowie der methodischen Erarbeitung der Kraul-Armarbeit durch Kletterleinen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Erarbeitung eines attraktiven und effektiven Lehrweges, der es Schülern ermöglicht, die Grobform der Kraul-Armbewegung in kurzer Zeit zu erlernen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Vermittlung verwendet?
Es wird die Zergliederungsmethode angewandt, bei der die komplexe Schwimmbewegung in Teilbewegungen zerlegt und nach dem Prinzip vom Einfachen zum Komplexen aufgebaut wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Rahmenbedingungen, eine fachwissenschaftliche Aufarbeitung des Kraulstils, eine didaktische Einordnung sowie eine konkrete Sequenz- und Stundenplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Kraulschwimmen, Tauchklettern, Schulsport, methodische Reihe und sportdidaktische Planung definieren.
Warum wird das Tauchklettern als Einstieg gewählt?
Tauchklettern baut Ängste vor dem Wasser ab, unterstützt die Orientierung im Raum und knüpft an bereits bekannte, frühkindliche Alternativbewegungen an, was den Lernprozess beschleunigt.
Welche Funktion hat die Kletterleine im Unterricht?
Die Kletterleine dient als richtungsgebendes Hilfsmittel, das Sicherheit bietet, die Orientierung im dreidimensionalen Raum verbessert und den Schülern hilft, die notwendige Wasserlage und Armzug-Mechanik kinästhetisch zu erfahren.
- Arbeit zitieren
- M. Sc. Marco Müller (Autor:in), 2015, Der methodische Weg zur Grobform des Krauschwimmens. Vom Tauchklettern zum Kraulschwimmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424296