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Michel Foucaults Machtbegriff in Judith Butlers feministische Rezeption

Título: Michel Foucaults Machtbegriff in Judith Butlers feministische Rezeption

Trabajo Escrito , 2017 , 12 Páginas , Calificación: 1,00

Autor:in: Raphaela Kaiser (Autor)

Ciencias Culturales - General y definiciones
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„Foucaults kritische Philosophie hat Feministinnen angezogen, aber auch beunruhigt“, schreibt die Philosophin Jana Sawicki in einem Aufsatz über die feministische Rezeption Michel Foucaults. Vor allem sein veränderter Machtbegriff hat den Feminismus nachhaltig geprägt. Seine meist zitierten Werke diesbezüglich sind „Überwachen und Strafen“ (1976) sowie „Der Wille zum Wissen“ (1977). Dabei geht es vordergründig in keiner dieser Schriften um Geschlechterdifferenzen, sondern vielmehr darum, dass sich die Art der Machteinwirkung auf den Körper gewandelt hat.

Auch die Sprachphilosophin und Feministin Judith Butler hat sich eingehend mit Foucault auseinandergesetzt. Darauf aufbauend behandelt sie in ihren Texten die Beziehung zwischen Körper und Macht und entwickelt daraus einen eigenen Subjektbegriff. In ihren Überlegungen geht sie im Speziellen auf die Handlungsfähigkeit, sprich Widerstandsfähigkeit der Subjekte ein.

Wie hat Foucaults Machtbegriff Judith Butler in ihren Überlegungen geprägt? Inwiefern fühlte sie sich von seiner Philosophie angezogen oder beunruhigt? Diesen Fragen geht die Arbeit genau nach. Dabei stellt sie die Frage, welche Rolle Diskurse, Körper und Macht spielen. Wie geht Judith Butler mit dem Begriff des Sexualitätsdispositivs um und woran übt sie Kritik? Um diese Fragen zu beantworten, wird zunächst dargelegt, was Foucault unter Macht versteht, wie er seinen Machtbegriff verändert hat und wie dieser für ihn mit Sexualität zusammenhängt. Danach wird untersucht, wie Butler das Konzept auf ihre Arbeit anwendet und was sie kritisiert.“

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Foucaults juridisch-diskursive Machtkonzeptionen

3. Sexualität und Macht: Hin zu einem strategisch-produktiven Machtverständnis

4. Judith Butlers feministische Auseinandersetzung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption des Machtbegriffs von Michel Foucault durch die feministische Philosophin Judith Butler. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern Butlers Subjekt- und Geschlechtertheorie auf Foucaults Konzepten aufbaut, wo sie kritische Akzente setzt und welche Möglichkeiten für Widerstand und Handlungsfähigkeit innerhalb eines machtdurchdrungenen Systems sie aufzeigt.

  • Analyse des Machtverständnisses von Michel Foucault (insbesondere „Überwachen und Strafen“ und „Der Wille zum Wissen“).
  • Untersuchung der diskursiven Konstruktion von Körper und Geschlecht.
  • Darstellung der feministischen Kritik Judith Butlers an der vermeintlichen Ausweglosigkeit von Foucaults Machtmodell.
  • Erörterung von Widerstandspotenzialen durch Performativität und die Unterlaufung sozialer Normen.

Auszug aus dem Buch

4. Judith Butlers feministische Auseinandersetzung

Butlers Schwerpunkt liegt dabei auf der „Verschränkung von Subjekt und Macht, von Physischem und Diskursivem“ (Bublitz 2002:8) und welche Wirkungen Macht auf den Körper hat. Sie greift auf Foucaults diskurstheoretische Auseinandersetzungen zurück, denn sie geht wie er davon aus, dass die Wirklichkeit durch diskursive und sprachliche Macht erzeugt wird. Daher gibt es für sie keinen Körper bzw. Materie ohne seine kulturelle Form. Folglich ist das biologische Geschlecht konstruiert von kulturellen Normen, einer produktiven Macht. Diese produziert Körper hinsichtlich eines normativen Ideals (vgl. ebd. 8f.). Butler stellt die Natürlichkeit des Geschlechts infrage und veranschaulicht, dass Geschlechtskörper Produkte hegemonialer Diskurse sind.

