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Der Kampf um Mobilität zwischen Flüchtlingen und politischen Instanzen im Film "Ein Augenblick Freiheit"

Title: Der Kampf um Mobilität zwischen Flüchtlingen und politischen Instanzen im Film "Ein Augenblick Freiheit"

Term Paper , 2017 , 22 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Raphaela Kaiser (Author)

Communications - Movies and Television
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Das Foto mit dem dreijährigen Alan Kurdi geht um die Welt: Sein toter Körper wird von einem Polizisten am Strand im Süden der Türkei geborgen. Der Junge ist bei der Schlepperfahrt über das Mittelmeer ertrunken. Seine Familie war aus Syrien vor der IS-Miliz in die Türkei geflohen und wollte weiter nach Kanada.Die Online-Zeitung Zeit.de bezeichnet das Foto in einem Artikel als „Symbol der Flüchtlingskrise“ (Zeit.de, 2015). Denn es steht stellvertretend für all die Flüchtenden, die aufgrund von Grenzregularien, illegale und damit lebensbedrohliche Wege in Kauf nehmen, um in ihr Wunschland zu gelangen.Doch das Phänomen des Aufeinandertreffens von staatlichen Eingrenzungen und ‚Befreiungsversuchen‘ von Flüchtenden, gibt es schon länger. Der österreichisch-iranische Regisseur Arash T.Rihai inszenierte den Kampf um Mobilität zwischen Flüchtlingen und politischen Instanzen bereits im Jahr 2008 in seinem Spielfilm „Ein Augenblick Freiheit“.Es geht um Wünsche, Hoffnungen, Geldnot, Tricks und Fälschungen. In der vorliegenden Arbeit soll daher der Kampf um Mobilität zwischen Flüchtlingen und politischen Instanzen in Arash T. Rihais Film herausgearbeitet werden. Auf welche Hindernisse treffen die Flüchtenden und wie versuchen sie diese zu überwinden? Wie reagieren die politischen Institutionen auf Flüchtlinge? Die Analyse erfolgt mittels des Konzeptes der Autonomie der Migration.Zunächst wird in einem Theorieteil der Umgang der Europäischen Union (EU) mit Migration und Flucht betrachtet. Dem wird der Kampf der Flüchtenden um Mobilität gegenübergestellt, indem auf das Konzept der Autonomie der Migration eingegangen wird. Es folgt die Analyse einzelner Filmszenen, die sowohl Illegalisierung als auch Eigenständigkeit von Migration kennzeichnen. Im Fazit wird auf die Perspektive des Films eingegangen und die Forschungsfrage beantwortet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Migrationsmanagement“: Der Umgang der Europäischen Union mit Migration

2.1. Erschaffen einer irregulären Migration

2.2. Transitland Türkei

2.3. Konstruktion einer Flüchtlingsfigur: Viktimisierung und Kriminalisierung

3. Der Kampf der Flüchtenden um Autonomie

3.1. Das Konzept der Autonomie der Migration

3.2. Der Kreislauf des migrantischen Widerstands und des Grenz-Managements

4. Analyse des Kampfes um Mobilität im Film "Ein Augenblick Freiheit"

4.1. Europäisches Migrationsmanagement im Transit

4.2. Viktimisierung und Kriminalisierung

4.3. Soziale Kämpfe und Autonomie

4.4. Wünsche und Hoffnung als Motor für Autonomie

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Kampf um Mobilität zwischen Flüchtlingen und politischen Instanzen am Beispiel des Spielfilms „Ein Augenblick Freiheit“ von Arash T. Rihai. Ziel ist es, die Hindernisse aufzuzeigen, auf die Flüchtende treffen, sowie ihre Strategien zur Überwindung dieser Barrieren unter Anwendung des Konzepts der „Autonomie der Migration“ zu analysieren.

  • Europäisches Migrationsmanagement und seine Auswirkungen
  • Konstruktion von Flüchtlingsbildern (Viktimisierung vs. Kriminalisierung)
  • Das Konzept der Autonomie der Migration als Widerstandsform
  • Soziale Kämpfe und Handlungsspielräume von Flüchtenden
  • Die Rolle von Wünschen und Hoffnungen für individuelles Handeln

Auszug aus dem Buch

4.1. Europäisches Migrationsmanagement im Transit

Mit staatlichen Maßnahmen, illegale Migration zu verhindern, kommen die flüchtenden Protagonisten zum ersten Mal in Kontakt, als sie sich mit einem Fluchthelfer auf den Weg zur türkischen Grenze machen. Um den Grenzposten zu umgehen und nicht gleich als illegale Einreisende entlarvt zu werden, müssen sie bei extremer Kälte zu Fuß weiter gehen und die Nacht im Freien verbringen. Welche Gefahr die Protagonisten auf sich genommen haben, wird deutlich, als der kleine Arman am Morgen vor Kälte beinahe nicht mehr aufwacht. Kurz nach der Grenze warnt sie der Fluchthelfer, dass sie in Ankara Niemandem vertrauen dürften, da sie illegal hier seien. Er bezeichnet die Flüchtenden als „Freiwild“ für die türkische Polizei und den iranischen Geheimdienst.

In dieser Szene wird sichtbar, wie sich die Lage verändert, sobald die Protagonisten auf die Grenze eines ‚Drittstaates‘ zukommen. Der Fluchthelfer umgeht mit ihnen bewusst den Grenzposten und macht verständlich, dass sie sich ohne Pässe oder Papiere illegal im Land befinden. Doch das nehmen die Flüchtenden in Kauf, da die Türkei die einzige Möglichkeit ist, nach Europa zu gelangen. Die Tatsache, dass der Fluchthelfer sie vor Kontrollen warnt, bestätigt, dass die europäische Migrationspolitik schon auf das Land übergegriffen hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Flüchtlingskrise ein und stellt den Film „Ein Augenblick Freiheit“ als zentrales Fallbeispiel für den Kampf um Mobilität vor.

2. „Migrationsmanagement“: Der Umgang der Europäischen Union mit Migration: Dieses Kapitel analysiert die migrationspolitische Agenda der EU und zeigt auf, wie durch das Stockholmer Programm Subjektfiguren konstruiert und Hindernisse für Flüchtende geschaffen werden.

3. Der Kampf der Flüchtenden um Autonomie: Hier wird das theoretische Konzept der Autonomie der Migration eingeführt, das Migrationsprozesse als Konfliktbeziehung zu staatlichen Kontrollpraktiken betrachtet.

4. Analyse des Kampfes um Mobilität im Film "Ein Augenblick Freiheit": Die Analyse untersucht konkrete Szenen des Films im Hinblick auf staatliche Repressionen und die Gegenwehr der Akteure.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, wie der Film die Sicht der Flüchtenden gegen die mediale Viktimisierung stellt.

Schlüsselwörter

Flüchtlinge, Mobilität, Ein Augenblick Freiheit, Migrationsmanagement, Autonomie der Migration, EU-Grenzregime, Viktimisierung, Kriminalisierung, Widerstand, Transitland Türkei, Asylsystem, Soziale Kämpfe, Illegalisierung, Postnationale Selbstbestimmung, Menschenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den komplexen Kampf um Mobilität von Flüchtenden, die sich staatlichen Grenzregimen und Kontrollmechanismen widersetzen, exemplarisch dargestellt im Spielfilm „Ein Augenblick Freiheit“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen das europäische Migrationsmanagement, die mediale Konstruktion von Flüchtlingsbildern sowie die verschiedenen sozialen Kämpfe, die Flüchtlinge zur Sicherung ihrer Mobilität führen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Hindernisse zu verdeutlichen, denen Flüchtende ausgesetzt sind, und zu untersuchen, wie sie durch ihre individuelle Autonomie versuchen, das restriktive System zu umgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Analyse erfolgt mittels des theoretischen Konzepts der „Autonomie der Migration“, welches migrantische Praxen als Widerstand gegen staatliche Reglementierungen interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Szenen des Films analysiert, um Aspekte wie das Transit-Management, die Viktimisierung durch Hilfsorganisationen und die kriminelle Stilisierung männlicher Flüchtlinge zu beleuchten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind neben der Autonomie der Migration auch Viktimisierung, Kriminalisierung, das europäische Grenzregime und der Begriff des „Freiwilds“ im Kontext irregulärer Migration.

Warum wird im Film der Begriff „Fluchthelfer“ anstelle von „Schlepper“ verwendet?

Die Autorin wählt diesen Begriff, um den Täter-Opfer-Dualismus aufzubrechen, da die im Film gezeigten Personen den Flüchtenden tatsächlich bei ihrem Vorhaben helfen.

Wie spielt die „postnationale Selbstbestimmung“ eine Rolle für die Protagonisten?

Dieser Begriff beschreibt das Agieren der Flüchtlinge jenseits staatlicher Zugehörigkeit und Bürgerrechte, etwa durch Schwarzarbeit oder Fälschungen, um sich ihre eigene Autonomie zurückzuholen.

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Details

Title
Der Kampf um Mobilität zwischen Flüchtlingen und politischen Instanzen im Film "Ein Augenblick Freiheit"
College
Klagenfurt University  (Medien- und Kommunikationswissenschaften)
Course
Mobilität, Grenzen, Identität in den Medien
Grade
1,00
Author
Raphaela Kaiser (Author)
Publication Year
2017
Pages
22
Catalog Number
V424400
ISBN (eBook)
9783668698628
ISBN (Book)
9783668698635
Language
German
Tags
Migration Migrationsmanagement Grenzmanagement Flüchtlinge Widerstand Transit Mobilität Identität Medien Film Autonomie der Migration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Raphaela Kaiser (Author), 2017, Der Kampf um Mobilität zwischen Flüchtlingen und politischen Instanzen im Film "Ein Augenblick Freiheit", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424400
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