„Die Kategorie des >sex< ist von Anfang an normativ; sie ist, was Foucault ein >regulierendes Ideal< genannt hat. In diesem Sinne fungiert das >biologische Geschlecht< demnach nicht nur als eine Norm, sondern ist Teil einer regulierenden Praxis, die die Körper herstellt, die sie beherrscht, das heißt, deren regulierende Kraft sich als eine Art produktive Macht erweist, als Macht, die von ihr kontrollierten Körper zu produzieren [...] Anders gesagt, das >biologische Geschlecht< ist ein ideales Konstrukt.“ (Butler 1997:21)

Sie lehnt sich also an Foucaults These an, dass das moderne Sexualitätsdispositiv die Folge bestimmter Diskurse ist, welche in Form von Normen angeblich ‚natürliche‘ Geschlechter herstellt. Dieses Dispositiv wird durch Regularien aufrechterhalten und gestärkt, sodass es immer mehr Diskurse und damit Wissen hervorbringt. Butler schreibt, dass diese produktive Macht die Körper kontrolliert und gleichzeitig neue, gleiche Körper herstellt (vgl. Zitat). Die Reproduktion sieht sie als eine diskursive Strategie der Regulierung und Disziplinierung „subversiver Mannigfaltigkeit einer Sexualität, die mit den Hegemonien der Heterosexualität, der Fortpflanzung und des medizinisch-juristischen Diskurses bricht.“ (Butler 1991:41) Wie Foucault beschreibt Butler Regularien, Strategien, Gesetze, Kontrollpraktiken usw. als Voraussetzung dafür, dass das bestehende Dispositiv erhalten bleibt. Auch die kulturelle Umgebung wird durch regulative Verfahren bezüglich Macht und Diskurs produziert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz von Foucaults Machttheorie für den Feminismus heraus und skizziert die Fragestellung, wie Judith Butler Foucaults Konzepte aufgreift und weiterentwickelt.

2. Foucaults juridisch-diskursive Machtkonzeptionen: Das Kapitel erläutert Foucaults Genealogie der Macht am Beispiel des Gefängnisses und zeigt den Übergang von repressiver Macht zu einer produktiven Form der Machtausübung auf.

3. Sexualität und Macht: Hin zu einem strategisch-produktiven Machtverständnis: Hier wird Foucaults Analyse des Sexualitätsdispositivs behandelt, das Sexualität als diskursives Konstrukt und Teil der „Bio-Macht“ begreift.

4. Judith Butlers feministische Auseinandersetzung: Dieser Abschnitt analysiert, wie Butler Foucaults Machttheorie für ihre Geschlechtertheorie adaptiert und kritisiert, insbesondere im Hinblick auf die Handlungsfähigkeit des Subjekts.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass Widerstand nach Butler durch die performative Wiederholung und die Unterlaufung von Normen möglich wird.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Judith Butler, Machtbegriff, Sexualitätsdispositiv, Feminismus, Geschlechtertheorie, Diskurs, Subjekt, Performativität, Bio-Macht, Widerstand, Körperkonstruktion, Normen, Identität, Geschlechterontologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Verbindung zwischen dem Machtbegriff von Michel Foucault und der feministischen Geschlechtertheorie von Judith Butler.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Analyse von Machtstrukturen, die diskursive Erzeugung von Körper und Geschlecht sowie die Frage nach Möglichkeiten für Widerstand und Handlungsfähigkeit des Subjekts.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es herauszuarbeiten, inwiefern Butler Foucaults Philosophie rezipiert, welche Konzepte sie übernimmt und wo sie kritische Differenzen zur Frage der Widerständigkeit zieht.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Autorin nutzt eine diskurstheoretische Auseinandersetzung und die Genealogie als Methode, um die theoretischen Konzepte Foucaults und Butlers kritisch zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt Foucaults Machttypen, das Konzept der Bio-Macht und des Sexualitätsdispositivs sowie die Anwendung und Modifikation dieser Ansätze durch Judith Butler in Bezug auf Geschlechtsidentität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Machtbegriff, Sexualitätsdispositiv, Performativität, Diskursanalyse und Geschlechterkonstruktion beschreiben.

Warum kritisiert Judith Butler Foucaults allumfassenden Machtbegriff?

Butler sieht in Foucaults Konzept das Problem, dass keine Austrittsmöglichkeit aus der Macht besteht, was die Frage aufwirft, wie effektiver politischer Widerstand überhaupt stattfinden kann.

Was versteht Butler unter der „Geschlechter-Verwirrung“?

Damit meint sie einen kreativen und widerständigen Umgang mit Geschlecht, bei dem das als „natürlich“ geltende Geschlecht parodiert und durch performative Wiederholung dekonstruiert wird.

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Detalles

Título
Michel Foucaults Machtbegriff in Judith Butlers feministische Rezeption
Universidad
Klagenfurt University  (Medien- und Kommunikationswissenschaften)
Curso
Einführung in die Methodenlehre: Diskursanalyse
Calificación
1,00
Autor
Raphaela Kaiser (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
12
No. de catálogo
V424383
ISBN (Ebook)
9783668697980
ISBN (Libro)
9783668697997
Idioma
Alemán
Etiqueta
Diskursanalyse Butler Foucault Machtbegriff
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Raphaela Kaiser (Autor), 2017, Michel Foucaults Machtbegriff in Judith Butlers feministische Rezeption, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424383
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